Exumer - Mem von Stein

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Es ist sicherlich nicht einfach alles unter einen Hut zu bekommen, aber wenn wir EXUMER machen, dann machen wir keine anderen Jobs nebenher und Family bleibt auch zu Hause

EXUMER haben mit "Fire & Damnation" ein geradliniges, mit unwiderstehlichen Refrains ausstaffiertes und zumeist pfeilschnelles Thrash Comeback Album am Start. Die Hintergründe hierzu erklärte uns Sänger/Bassist Mem von Stein.

Text: Reini
Veröffentlicht am 02.04.2012

Hi Mem. EXUMER haben sich 1990 nach zwei echt geilen Alben aufgelöst. 11 Jahre später gab’s dann ne WACKEN Show, aber so richtig reformiert wurden EXUMER von Dir und Ray erst wieder 2008. Was gab schlussendlich für Dich und Ray den Ausschlag es noch einmal wissen zu wollen?

Das Timing ist das Wichtigste bei so Sachen. Ich wollte die Band wieder ins Leben rufen nachdem Paul mich 2007 so um die Halloween Zeit rum in NYC besuchte. Ich war ziemlich traurig nachdem er wieder nach Hause geflogen ist und wir redeten viel ueber die alten Zeiten wo Ray, Paul und ich uns staendig sahen und Musik zusammen machten. Ich rief nach dem Besuch Ray an, der zu diesem Zeitpunkt ohne Band war. Wir sprachen ein wenig und entschlossen uns die Band zu reaktivieren. Timing war gut, ich hatte gerade die letzte Sun Descends CD aufgenommen, und Ray war sozusagen Arbeitslos was die Musik betrifft. Wir sind alle seit 1985 sehr dick befreundet und mit EXUMER am Start haben wir die Moeglichkeit uns regelmaessig zu sehen und live zu spielen.


Mit welchen Erwartungen geht eine Band nach so langer Pause in ihre zweite Karriere? Ich nehme an ihr habt alle reguläre Jobs, denn von der Musik zu leben ist heute sicher ein weit schwierigeres Unterfangen als Ende der 80er oder?

Wir haben versucht unseren Spirit aus den 80gern beizubehalten aber ohne es zu erzwingen. Der Stil hat sich nicht wesentlich geändert aber man hört natürlich das wir reifer geworden sind und natürlich besser spielen können als vor 25/26 Jahren, wo unsere ersten zwei Scheiben raus kamen.

Wir haben 2008 angefangen Ideen zu sammeln und führten dies bis Anfang 2011 fort. Alle Stücke entstanden neu, aber es ist klar, dass unser altes Material uns geprägt hat, genauso wie die Thrash Bewegung der 80ger als ganzes. Es ist sicherlich nicht einfach alles unter einen Hut zu bekommen, aber wenn wir EXUMER machen, dann machen wir keine anderen Jobs nebenher und Family bleibt auch zu Hause. Es geht nicht anders, da die halbe Band in den USA wohnt und die andere Haelfte in Deutschland.

Ihr habt schlussendlich bei Metal Blade unterschrieben, eine verdammt gute Wahl wie ich meine. Was gab den Ausschlag sich für Metal Blade zu entscheiden und lagen da noch andere Angebote am Tisch?

Wir hatten einige Angebote aber entschieden uns fuer Metal Blade weil wir mit MB ein Label am Start haben, das uns Global vertreten kann. Die Band wurde ueber die Jahre zum Weltweiten Kult Thema und wir mussten ein Label finden das mit dieser Tatsache umgehen kann, also Metal Blade. Es hat noch den Vorteil, dass wir mit beiden Oficces arbeiten koennen, L.A. und Deutschland.

Ich hab in meinem Review zu Eurem neuen Album „Fire & Damnation“ geschrieben: „wer die beiden absolut kultigen 80er Thrash Releases der Band nicht kennt, der hat definitiv mit einem „nicht genügend“ im Metal Geschichtsunterricht zu rechnen“. Ist Dir auch heute noch bewusst, dass ihr damals doch was ziemlich geiles zu Stande gebracht habt?

Damals waren wir 17/18 Jahre alt im Durchschnitt und man war sich über vieles nicht bewusst. Jetzt sind ein paar Jahrzehnte ins Land gegangen und wir wissen es mehr zu schaetzen was wir damals aufnahmen. Ich finde, dass die alten Songs heutzutage immer noch knallen, das hoert man an den re-recordings von „Fallen Saint“ und „I Dare You“.

Was mich an Eurem – sagen wir – Comeback Album so beeindruckt hat, ist die enorme Hookline Dichte, welche ihr auf „Fire & Damnation“ auffährt. Ich kann mich ehrlich kaum daran erinnern in letzter Zeit ein Thrash Metal Album gehört zu haben, das mit derart knackigen Refrains aufzufahren im Stande war. Habt ihr beim Songwriting – so nehme ich an – gerade darauf immens großen Wert gelegt oder?

Ich achte darauf, dass die hooklines sehr eingeangig sind, weil ansonsten sich Songs sehr schnell gleich anhoeren koennen. Der Trend in den letzten Jahren war ja, dass Hooks nicht so wichtig sind, aber ich finde das nicht ok fuer unsere Band. Das war in den 80gern nicht so und wir machen eigentlich da weiter wo wir 1987 aufgeheort hatten.

Ihr habt ja mit Waldemar Sorychta zusammengearbeitet, der Euch übrigens einen verdammt knackigen Sound verpasst hat und mich gerade zu Beginn des Albums immer wieder an eine thrashige Soundvariante von „Painkiller“ erinnert. Wie war die Arbeit mit Waldemar und hörst Du meinen „Painkiller“ auf Thrash Vergleich auch heraus, oder ist das von mir völlig an den Haaren herbeigezogen?

Waldemar war uns schon sehr behilfrich und auf alle Faelle der richtige Mann zum pasendem Zeitpunkt. Er schaffte es aus uns die beste Performance heraus zu holen ohne dabei uns dabei vor zu schreiben wie wir zu klingen haben. Das ist bei uns extrem wichtig und ich glaube, days ist einer der Gruende warum die Reaktionen zum neuen Album bisher sehr positiv waren.

„Painkiller“ hat einen sehr eigenen Sound und ist einer DER Priest Platten, also fuehle ich mich da schon ein wening geschmeichelt. Wir haben das aber nicht bewusst gemacht und ich glaube das ist eher so, dass Du es so empfindest. Danke trotzdem!

Außer dem Evil Horde Metalfest im Mai schaut es mit Tourdaten noch nicht wirklich rosig aus, kannst Du uns in diese Richtung vielleicht schon etwas mehr verraten?

Wir spielen erst mal in Mexico Anfang Mai, danach auf dem „Evil Horde“ Festival in Essen und danach geht es dann nach Sued Amerika fuer eine Tour, Argentina, Chile und Brazil. Es werden wohl noch ein paar Festivals dazukommen, aber die eigentliche Festival Tour in Europa wird erst 2013 stattfinden da wir im Herbst in den USA touren und es ansonsten zu viel wird um es vernumftig zu machen. Wir wollen, dass die Band immer in Topform ist wenn wir live spielen und nicht in einem Jahr voll durch geschossen ist.

Zu guter Letzt noch eine kleine EBay Frage. Ich weiß ja incht in wie weit Du Eure Scheiben dort beobachtest, aber ist es nicht erstaunlich, dass die Original LPs sowohl von „Possessed by Fire“ als auch von „Rising from the Sea“ heute ein zig-faches als damals zu Erstrelease kosten und zu begehrten Sammlerstücken mutiert sind?

Mir wurde das bewusst als ich ein tour shirt von damals fuer fast 500 Euro auf Ebay sah und es auch verkauft wurde und die orginal CDs fuer 100 Euro im Durchschnitt verkauft werden. Wahnsinn!

Die berühmten "letzten Worte": Willst Du den Lesern von Stormbringer.at noch etwas mit auf den Weg geben?

Ich wuerde mich gerne bei euch und den Lesern fuer den support, der nach all den Jahren immer noch zu spüren ist, bedanken. Wir machen den Kram eigentlich fuer uns aber hauptsaechlich fuer die Fans... Danke!


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