15 vs. 25 Jahre LORDI - eine Retrospektive

Veröffentlicht am 03.01.2017

Zombilation & Dark Floors

Damit kommen wir zum versprochenen Zwischenspiel – zum Anfang 2008 erschienenen Kinofilm „Dark Floors“, der 2009 auch im deutschsprachigen Raum auf DVD veröffentlicht wurde. Seit jeher war es der Traum des Obermonsters Mr. Lordi gewesen, einen abendfüllenden Film zu drehen, in dem „seine“ Monster auftreten könnten. Dank der Eurovisions-Popularität konnten Geldgeber für das ambitionierte Projekt gefunden werden, doch die, sagen wir einmal, doch eher blutigen Fantasien des Obermonsters gaben Anlass zu einigen Konflikten. Wie immer wurde das Argument „wer zahlt, schafft an!“ schlagend, so wurde das fröhliche Splatterfilmchen bis beinahe zur Familientauglichkeit (!) entschärft, da die Geldgeber um ihren guten Ruf fürchteten. Nebst teils stark gekürzten Szenen, die der ohnehin schon surrealistischen Story nicht gerade zuträglich waren, wurde sogar der komplette Schluss verändert.

Wie Bandleader Mr. Lordi erst Jahre später in einem Interview bestätigen konnte, waren Inhalt und Schluss des Films den Produzenten einfach zu hoffnungslos, weshalb in das Drehbuch relativ stark eingegriffen wurde. Klar, man wollte ja einerseits das Image der kinderliebenden Monster nicht beschädigen – und andererseits macht sich ein süßes kleines Mädchen wohl nicht so gut als Verkörperung des Bösen. Somit war es quasi abzusehen, dass der Film nach dem Kinostart in Finnland, obwohl in etliche europäische Länder verkauft, recht bald wieder ohne nennenswerten Erfolg von der Bildfläche verschwand. Das ist insofern schade, da der Film durchaus Potenzial gehabt hätte, doch in dem Versuch es allen Recht zu machen, gnadenlos gegen die Wand gefahren wurde.

Bei Interesse findet sich die DVD bestimmt noch in irgend einem Wühltisch um kleines Geld, die Erwartungen sollten allerdings nicht zu hoch geschraubt werden, wie man schon anhand des Trailers erkennen kann. Die komplette Filmmusik wurde von Mr. Lordi komponiert, und der Titelsong „Beast Loose In Paradise“ zusätzlich noch als Maxi-CD mit KISS-Tribute-Cover auf den Markt geworfen.

Tracklist:
CD1:
1. Hard Rock Hallelujah
2. Bite It Like A Bulldog
3. Who's Your Daddy?
4. Devil Is A Loser
5. Blood Red Sandman
6. Get Heavy
7. They Only Come Out At Night
8. My Heaven Is Your Hell
9. Beast Loose In Paradise
10. Deadache
11. Would You Love A Monsterman?
12. Bringing Back The Balls To Rock
13. Forsaken Fashion Dolls
14. Supermonstars
15. The Children Of The Night
16. Rock The Hell Outta You
17. Pet The Destroyer
18. Monster Monster
19. It Snows In Hell

CD2: (Live in Stockholm & Bonustracks)
1. Bringing Back The Balls To Rock
2. Get Heavy
3. Who's Your Daddy?
4. Not The Nicest Guy
5. Pet The Destroyer
6. Rock The Hell Outta You
7. Blood Red Sandman
8. The Kids Who Wanna Play With The Dead
9. They Only Come Out At Night
10. Would You Love A Monsterman?
11. Hard Rock Hallelujah
12. Mr. Killjoy (Bonus)
13. Evilove (Bonus)
14. Don't Let My Mother Know (Bonus)
15. Pyromite (Bonus)
16. To Hell With Pop (Bonus)

DVD:
Market Square Massacre

Nach so viel Entscheidungen über den Kopf der Band hinweg, tat es ganz gut, dass LORDI die Trackliste für ihr 2009 erneut über Drakkar Entertainment erschienenes BestOf-Album „Zombilation“ selbst zusammenstellen durften. Somit landeten auf der Scheibe tatsächlich die Titel, die die Monster selbst als ihre Besten erachteten – quer durch die bisher erschienenen vier Studioalben und inklusive des exklusiv in Finnland veröffentlichten „Beast Loose In Paradise“.

Um die Compilaton nicht zu einem weiteren sinnfreien Release (der Ruf von Best-Ofs ist ja nicht gerade der beste...) verkommen zu lassen, wurde zumindest in der Limited Edition darauf geachtet, auch Value For Money zu liefern. Hier kommt das gute Stück nämlich gleich mit drei Rundlingen um die Ecke und wartet mit einem 2006 in Stockholm aufgenommenen Live-Album auf, das um bis dato nur in Finnland erhältliche Bonustracks der beiden ersten Alben erweitert wurde, und als DVD-Beilage schlägt noch die komplette, 2006 veroffentlichte und zwischenzeitlich vergriffene Live-Show „Market Square Massacre“ zu Buche.

Von meinem persönlichen Standpunkt aus hätte es auch dieses Release eigentlich nicht gebraucht, doch für die vielleicht nicht mehr so zahlreiche, aber dennoch noch vorhandene Fanschar der Monster, war „Zombilation“ ein gefundenes Fressen, nach der bis dato eher verkorksten Post-Arockalypse-Ära. Die unterschwellige Botschaft des Wortspiel-Konstruktes Post-Arockalypse, wird einem erst jetzt im Nachhinein bewusst, wenn man weiß, wie die Versuche an das Erfolgsalbum anzuschließen, letztendlich endeten...


Keyboarderin Awa in Filderstadt, 2009 (© lordicted.at)

 


 

Einleitung
Bend Over And Pray The Lord - Die Anfänge
Get Heavy - Das Debüt
The Monsterican Dream - Träume eines Monsters
The Monster Show
The Arockalypse und der Eurovision Song Contest
Deadache - Schwierige Zeiten
Zombilation & Dark Floors
Babez For Breakfast - Der Abstieg und ein Hoffnungsschimmer
Scarchives Vol. 1 - Rückblick und ein Neubeginn
To Beast Or Not To Beast - Sein oder Nichtsein?
Scare Force One & Monsterimies
Monstereophonic - Zurück zu den Wurzeln
...und es gibt sie noch immer! - Ein Fazit


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