Destination's Calling - Christian Frank

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Uns war gar nicht so bewusst, dass die Schreiberlinge, die jetzt ein Review zu „End Of Time“ geschrieben haben, zum Großteil denken, wir hätten keinen Plattenvertrag abbekommen.

Mit "End Of Time" haben DESTINATION'S CALLING kürzlich ein hammerstark produziertes, zweites Album vorgelegt, das mit Sicherheit international für Aufsehen sorgen wird. Wir haben uns mit Drummer Christian Frank unerhalten, um ein bisschen mehr über die Band zu erfahren.

Veröffentlicht am 03.08.2012

Mit "End Of Time" haben DESTINATION'S CALLING kürzlich ein hammerstark produziertes, zweites Album vorgelegt, das mit Sicherheit international für Aufsehen sorgen wird. Wir haben uns mit Drummer Christian Frank unerhalten, um ein bisschen mehr über die Band zu erfahren.

SB: Bereits 2008 habt ihr euer erstes Album veröffentlicht, nun liegt mit „End Of Time“ das zweite Album vor und es ist meiner Meinung nach großartig geworden. Was hat sich denn bei euch in diesen vier Jahren getan?

CF: Wir mussten die Band zwischenzeitlich leider aus beruflichen Gründen etwas zurückfahren. Allerdings haben wir im Hintergrund ständig weitergearbeitet und die Zeit sinnvoll genutzt, indem wir uns bis ins letzte Detail mit den neuen Songs befasst haben. Dadurch wirkt das neue Album im Gesamteindruck etwas homogener und möglicherweise auch durchdachter als der Vorgänger.

SB: Seit wann gibt es DESTINATION’S CALLING schon, wie habt ihr zueinander gefunden?

CF: Die Band gibt es bereits seit 1999. Ich bin allerdings erst 2004 dazu gestoßen und kenne dementsprechend nicht alle Details und Anekdoten aus den Anfangsjahren. Ich habe den Werdegang von DC bereits von Anfang an mitverfolgt und war schon zu „Mastery Of The Light“-Zeiten von der Musik sehr angetan. Im Jahr 2004 bin ich zunächst aushilfsweise bei den Jungs als Drummer eingestiegen. Da die Chemie gleich gepasst hat und der Musikgeschmack ebenfalls in die gleiche Richtung ging, haben wir gleich Nägel mit Köpfen gemacht und ich wurde als neues Bandmitglied vorgestellt. Danach haben wir viele tolle Konzerte gespielt und eben auch wunderbare Erfahrungen bei den Aufnahmen der letzten beiden Alben sammeln dürfen.

SB: Ihr habt euch ja entschlossen auch das neue Album wieder komplett in Eigenregie aufzunehmen und zu veröffentlichen. Gab es denn nach dem auch schon sehr starken „Invisible Walls“ denn gar keine Labels, die da Interesse gezeigt hätten? Oder habt ihr euch bewusst für den Weg der „Eigenproduktion“ wieder entschieden?

CF: „Invisible Walls“ erschien eigentlich bereits 2006 als Eigenproduktion und wurde 2008 von Silverwolf Productions neu aufgelegt. Dieser Vertrag galt aber lediglich für „Invisible Walls“. Das wurde auch bewusst so beschlossen, um mehr Spielraum für kommende Produktionen zu haben. Da die Zusammenarbeit nicht ganz optimal verlief, haben wir uns „in beidseitigem Einvernehmen“ darauf geeinigt, zukünftig wieder getrennte Wege zu gehen.

Uns war gar nicht so bewusst, dass die Schreiberlinge, die jetzt ein Review zu „End Of Time“ geschrieben haben, zum Großteil denken, wir hätten keinen Plattenvertrag abbekommen.

Wir hatten vor der Veröffentlichung sehr wohl Angebote vorliegen und haben diese auch genau geprüft. Allerdings war es einfach Fakt, dass wir selbst mit dem besten Angebot lediglich etwa ein Viertel unserer Produktionskosten hereinbekommen würden.

Dies ist aber leider nicht genug, da bereits unsere Instrumente Geld kosten, Proberaummiete zu zahlen ist und auch für´s nächste Album wieder Geld vorhanden sein muss. Zudem bleibt bei vielen Auftritten schon kaum was hängen und somit haben wir uns dafür entschieden, die ganze Sache selbst herauszubringen. Wir hatten ja bei „Invisible Walls“ bereits Erfahrungen und Kontakte gesammelt und konnten diese jetzt wieder reaktivieren. Wir können jetzt auch ohne Plattenfirma unsere CDs über Amazon anbieten und haben verschiedene Metal-Mailorder, die unsere CD in ihrem Programm haben. Wir haben sogar einen „Mini-Vertrieb“ in den USA und Japan und von dem her sind wir momentan sehr froh, so wie die Dinge laufen.

SB: Ich habe ja auch auf dem Erstling schon einige Parallelen zum Sound von VANISHING POINT ausmachen können – sind diese Absicht und seid ihr Fans dieser Band, oder sind diese Ähnlichkeiten rein zufällig?

CF: Ich glaube, da muss ich dich enttäuschen, denn wir sind weder Fans der Band, noch kennen wir deren Material. Ich kann mich zwar daran erinnern, dass ich sie bei einem Konzert bereits als Vorband gesehen habe (2001 im Vorprogramm von GAMMA RAY), aber die Parallelen sind wirklich reiner Zufall.

SB: Was sind denn die Haupteinflüsse für DESTINATION’S CALLING? Welche Bands hört ihr gerne, welche Elemente von anderen Künstlern lasst ihr in euren eigenen Sound einfließen? Worauf legt ihr bei euren Songs das Hauptaugenmerk, und was kann sich jemand, der noch nie etwas von euch gehört hat, als den typischen „DESTINATION’S CALLING Sound“ vorstellen?

Da wir vier natürlich die verschiedensten Bands hören, gibt es auch diverse Einflüsse. Bei „End Of Time“ würde ich sagen, dass man schon etwas die Einflüsse von KAMELOT, EVERGREY oder auch SYMPHONY X heraushört. Wir hören natürlich alles Mögliche. Das fängt bei A wie AYREON an, geht über CHILDREN OF BODOM und EDGUY zu NEVERMORE und endet bei (SYMPHONY) X. Dies ist natürlich nur ein Bruchteil der Bands, die wir gerne hören und es wären viel zu viele, um alle zu erwähnen.

Bei unseren Songs legen wir natürlich erstmal Wert darauf, dass sie uns selbst gefallen. Wenn dies nicht der Fall wäre, könnten wir das live auch nicht glaubhaft rüberbringen. Wir stellen sehr hohe Erwartungen an uns selbst. Einerseits soll bei dem Song was hängen bleiben, er muss also Ohrwurmcharakter besitzen, andererseits soll er aber auch nicht kitschig klingen. Eine gute Mischung aus eingängigen Melodien und einer gewissen Härte machen meiner Meinung nach den typischen DC-Sound aus. Zudem hat unser Sänger Chris eine sehr warme, klare und schöne Stimme, die in dieser Art und Weise einzigartig ist. Es gab zwar in diversen Reviews schon Vergleiche mit anderen Sängern, aber die konnten wir bisher nie nachvollziehen.

Natürlich werden wir von anderen Bands beeinflusst und lassen uns bewusst oder unbewusst beeinflussen. Allerdings möchten wir nicht wie eine Kopie irgendeiner Band klingen und konnten diese Eigenständigkeit auch bisher weitestgehend wahren.

Dies bekommen wir übrigens von Fans, als auch in den Reviews immer wieder zu hören und darauf sind wir auch sehr stolz.

SB: Was waren bisher die besten Erlebnisse, die ihr mit DESTINATION’S CALLING assoziiert? Und welches die schlechtesten?

CF: Nun, die Bühne mit Bands wie AXXIS, BONFIRE, VISION DIVINE, BRAINSTORM oder bald auch STRATOVARIUS und EVERGERY zu teilen, ist natürlich immer etwas Besonderes. Auf STRATOVARIUS und EVERGREY freuen wir uns wirklich sehr, da beide zu unseren absoluten Lieblingsbands gehören.

Auch die Aufnahmen zu „Invisible Walls“ und „End Of Time“ sind absolut schöne und einmalige Erlebnisse. Am schönsten ist es natürlich, wenn die Fans oder auch Redakteure dasselbe für unsere Musik empfinden wie wir selbst. Das ist dann auch Beleg dafür, dass wir doch einiges richtig gemacht haben.

Negative Erlebnisse sind beispielsweise Auftritte, bei denen du hunderte Kilometer durch die Gegend fährst, um dann nachts um 2 Uhr die Bühne vor zehn Anwesenden zu entern, die es schon gar nicht mehr interessiert oder gar nicht mehr mitbekommen, dass du auf der Bühne stehst.

SB: Was sind die nächsten Pläne bei euch? Steht vielleicht eine Tour an? Oder geht’s gleich weiter mit den Arbeiten an neuen Songs? Wo liegen da eure Prioritäten im Augenblick?

CF: Eine Tour ist im Moment nicht geplant, da diese eben auch wiederum mit Kosten verbunden ist und finanziert werden möchte. Zudem muss diese auch zeitlich unterzubringen sein, was auch nicht so einfach ist. Wir werden versuchen noch weitere Auftritte an Land zu ziehen und das Songwriting für die nächste CD hat im Prinzip bereits begonnen.

Nach der CD ist vor der CD und unser Gitarrist Markus hat bereits ein paar viel versprechende Ideen auf Lager.

SB: Was wäre für euch das Ziel, das ihr mit der Band erreichen wollt? Wo seht ihr DESTINATION’S CALLING in, sagen wir, fünf Jahren?

CF: Ich denke unser Ziel ist es, weiterhin qualitativ hochwertige Songs zu schreiben und CDs aufzunehmen. Wir wollen einfach Musik machen die uns gefällt und uns Spaß macht und diese dann eben auch auf CD bannen, damit auch unsere Fans etwas davon haben. HAHA.

Ansonsten stehen wir natürlich gerne auf der Bühne und versuchen Auftritte zu ergattern, damit unsere Fans in den Genuss kommen, unser Material auch live zu hören.

Das Leuchten in den Augen der Fans zu sehen und in zufriedene Gesichter zu ist dabei der größte Lohn und motiviert uns immer wieder aufs Neue.

Das Musikgeschäft ist sehr hart, der Tonträgermarkt überfüllt und es ist schwer aus der ganzen Masse herauszustechen. Grundvoraussetzung ist für uns, immer eine starke CD abzuliefern. Dann klappt es auch mit den Zuhörern. Der Weg ist das Ziel!
Ansonsten hoffe ich, dass wir in fünf Jahren genügend Songs für 'ne CD zusammen haben. HAHA.

SB: Was macht ihr „hauptberuflich“ bzw. womit verbringt ihr eure Zeit abseits von DESTINATION’S CALLING?

CF: Nun, wir haben einen Lehrer, einen Systemadministrator, einen Erzieher und einen Qualitäter anzubieten. Bunt gemischt also. Die Band verlangt uns ziemlich viel ab, so dass es gar nicht so viel neben Beruf und Band gibt. Schließlich möchten wir mit unseren Frauen auch noch Zeit verbringen. Aber natürlich gehen wir sehr gerne auf Konzerte, verreisen oder hängen mit Freunden ab.

SB: Was möchtet ihr interessierten Lesern und potenziellen neuen Fans in Österreich mit auf den Weg geben?

CF: Ich möchte mich für das Interview bedanken und dafür, dass alle bis hierher gelesen haben.

Ich würde euch wärmstens empfehlen, mal auf unserer Homepage in unsere Songs hineinzuhören oder sich auch die CD mal in die Hand zu nehmen und diese anzuschauen, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Sowohl musikalisch, soundtechnisch, als auch vom Artwork her müssen wir uns vor keiner bekannten Band verstecken und darauf sind wir sehr stolz.

Überzeugt euch selbst davon und gebt uns eine Chance. Ihr werdet es sicher nicht bereuen. Stay Heavy!


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