15 vs. 25 Jahre LORDI - eine Retrospektive

Veröffentlicht am 03.01.2017

Get Heavy! - Das Debüt

Was niemand erwartet hätte, trat ein – die erste Single von LORDI, „Would You Love A Monsterman“ im Jahre 2002, schlug im Rock- und Metal-affinen Finnland mit großem Erfolg ein und eroberte vom Fleck weg eine Goldene. Getrieben von diesem Erfolg, konnten die Monster ihr inzwischen zweites und endgültiges Debütalbum "Get Heavy!" fertigstellen und auch veröffentlichen. Im Jahre 2003, kurz nachdem ich die Truppe in Finnland entdeckte, erschien das Album dann via Drakkar Entertainments auch im deutschsprachigen Raum, während es im Heimatland mit durchschlagendem Erfolg Platin einheimste.

Der unverhoffte Erfolg hatte aber auch kurzzeitige Schattenseiten, so verließ Bassist Magnum kurz nach Veröffentlichung der Single aus beruflichen Gründen die Band (im Video zur Single ist er allerdings noch zu sehen), und wurde durch Kalma ersetzt. So stellte sich das Lineup, mit dem sich viele Lordi-Fans der ersten Stunde identifizieren, wie folgt dar: Mr. Lordi (Vocals), Amen (Gitarre), Kalma (Bass), Enary (Keyboard), Kita (Schlagzeug).

Tracklist:
1. Scarctic Circle Gathering (Intro)
2. Get Heavy!
3. Devil is a Loser
4. Rock the Hell outta You
5. Would you love a Monsterman
6. Icon of Dominance
7. Not the nicest Guy
8. Hellbender Turbulence
9. Biomechanic Man
10. Last Kiss Goodbye
11. Dynamite Tonight
12. Monster Monster
13. 13 (Outro)

Das, was LORDI auf „Get Heavy!“ boten, war weder neu noch innovativ noch sonst etwas – es war einfach geradliniger, melodischer Hard Rock, im Stile von Bands wie KISS, W.A.S.P., TWISTED SISTER und Konsorten, der wohl einfach nie aus der Mode kommt. Vor allem die gekonnte Aufmachung des Scheibchens konnte bestechen, hatte doch Mr. Lordi, der nicht nur sämtliche Kostüme selbst designte, dem Booklet ansprechende, stimmungsvoll-düstere Illustrationen spendiert – ein Markenzeichen, das man, nebst den Kostümen, später auch auf vielen weiteren Alben der Monster entdecken sollte.

Musikalisch präsentiert sich das Album auch 15 Jahre nach seinem Erscheinen noch wie aus einem Guss und hält eine ordentliche Packung an Ohrwürmern parat. Nach einem stimmungsvollen Intro lassen es die Monster mit "Get Heavy" gleich einmal ordentlich krachen und bereiten die Ohren damit schon einmal auf den sich in den Gehörgängen geradezu festsaugenden Song "Devil is a Loser" (zu dem übrigens auch ein Musikvideo gedreht wurde) vor. Mit einem weiteren mitgröhlverdächtigen Stück geht es weiter, ehe einem die Hitsingle "Would You Love A Monsterman" entgegen dröhnt. Auch der Rest des Albums geht in dieser Tonart weiter, es reiht sich eine eingängige Melodie an die andere, von balladesken Stücken wie „Icon Of Dominance“ zu härteren Rockern wie „Biomechanic Man“, bis der Longplayer schließlich mit dem coolen "Monster Monster" aufs Ende zusteuert. Der Rausschmeißer in Form von grusligen Horrorsounds lässt einem noch einmal eine finale Gänsehaut über den Rücken laufen, ehe sich der Player auch schon abschaltet. Das einzige Manko an dieser Scheibe ist somit, das sie lediglich kümmerliche 38 Minuten aufweisen kann. Doch die exzellente Produktion von T.T. Oksala, der dem Scheibchen einen warmen, transparenten Sound spendierte, macht das wieder wett. Somit hatten LORDI mit ihrem Debüt gleich eine ordentliche Duftmarke in der Rock-Welt hinterlassen...


Mr. Lordi in Oberhausen, 2003 (© lordicted.at)

 


 

Einleitung
Bend Over And Pray The Lord - Die Anfänge
Get Heavy - Das Debüt
The Monsterican Dream - Träume eines Monsters
The Monster Show
The Arockalypse und der Eurovision Song Contest
Deadache - Schwierige Zeiten
Zombilation & Dark Floors
Babez For Breakfast - Der Abstieg und ein Hoffnungsschimmer
Scarchives Vol. 1 - Rückblick und ein Neubeginn
To Beast Or Not To Beast - Sein oder Nichtsein?
Scare Force One & Monsterimies
Monstereophonic - Zurück zu den Wurzeln
...und es gibt sie noch immer! - Ein Fazit


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