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Wenn um fünf Uhr morgens das Handy klingelt, und Brian Pearl sagt: Wir sind in einem Monat am Merkur! denkst du zuerst einmal: OK...?! Klingt interessant!.

MARROK aus dem oberösterreichischen Steyr sind auf interplanetarischer Mission. Stormbringer hat sich mit Frontmann Brian und Leadgitarrist M:Zeven noch kurz vorm Abheben des Raumkreuzers MARROK auf einen Plausch getroffen.

Text: Sandy
Veröffentlicht am 08.09.2012

Stormbringer: Hallo ihr beiden! Zuerst einmal Gratulation zum neuen Album "Days Of Mercury". Wie beurteilt ihr die neue Scheibe im Vergleich zum noch gar nicht mal so alten "Midnight Carnival" (2011)?

M:Zeven: Derzeit sind wir einfach mal nur glücklich mit unserem neuen Baby. Wir genießen den Augenblick, zumal viele der Songkinder auf "Days Of Mercury" sozusagen meine Augen tragen.

Stormbringer: Bereits das Vorgängerwerk war ein Konzeptalbum, das aktuelle wiederum. Was reizt euch an diesem besonderen Musikformat. Ist euch das Arbeiten an Einzelhits zu langweilig?

Brian Pearl: Dazu muss ich sagen, dass ich von der Story hinter "Days Of Mercury" geträumt habe. Dieser Traum ist dann gewachsen und so konnte ich gar nicht anders, als wieder ein Album rund um eine packende Geschichte zu produzieren.

M:Zeven: Jeder in der Band hat eigene Favoriten unter den Tracks. Das sind dann unsere Einzelhits.

Stormbringer: Songwriting findet bei euch in der Gruppe statt?

Brian Pearl: Das ergibt sich wie ein Puzzle. Ich arbeite ständig und viel an Lyrics und Musik. Man trifft sich natürlich auch immer wieder in der Gruppe, und fügt so Teile zusammen, natürlich auch Inputs anderer Bandmembers.

Stormbringer: Erzählt "Days Of Mercury" einfach eine coole Science-Fiction-Geschichte, oder gibt es einen Bezug zu Begebenheiten in der realen Welt?

Brian Peal: Natürlich sehen wir, was auf der Welt passiert. Und von daher wird es vermutlich darauf hinauslaufen, dass die Menschheit eines Tages die Erde verlassen muss. Für mich persönlich war das ganze einfach eine Eingebung die für ein Jahr mein Leben bestimmt hat.

M:Zeven: Wenn um fünf Uhr morgens das Handy klingelt, und Brian Pearl sagt: "Wir sind in einem Monat am Merkur!" denkst du zuerst einmal: "OK...?! Klingt interessant!". Jetzt ist die Welt jedenfalls noch nicht kaputt, aber wir waren bereits auf dem Merkur um im Rahmen einer Expedition festzustellen, dass es dort wärmer als am Mars ist.

Stormbringer: Eure Einflüsse umfassen so unterschiedliche Künstler wie DREAM THEATER, den Bluesrocker RORY GALLAGHER (!) oder auch MARILYN MANSON. Am neuen Album sind auch Electronic/Dubstep-Stilelemente vorzufinden. Macht ihr euch in Folge dessen nicht viele Gedanken wie ihr das alles stilvoll unter einen Hut bringt, ohne dass es gestelzt oder aufgesetzt wirkt?

Brian Pearl: Wie bei den Konzeptstories auch: Es passiert einfach. Wir tüfteln nicht zu viel herum. Wir wollen unser Werk frisch und roh auf den Tonträger bannen. So, glaube ich, entsteht dann auch etwas Eigenständiges und darauf sind wir stolz.

M:Zeven: Nicht lachen, aber eines meiner Vorbilder ist zB LOU BEGA (Hit "Mambo #5", Anm d Verf). Er kam aus dem Nichts und ist mit einem Sommerhit über ein Jahr in den Charts geblieben. Er so simpel und roh wie möglich ein Liedchen über neun Mädels gesungen. Aus so einer einfachen wie auch genialen Idee kann man glaube ich viel Inspiration ziehen.

Stormbringer: Die Basis für euren Erfolg habt ihr mit viel Arbeit in bester Do-It-Yourself-Manier gelegt. Auch die eine oder andere helfende Hand ist für euch im Hintergrund tätig. Wer steckt denn aller hinter dem "Erfolgsteam MARROK"?

M:Zeven: Zu eigentlich 99% das verworrene Geniehirn des Brian Pearl. Seine Ideen fruchten ziemlich schnell in uns allen. Daneben gibt es auch einige Leute die sehr lange auf freundschaftlicher Basis für MARROK tätig sind. Es macht uns allen Freude die Band voran zu bringen und es wird weniger als Arbeit empfunden. Außerdem möchte ich andere Bands aus Österreich positiv erwähnen. Ich denke da gibt es wenig Konkurrenzdenken untereinander. Im Mittelpunkt steht vielmehr sich gegenseitig zu helfen, egal welches Genre.

Stormbringer: "Days Of Mercury" wird vom deutschen Firma Brainstorm Music Marketing promotet, und vom ebenfalls deutschen Rough Trade Vertrieb unters Volk gebracht. Ist es nicht schwer als Ösitruppe bei den großen Nachbarn Fuß zu fassen?

M:Zeven: Wir haben eine große deutsche Fanbasis. Von daher könnte ich nicht sagen, wir hätten je Probleme mit Deutschland gehabt. Es gibt einen Fanclub in Deutschland. Die sehr aktive Community dort organisiert sogar Reisen zu MARROK-Gigs nach Österreich.

Stormbringer: Stichwort "Live". 2010 habt ihr den International Live Award gewonnen. Ihr wart Vorband von ALTER BRIDGE und PAPA ROACH, habt auf dem Donauinselfest gespielt. Ist das noch zu toppen? Wohin soll die sprichwörtliche Reise (Tour) noch gehen?

Brian Pearl: Ein Festival am Merkur sollte sich auf jeden Fall noch ausgehen, oder zumindest ein Konzert auf einem Space Shuttle. Wir wollen etwas Großes aufziehen und vor möglichst vielen Menschen spielen.

M:Zeven: Ich würde gerne eine "Wall Of Death" am Badestrand sehen, oder auf einer Neuauflage von Woodstock spielen.

Stormbringer: Ihr seid für den österreichischen Amadeus Award in der Kategorie Hard & Heavy nominiert. Wie ist eure Meinung zur hiesigen Szene?

M:Zeven: Die Musikszene hier ist gottseidank ziemlich cool. GOTV bietet ja zum Beispiel die komplette Bandbreite, vor allem aber auch fördern sie österreichische Bands. Von daher bin ich schon selbst auf tolle Bands aufmerksam geworden, wo ich nicht schlecht gestaunt habe, dass die auch aus unserem Heimatland kommen. Beste Beispiel: 3 FEET SMALLER. Die haben am Two Day A Week-Festival unter anderem LIMP BIZKIT weggeblasen.

Stormbringer: Ihr habt ebenfalls schon österreichische Festivalluft geschnuppert. Gemeinsam mit CENTAO habt ihr den Red Bull-Brandwagen bespielt. Wie waren eure Erfahrungen?

Brian Pearl: Großartig. Der Brandwagen stand zB am Novarock direkt neben der "Blue Stage" und wenn du zur "Red Stage" wolltest, musstest du daran vorbei. So konnten wir uns einer riesigen Menge an Leuten präsentieren, die uns vorher noch nicht gekannt hatten.

M:Zeven: Außerdem sieht man Backstage lustige Dinge, wie zB einen MARILYN MANSON beim Sessel-Diebstahl.

Brian Pearl: Danke übrigens auch nochmal an dieser Stelle an die tolle Organisation der Auftritte!

Stormbringer: Zeven, du bist ja der neue in der Band. Wie kam es eigentlich zu deinem Pseudonym?

M:Zeven: Ich hab eigentlich seit jeher 7-saitige Gitarren gespielt. Somit ist mein Name Programm.

Brian Pearl: Wir haben nun endlich die beste Besetzung, die es für MARROK überhaupt geben kann.

Stormbringer: Nun bitte um eure abschließende Grußbotschaft an die Stormbringer-Community!

Brian Pearl (zu M:Zeven): Ich weiß was du jetzt sagst.

M:Zeven: Das ist wieder mal typisch Brian Pearl. Ich weiß nämlich noch nicht was ich sage! (lacht & überlegt) ... Pokemon rote, blaue oder gelbe Edition: Nicht das Missingno fangen, sonst ist das Spiel kaputt!


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