Visions Of Atlantis - Martin Harb

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Unsere EP besteht aus sechs Songs, welche zeitlich parallel zum Entstehungsprozess zu Delta entstanden sind.

Der- oder diejenige mit den wenigsten Klamotten am Körper oder den meisten Promille im Blut soll zu uns auf Bühne kommen. Er bekommt einen uneingestöpselten Bass in die Hand gedrückt und soll einfach mit uns mitrocken!

Text: manfred
Veröffentlicht am 03.10.2011

VISIONS OF ATLANTIS, eines der Aushängeschilder der österreichischen Metalszene, werden bald wieder mit einer neuen Veröffentlichung an den Start gehen. Nach dem erfolgreichen Album "Delta" steht nun mit der EP „Maria Magdalena“ schon wieder ein Release an und Stormbringer.at hat es sich zu diesem Anlass natürlich nicht nehmen lassen, mit Martin Harb (Keyboards, Songwriting) ausführlich über die neue CD, Entwicklungen innerhalb der Band, Plänen, Zielen und dem ganz normalen Wahnsinn von VISIONS OF ATLANTIS zu plaudern.

Stormbringer: Erstmal hallo Martin! Wie ist das bisherige Jahr 2011 für dich und deine Band verlaufen?

Martin Harb: Hey Manfred! 2011 ist in der VISIONS OF ATLANTIS-Historie bestimmt ein sehr wichtiger Einschnitt in vielerlei Hinsicht. Nicht nur konnten wir im Februar mit "Delta" endlich ein aus unserer Sicht gelungenes Comeback feiern, sondern vor allem den vielen Unkenrufen der letzten Jahre zum Trotz beweisen, dass wir keineswegs „tot“, „weg vom Fenster“ oder „aufgelöst“ sind, sondern uns nur wiederfinden mussten und neue Energien aufzubringen hatten, um stärker als zuvor mit neuer Platte und neuer Mannschaft zurückzukehren. Für uns war die Veröffentlichung von "Delta" im Februar und die dazugehörige Tour mit RHAPSODY OF FIRE nicht nur „karrieretechnisch“ ungemein wichtig, sondern auch eine Art Genugtuung gegenüber all jenen, die uns ohnehin längst abgeschrieben hatten.
Und wenn ich in diesem Jahr dann auch noch das Masters Of Rock gemeinsam mit den kultigen TWISTED SISTER und das Wacken Open Air mit Über-Größen wie JUDAS PRIEST, OZZY oder AVANTASIA bespielen darf, muss das Jahr einfach ein Highlight sein und so sehen wir es auch!

Stormbringer: Und welche Rolle spielen die neuen Mitglieder bei dieser ganzen Hochstimmung, die scheinbar innerhalb der Band herrscht, und die man euch live mehr als deutlich ansieht?

Martin Harb: Als unsere Sängerin Maxi Nil Mitte 2009 in die Band kam, wussten wir sofort, dass sie die letzte Sängerin für VISIONS OF ATLANTIS sein musste, und genau die war, nach der wir lange gesucht hatten. Nicht nur ihre warme, emotionale und volle Stimme mit diesem angenehmen Vibrato, sondern vor allem ihre unkomplizierte und liebenswürdige Persönlichkeit passte von Anfang an einfach zu uns. Und ich liebe es, mit ihr zu arbeiten! VISIONS OF ATLANTIS war stets eine Band, in der Freundschaft, persönliche Beziehungen untereinander und der Spaß an der Sache im Vordergrund standen. Interner Leistungsdruck, das „zwanghafte etwas erreichen wollen“ war uns nie wichtig, und vielleicht genau deshalb sind wir als österreichische „Provinzband“ mittlerweile um den halben Globus gereist, um unsere Musik zu präsentieren und haben nebenbei auch noch 'ne Menge Platten verkauft ;-)
Und auch unser Gitarrist Cris Tian, der unseren guten Freund Werner Fiedler, der zum zweiten Mal Vater wurde und deshalb die Band verließ, ersetzte, passt perfekt zu unserer Truppe. Auch er bringt genau das gewisse Extra mit, welches gepaart aus Hingabe zur Musik mit dem nötigen Können (und er is tatsächlich ein absoluter Saitenhexer hat er doch bei keinem Geringeren als Sascha Gerstner von Helloween sein Handwerk erlernt! - Anm. d. Verf. ) und einer unkomplizierten, ehrlichen Persönlichkeit einen mittlerweile sehr guten Freund in die Band integrierte!
Somit sind wir einfach alle zufrieden und dankbar, ein so feines Hobby wie VISIONS OF ATLANTIS unser Eigen nennen zu dürfen.

Stormbringer: Um aber auch die Situation am Bass zu sprechen zu kommen: Vor kurzem habt ihr euch ja von Mario Lochert getrennt. Warum?

Martin Harb: Mario Lochert wurde vor einem guten Jahr in die Band geholt, da wir der Meinung waren, er würde unsere Vision von VISIONS OF ATLANTIS verstehen und auch teilen, und diese Vision ist in erster Linie Freundschaft und Spaß an der Musik. Herr Lochert hatte jedoch von Beginn an das Ziel aus der Band eine sterile, unflexible Profitruppe zu machen, was wir eigentlich nie sein wollten. Diese Differenzen und verschiedenen „Weltanschauungen“ kollidierten bereits im Frühjahr 2011 immer mehr und im Frühsommer waren wir gezwungen die Notbremse zu ziehen und uns für ein harmonisches Bandgefüge und gegen einen Verbleib von Mario Lochert zu entscheiden. Als er dann auf's Masters Of Rock-Festival in Tschechien, wo wir gemeinsam mit dem Stormbringer-Team ja so herrlich einige Gläser hoben (danke für den großen Spaß am Rande! - Anm. d. Verf.) aus unglaubwürdigen Gründen einfach nicht auftauchte, war die Entscheidung für uns umso leichter. Und aus dieser Not machten wir sogleich eine Tugend und spielten kurzerhand - wie danach auch POWERWOLF - ohne Bass, was herrlich funktionierte!


Stormbringer: Und was ist nun mit dem Platz am Bass? Habt ihr vor diesen Posten neu zu besetzen oder werdet ihr auf Samples zurückgreifen?

Martin Harb: Wir haben die Sachlage länger diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass dieser bestehende harte Kern der Band so gut miteinander funtioniert und wir deshalb keinen neuen Bassisten in die Band aufnehmen werden. Die von uns genutzten Studio-Base-Lines sind so gut in unsere Orchester-Samples integriert, dass es für den Live-Genuss für die Fans keinen Unterschied macht, wir fünf uns ohnehin auf der Bühne immer den Arsch aufreißen, um jeden mitzureißen und es deshalb so belassen werden wie bisher. Als wir gemeinsam mit euch Spaßvögel von Stormbringer.at in Tschechien bei Speis und Trank saßen, wurde auch die geniale Idee in den Raum geworfen, in Zukunft live immer spontan einen Bassisten ins Bühnengeschehen zu integrieren! Und zwar der- oder diejenige mit den wenigsten Klamotten am Körper oder den meisten Promille im Blut soll zu uns auf Bühne kommen, bekommt einen uneingestöpselten Bass in Hand gedrückt und soll einfach mit uns mitrocken! Diese Idee haben wir nun aus diversen Gründen wieder verworfen, hahaha, ich hab sie aber immer noch im Hinterkopf und hoffe, den Rest der Band mal von so 'ner Aktion überzeugen zu können ;-)

Stormbringer: Um endlich auf die anstehende EP „Maria Magdalena“ zu sprechen zu kommen. Erzähl uns ein bisschen über die neue Scheibe!

Martin Harb: Unsere EP besteht aus sechs Songs, welche zeitlich parallel zum Entstehungsprozess zu "Delta" entstanden sind. Aufgrund der thematischen Abweichung der Tracks und teilweiser musikalischer Unterschiede im Material war für uns schnell klar, dass zwei Veröffentlichungen wohl die perfekte Variante wären, um jeden einzelnen Track perfekt in Szene zu setzen. Während der vielzitierte Rote Faden auf "Delta" die verschiedensten Ausprägungen von Sucht und Suchtverhalten auf metaphorischer Basis vor dem VoA-typischen Wasserthema behandelte, befassen sich die "Maria Magdalena"-Songs eigentlich eher mit den Themen Tod, Sühne und dem Wunsch nach Erlösung, um es kurz und knapp zu beschreiben. Der Tod in all seinen Facetten diente Mario Plank und mir im Kompositionsprozess jedoch überhaupt nicht als fixer Ausgangspunkt, sondern entwickelte sich eher innerhalb eines natürlichen Prozesses rein zufällig innerhalb der von uns geschaffenen lyrischen Wirklichkeiten. Und der Tod steht bei VISIONS OF ATLANTIS vielmehr System-archetypisch bzw. exemplarisch für die Masse an Möglichkeiten, wie er im Leben begegnet, wirkt und den Menschen aus seiner Balance wirft.

Unabhängig von einem thematischen Roten Faden war uns vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis für die Fans ein großes Anliegen, da wir für 6,99 Euro (bei Amazon zumindest der momentane Preis - Anm. d. Verf.) beinahe 30 Minuten fast ausschließlich brandneuer VoA-Musik bieten. Von den sechs Songs sind fünf brandneu, darunter der zweite Teil des Trinity-Publikumslieblings "The Poem", in dem ich die Story aus Teil eins weiterschrieb und welcher als Überleitung zu einem bereits geplanten dritten Teil dient! Außerdem die Neuaufnahme des "Cast Away" Tracks „Last Shut Of Your Eyes“, welcher bei Fans immer sehr beliebt war und welchen wir mit der grandiosen Stimme von Maxi Nil und neuen, fetten Gitarren für 2011 aufrüsten wollten, was uns, denke ich, sehr gut gelungen ist. Und natürlich die erste Coverversion in unserer Bandgeschichte, und zwar der Titeltrack der EP, „Maria Magdalena“, im Original von SANDRA und wohl ein vorprogrammierter Live-Kracher ;-)

Stormbringer: Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, gerade diesen Song zu covern?

Martin Harb: Die Idee einer Coverversion entstand bereits 2009, als Mario Plank (Sänger, Anm. d. Verf.) und Ich zusammen saßen und eigentlich nur zum Spaß Überlegungen anstellten, welche Pop-Songs eigentlich cool für VISIONS OF ATLANTIS passen würden, falls wir live einmal eine Coverversion spielen wollen würden. Und da vor allem mich die Idee nicht mehr losließ, versuchte ich den Rest der Band zu überzeugen tatsächlich einen ernsthaften Versuch einer gelungenen Coverversion zu unternehmen. Und nachdem gemeinsam eine Auswahl von möglichen Tracks getroffen worden war, einigten wir uns auf SANDRAs Hit „I`ll Never Be Maria Magdalena“, welcher erstens durch seinen coolen Wechselgesang und den catchy Refrain vom musikalischen Standpunkt her sehr VoA-Kompatibel erschien und für uns außerdem ebenso livetauglich sein musste! Einfach ein cooles Stück Musikgeschichte und für uns ein großer Spaß!

Stormbringer: Und was steht mit Release der neuen EP für euch auf dem Programm? Schon Pläne für die nähere Zukunft?

Martin Harb: Als erstes werden wir bei unserem diesjährigen Auftritt am Metal Female Voices Fest in Belgien die EP gebührend feiern, indem wir nicht nur als Co-Headliner gemeinsam mit den Meistern von THERIOIN auftreten, sondern außerdem unsere allererste Live-DVD aufzeichnen werden, welche dann 2012 gemeinsam mit dem neuen Album veröffentlicht werden wird. Du kannst dir vorstellen, wie sehr wir uns darauf schon freuen, da dies wohl der perfekte Abschluss eines großartigen Jahres für uns sein wird. Ab November werden wir uns dann voll und ganz auf's nächste Album konzentrieren,die Vorproduktion möglichst zügig abschließen und versuchen, bereits Ende Jänner 2012 das Studio zu entern! Das Songwriting ist nahezu abgeschlossen und wir alle geben 120% um 2012 mit noch besserem Material nahtlos da anzuschließen, wo wir jetzt stehen!
Außerdem wird dieses nächste Album wohl etwas ganz Besonderes unter unseren bisherigen Veröffentlichungen werden (und das nicht nur wegen der geplanten DVD - Anm. d. Verf.). Details dazu folgen dann wohl in den ersten Monaten des kommenden Jahres, wenn wir hoffentlich wieder ein so ausführliches Gespräch führen werden ;-)

Stormbringer: Abschließend würden mich noch deine/eure ganz persönlichen Geschmäcker interessieren. Wenn du eine Liste mit deinen momentanen fünf Lieblingsalben erstellen müsstest, welche wären das?

Martin Harb: Generell unterscheiden sich die individuellen Geschmäcker der einzelnen Bandmembers doch erheblich. Die Vorlieben der anderen reichen von Thrash Metal, über Progressive und sehr technischem Zeug bis hin zu klassischem Gothic oder Filmscore. Bei mir persönlich findet sich alles in der Sammlung, vor allem auch wegen der großen Menge die bei mir in den Schränken steht. Aber von Gothic, über Black Metal und Power Metal gemixt mit Art Rock und True Metal bis hin zu Oldies, Meditativem und Soundtracks ist eigentlich alles dabei. Da ich leidenschaftlicher CD-Sammler bin, wechseln solche Listen bei mir eigentlich ständig, und ich würde deshalb gerne zwei kleine Listen nennen. Zu meinen fünf Alltime-Lieblingsalben würde ich spontan zählen: AXEL RUDI PELL - "The Ballads II", HEAVENLY - "Sign Of The Winner", LACRIMOSA - "Elodia", TIAMAT - "Skeleton Skeletron" sowie MANOWAR - "The Triumph Of Steel".

Und Alben, die ich in letzter Zeit sehr gerne höre wären: LABYRINTH - "Timeless Crime", VANGELIS - "The Conquest Of Paradise", GRAVEWORM - "Scourge Of Malice; DIE APOKALYPTISCHEN REITER - "All You Need Is Love" sowie BLAZING ETERNITY - "A World To Drown In".

Und diese Listen wären in einigen Wochen wohl wieder ganz anders falls du mich noch einmal fragen würdest ;-)

Stormbringer: Martin, vielen Dank für das ausführliche Gespräch. Die letzten Zeilen gehören dir!

Martin Harb: Ich danke für das sehr lustige Interview und euren Respekt unserer Arbeit gegenüber! Weiters möchte ich all jenen danken, die auch anno 2011 unsere Musik noch immer legal erwerben und uns dieses großartige Hobby damit erst ermöglichen! Danke dafür! Achja: Geht ab 21.Oktober zum Händler eures Vertrauens und holt euch unsere neue EP „Maria Magdalena“ und werdet Teil unserer ständig wachsenden Online-Community unter www.facebook.com/visionsofatlantisofficial


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