OPETH - Der "Sorceress"-Gangbang

OPETHs Leadsinger und Gitarrist Michael Akerfeld, der gleiche Typ der auch gerne Mal zum Abschied einen Haufen hinterlässt, pflegt seine Songs hin und wieder mit folgenden Worten anzukündigen: “Who doesn’t know this song is a fucking cunt!” Nun, somit wären die Fronten zumindest geklärt.

Wer den Werdegang OPETHs schon länger mitverfolgt, der weiß auch, dass es ohne weiteres möglich ist, einen Genrewechsel zu vollziehen und dabei sich selbst treu zu bleiben. Wer das nicht weiß, der darf gerne ein paar Zeilen weiter oben nachschauen, denn Herr Akerfeldt ist hier der Mann für die harten Worte. Und nebenbei bemerkt: Er ist auch der Mann für die sanften und lieblichen Worte. So gesehen also ein Wahnsinnsmann dieser Akerfeldt. Aber genug davon und sprechen wir über das neue Album “Sorceress” (= Zauberin).

Nach einem wunderbar epischen Intro beginnt das Album mit dem schon vorab veröffentlichtem Titelsong “Sorceress”. Dieser wird auch selbst nochmal von einem eigenen Intro eingeleitet und entfaltet sich danach zu einem typisch stampfenden Opus a la OPETH. Typisch ist auch das sagenhaft gute Spiel mit Dynamik, das schon seit eh und je wichtiger, wenn nicht wichtigster Bestandteil dieser Band ist. Der aufdringlich stampfende Sound wird auch bei “The Wild Flowers” beibehalten, nur um dann kurz zu schweigen und sich am Ende von “Will O The Wisp” wieder komplett zu entladen. Dieses Spiel kennt man und es geht über in eine Reihe von Songs, die sich nahtlos ineinander fügen. Eine kleine Ausnahme bildet die Instrumentalnummer “The Seventh Sojourn”, die durch ihren sehr orientalischen Klang etwas mehr heraussticht, sich aber doch gut in das Gesamtkonzept einfügt.

“Sorceress” ist ein Album, das trotz seiner Komplexität locker ins Ohr geht und zwar so, wie man es von OPETH gewohnt ist. Was etwas hervorsticht, ist der überraschend “doomige” Klang, der sich durch das gesamte Album zieht. Es gibt Passagen, da könnte man sie beinahe mit GHOST verwechseln.

Dieser düstere Unterton und der Nachhall von DEEP PURPLE, vermischt mit dem typischen Sound von OPETH, sind das, was “Sorceress” zu einem unglaublich guten Album machen.

So gut es ist, von einem Eindruck lässt das allerdings nicht ablenken: Die Innovationen bleiben langsam aus und wenn das so weitergeht, dann wird den fünf Herren aus Schweden bald die Luft ausgehen.

Bewertung: 4.0 / 5.0 – Phillipp Annerer

 


 

Einleitung
Captain Critical
Lucas Prieske
Mike Seidinger
Manuel Ennser
Christian Wilsberg
Florian Dammasch
Anthalerero
Phillipp Annerer
Sonata


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