15 vs. 25 Jahre LORDI - eine Retrospektive

Veröffentlicht am 03.01.2017

... und es gibt sie noch immer! - Ein Fazit

Und da sind wir nun. 2017 bricht an, und LORDI geistern, im 25. Jahre ihres Bestehens und 15 Jahre nach dem Release ihres Debütalbums „Get Heavy!“ noch immer durch die Weltgeschichte. Ich könnte jetzt durchaus pathetisch werden, und damit angeben, dass ich die Band genauso zu den Spitzen ihres Erfolges begleitet habe, wie ich mit ihnen durch die tiefen Täler der Ablehnung und der Tränen gewandert bin – doch das wäre gnadenlos übertrieben. Als stiller Beobachter habe ich die Geschichte der Monster fast 15 Jahre lang verfolgt, habe mich mit ihnen gefreut, mit ihnen gelitten (manchmal auch selbst gelitten, akustisch jedenfalls...) und sie auf vielen Touren in Deutschland und auch einigen anderen europäischen Ländern begleitet.

Einige Bandmitglieder sind an mir vorbeigezogen, und zu manchen Ex-Mitgliedern habe ich auch heute noch Kontakt. Unzählige Erlebnisse, von denen ich nur die wenigsten hier preisgeben kann, bleiben untrennbar mit dieser Band verknüpft und werden mir wohl ewig in Erinnerung bleiben. (Eiswürfel werden für mich nie wieder dasselbe sein, Zelte bringen mich auf seltsame Gedanken und was an den Worten „it's printed!“ so lustig ist, wird nie jemand verstehen...) Ja, LORDI sind für mich etwas Besonderes, weil sie mich quasi wieder zurück zu meinen musikalischen Anfängen geführt haben, und mich dadurch der harten Musik bis heute erhalten haben. Ansonsten könnte ich euch kaum hier und heute mit diesem ewig langen, hoffentlich nicht allzu langatmigen Erguss quälen. [Wo ist hier der Ausgang?! d.Korr.] Aber eigentlich müsstet ihr es ja von meinem Bericht des „Scare Force One“-Releasegigs in Finnland oder dem Tourreport 2015 (Teil 1, Teil 2, Teil 3) schon gewöhnt sein.


LORDI, wie ich sie anno dazumal kennengelernt habe:
Amen, Magnum, Mr. Lordi, Enary, Kita (© Petri Haggrén)

Und wie geht es nun weiter, fragt ihr euch? Nun, das kann ich euch auch nicht beantworten. Fest steht jedenfalls, dass sich LORDI bisher, durch alle Höhen und Tiefen, und aller Unkenrufe zum Trotz, als ziemlich hartnäckig und standfest erwiesen haben. Mit dem aktuellen, sehr beständig wirkenden Lineup, musikalisch wiedererstarkt und mit großer Spielfreude ausgestattet, kann es durchaus sein, dass uns die Monster noch viele Jahre lang erfreuen oder auf den Zeiger gehen werden – je nach persönlicher Einstellung.

Dabei ist es schade, dass LORDI noch immer einzig mit dem überraschenden Song Contest-Sieg in Verbindung gebracht werden, obwohl selbiger inzwischen schon zehn Jahre zurückliegt. Es ist klar, dass man die Finnen wohl ewig an ihren Erfolgen mit „The Arockalypse“ messen wird, dennoch sollte man sie nicht einzig und alleine darauf reduzieren. Gerade in der Rock- und Metalszene, die nicht so schnell vergisst wie die Mainstream-Musikfans, und in der sich LORDI über die Jahre ihre eigene Nische eingerichtet haben, sollte man die Monster nicht gänzlich außen vor lassen. Denn, auch wenn der „Eurovisions-Unfall“ der Band letztendlich nicht viel Gutes gebracht hat, hat das damalige Geschehen nicht nur die Metalwelt quer durch alle Genres vereint, sondern auch viele, vornehmlich junge Fans in die Szene gespült, die dieser auch erhalten geblieben sind und zur sich entwickelnden Popularität unser aller Lieblingsmusik beigetragen haben.


LORDI als Gewinner der Song Contest-Vorausscheidung in Finnland (© YLE.fi)

Und nun, zum Abschluss noch ein paar Fun Facts aus dem Lordi-Universum:

- „Scarctic Circle Gathering“, das Intro des ersten LORDI-Albums, stand in seiner Abkürzung SCG Pate für die Titel aller Intros der bisherigen acht Studioalben.

- Alle Cover der regulären Studioalben wurden von Mr. Lordi höchstpersönlich gezeichnet, genau wie sämtliche Illustrationen in den dazugehörigen Booklets.

- Auch nach mehr als 20 Jahren fertigt Mr. Lordi noch alle Kostüme und die größten Teile der Bühnenaufbauten selbst an.

- Zwei Drittel der ersten Auftritte der Monster, fanden auf deutschem Boden statt.

- Bei den ersten beiden Memberwechseln wollte man die neuen Musiker jeweils in das Kostüm ihrer Vorgänger stecken – doch das Outfit passte nicht.

- Insgesamt gibt es zwölf Monstercharaktere.

- SINERGY wurden einmal für LORDI gehalten.

- Zwei Mitglieder der aktuellen Besetzung sind seit dem Release des Debüts mit dabei.

- Mr. Lordi sang die Vereinshymne eines finnischen Fußballclubs.

- Keyboarderin Awa brauchte als einziges Bandmitglied in einer Kostüm-Ära zwei Masken.

- LORDI nahmen einmal an Stefan Raabs Wok-WM teil.

- Einige der Stage-Props der „Deadache“-Tour 2009 stammten vom renommierten WETA-Workshop, der für seine Arbeit an der erfolgreichen Filmtrilogie „Der Herr Der Ringe“ bekannt ist.

- LORDI lehnten die Einladung zum finnischen President's Dinner (eine der höchsten gesellschaftlichen Ehren in Finnland) ab, da ihnen untersagt wurde, ihre Monstermaskerade zu tragen.

 


 

Einleitung
Bend Over And Pray The Lord - Die Anfänge
Get Heavy - Das Debüt
The Monsterican Dream - Träume eines Monsters
The Monster Show
The Arockalypse und der Eurovision Song Contest
Deadache - Schwierige Zeiten
Zombilation & Dark Floors
Babez For Breakfast - Der Abstieg und ein Hoffnungsschimmer
Scarchives Vol. 1 - Rückblick und ein Neubeginn
To Beast Or Not To Beast - Sein oder Nichtsein?
Scare Force One & Monsterimies
Monstereophonic - Zurück zu den Wurzeln
...und es gibt sie noch immer! - Ein Fazit


WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Blues Pills - Holy Moly!
ANZEIGE