Firewind - Bob Katsionis

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Ich sage immer, Musik ist wie eine Schlampe - sie gibt dir ein bisschen was, und du denkst: 'Ja, jetzt hab ich's!', aber dann - Pustekuchen!

2008 waren sie das letzte Mal in Wien, nun haben die Jungs von FIREWIND rund um Gitarren-Held Gus G. uns wieder einmal in der Bundeshauptstadt besucht. Mit im Gepäck hatten sie neben ihrem aktuellen Album "Days Of Defiance" auch Sangesgott Mats Levén, der für Sänger Apollo eingesprungen ist, da dieser auf der Tour verhindert war. Vor der Show konnten wir uns auch noch ein bisschen mit Keyboarder Bob Katsionis unterhalten, und was dieser zu sagen hatte, das lest ihr hier.

Veröffentlicht am 25.10.2011

2008 waren sie das letzte Mal in Wien, nun haben die Jungs von FIREWIND rund um Gitarren-Held Gus G. uns wieder einmal in der Bundeshauptstadt besucht. Mit im Gepäck hatten sie neben ihrem aktuellen Album "Days Of Defiance" auch Sangesgott Mats Levén, der für Sänger Apollo eingesprungen ist, da dieser auf der Tour verhindert war. Vor der Show konnten wir uns auch noch ein bisschen mit Keyboarder Bob Katsionis unterhalten, und was dieser zu sagen hatte, das lest ihr hier.

SB: Hey Bob, schön euch wieder hier in Wien zu sehen! Das letzte Mal wart ihr ja 2008 zu Besuch, damals durften wir euch ja auch supporten... (mit den einheimischen Powerstahl-Helden DRAGONSLAYER - Anm. d. Red.)

BK: Haha, ja ich erinnere mich noch gut an diese Show - das war damals die letzte auf der Tour, also hatten wir nach der Show schon eine Jack Daniels-Flasche bereit, die auf uns wartete! Ich werde diesen Gig nie vergessen... das war im Viper Room, richtig?

SB: Ja genau!

BK: Haha ja ich erinnere mich, bei "Between Heaven And Hell" waren meine Keyboards kurz am Boden... und ich spielte mit den Füßen; und währenddessen war Gus ein bisschen Crowdsurfen!

SB: Also diesmal habt ihr eine größere Bühne zur Verfügung, und auch eine größere Location - ich glaube, das ist ein sehr guter Beweis für den steigenden Erfolg von FIREWIND!

BK: Es sind kleine Schritte, aber wir bewegen uns auf etwas zu. Viele Leute dachten ja, als Gus Gitarrist bei OZZY OSBOURNE wurde, dass wir mit FIREWIND auf einmal wie METALLICA wären. Aber nein - ich mache lieber kleine, dafür aber echte Schritte nach vorne. Aber das ist schon gut so, wir haben ein Ziel vor Augen!

SB: Damals, 2008, wart ihr ja auch nicht gerade eine unbekannte Band, natürlich vor allem in Griechenland und auf internationaler Ebene; in Österreich läuft ja melodischer Metal normalerweise leider nicht ganz so gut.

BK: Ja das ist ein wenig seltsam! Ihr habt hier so viel gute Musik, wenn man an die ganze klassische Musik von früher denkt, aber im Metal-Bereich gibt es irgendwie nur Black- und Death Metal-Sachen. Also vielleicht brauchen die Griechen gerade ein bisschen Geld, dafür könnt ihr wahrscheinlich ein bisschen griechische Musik gut gebrauchen! (lacht)

SB: Haha, ja das könnte stimmen! Also was habt ihr gemacht seit 2008, abgesehen von den Aufnahmen am neuen Album?

BK: Also das waren schon wirklich die "Days Of Defiance"! Wir waren mit einigen Schwierigkeiten konfrontiert; Gus ist der neue Gitarrist bei OZZY geworden, was natürlich eine fantastische Gelegenheit für ihn war und das beste, was ihm passieren konnte; aber auf der anderen Seite warf das natürlich einige Probleme auf, vor allem was das Zeitmanagement betraf. Gus musste sich regelrecht in zwei Personen aufteilen, um das alles unter einen Hut zu bringen - aber er hat es tatsächlich geschafft!

Wir nahmen dann eben auch das Album auf, während er noch mit OZZY um die Welt tourte... und ja, jetzt arbeiten wir auch schon an der nächsten CD!

Es gab natürlich auch einige Wechsel was das Line-Up betraf, vor allem natürlich die Schlagzeuger...

SB: Darauf wollte ich grade zu sprechen kommen. 2008 war damals ja noch Mark Cross dabei, danach hattet ihr Michael Ehré...

BK: Ja, ich sag dir jetzt mal was: Deutsche Schlagzeuger funktionieren einfach nicht bei FIREWIND! (lacht)

Ich meine, Mark spielt immer noch bei OUTLOUD, aber er wollte damals einfach dass gewisse Dinge bei FIREWIND anders laufen sollten, und wir wollten dass gewisse Dinge wiederum anders laufen... Und ja, so ist das einfach.

Dann kam Michael Ehré in die Band, der war ein sehr toller Typ... aber einfach zu professionell für uns! (lacht)

Wir brauchen einfach jemanden, der an die Band glaubt, und nicht jemanden, der nur wegen des Geldes kommt. Und ja, jetzt haben wir eben einen Session-Drummer, einen guten Freund von uns...

SB: Von NIGHTRAGE?

BK: Ja genau, von NIGHTRAGE! Er ist ein sehr talentierter Bursche, er schlägt sich sehr gut auf der Tour und danach werden wir weitersehen... Aber keine deutschen Drummer mehr!! (lacht)

SB: Haha, ihr solltet es mal mit Uli Kusch versuchen, ich hab gehört, er soll sehr unkompliziert im Umgang sein...

BK: Ja, ja - super Idee! Und vielleicht noch Mike Terrana!

SB: Ja, aber der ist kein Deutscher... Oh, aber ich glaube, Mike Portnoy sollte gerade auch ein bisschen mehr Zeit haben...

BK: Nein, nein... ich glaube, da entscheiden wir uns eher für James Kottak! (lacht)

SB: Ok, also das aktuellen Album ist "Days Of Defiance", das erste Video war "Embrace The Sun"...

BK: Nein, das war das zweite! Das erste war "World On Fire"!

SB: Ah, dann hab ich das gerade verwechselt! Nun jedenfalls, was waren denn die ausschlaggebenden Faktoren bei der Auswahl der Video-Songs?

BK: Eigentlich wollte Gus diesmal mit einer Nummer kommen, die eben keine typische Single-Nummer ist. Die normale Herangehensweise wäre ja, die Promotion mit einem Song wie "Embrace The Sun" zu starten, aber diesmal wollten wir einfach etwas mehr "Heavy Metal" machen, und daher haben wir uns für "World On Fire" entschieden. "Embrace The Sun" wäre eben die offensichtliche Wahl gewesen.

Wir mögen den Song natürlich, und wir stehen auch auf die Lyrics, aber wir werden den derzeit nicht in der Setlist spielen... Nicht weil wir ihn nicht mögen würden, sondern weil im Augenblick die Setlist ziemlich gut ist. Aber in der Zukunft werden wir ihn sicher auch live bringen.

Aber danke für die Frage; ich LIEBE diese Art von Fragen... (lacht)

SB: Haha - hey, es ist nichts Persönliches, ich mach' das ja nur aus Informationsgründen! Übrigens, euer Sänger Apollo kann ja auf der Tour leider nicht dabei sein...

BK: Oh großartig, noch so eine tolle Frage! (lacht)

Ja, also Apollo hatte einfach ein paar familiäre und geschäftliche Dinge zu erledigen und konnte eben daher nicht an der Tour teilnehmen... Aber so ist das Leben, und wir haben ja für die Tour zum Glück auch einen sehr guten Ersatzmann gefunden.

Wir sind große Fans von Mats Levén, er ist ein toller Typ... und wir kommen auch sehr gut mit ihm klar! Was irgendwie überraschend ist, da er ja kein Grieche wie Apollo ist...

SB: Aber ist Apollo nicht eigentlich Schwede?

BK: Nein, seine Eltern sind Griechen, er ist nur eine Zeit lang in Schweden aufgewachsen!

Aber derzeit läuft es sehr gut mit Mats, und wir werden ihn sicher auch vermissen, wenn Apollo wieder dabei ist. Aber wir wollten auch einfach keine Gigs absagen, das ist immer ärgerlich für die Fans. Wir haben bisher nur eine Tour in Mexiko abgesagt, und das lag nicht an uns. Wir sagen nicht gerne Sachen ab; wir haben vielleicht noch nicht so viele Fans überall auf der Welt, aber wir wollen zu jenen, die wir haben, jedenfalls loyal sein!

SB: Du hast vorher schon OUTLOUD angesprochen - wie geht's dir denn damit?

BK: Ja, es läuft ganz gut! Wir haben gerade das Album "Love Catastrophe" rausgebracht, es bekommt eigentlich überall gute Reviews... Es ist halt einfache, leicht zugängliche Musik. Die Leute scheinen diese Musik aus irgendwelchen seltsamen Gründen zu mögen, keine Ahnung - vielleicht ist sie ja gut! (lacht)

Ich glaube, wir haben ein paar ganz gute Leute in der Band, wir stehen zu der Musik, es ist eine ehrliche Band... Ich hab zwar keine Ahnung, wo das mal hinführt, aber wir versuchen einfach, es so gut wie möglich zu machen. In vielen Reviews schreiben die Leute, wenn OUTLOUD in den Achtzigern rausgekommen wäre, wären wir Superstars, haha.

Aber wir haben eben moderne Zeiten... aber ich sehe uns nicht als 80ies-Tribute-Band! Wir spielen einfach Melodic Hard Rock, und das ist es!

SB: Ja und natürlich muss ich auch Gus' Engagement bei OZZY OSBOURNE ansprechen...

BK: Ahja natürlich, da wären wir... (lacht)

SB: Haha, das "verbotene Thema"!

BK: Ja das verbotene Thema! Naja es ist natürlich schwierig, OZZY und FIREWIND unter einen Hut zu bringen. Aber es hat auch gute Seiten: Gus musste sich einfach klare Ziele stecken und sehr fokussiert darauf hinarbeiten. Und das ist sehr wichtig... aber zum Glück ist Gus ein Typ, der das kann - mit jemand anderem wär vielleicht alles total verrückt geworden.

SB: Aber Gus' Hauptfokus ist noch immer FIREWIND?

BK: Ja, weil das einfach die Musik ist, die wir gerne spielen!

SB: Gerade fällt mir ein, ihr habt ja kürzlich auch ein Cover von JUDAS PRIESTs "Breaking The Law" eingespielt - wie kam das zustande?

BK: Das war eine sehr große Ehre für uns - das ging vom englischen Metal Hammer aus, und sie sprachen uns persönlich an, ob wir nicht diesen Song für eine CD aufnehmen wollten, und wir meinten nur: "Wow, ok, klar!"

Es ist ja immerhin einer der bedeutensten Songs der britischen Metal-Geschichte. Wir waren dafür gar nicht mal gemeinsam im Studio, wir haben das alles übers Internet erledigt, und ich finde es klingt ziemlich gut!

SB: Ja, besonders die Keyboards geben dem Song natürlich einen untypischen Charakter...

BK: Ja genau, deswegen wollten wir das auch so machen. Tatsächlich ist das auch eines meiner liebsten Covers. Es ist ein Klassiker, und einfach zu spielen. Jeder kennt den Song. Viele Leute versuchen da was zu machen, aber es klappt nicht, weil sie die Message des Songs nicht verstehen. Die ist nämlich, Gesetze zu brechen. (lacht)

SB: Eine Sache noch, die eigentlich gar nichts mit Metal zu tun hat, wollte ich jetzt ansprechen, weil es heute gerade überall in den Nachrichten war: R.E.M. haben sich aufgelöst! Verbindest du irgendwelche Erinnerungen mit dieser Band?

BK: Oh, die haben sich aufgelöst?

SB: Ja, heute!

BK: Oh... ok, wir müssen die Tour absagen! (lacht)

Nein, also sie haben schon ein paar Songs die zeitlos sind. Aber man hört halt alles irgendwann zu Tode. Und eigentlich... also mir wär's lieber, U2 würden sich auflösen! (lacht)

SB: Ja ich glaube, U2 hätten es lieber, wenn sich U2 auflösen würden, haha!

BK: JA! Also es ist nichts Persönliches... aber ehrlich... ich versteh die einfach nicht! Es klingt einfach alles gleich irgendwie.

SB: So, jetzt aber zurück zur Tour - ihr seid jetzt seit 2 Wochen unterwiegs, wie lief es soweit?

BK: Fantastisch! Es ist defintiv unsere efolgreichste Tour. Selbst in schwierigeren Märkten lief es gut...

SB: Wie hier zum Beispiel!

BK: Ja, aber auch in Deutschland beispielsweise. Der Vorverkauf läuft gut, die Shows sind gut besucht, und wir haben auch keine Troubles mit Bandmitgliedern und Crewmitgliedern, was auch schon mal vorgekommen ist... Es ist wie eine neue Ära für FIREWIND!

SB: Na das klingt ja super!

BK: Wir freuen uns auch schon sehr auf die Show heute, es sieht nach einer sehr coolen Venue aus!

SB: Wenn du jetzt zurückblickst auf die Karriere mit FIREWIND, was waren denn so die herausragendsten Erinnerungen, die du mit der Band verbindest - die guten wie die schlechten?

BK: Also ganz ehrlich - ich erinnere mich noch immer gerne an den Gig damals in Wien! Es war ein toller Gig; kleine Bühne und eine sehr intime Show! Und dann erinnere ich mich noch an Sachen wie Japan-Trips, oder Trips nach Los Angeles... Einfach eine gute Zeit mit den Jungs zu haben, egal wo wir sind; und die Konzerte in Griechenland sind natürlich immer fantastisch!

Und natürlich hast du auch sehr viele schlechte Momente... aber dann kommt wieder ein richtig toller Moment, und das ist das Schöne an der Sache - dieser eine wiegt dann alle schlechten auf!

Ich sage immer, Musik ist wie eine Schlampe - sie gibt dir ein bisschen was, und du denkst: "Ja, jetzt hab ich's!", aber dann - Pustekuchen!

Aber ich versuche einfach immer, die guten Seiten zu sehen!

SB: Vielen Dank für das Interview; hast du noch eine Nachricht an eure Fans in Österreich?

BK: (überlegt kurz, und antwortet dann auf Deutsch) Ich liebe Schnitzel!


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