OPETH - Der "Sorceress"-Gangbang

Ich muss gleich zu Beginn gestehen das "Sorceress" für mich die erste musikalische Berührung mit OPETH ist. Die Band ist mir natürlich schon seit langem ein Begriff, aber ich hatte noch nie das Bedürfnis mich mit der Musik der Band auseinander zu setzen. Manchmal ist es eben so, dass die Zeit einfach reif sein muss dafür, oder auch man selbst muss bereit sein sich auf eine Band einzulassen. Der vorab veröffentlichte Titeltrack "Sorceress" gab für mich den Anlass, mich mit dem restlichen Album zu beschäftigen.

Besagter Track wusste mich von Beginn an zu fesseln, vor allem sein leichter 70er Jahre-Prog-Ansatz sagte mir sehr zu. Ich werde hier keine Vergleiche zu älteren Alben der Band ziehen da ich mich jetzt erst nach und nach in die Diskographie von OPETH reinhören werde. Ich werde frisch und unbeeinflusst an "Sorceress" herangehen. Nach der Einleitung Namens "Persephone" überzeugt das Doppelpack "Sorceress" und "The Wilde Flowers" mit zwei sehr starken Songs. Diese Stücke bleiben mir sofort im Gedächtnis, und trotz der zahlreichen Details festigen sie sich sofort im Gehörgang und man kann beim zweiten Hören schon schön mitsingen bei den starken Gesangslinien. Dies gilt übrigens auch für den Rest des Albums. Das ist einerseits ja ganz gut, da man schnell Zugang zum Material findet, allerdings verlieren die Songs dadurch auch für mich schnell an Reiz. "Will O The Wisp" ist dann ein ziemlich ruhiges Stück und erinnert mich ganz stark an die sanfteren Songs von GHOST. "Chrysalis" ist dann wieder ein etwas härterer, Gitarrenlastiger Song, ebenfalls wieder mit einer gewissen GHOST-Schlagseite. Besonders stark finde ich die dezent im Hintergrund mitschwingende Orgel. "Sorceress 2" ist dann wieder ein ganz ruhiger Akustiksong mit ganz sanften, schon fast weinerlichem Gesang.

Das folgende "The Seventh Sojourn" besitzt schon fast Soundtrack-Charakter für einen arabisch angehauchten Abenteuerfilm. "Strange Brew" ist für mich dann einer der ganz großen Songs des Albums. Nach einem ruhigen Anfang wird kurz der deftige Prog-Knüppel ausgepackt, bevor der Song ganz tief in die Siebziger Jahre eintaucht und mich nicht selten an "Witchcraft Destroys Minds And Reaps Souls" von COVEN erinnert. Der Song fasst auch irgendwie das ganze Album zusammen, von ganz sanften, ruhigen Passagen bis hin zu vertrackteren, härteren Parts und auch epischen Momenten bietet "Strange Brew" das ganze Spektrum von "Sorceress". "A Fleeting Glance" zielt ebenfalls in eine ähnliche Richtung, wobei der Song insgesamt sehr episch gehalten ist und auch wieder manchmal etwas an GHOST erinnert. "Era" entpuppt sich nach einem sanften Piano Intro sogar als einer der flotteren Songs des Albums. Das Stück besitzt einen guten Drive, trotz der leichten Prog-Ansätze. Und auch hier schwingt wieder ganz dezent im Hintergrund die Orgel mit und trägt den Hörer durch den Song. "Persephone (Slight Return)" schließt mit sanften Klängen das Album perfekt ab.

Als erste Berührung ist für mich "Sorceress" ein wirklich starkes Album geworden. Sehr abwechslungsreich und stimmungsvoll. Ein oder zwei härtere Songs hätten mir persönlich zwar noch gefehlt, aber das ist nicht so schlimm, denn man kann ja Songs wie "Era" auch öfter hören. Was mich allerdings etwas stört ist die Tatsache, dass das Album bereits nach einmaligem Hören beim nächsten Durchlauf sehr vertraut ist, und darum auch ein wenig durchschaubar. Doch das ist wirklich nur ein winzig kleiner Kritikpunkt an einem wirklich starken Album. Und jetzt wird es für mich Zeit auch den restlichen Alben von OPETH zu lauschen und sie zu entdecken, die Zeit ist reif!

Bewertung: 4.0 / 5.0 – Manuel Ennser

 


 

Einleitung
Captain Critical
Lucas Prieske
Mike Seidinger
Manuel Ennser
Christian Wilsberg
Florian Dammasch
Anthalerero
Phillipp Annerer
Sonata


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