Interview: Falloch - Andy Marshall

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Ich glaube, dass die schottischen Highlands für mich eine andere Welt darstellen. Dort kann ich dem urbanen Leben entfliehen, was auf mich sehr befreiend wirkt.

Das schottische Zwei-Mann-Projekt hat mit seinem Debut ''Where Distant Spirits Remain'' in Sachen atmosphärischem Post-Rock/Metal ein mehr als ordentliches Stück Musik vorgelegt. Die ein Hälfte der Band, Andy Marshall, stand uns Rede und Antwort.

Veröffentlicht am 20.09.2011

Hi! Könntest du zu Anfang dich und deine Band FALLOCH kurz vorstellen und wenn möglich eine kleine Biographie zum Besten geben?

Wir haben Anfang 2010 begonnen, mit FALLOCH Musik zu machen. Wir haben zuvor schon zusammen in einer Band gespielt, diese aber nach einer relativ kurzen Zeit wieder verlassen. Danach haben wir aber festgestellt, dass wir gern weiterhin zusammen musizieren würden und ab diesem Zeitpunkt haben wir mit dem Songwriting für FALLOCH begonnen. Wir haben unser Album im Laufe des letzten Jahres fertiggeschrieben und aufgenommen. Anfang 2011 wurde ''Where Distant Spirits Remain'' dann von Ronan Chris Murphy (KING CRIMSON, ULVER) gemastert und im April/Mai haben wir dann den Vertrag mit Candlelight Records unterzeichnet. Unser Debut wird am 26. September in Europa und am 27. im Rest der Welt erscheinen. Momentan sind wir mit der Zusammenstellung eines Live Line-Ups beschäftigt.

Euer Debut ''Where Distant Spirits Remain'' klingt großartig! Seid ihr mit den Pressereaktionen bisher zufrieden?

Vielen Dank! Wir haben viel Zeit und Anstrengung in dieses Album gesteckt und es ist einfach großartig zu hören, dass es den Leuten zu gefallen scheint. Wir sind extrem glücklich mit den Reaktionen, die wir bis jetzt erhalten haben. Da es sich um unser Debut handelt, waren wir sehr unsicher, wie die Presse darauf reagieren würde, aber das bisherige Feedback ist einfach unglaublich.

Wie würdest du eure Art von Musik beschreiben?

Unsere Musik konzentriert sich hauptsächlich auf die Erzeugung einer gewissen Atmosphäre und Emotion, wozu wir uns einer Vielzahl verschiedener Genres bedienen, die sich von Black/Doom Metal bishin zu Post-Rock und Folk erstrecken. Wir haben unserem Sound auch eine leichte schottische Note gegeben. Normalerweise bezeichnen wir unsere Musik als ''Atmospheric Metal/Post-Rock/Folk''.

Wovon werdet ihr inspiriert? Es muss sich dabei nicht nur um musikalische Dinge handeln.

Wir erhalten unsere Inspiration von so vielen Dingen. Wir lieben die Natur und die Landschaft Schottlands, welche einen großen Teil unserer Inspiration ausmacht, da sie einfach eine unglaubliche Atmosphäre schafft. Wir beide mögen auch viele verschiedene Arten von Musik, weshalb wir von einigen jungen und interessanten Musikern und Künstlern inspiriert werden.

Was sind deine liebsten Bands und Musikrichtungen?

Ich liebe, wie gesagt, viele verschiedene Arten von Musik. Ich würde sagen, dass ich momentan hauptsächlich Post-Rock, Shoegaze, Klassik und ein bisschen Metal höre. ALCEST, JEFF BUCKLEY, THE TWILIGHT SAD, DRUDKH und die DEFTONES sind ein paar meiner Lieblingsbands und Musiker.
Scott steht momentan ziemlich auf Dark Ambient und Bands wie RAISON D'ETRE, ELEGI, DER BLAUE REITER. Er hört so viele verschiedene Dinge, weshalb es sehr schwer ist Favoriten herauszupicken, aber er hat im letzten Jahr ziemlich viel von LES DISCRETS, JEFF BUCKLEY, den DEFTONES und YANN TIERSEN gehört.

''Where Distant Spirits Remain'' klingt wie eine Mischung aus AGALLOCH und ALCEST, versehen mit einer kleinen Note ANATHEMA. Was sagst du zu dieser Beschreibung?

ALCEST sind definitv ein großer Einfluss für uns, sowohl musikalisch, als auch textlich. AGALLOCH hingegen sehen wir nicht wirklich als Inspirationsquelle an. Ich mag zwar ihre Alben ''Pale Folklore'' und ''Ashes Against The Grain'', aber auch nicht viel mehr. Ich glaube, dass Scott ihre Musik nicht einmal gut findet. In ANATHEMA haben wir erst reingehört, als wir bemerkt haben, dass unser Album oft mit ihrer Musik verglichen wird. Wir sind zwar keine Die-Hard-Fans ihrer früheren Alben, aber die letzten paar Werke sind unglaublich.
Ich persönlich sorge für den Post-Rock Anteil in unserer Musik, während Scott uns eher in Richtung Prog Rock beeinflusst.

Wie können wir uns den Songwritingprozess und die Aufnahmesessions im Hause FALLOCH vorstellen?

Wir haben das Album so ziemlich zur gleichen Zeit geschrieben und aufgenommen. Wir haben die Grundstruktur der Songs nur mit Gitarre und Drums erarbeitet, und als wir damit zufrieden waren, haben wir uns um die Arrangements gekümmert, bis wir sie so hatten, wie wir wollten. Ich habe dann begonnen die Texte zu verfassen und dann haben wir den Gesang aufgenommen. Es ging alles sehr entspannt vonstatten. Wir haben uns einzig und allein darauf konzentriert, dass wir mit dem, was wir tun, glücklich sind, und dass wir Musik machen, so gut wir eben können.

Könntest du bitte den Schleier um die Herkunft des Bandnamens FALLOCH lüften?

Der Bandname ist von einem Wasserfall in der Nähe von Loch Lomond in Schottland abgeleitet, der sich ''Falls Of Falloch'' nennt.

Folgt ''Where Distant Spirits Remain'' irgendeinem bestimmten lyrischen Konzept und welche Emotionen/Gedanken wollt ihr damit auslösen?

Die Texte sind beeinflusst von der Natur und der schottischen Landschaft, haben aber auch einen melancholischen/nostalgischen Einschlag. Ich wurde sehr von ALCEST's Texten beeinflusst und deren Konzept einer anderen Welt. Ich glaube, dass die schottischen Highlands für mich eine andere Welt darstellen. Dort kann ich dem urbanen Leben entfliehen, was auf mich sehr befreiend wirkt. Ich habe einen Großteil meiner Kindheit damit verbracht, in den Highlands zu campen, zu wandern und sie zu erforschen. Daher rührt also das nostalgische Element in meinen Texten. Ich würde es bevorzugen, wenn die Leute sich ihre eigene Meinung zu den Texten bilden würden, anstatt sich nur in meine Intention für diese Lyrics zu vertiefen.

Würdest du die Musik von FALLOCH als Black Metal beeinflusst bezeichnen?

Wir haben definitv Elemente des Black Metal in unserer Musik, weshalb wir als ''Black Metal beeinflusst'' gelten könnten. Aber ich denke nicht, dass man auf Black Metal stehen muss, um unsere Musik zu mögen, da sie einfach so viele andere Dinge beinhaltet.

Mit Band wie WINTERFYLLETH, WODENSTHRONE und FEN, um nur ein paar zu nennen, verfügt Großbritannien über eine talentierte junge Black Metal Szene. Was hältst du von dieser und gibt es ein paar Bands, die du besonders gern magst?

Ich sehe FALLOCH in keinem Fall als Teil dieser Szene. Unsere Musik enthält zu viele verschiedene Stimmungen, um uns als reine Black Metal Band zu bezeichnen. Wir bevorzugen die Bezeichnung ''Atmospheric Music''. Davon abgesehen sind WINTERFYLLETH, WODENSTHRONE und FEN drei großartige Bands und sind momentan definitiv die besten Black Metal Bands in Großbritannien.

Wie beinahe alle vielversprechenden jungen Bands in Großbritannien steht ihr bei Candlelight Records unter Vertrag. Seid ihr mit deren Arbeit zufrieden und wie kam der Deal überhaupt zustande?

Candlelight Records haben einen solch guten Ruf und haben über die Jahre unglaublich tolle Bands entdeckt und mit ihnen zusammengearbeitet. Es ist wirklich eine Ehre für uns, dass sie unser Debut veröffentlichen werden. Als das Album gemastert wurde, hat uns Ronan zwei Songs geschickt, um sicherzugehen, dass wir mit seiner Arbeit auch zufrieden sind. Wir haben daraufhin einen der Tracks auf Youtube hochgeladen und nur 24 Stunden später standen wir bei Candlelight Records unter Vertrag. Wir konnten es kaum glauben!

Werdet ihr jemals live auftreten, und wenn, auch in ganz Europa?

Ja, wir werden live auftreten. Wir sind momentan, wie vorhin schon erwähnt, dabei, ein volles Live Line-Up zusammenzustellen, welches mit Veröffentlichung des Debuts hoffentlich komplett sein wird. Wir würden liebend gern in ganz Europa touren, aber wann dies geschehen wird, wissen wir noch nicht.

Was wären eure liebsten Tourpartner?

Wir würden gerne mit ALCEST und LES DISCRETS touren. Das wäre der Wahnsinn!

Wenn du die Macht hättest, etwas in der Welt zu verändern, was wäre es?

Ich würde Zapfhähne erfinden, die einen unendlichen Nachschub an Irn Bru (Anm. d. Verf.: Lest euch hierzu am besten DIESEN Artikel durch!) liefern.

Leider sind wir schon am Ende unseres Gesprächs angelangt. Famous last words?

Danke für die Interviewgelegenheit! Wir hoffen, dass jeder Freude an unserem neuen Album haben wird und wir baldmöglichst eine Show in eurer Nähe spielen können!


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