Der Stormbringer Jahresrückblick 2016

REDAKTIONSRÜCKBLICK 2016: LISI RUETZ


Und wieder dreht sich das Jahr – schon steht der Cheffe kauzend und geifernd (hab mir sagen lassen, das macht er jedes Jahr) vor den kleinen Redaktions-Kabuffs und pocht auf das Verfassen des Jahresrückblicks. Und man tut gut daran, der Aufforderung zu folgen. Man will ja nicht dazu verdonnert werden, den Keller der Redaktions-Domina zu putzen, den Terrier zu füttern oder Darias Bluetooth-Badewannen auszuliefern. An das Deck-Schrubben der Stormbringer-eigenen Yachten lässt der Herr Chef ohnehin nur die Altgedienten ran, und die, die in der vermeintlichen Karriereleiter schon aufgestiegen sind (zum Zeichen dafür, dass sie etwas Besseres sind, kriegen sie dann schon Tisch und Stuhl in ihre Kabuff-Zelle). Tja, das ist der bittere Alltag, nichts mit Glanz und Gloria! (Die Legendenbildung lebt – schon haben wir einen Stormbringer-Diktator *grins*Alex, das wird dir bleiben!).

So, Spaß beiseite, wir kommen zum Ernst der Lage. (Und nein, DIESER Ernst wird weder geboren, noch altert er). Man hat erst einmal zu tun, die neue Jahreszahl richtig zu schreiben. Dann setzt man sich neue Ziele und hofft, dass man diese im neuen Jahr drei Tage länger einhalten kann als im letzten. Generell muss das neue ein besseres, tolleres und größeres werden, zufrieden ist man ja ohnehin gar niemals nie nicht. Manchmal lohnt sich aber stehen bleiben und verharren, den Blick nicht in weite Ferne, sondern auch einmal zurück zu richten. Ein wenig zu sortieren, ob wirklich alles so schlimm und schlecht war. Immerhin hat sich als Beispiel die Wahl doch nicht bis 2020 gezogen und Österreich hat nach zwei…drei? (wieviele Wahlkarten musste ich wegwerfen?) Verschiebungen und ein paar tausend Kleberunfällen doch noch einen Präsidenten erhalten. Auch die USA hat eine charakterstarke Frisur… ähm, einen nicht ganz so charakterstarken Präsidenten gewählt und… Ach, bin ich froh, dass sich mein Rückblick in die musikalische Richtung drehen darf. 

Mittlerweile bekommt man ohnehin von allen Seiten Rückblicke auf 2016 um die Ohren geschlagen, schon vorgekauft und aussortiert, vorgegaukelt, wie toll und schrecklich alles war. Und zwischen den ganzen nötigen und unnötigen Jahresrückblicken soll auch meiner nicht fehlen, meine persönliche, musikalische Stormbringer-Auswertung eines trotz aller Fails ziemlich gewaltigen Jahres. Nun gut, nicht ganz ein Jahr bin ich nun schon bei der Truppe, von daher wäre es nicht einmal ein vollständiger Jahresrückblick, aber für jemanden, der zum achten Mal seinen 24. Geburtstag im November feiert, obwohl der Geburtstag im April liegt, für den sind die paar Monate auch nicht mehr wichtig. Ach ja, und wer richtig rechnen kann… ich bin trotzdem nicht 32. 

Na dann ab dafür

TOP-RELEASES (Ich differenziere jetzt nicht zwischen Debut oder großen Bands. Lediglich, ob mir die Scheibe im Gedächtnis geblieben ist, ist wichtig. 

  • MYRATH – Legacy: Eine geniale, aber unterbewertete Band geht in die nächste Runde – mein absolutes Highlight zum Jahresbeginn.
  • FRACTAL CYPHER - Human Paradox: Was für ein Debut! An Perfektion kaum zu überbieten!
  • ANGRY NATION - The Fail Decade: Diese Macht, diese Kraft! Reißt textlich und musikalisch alles ein!
  • TESTAMENT - Brotherhood of the Snake: Häuptling Chuck und seine Verschwörungstheoretiker machen das, was die Band am Besten kann - nur viel besser!
  • ENCHIRIDION - Realm of Blackened Perdition: Finnisch geprägter Melo-Death, gespielt in großer Virtuosität und Eingängigkeit. Ein Überraschungs-Album ganz groß. 
  • YOSSI SASSI - Roots and Roads: Er ist mit seinen Kompositionen und der musikalischen Weitläufigkeit einfach zu genial! 
  • FAR BEYOND - A Frozen Flame of Ice: Ich war fast schon geschockt, wie sehr ich der Scheibe verfallen bin. Wieder und wieder hören macht das Album nicht langweiliger. 
  • ALMAH - E.V.O.: Edu Falaschi macht aus 0815-Metal was richtig Anständiges. Auch hier ist eine Dauerschleife erlaubt. 
  • FREEDOM CALL - Master of Light: Was soll ich sagen? So eine Scheibe braucht der gemeine Metaller einfach für sein Seelenheil. TOP-SONGS: 

TOP – SONGS

  • THUNDERSTONE – The Path: Wie hab ich Pasi Rantanen vermisst!
  • MYRATH – Duat: Ein genialer Song mit Tiefe
  • YOSSI SASSI - Palm Dance: Zusammen mit Bumblefoot, mehr braucht´schon fast gar nicht mehr!
  • BETRAYAL - Contamination: Allein das Drum-Intro... Ach, der ganze Song rauscht ordentlich, wie sich das gehört!

TOP – KONZERTE (Einzel – und Festivalshows) 

  • MYRATH – Klein aber fein. Energiegeladene und astrein-fantastische Shows in Köln und Bochum
  • TESTAMENT – Die reißen immer noch die Bude ein. Mehr denn je!
  • TESSERACT – Auf dem Graspop Metal Meeting: Die Show hat mich umgehauen!
  • GHOST – Ebenfalls im Rahmen des Graspop Metal Meeting: Die Show ist ja schon ein Hingucker.
  • AMON AMARTH - Live unschlagbar. Drei Mal gesehen in 2016 und drei Mal das volle Brett!

TOP-VIDEOS:

  • :MYRATH – Believer: Da kann man nicht mehr viel sagen, das muss man sich ansehen.
  • TITANIUM – Time is out: Trotz weniger Special Effects eine lustige Story ohne Happy End.

_______________________________________________________

FLOPS: (so viele gibt es nicht, daher alles einfach zusammengefasst)

  • SABATON: Die neue Scheibe hat eindeutig an Zug und Kraft verloren. Zwei Songs können mich noch überzeugen. Der Rest, aufgewärmt und schon mal da.
  • BÖHSE ONKELZ: Mit Tour - Schon wieder??
  • NIGHTWISH: Die Hassliebe geht weiter. Zuerst gegen die neue Scheibe vehement verweigert, nach einem richtig tollen Konzert dann aber doch gekauft. Und was musikalisch verdammt langweilig it, ist auf kompositorisch-programmatischer Ebene ziemlich genial. Aber…aber…ich will Nightwish hören, keine Programmmusik – außer eben als solche deklariert. 
  • HALESTORM: Leider! Ich habe mich auf ein tolles Konzert gefreut, aber herauskam großes und überschäumendes Gekreische und Geschreie, das nach dem dritten Song einfach in den Ohren weh getan hat. Schade!
  • Konzertveranstalter, der die Band TYR wegen eines Walfang-„Incidents“ nicht spielen hat lassen. Ja, die Meinungen spalten sich, aber man kann auch übertreiben. 
  • DORO Pesch geht mit einer kleinen Riege an Fans auf Kreuzfahrt durchs Mittelmeer, für ein paar schöne Stunden in Fannähe und um den vollgestopften Flüchtlingsbooten zuzuwinken.

NERVENSÄGE des Jahres: 

  • Gabalier: Eindeutig! Er ist immer und überall und sobald er den Mund aufmacht, kommt nur Blödsinn raus. 

ANDERE ERWÄHNENSWERTE AUFLISTUNGEN: 

MEISTGESAGTE/MEISTGESCHRIEBENE SÄTZE (meinerseits) beim Stormbringer

  • „Ich mag dich ja eigentlich, aber arbeite endlich deine verdammten Promos ab!“ (Seit ich zum Promo-Krampus aufgestiegen bin, kriegen das bestimmte Missetäter pünktlich einmal im Monat zu hören) 
  • „Unsere Männer haben heute ihre Tage“ (Immer dann, wenn man nach dem Sinn des Lebens oder zumindest nach einer ernstzunehmenden Antwort sucht und nur Scheiße um die Ohren geknallt kriegt)

HIGHLIGHTS 2016

  • INTERVIEW mit Chuck Billy: Mein erstes Video-Interview und dann auch noch einer solchen Größe! Den dazugehörigen Nebeneffekt liste ich direkt als Punkt 2 auf.
  • Anlässlich des Interviews und des darauffolgenden Review-Interview-Konzertbericht-Marathons wurde meine anfängliche Kamerafrau zu einer sehr lieben und wichtigen Freundin, mit der mehr als nur Pferdestehlen möglich ist. (Was auf der Reeperbahn passiert, bleibt auch da!)
  • Eine extrem lustige und spannende Zusammenarbeit beim FLOTTEN DREIER, bei welchem die drei Hühner Anthalerero, Daria Hoffmann und meine Wenigkeit auf eine Scheibe losgelassen werden. In diesem Fall wurde die neue FREEDOM CALL beleuchtet und beglitzert. 

AUSBLICK AUF 2017: 

Generell bin ich total froh, beim Stormbringer gelandet zu sein. Die Zusammenarbeit mit der ganzen Horde an Verrückten ist super und ich bin mit meiner eigenen mentalen Marodie hier im ASYLUM vollkommen richtig. Alles in allem gab es 2016 einiges an Highlights und die Schattenseiten hab ich auch überlebt. Daher wird 2017 mit Sicherheit ebenso groß und schattig. Mit GHOST freue ich mich schon einmal auf einen klasse Live-Act, das neue PAIN OF SALVATION-Album ist das erste Highlight des Jahres und endlich, endlich sehe ich X-JAPAN live in London (eigentlich schon 2016, aber das Konzert wurde um ein Jahr verschoben). Natürlich wird es wieder Festivals geben, dabei gibt es wieder einige Neuorientierungen und auf der engeren Wunschliste stünde auch das "Raskastan joulua" irgendwo in Finnland. Aber das wäre nun noch alles zu früh, ich als spontaner Mensch bekomme ja schon Schnappatmung bei dem Gedanken, dass der erste Riesen-Urlaub seit Jahren im Oktober schon voll geplant und gebucht ist! 
In diesem Sinne bleibt nur zu wünschen, dass das neue Jahr mindestens so spannend, aber ein gutes Stück friedlicher abläuft. Und gespickt mit lauter Verrückten um einen, die man braucht für sein Seelenheil. Hier in der Truppe habe ich dafür schon mal meinen lebenslangen Vorrat :) Dafür DANKE!

 

 



Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Jahresrückblick der Stormbringer-Leser
Seite 3: Redaktionsrückblick: Anthalerero
Seite 4: Redaktionsrückblick: Bender
Seite 5: Redaktionsrückblick: Brigitte Simon
Seite 6: Redaktionsrückblick: Captain Critical
Seite 7: Redaktionsrückblick: Christian Wiederwald
Seite 8: Redaktionsrückblick: Christian Wilsberg
Seite 9: Redaktionsrückblick: Daniel Csencsics
Seite 10: Redaktionsrückblick: El Greco
Seite 11: Redaktionsrückblick: Florian Rosenberger
Seite 12: Redaktionsrückblick: Inhonorus
Seite 13: Redaktionsrückblick: Jazz
Seite 14: Redaktionsrückblick: Joxe Schäfer
Seite 15: Redaktionsrückblick: Kalti
Seite 16: Redaktionsrückblick: Laichster
Seite 17: Redaktionsrückblick: Lisi Ruetz
Seite 18: Redaktionsrückblick: Lucas Prieske
Seite 19: Redaktionsrückblick: Luka
Seite 20: Redaktionsrückblick: Manfred
Seite 21: Redaktionsrückblick: Manuel Ennser
Seite 22: Redaktionsrückblick: Mike Seidinger
Seite 23: Redaktionsrückblick: Pascal Staub
Seite 24: Redaktionsrückblick: Thomas Patsch


WERBUNG: Papa Roach
WERBUNG: Escape Metalcorner