Sonata Arctica - Henrik

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Unia war progressiv, The Days Of Grays symphonisch und Stones Grow Her Name soll einfach nur Rock'n'Roll sein!

Everybody knows SONATA ARCTICA! In der Power Metal-Welt ist der finnische Musikexport rund um Mastermind Tony Kakko in den letzten Jahren zu einem Fixstern avanciert. Mit ihrem siebten Album "Stones Grow Her Name" rocken SONATA ARCTICA wieder straight nach vorne. Schnell, melodisch, progressiv, symphonisch und einfach nur rockig - ich bat Tastenvirtuose Henrik "Henkka" Klingenberg zum Interview...

Text: mat
Veröffentlicht am 09.05.2012

Lieber Henrik, zuallererst: danke, dass du dir Zeit für mich nimmst! Wie geht es dir? War es in den letzten Wochen sehr stressig für euch?

Hi Mathias, es war schon ziemlich viel los, aber glücklicherweise lasse ich mich nicht so schnell stressen...

“Stones Grow Her Name” steht an und ist das bereits siebte SONATA ARCTICA-Album. Wie würdest du den Entwicklungsprozess des Albums beschreiben?

Tony begann mit dem Schreiben neuer Songs und dem Einspielen von Demos bereits während unserer vergangenen Welttournee. Als wir die Tour beendet hatten, existierte daher schon ein ganzer Haufen an Demos, die wir uns zusammen anhörten. Im Herbst 2011 trafen wir uns im Proberaum wieder und begannen mit der intensiven Arbeit am neuen Material. Wie probierten verschiedene Arrangements, versuchten uns an unterschiedlichen Ideen und probten die Songs. Das Ganze dauerte etwa sechs Wochen. Wir machten in dieser Zeit auch ein paar gemeinsame Banddemos. Danach teilten wir uns auf und spielten unsere Parts in verschiedenen Studios ein. In den Sonic Pump Studios in Helsinki wurde alles dann zusammengepackt und von Mikko Karmila gemischt. Tony und Marko überwachten diesen Prozess. Ein paar Wochen später wurde das Album bei Chartmakers in Helsinki von Svante Forsbäck gemastert und fertig war die neue Scheibe!

Mit dem Release von “Unia” habt ihr den Pfad des “traditionellen Power Metals” ja verlassen und manche eurer Songs erinnern mich seitdem an große, progressiv-symphonische Meisterwerke, die sehr kompliziert und komplex arrangiert sind und einige Zeit beanspruchen, um zu wirken. Warum habt ihr euch dazu entschieden, den funktionierenden Weg mehr oder minder zu verlassen?

Als Band ist es wichtig, sich weiterzuentwickeln und neue Dinge auszuprobieren. Wir sind nicht mehr dieselben Typen wie noch 1996 und auch unser Musikgeschmack und unsere Visionen haben sich geändert. Um Musik machen zu können, muss man seinem Herz folgen und das zu jeder Zeit. Als wir “Unia” produzierten, wollten wir ausloten, wie weit wir in progressive Gefilde vordringen können. Auf “The Days Of Grays” entdeckten wir symphonische Elemente, die für uns passend waren und mit “Stones Grow Her Name” versuchten wir einfach, ein richtiges Rock'n'Roll-Album zu machen.

Wie du schon sagst, war “The Days Of Grays” ein sehr komplexes Album mit düsterer Atmosphäre. “Stones Grow Her Name” wirkt fröhlicher und verspielter – gibst du mir da Recht?

Ja, absolut! “The Days Of Grays” war auf viele Arten sehr düster und wir wollten, dass die neue Platte positiver ist und einfach mehr rockt. Ich mag “The Days Of Grays” nachwievor sehr, aber zurzeit fühlt es sich sehr gut an, ein schnelleres, partytaugliches Album draußen zu haben!

Wie können wir uns den typischen SONATA ARCTICA-Songwritingprozess vorstellen?

Das hat sich in den letzten Jahren eigentlich nicht verändert. Tony schreibt die Songs und wir arbeiten dann zusammen an den Arrangements. Natürlich werden alle Solos von mir und Elias komponiert und das Intro von “Losing My Insanity” stammt dieses Mal auch von mir. Nachdem die ersten Demos also da sind, ist es eine richtige Gruppenleistung, bis ein neues SONATA ARCTICA-Album fertig ist.

Für mich ist “Stones Grow Her Name” eine perfekte Mischung aus “Reckoning Night” und “Unia” - es bildet die Brücke zwischen den “alten und den neuen SONATA ARCTICA”. War das irgendwie eure Absicht?

Darüber denken wir eigentlich gar nicht nach. Unser Anspruch war es dieses Mal einfach, die Musik etwas simpler zu gestalten als auf den beiden Alben zuvor. Es soll einfach rocken! Bis auf die beiden letzten Songs (“Wildfire II & III”) denke ich auch, dass uns das gut gelungen ist.

Manche Melodieparts erinnern mich manchmal an eingängige Countryelemente. Ist euer musikalisches Spektrum so groß?

Musik ist ein lebenslanger Lernprozess und eine großartige Reise, deswegen bleibt uns einfach nichts anderes übrig, als neue Dinge auszuprobieren und innovativ zu bleiben. Hoffentlich gelingt uns das auch in der Zukunft, denn es macht riesigen Spaß.

“I Have A Right” ist die erste Singleauskopplung. Warum habt ihr euch speziell für diesen Song entschieden? Er trägt nämlich – meiner Meinung nach – eine sehr politische und kritische Bedeutung in sich...

Wir haben lange diskutiert, welcher Song als erstes veröffentlicht wird, dann haben wir abgestimmt und “I Have A Right” war das Ergebnis. Ich denke, dass der Titel das Album gut repräsentiert. Es ist natürlich unmöglich, dass ein Song für das gesamte Album einsteht, deswegen werden wir auch mehrere Songs und Videos aus “Stones Grow Her Name” veröffentlichen. Der Songtext hat wirklich eine ernste Thematik aufgegriffen, aber in einer positiven Weise, in der man etwas Wichtiges transportieren will.

Rückblickend betrachtet: Welches Album ist dir aus heutiger Sicht das liebste?

Natürlich ist immer das neueste Album das beste, aber da das zu einfach wäre, bin ich nachwievor der Meinung, dass “Reckoning Night” ein sehr gutes Album war. Es gibt logischerweise Dinge, die ich auf der Scheibe heute anders machen würde, aber das ist immer so, deswegen macht man ja dann wieder neue Alben :-)...

Was sagst du zu den alten SONATA ARCTICA-Fans, die eventuell der Band nach dem Release von “Unia” den Rücken zugewandt haben?

Ich verstehe Leute, die “Ecliptica” und “Silence” geliebt haben, voll und ganz, wenn sie sagen, dass “Unia” einfach zu anders war. Wir müssen als Musiker aber immer interessant und motiviert bleiben und das bedeutet einfach, dass man neue Wege beschreiten muss. Außer du bist AC/DC :-)...

Gibt es bereits Planungen für eine SONATA ARCTICA-Tour 2012/2013? Werden wir euch in Österreich zu sehen bekommen?

Ja, natürlich werden wir wieder auf Tour gehen. Beginnen wird es bereits im Sommer. Wir spielen beim Seerock Festival in Graz am 29. Juni und im Herbst 2012 werden wir eine Europa-Tour bestreiten. Österreich-Gig sicher inklusive!

Was dürfen eure Fans von den kommenden Auftritten erwarten? Wie wählt ihr die Songs für eine frische Setlist aus? Eure Diskographie wird ja länger und länger...

Wir werden viel neues Zeug spieln. Im PPM in Belgien haben wir vor kurzem die erste Show dieser Tour gespielt und gleich drei neue Songs eingebaut. Da werden aber sicher noch einige hinzukommen, wenn das Album erst mal draußen ist. Ja, wie du bereits gesagt hast – je mehr Alben du hast, desto schwieriger wird die Auswahl für Liveauftritte. Auf dieser Tour werden es aber vor allem neue Songs sein, zusammen mit einigen Singles der letzten Alben und ein paar alten Raritäten – wer weiß?

Was hörst du dir denn privat gerne an?

FRANK ZAPPA, TOM WAITS und solche Sachen. Meistens keinen Metal, außer wenn ich gerade Party mache, dann kommt üblicherweise 80er Hair Metal zum Zug. Da ich fast jeden Tag selbst Musik mache, komme ich gar nicht so viel zum Hören anderer Sachen. In meinem Auto liegen aber noch ein paar CDs von HENDRIX und THE DOORS.

Hast du einen persönlichen Favoriten auf “Stones Grow Her Name”?

“Shitload O' Money” taugt mir derzeit total, aber ich mag natürlich alle Sachen und freue mich darauf, sie endlich live zu spielen.

Möchtest du an dieser Stelle noch etwas Wichtiges loswerden?

Es ist mittlerweile schon lange her, dass wir unterwegs waren und wir freuen uns schon unheimlich darauf! Ach ja, und checkt mal mein Soloalbum “Klingenberg Syndrome” aus. Wenn ihr Keyboardsoli liebt, liegt ihr damit genau richtig. Elias hat die Gitarre eingespielt und deshalb gibt's auch ein paar coole Gitarrenläufe darauf...

Das klingt ja vielversprechend. Henkka, danke für das Interview und alles Gute!

Danke dir! Ich hoffe, dass wir uns bei einem unserer Konzerte sehen!


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