Das Metalmuseum: DEMON - Night Of The Demon

Veröffentlicht am 04.01.2017

Spricht man von der NWoBHM, denkt man automatisch an Größen wie z.B. IRON MAIDEN und SAXON, aber natürlich auch an bekannte Genrevertreter wie ANGEL WITCH, TYGERS OF PAN TANG, DIAMOND HEAD, PRAYING MANTIS... um einmal einige aufzuzählen. Doch in der damals hochaktiven Szene gab es auch viele, viele weitere Bands, die den aufgezählten bekannten Vertretern in puncto Qualität um nichts nachstanden – aber es aus dem einen oder anderen Grund einfach nie ganz nach oben geschafft haben. Eine dieser Bands sind DEMON, 1979 auf dem Höhepunkt der NWoBHM in Großbritannien gegründet, die im Jahre 1981 ihr Debütalbum „Night Of The Demon“ veröffentlichten.

„Night Of The Demon“ kann man auch heute noch, ohne Übertreibung, als einen Genre-Klassiker bezeichnen - selbst wenn dem Album, und auch der Band DEMON selbst, der große Erfolg verwehrt geblieben ist. Vielleicht auch geschuldet der Tatsache, dass man sich, obwohl das Nachfolgealbum „The Unexpected Guest“ zum erfolgreichsten der Band mutierte, auf späteren Publikationen immer weiter vom ursprünglichen Hard'n'Heavy-Sound entfernte, hin zu stark verkopften, progressiven Klängen. „Unterbewertet“ ist das erste, was vielen Genre-Fanatikern dazu einfällt, sobald man auf die Briten zu sprechen kommt. Von der Presse zwar speziell für ihre ersten beiden Alben hoch gelobt, scheiterte der Aufstieg in die Oberliga an etwas Essentiellem – nämlich der Gunst der Käufer.

Und das, obwohl sich DEMON auf ihrem Debüt, obwohl ganz klar dem Heavy Metal zuzuordnen, ein wenig melodischer präsentierten als vergleichbare Genrekollegen. Das zeigt sich vor allem in den beiden schmeichelnden, etwas seichter ausgerichteten Titeln „Father Of Time“ und „Fool To Play The Hard Way“, die sogar ein wenig mit dem Feeling des Sunset Strip liebäugeln. Doch daneben gibt es großartige Hymnen mit vorwiegend okkulter Thematik zu entdecken, wie den lässigen Titeltrack oder das flotte „Decisions“ und auch „Liar“, mit seinem wunderbaren Mitgröl-Refrain. Vor allem aber Über-Nummern wie das wahnsinnig eingängige „One Helluva Night“, das sich so gewaltig im Gehörgang festfräst, dass die Nummer nach dem Hören noch wochenlang nachhallt. In der gleichen Riege spielt das einnehmende „Ride The Wind“, das mit seiner ultraknappen Spielzeit so dermaßen auf den Punkt haut, dass man den Song auch nur sehr, sehr schwer wieder aus dem Schädel bekommt. Über der tighten musikalischen Vorstellung thront das kräftige Organ eines Dave Hill, der als einziges Gründungsmitglied auch heute noch immer mit DEMON aktiv ist.

Auf der gesamten Spielzeit von ca. 35 Minuten ist kein einziger Ausfall, geschweige denn ein Song, der mit weniger fesselndem Spannungsbogen aufwarten kann, zu verorten. Krachendes Riffing, fette Hooks, Songwriting auf den Punkt – das ist es, was man sich unter einem großartigen Album vorstellt! Vielleicht mag man DEMON heutzutage nicht mehr wirklich zum Heavy Metal zählen - mehr schon zum Hard Rock-, doch zum damaligen Zeitpunkt verbanden Dave Hill und seine Truppe alle Trademarks der in seiner vollen Blüte stehenden Schwermetall-Welle in Perfektion. Ein Kult-Album, das in keiner Sammlung fehlen darf! Wer sich als NWoBHM-Liebhaber bezeichnet und dabei DEMON nicht kennt, der soll sich jetzt in die Ecke stellen, zutiefst schämend einige Stunden auf einem verdammten Holzscheit knien, und danach mit dem sofortigen Erwerb dieser Platte (für den modernen Metalhead auch als CD-Neuauflage mit Bonustracks verfügbar) diese peinliche Wissenslücke füllen! Ich habe gesprochen, hugh!

DEMON – Night Of The Demon
VÖ.: Juni 1981
Label: Carrere

Trackliste:
Side A
1. Full Moon     
2. Night of the Demon     
3. Into the Nightmare     
4. Father of Time     
5. Decisions     
Side B
6. Liar     
7. Big Love     
8. Ride the Wind     
9. Fool to Play the Hard Way     
10. One Helluva Night

Lineup:
Dave Hill - Vocals
John Wright - Drums
Mal Spooner - Guitars
Les Hunt - Bass, Guitars
Chris Ellis - Bass


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