3 Inches Of Blood - Cam Pipes

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Die perfekte Metal Woman ist eine Frau, die die selbe Passion zum Heavy Metal auslebt wie ein männlicher Fan - nur auf ihre Weise.

Die kanadischen Old-School-Holzfäller 3 INCHES OF BLOOD haben erst unlängst "Long Live Heavy Metal" in die blattreichen Wälder ihrer Heimat gerufen. Sänger und Kreischpapst Cam Pipes spricht mit uns über das Album, anonyme Online-Diffamierungen und die eklatanten Line-Up-Probleme der Band.

Veröffentlicht am 10.04.2012

Hey Cam. Euer fünftes Studioalbum habt ihr eindeutig unzweideutig "Long Live Heavy Metal" benannt. Liege ich da richtig, dass der Titel eine Hommage an RAINBOWs "Long Live Rock'n'Roll" darstellt? Was bedeutet den Heavy Metal für dich?

Richtig, die Idee haben wir von RAINBOW geklaut. Justin (Hagberg, Gitarrist und Grunzesänger - Anm.) hat sie schließlich in die Heavy Metal Form gegossen. Das gesamte Konzept, das sich über dieses Album erstreckt ist schlussendlich nur eine Repräsentation dessen, was wir leben, lieben und atmen - Heavy Metal.

Ihr spielt auf dem Album wieder mit allen gängigen Metalklischees, für die vor allem die 80er-Jahre Combos bekannt waren. Geht ihr da textlich auch mal tiefer oder ist das einfach geiler Old-School mit hohem Spaßfaktor?

Metal zu spielen ist pure Freude für uns. Es macht uns Spaß, wir hingegen haben uns nie über Metal lustig gemacht oder ihn verarscht. Die Songs drehen sich um verschiedenste Dinge, es geht uns nur darum, eine möglichst gute Story zu liefern.

Den Opener habt ihr "Metal Woman" getauft. Wer und wie ist denn die perfekte Metalbraut für dich?

Streng genommen ist die perfekte "Metal Woman" eine Frau, die die selbe Passion zum Heavy Metal wie ein männlicher Fan teilt und das auf ihre eigene Weise auslebt.

Das Cover-Artwork hingegen ist wesentlich simpler, als man es von euch gewohnt ist. Warum habt ihr für "Long Live Heavy Metal" nicht auf eine Zeichnung oder ein ausdrucksstarkes Foto zurückgegriffen?

Ganz einfach - der Fokus sollte auf der Musik liegen und nicht auf dem Artwork oder diversen Bedeutungen.

Wenig überraschend hast du "Long Live Heavy Metal" als bestes Album eurer Karriere bezeichnet. In dem Fall würde ich das selbst gar nicht mal unbedingt abstreiten. Wie viel probt ihr denn für die Band und welche Vorbilder kennzeichnen euren Weg?

Wenn wir gerade Songs schreiben oder kurz vor einer Tour stehen, dann sind wir eigentlich permanent am Proben. Ich würde sagen, dass wir uns dann schon vier- bis fünfmal die Woche zum Zocken treffen. Über unsere Einflüsse zu reden würde hier den Rahmen sprengen. Es sind schlichtweg zu viele.

Mit ex-FEAR FACTORY-Member Byron Stroud habt ihr einen taufrischen Bassisten an Bord. Wie seid ihr denn auf den guten Mann gekommen und werden wir das auch mal erleben, dass ein 3 INCHES OF BLOOD Line-Up länger als ein paar Monate hält?

Für einen Außenstehenden mag das wohl wirklich nach hoher Fluktuation aussehen, aber im Endeffekt ist das Line-Up auf den letzten beiden Alben nicht wirklich verändert worden. Unsere Bassisten für die Live-Aktivitäten auf der letzten Tour haben wir auch nur für die Liveshows "gemietet". Byron ist dann direkt nach Ende der Aufnahmen zu "Long Live Heavy Metal" zur Band gestoßen.

Wie ist denn der Produktionsprozess für das Album mit Theo "Sho" Murray abgelaufen und wie lange habt ihr insgesamt an dem ganzen Material geschrieben?

Gestartet haben wir im September 2011 und im Jänner darauf waren wir eigentlich schon wieder fertig. Theo ist ein krasser Dude. Wir kennen ihn schon so lange, aber bis zur "Anthems For The Victorious"-EP (2011) haben wir leider nie mit ihm zusammengearbeitet. Wir haben wirklich produktiv zusammengearbeitet und es war verdammt angenehm, in unserer Heimatstadt Vancouver aufzunehmen.

Die ganze Metal-Szene scheint von einer unglaublichen Retrowelle befasst zu sein und unterschiedlichste Bands wie etwa WARBRINGER, GRAVEYARD oder PORTRAIT berufen sich auf die Helden der 60er-, 70er- und 80er Jahre. Ihr wart schon unter den ersten und holzt seit über zehn Jahren in alter Manier durchs Gebälk. Bleibt der Stil auch in Zukunft so?

Wir haben mittlerweile unseren eigenen Sound gefunden. Jede Band, die lange genug am Start ist, wird ebenso ihre eigene Nische finden, aber die Einflüsse kriegt man halt niemals so ganz raus. Im Endeffekt reflektieren sie halt ihre Lieblingsmusik.

3 INCHES OF BLOOD sind auch eine sehr kontroverse Band. Ihr habt viele Fans, aber auch eine große Gemeinde von Internet-Foren-Bashern. Wie geht ihr den mit dieser Art von Kritik um, die zudem oft unter der Gürtellinie verläuft?

Ich lese mir keine Internetseiten und Blogs durch. Es könnte uns eigentlich nicht weniger interessieren, wer uns denn alles nicht ausstehen kann. Wir haben viele großartige Fans und das ist im Endeffekt das einzige, das zählt.

Im Laufe der letzten Jahre habt ihr wirklich mit den größten Metalbands der Erde gezockt. Wenn du noch einen Wunsch freihättest, mit wem würdest du noch gerne auf der Bühne stehen?

Mit allen unseren großen Helden auf einmal. Wir sind grundsätzlich verdammt dankbar, dass wir mit solchen Musikern zusammenarbeiten dürfen.

In Kürze startet auch eure Europatour mit GOATWHORE und HAVOK, was mit Sicherheit zu den Underground-Highlights des Jahres zählt. Was können wir uns denn von euch erwarten?

Wir sind verdammt stolz darauf, dass wir eine volle Europatour als Headliner spielen und werden bestimmt viel Spaß haben - so wie auch ihr.

Willst du noch was loswerden?

Ich hoffe wir sehen uns alle an unserem einzigen Österreich-Termin in Wien im Mai.


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