TWILIGHT FORCE - "Heroes Of Mighty Magic" Track-By-Track

Veröffentlicht am 07.07.2016

Manch einer verdreht schon die Augen, wenn er „Symphonic Fantasy Power Metal“ oder ähnliches nur ausgesprochen hört, und wenn man dann noch die frischen Power Metal-Jünger von TWILIGHT FORCE ins Spiel bringt, dann dreht sich bei dem ein oder anderen endgültig der Magen um. Unter Genrefans gelten die Jungs aus Schweden allerdings quasi als legitime Nachfolger der etwas in die Jahre gekommenen RHAPSODY OF FIRE (nichts für ungut). Bereits ihr Debüt „Tales Of Ancient Prophecies“ konnte einen Großteil der Einhörner für sich gewinnen, bot allerdings nicht wirklich viel Songmaterial an sich. Genau das soll mit der neuen Platte, die erstmals über Nuclear Blast erscheint, anders werden. Kollege Manfred und meine Wenigkeit nehmen uns vorab schon mal der neuen Scheibe an und geben euch einen knackigen Überblick über das epische Ausmaß, das euch mit „Heroes Of Mighty Magic“ erwartet.

01. Battle Of Arcane Might
02. Powerwind
03. Guardian Of The Seas
04. Flight Of The Sapphire Dragon
05. There And Back Again
06. Riders Of The Dawn
07. Keepers Of Fate
08. Rise Of A Hero
09. To The Stars
10. Heroes Of Mighty Magic
11. Epilogue
12. Knights Of Twilight’s Might

01. Battle Of Arcane Might
Kein Intro, es geht sofort in die Vollen! Epische Orchesterklänge werden von ballernden Drums umrandet und Chrileon beglückt uns mit der ersten Strophe, die mit einer ordentlichen Portion Energie nach vorn marschiert. Der Chorus unterstreicht, dass TWILIGHT FORCE nach dem Thron des episch-kitschigen Power Metals streben [Sigi, hab Obacht! d.Korr.]. Das Teil mag aus den Boxen triefen und zerlaufen wie eine Scheibe Käse in der Mikrowelle, doch als Anhänger des Einhornzirkels wird man unweigerlich ein paar Freudentränen vergießen. Unfassbar, mit was für einer Leichtigkeit man catchy Melodien an den Mann bringt und kaum Luft zum Atmen lässt.

02. Powerwind
Puh…erstmal vom Gaspedal…denkste! „Powerwind“ macht da weiter, wo der Opener aufgehört hat. Wunderbare Orchesterklänge gepaart mit Keyboardmelodien verzücken erneut und lassen keine Mähne stillstehen. Einzig und allein in den Strophen bremst man uns aus, nur um im Chorus erneut Anlauf zu nehmen und einen Ohrwurm par excellence abzuliefern. Im Gegensatz zum eher anmutig wirkenden Opener springt man hier auch vollends auf die Happy-Schiene und lässt jeden FREEDOM CALL-Liebhaber frohlocken.

03. Guardian Of The Seas:
Der erste Track, der mit einem etwas längeren symphonischen Intro daherkommt. Allerdings hält die „Ruhe“ nicht lange an und auch „Guardian Of The Seas“ scheppert mit ordentlichem Tempo aus den Boxen. Mit orchestralen Elementen wird an keiner Ecke gespart und jede noch so kleine Lücke wird gekonnt ausgefüllt. Hier wird von mächtigen Drachen gesungen, was will man mehr! Tolles, energisches Stück, das seinen zwei Vorgängern in nichts nachsteht!

04. Flight Of The Sapphire Dragon:
Happy Epic Fantasy Power Metal at its best! Genau das trifft auf diese Nummer zu. Wenn euch das bisher gehörte Material zu kitschig war, dann solltet ihr “Flight Of The Sapphire Dragon” fernbleiben. Mit diesem Song liefern TWILIGHT FORCE sicherlich die kitschigste und zugleich fröhlichste Hymne ab, die man seit Jahren in dieser Kategorie zu hören bekam. Flötenklänge, überdimensional dick aufgetragenes Orchester und fette Shoutpassagen vom Chor tragen dieses Stück und leiten in die erste Strophe ein, die erneut erstmal ein bisschen vom Gas geht. Der Refrain ist ein purer Erguss von Freude und noch viel mehr. FREEDOM CALL wurden bereits als Referenz genannt, und wenn ihr in diesem Zuge NOCH eine Portion Happiness und Epicness mit drauflegt, dann dürftet ihr erahnen können, was mit diesem Track auf euch zukommt.

05. There And Back Again:
Der erste von zwei Longtracks beginnt mit einem wunderschönen Intro, das gut und gerne auf dem Soundtrack eines Fantasy- Blockbusters stehen könnte. Eine mir unbekannte Dame liefert noch den passenden Operngesang ab und fertig ist eine vor Schmalz triefende Einleitung, die in dieser Form ihresgleichen sucht. Nochmal: TWILIGHT FORCE tragen verdammt dick auf, aber das ist ihr Markenzeichen und es gelingt ihnen im Zusammenhang mit diesem Longtrack in Perfektion. Allgemein bietet die Nummer dem Hörer ein paar nette Überraschungen, da sei der Gastauftritt von Fabio Lione (RHAPSODY OF FIRE) zu nennen, der uns den Refrain in einer etwas anderen Version präsentiert. Der Mittelteil schafft es allerdings am besten, die ganze Klasse von TWILIGHT FORCE nach außen zu tragen: Ruhige träumerische Passagen mit grandiosem Elfengesang wechseln sich mit epischen Orchesterparts ab und lassen in wirklich keiner Sekunde Langeweile aufkommen. Das ist nämlich durchaus etwas, was ich Longtracks dieser Art in der Vergangenheit immer wieder ankreiden musste. Die Schweden schaffen es mit Leichtigkeit, die zehn Minuten zu füllen und dem Hörer das Gefühl zu vermitteln, diese würden wie im Fluge vergehen. Hut ab!

06. Riders Of The Dawn
Mal kurz in ein Wikingerhorn geblasen und schon bricht ein Inferno über einen rein. Mit durchgetretenem Gaspedal und mit einem Refrain, der dir einen neuen Scheitel verpasst, ziehen die Schweden in die Schlacht. Das knackige Gitarrensolo liefert sich ein Duell mit dem Keyboard und wird gegen Ende von überepisch inszenierten Orchestersounds abgelöst. Dieser Song, bei dem im Mittelteil immer wieder die Textzeile "Run with the Power Of the Sun" vorkommt wird live die ultimative Schlachthymne werden.

07. Keeper Of Fate
Nach einem kurzen, bedrohlichen Intro das eine Wirkung hervorzaubert als wäre ein Horde Orks in mein Wohnzimmer einmarschiert, greifen die Jungs wieder auf die Wirkung von bombastischen, opulenten soundtrackartigen und majestätischen Sounds zurück und der Gesang ist einfach nur grandios. Erinnert ein wenig an alte HELLOWEEN, nur mit viel mehr Bombast. Sehr  episch, das ist selbst mir als eingefleischter Power Metal-Fan in dieser Form noch nicht untergekommen.

08. Rise Of A Hero
Beginnt mit einen klassischen, leicht vom Musical angehauchten Part, hat aber dennoch ein gewisses Maß an Energie und geht dann in einen wunderbaren Chorus über, der eine fette Chorperformance gepaart mit der glasklaren Stimme von Chrileon auf den Hörer loslässt.

09. To The Stars
Dieser Track ist ein eingängiges, abwechslungsreiches und saugeil arrangiertes Monster, das sich mit viel Charisma im Arrangement bis in die letzte Gehirnwindung hineinfräst. Uneingeschränkt für jene zu empfehlen, die auf opulentes Breitwandkino-Spektakel, Speed bis zum Abwinken und auf Bands wie DRAGONFORCE und Konsorten stehen. Der schnellste Song des Albums, der dir so richtig den Marsch bläst und eine Langzeitwirkung im Gehirn hinterlässt.  

10. Heroes Of  Mighty Magic
Glanzstück des Album ist dieses zehnminütige Monumentalstück. Wie die Band hier Ihrem Ideenreichtum durch unzählige gefühlsbetonte Melodiepassagen freien Lauf lässt, ist einfach nur beachtlich. Um diesem perfekten Track gerecht zu werden, bedürfte es einer seitenlangen Abhandlung. Dieser Song ist einfach von vorne bis hinten überwältigend, er ist verpackt in großartige Melodiebögen von solcher Emotion und Virtuosität, dass einem Hören und Sehen vergeht. Ich habe selten erlebt, dass ich so viele Gänsehautmomente beim Anhören einer CD bekommen habe. Die Schweden schaffen es mit Leichtigkeit, die zehn Minuten zu füllen und dem Hörer das Gefühl zu vermitteln, diese würden wie im Fluge vergehen. Hut ab! Ja und SABATON-Sänger Joakim darf hier auch ein wenig mitsingen.

11. Epilogue
Über sechsminütiges, gesprochenes "Outro".

12. Knights Of Twilight’s Might
Heroische, fette Chöre, die das Ende der Geschichte einleiten.

Fazit: Die Herrschaften fahren einen Bombast auf, der von fetten Chören bis hin zu perfekt arrangierten Gitarrenarrangements und massivem Speed alles zu bieten hat. Im Gegensatz zu vielen Acts aus dem Metal-Genre, die sich schon seit Jahren selbst kopieren und damit in ihrer Entwicklung ein wenig stagnieren, ist es den Skandinaviern wiederum gelungen, sich enorm zu steigern.

Die hypnotisierende Wirkung der Musik, die orchestralen, sehr mächtigen Parts, die allgegenwärtig sind, verzaubern einen und bringen immer wieder den Hauch von Filmen wie "Herr der Ringe" oder "Fluch der Karibik" ins Haus. Die Schweden haben ihren unverkennbaren Stil weiterentwickelt und präsentieren hier zehn Songs, die allesamt auf allerhöchstem Niveau dargeboten werden.

Für mich ein Referenzwerk in diesem Genre, das mit Sicherheit in nächster Zeit nicht zu toppen sein wird. Taucht am 26.8 in eine Welt voller Magie, Fabelwesen, Elfen und Drachen ein und folgt TWILIGHT FORCE  auf ihre musikalische Reise durch eine atemberaubende, zauberhafte, akustische Landschaft wie noch niemand von euch sie je erlebt hat. Ein monumentaler, musikalischer sowie metallischer Blockbuster und ganz großes Kino für die Ohren. Perfekt!


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