Der Stormbringer Jahresrückblick 2016

REDAKTIONSRÜCKBLICK 2016: LUKA

Der von mir schon im letzten Jahrespoll prophezeite Untergang der westlichen Zivilisation ist 2016 noch ein Stück nähergerückt. Wenn BABYMETAL beim Festivalbilling höher stehen als OPETH muss es in der Hölle schon schneien. Ein weiser Mann hat mal gesagt: wenn in der Hölle kein Platz mehr ist kommen die Toten auf die Erde - das scheint der Fall zu sein, zumindest scheinen manche Politiker mehr auf der untoten Seite zu stehen (drei weise Männer aus Deutschland meinen dazu: "Sie sind nicht mehr am Leben / sie sind nicht tot / wenn ich sie sehe seh ich Rot"). Da läufts einem kalt den Rücken herunter.

Glücklicherweise haben wir ja noch die Musik, um lachend in den Weltuntergang tanzen zu können. Besonders dafür geeignet war dieses Jahr zum Beispiel das Album des Jahres:

OMNIUM GATHERUM - Grey Havens: bestes Album der Finnen! Von Anfang bis Ende Killer-Songs, herrliche Melodien gepaart mit bestens zum Mitsingen geeigneten Refrains.

Auch aus Österreich hat es dieses Jahr einige hervorragende Scheiben gegeben, stellvertretend dafür zwei junge Bands und ein Altmeister:

ERNST MOLDEN - Schdrom: das nächste geniale Album vom Wiener Liedermacher, diesmal dreht sich alles um die Donau-Auen. Musikalisch perfekt umgesetzte Vertonung vom Wiener Gemüt - Schmäh und Schwermut halten sich die Waage.

NA15 - Goldstandard: Crossover is not dead! Die Burgenländer haben ein paar echte Hits im Gepäck, die Mischung aus Groove und Rap passt perfekt.

SECOND RELATION - Eno: absolute Weltklasse, was die Vorarlberger da abliefern. Weniger metallisch als früher, dafür mehr progressive Einflüsse.

Im melodischen Death Metal haben ein paar Veteranen wieder gezeigt, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören:

AMON AMARTH - Jomsviking: Die Schweden haben die Kurve gekratzt - nach einem Durchhänger mit einigen allzu streichelweichen Alben war "Deceiver Of The Gods" eine Rückkehr zum härteren Metal, während sie bei "Jomsviking" viele unterschiedliche Einflüsse (Thrash! IRON MAIDEN!) zu einem ausgereiften Konzeptalbum vereinigen.

BE'LAKOR - Vessels: So gehört progressiv angehauchter Melodic Death Metal! Macht so sonst niemand.

DARK TRANQUILLITY - Atoma: hier gilt ähnliches wie bei ihren Landsmännern AMON AMARTH. Die Altmeister haben ihre Nische gefunden und mixen gekonnt Zitate aus ihrer Frühzeit mit der mehr keyboardlastigen Gegenwart. Und Mikael Stanne hats stimmlich drauf, der Fokus auf den Klargesang steht den Jungs gut.

INSOMNIUM - Winter's Gate: ein ganzes Album in einen 40-Minuten-Song zu packen ist zwar zum Vor- und Zurückspulen nervig, die Finnen setzen aber wieder einen Höhepunkt, der "One For Sorrow" nicht nachsteht.

Auch die Progger sind dieses Jahr nicht leer ausgegangen, begeistern konnten z.B.:

HAKEN - Affinity: herrlicher Prog, diesmal mit mehr 80er-Jahre-Touch, zwischen sanft und knackig.

LEPROUS - Live At Rockefeller Music Hall: Gänsehautmomente bei der Live-Show der Ausnahmeprogger. Unbedingt nächstes Jahr in Wien auschecken!

Und für alle, die ihren Death Metal am liebsten progressiv zu sich nehmen:

OBSCURA - Akróasis: das Beste, was die Deutschen seit "Cosmogenesis" abgeliefert haben. Klasse Songs, spieltechnisch perfekt dargeboten.

REVOCATION - Great Is Our Sin: Thrash? Death? Progressiv? Hardcore? Egal wie man das nennt was die Amis machen, das Brett ist amtlich.

Für die, die sich noch an die goldenen Zeiten des Skatepunks erinnern können:

VENEREA - Last Call For Adderall: Wut, Melodien und kritische Texte... hat damals gepasst, passt auch heute noch.

Enttäuschungen gab es dieses Jahr wenige (METALLICA und ihre verzweifelten Versuche, sich selbst neu zu erfinden, zählen nicht mehr, was die machen hat schon seit 20 Jahren keine Relevanz mehr), höchstens vielleicht :

GOJIRA - Magma: merkwürdig zahmes, unspannendes Machwerk. Das können die Jungs deutlich besser.

Konzerte gab es dieses Jahr einige denkwürdige, z.B.:

THE HIRSCH EFFEKT (Arena Dreiraum, Wien): rapido Progpunk. Auf Platte genial, live eine Wucht.

STEVEN WILSON (Orpheum, Graz): ein Gänsehaut-Erlebnis von Anfang bis Ende. Die Songs von "Hand. Cannot. Erase", untermalt von passenden Visuals - kaum zu toppen.

BEYOND CREATION / OBSCURA / REVOCATION (Viper Room, Wien): ein Hammer-Package! Der Rekord von an einem Abend gespielten Noten wurde mit Leichtigkeit zertrümmert.

POLKAGOTT (Fluc, Wien): Dann tanz doch lieber die Polka!

WARREL DANE (Viper Room): negativ denkwürdig. Wenn sich der ehemalige Gesangsgott am Mikrofonständer festhalten muss und mehr röchelt als singt, sollte er schon bald an die Pension denken.

Zum Abschluß noch ein paar Danksagungen:

An erster Stelle wie immer Danke an meine Familie für die Liebe und Unterstützung.

Der gesamten Stormbringer-Crüe im allgemeinen und unserem El Cheffe im besonderen Danke für die jedes Jahr wieder gute Zusammenarbeit und die Möglichkeit, viele gute Musik zu hören.

Und Danke an alle Stormbringer-Leser. Wegen euch machen wir das - you rock!

 

 



Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Jahresrückblick der Stormbringer-Leser
Seite 3: Redaktionsrückblick: Anthalerero
Seite 4: Redaktionsrückblick: Bender
Seite 5: Redaktionsrückblick: Brigitte Simon
Seite 6: Redaktionsrückblick: Captain Critical
Seite 7: Redaktionsrückblick: Christian Wiederwald
Seite 8: Redaktionsrückblick: Christian Wilsberg
Seite 9: Redaktionsrückblick: Daniel Csencsics
Seite 10: Redaktionsrückblick: El Greco
Seite 11: Redaktionsrückblick: Florian Rosenberger
Seite 12: Redaktionsrückblick: Inhonorus
Seite 13: Redaktionsrückblick: Jazz
Seite 14: Redaktionsrückblick: Joxe Schäfer
Seite 15: Redaktionsrückblick: Kalti
Seite 16: Redaktionsrückblick: Laichster
Seite 17: Redaktionsrückblick: Lisi Ruetz
Seite 18: Redaktionsrückblick: Lucas Prieske
Seite 19: Redaktionsrückblick: Luka
Seite 20: Redaktionsrückblick: Manfred
Seite 21: Redaktionsrückblick: Manuel Ennser
Seite 22: Redaktionsrückblick: Mike Seidinger
Seite 23: Redaktionsrückblick: Pascal Staub
Seite 24: Redaktionsrückblick: Thomas Patsch


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