CONXIOUS - Erste Eindrücke des neuen Albums!

Veröffentlicht am 08.02.2016

Dass das Ganze nichts mit Faulheit zu tun hatte, und was es sonst noch so mit dem selbstbetitelten, dritten Album auf sich hat, erklärten uns Alex Ghezzo und Michi Reiter im Rahmen einer exklusiven Listening Session im bandeigenen Studio in Wien-Floridsdorf.


Alex: Wir haben für "Never Before Never Again" damals super Reviews bekommen und uns gedacht, dass wir in maximal zwei Jahren schon den nächsten Longplayer nachlegen können. Aber dann sind halt ein paar Sachen passiert: unser damaliger Bassist Victor ist ausgestiegen, ein langjähriger Begleiter von uns, der die Band auch wesentlich mit geprägt hat. Dann ist uns auch noch der Sänger abhanden gekommen, dazu kam, dass Michi und ich Kinder bekommen haben, kurz darauf hab ich auch noch eine eigene Firma gegründet, also gab es Unmengen an Gründen, die CD-Produktion immer wieder nach hinten zu verschieben, obwohl immer genug Songs für ein Album vorhanden gewesen wären.

Michi: Die Kinder haben wir aber nicht miteinander bekommen, hahaha! Man muss auch dazu sagen, bis zum heutigen Tag hat die Band - außer mir - auch keinen neuen Sänger gefunden. (Vorsicht, Ironie! d. Verf.)



Alex: Live sind wir aber auch in dieser Zeit immer wieder aktiv gewesen, haben in Wien ein paar echt geile Konzerte gespielt mit so unterschiedlichen Acts wie SUBSIGNAL, CIRCLE II CIRCLE, VANDEN PLAS, RIVERSIDE, SIEGES EVEN oder IQ. Diese Konzerte mitunter zu veranstalten hat natürlich auch immens Zeit verschlungen, was uns auch wiederum vom Studio ferngehalten hat. Letztes Jahr haben wir dann an neuen Sachen  zu arbeiten begonnen. Das Ganze hat auch deswegen seinen Vorteil, weil wir jetzt in unserem eigenen Studio arbeiten können, das ermöglicht uns quasi Aufnahmen zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit und wir sind dadurch auch wesentlich flexibler.

Das ist doch der Traum nicht nur des Häuselbauers, sondern eines jeden Musikers, ein Haus zu bauen und dann gleich noch ein eigenes Studio mit dran zu stellen, so wie in deinem Fall. Welch Luxus!

Alex: Ganz genau, hehe! Ich muss auch dazu sagen, dass ich eine sehr tolerante Frau habe, die mich da unterstützt, und die sich nicht quergestellt hat, als ich mit den Plänen für das Home-Studio ankam.

Und das neue Album wird einfach nur "Conxious" heißen, aus dem Grund weil...

Michi:  ...uns nix anderes eingefallen ist! (Gelächter)


Alex: Nun, nach zehn Jahren haben wir jetzt irgendwie auch eine neue Band-Identität gefunden, die ist auf dem Album ganz klar spürbar. Der Michi ist ja jetzt auch schon seit acht Jahren unser Sänger, und hat unseren Sound mittlerweile auch sehr mitprägt. Wir wollten einfach aufzeigen: die letzten zehn Jahre haben unsere Identität geformt, deshalb auch die Idee, vier alte Songs aus der ersten Periode neu aufzunehmen. Und so haben wir auf "Conxious" vier Klassiker in neuem Gewand, und acht nagelneue Songs. Das Album ist dadurch auch ziemlich lang geworden, dauert etwas über 70 Minuten, es gibt nur eine Nummer, die unter fünf Minuten dauert...

Michi: Man muss dazu sagen, der Gesangsanteil beläuft sich insgesamt nur auf zwei Minuten, der Rest ist Gitarrensolo!

Alex: Die ungeraden Takte sind übrigens bei uns nie Selbstzweck, sondern sollen die Melodie von der Diktatur des 4/4-Takts befreien. Zum Beispiel sind Pausen in der Melodie oft nur durch den Takt vorgegeben, und diese einfach weg zu kürzen, macht das Ganze natürlicher.

Was bei diesem Album aber die größte Schwierigkeit war: wir spielen Progressive Rock, jedoch ohne Keyboard und ohne zweiten Gitarristen, eine Instrumentierung, die fast an klassischen Heavy Metal erinnert oder an ein Blues-Trio. Das ist halt extrem schwer umzusetzen, weil das bedeutet, dass jeder ganze Zeit Action hat und dauernd irgendwas spielen muss. Das ist auch für den Bassisten eine extreme Herausforderung. Deshalb sind wir sehr froh, seit eineinhalb Jahren den Robert dabei zu haben, ohne den das Album in dieser Form auch nicht möglich gewesen wäre, weil er den Sound mittlerweile sehr mit trägt. Der Spagat bei diesem Album war, den Power-Trio-Sound zu erhalten und trotzdem das volle Potential der Songs auszuschöpfen.

Michi: Deswegen haben wir noch 50 Gitarren-Spuren zusätzlich drauf geschmissen!

Alex: (Gelächter) ... ja, es gab im Studio ein paar zusätzliche Gitarrenspuren. Man muss im Studio auch alles aus den Songs herausholen, aber trotzdem klingen die Songs natürlich und nicht überarrangiert. So wie wir die Songs aufgenommen haben, spielen wir sie auch live. Der Sound sollte erdig und natürlich bleiben, wir haben daher auf einiges verzichtet, das andere Bands momentan gerne machen: das Drumkit ist rein mit Mikrofonen abgenommen und nicht getriggert, es gibt keine programmierten Teile, es gibt keine Keyboards - alles ist so, wie wir handwerklich auch fähig sind, es zu spielen.

Das Album wurde komplett hier im Heimstudio aufgenommen, produziert, abgemischt und gemastert habe diesmal auch ich. Das war eine große Herausforderung, da ich das in der vollen Bandbreite vorher noch nie gemacht hatte. Ich hab zwar immer wieder mal kleinere Sachen abgemischt und ein paar Werbejingles produziert, aber ein ganzes Album - das war neu für mich. Die digitale Studiotechnik gibt einem da schon sehr viele Möglichkeiten.



"Conxious" erscheint am 16. April und wird im Rahmen einer Release-Show im Stellwerk XII (Himbergerstrasse 2, 1100 Wien) vorgestellt. Es klingt nach dem ersten Probelauf musikalisch sehr ausgereift und vielschichtig, ohne die typischen CONXIOUS-Trademarks vermissen zu lassen: häufige Melodie- und Taktwechsel, Reminiszenzen an Bands wie SAGA und RUSH, und Michi Reiters eigenwilligen, aber dennoch nie der Einfachheit zugewandten Gesang.

Das schöne Artwork wurde übrigens mittels Facebook-Wettbewerb ermittelt und stammt von Constance Stabik.

Vorbestellen könnt ihr "Conxious" übrigens auch gleich hier

 


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