Gasmac Gilmore - Matthias Wick, Max Berner

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Viel Zwiebel, saftige Pommes und ein kühles Bier...

Aus wenig Zutaten bereiten die Modern Metal Durchstarter GASMAC GILMORE ein schmackhaftes Menü namens "Little Lucy". Was sonst noch in der Boardküche abgeht, verraten Drummer Max und Sänger Matthias in der Doppelconference....

Text: adl
Veröffentlicht am 29.10.2005

Bitte erzählt kurz über Euren bisherigen musikalischen Werdegang!

Max: Begonnen hat alles 1993 mit der Band Doped Nomad. Wir erreichten den 2ten Platz beim Austrian Bandcontest, spielten Supports für Napalm Death, Anathema, Alkbottle usw. Nach fast 9 Jahren war es dann aber soweit, daß wir weder menschlich noch musikalisch miteinander konnten. Unsere Sängerin Petra Koller entschied sich damals, elektronische Musik zu machen, der Gitarrist Rudi Obermann gründete eine Metal-Core Band.
Matthias und ich gründeten Gasmac Gilmore. Unser erstes Album Sicknum war ein reines Studioalbum - um uns von den alten, bereits automatisierten musikalischen Arbeitsweisen zu lösen, verzichteten wir anfangs auf Band und Proberaum, arbeiteten viel mit Samples und experimentierten mit unterschiedlichsten Musikstilen. So entstand unser neuer und ziemlich unvergleichbarer Sound.
Matthias: 2004 produzierten wir gemeinsam mit Boban Milunovic (Metamorphosis Studios) unsere erste Single Zirkus. Gleichzeitig arbeiteten wir gemeinsam mit Eva und Maria Grün an einem Plastilin-Animations-Splatter-Video zu dem Song Zirkus, das auf diversen Kurzfilmfestivals, GoTV und in mehreren Wettbewerben grosse Anerkennung fand.
2005 entstand unser zweites Album little Lucy. Im Herbst dieses Jahres haben wir uns auch für einen Label- und Vertriebsdeal mit Huge Music Entertainment (www.hugemusic.net) entschieden. Ab dem 20 Jänner 2006 wird little Lucy offiziell in Österreich und Deutschland veröffentlicht werden. Unser neues Video Topenga ist ebenfalls fertig und wir hoffen, auch damit unseren Fankreis erweitern zu können! Ab Anfang nächsten Jahres planen wir eine Clubtour, um vor allem in den Bundesländern mehr präsent zu sein.

Wie ist Euer Bandname „Gasmac Gilmore“ eigentlich entstanden?

Max: Für den Namen Gasmac Gilmore haben wir uns von dem Film Cremaster 2 von Matthew Barney inspirieren lassen. Es sind vor allem die unkonventionellen Bilder und die obskuren Charaktere, die uns an unsere eigene Musik erinnert haben. Cremaster 2 erzählt die Geschichte des Antihelden Gary Gilmore, der 1977 in den USA für einen Raubmord hingerichtet wurde.
Den Gasmac genießt man besten mit viel Zwiebel, saftigen Pommes und einem kühlen Bier!

Kommen wir nun zu Eurer letzten CD „Little Lucy“. Was könnt Ihr mir über die Entstehungsgeschichte erzählen?

Max: Das Album little Lucy entstand zum größten Teil erst während den Aufnahmen selbst. Insgesamt verbrachten wir 6 Monate im Studio und nahmen uns viel Zeit, um mit Sounds und Arrangements zu experimentieren. Ich glaube, wir haben weit über zwanzig Songs aufgenommen, von denen jetzt die zehn besten auf little Lucy zu hören sind. Diese Arbeitsweise ist ein Luxus, der in einem normalen Studio nicht zu bezahlen wäre. Wir haben also lieber in eigenes Equipment investiert, um uns danach voll und ganz auf die Musik konzentrieren zu können - ohne Störfaktoren wie Geldmangel oder Zeitdruck.

In Euren eigenen Worten: wie unterscheidet sich „Little Lucy“ vom Vorgänger „Sicknum“?

Matthias: Wer unser Debutalbum Sicknum kennt, weiß bereits, daß wir mit sehr unterschiedlichen Stileinflüssen experimentieren. Das neue Album ist jedoch auch etwas straighter geworden - wir haben uns mehr auf “klassische“ Instrumentierung konzentriert und den Live-Charakter unserer Songs herausgearbeitet. Die Lieder sind - im Gegensatz zu früher – wieder beim gemeinsamen Jammen im Proberaum entstanden. Die synthetischen Sounds treten dadurch etwas in den Hintergrund und werden teilweise durch akustische Gitarren ersetzt.
Die 10 Songs auf little Lucy bewegen sich zwischen Rock, Alternative-Metal und Balkanrock - im Großen und Ganzen kann man aber sagen, daß Little Lucy wieder für alle Geschmäcker etwas bieten sollte.

Wie zufrieden seid Ihr mit „Little Lucy“? Ist alles so geworden, wie Ihr es Euch vorgestellt hattet oder hättet ihr im Nachhinein betrachtet lieber irgendetwas anders gemacht?

Max: Eigentlich sind wir sogar sehr zufrieden. Der Sound ist gelungen, die Nummern sind abwechslungsreich und doch kompakt. Meiner Meinung nach ist little Lucy ein Album, das selbst nach häufigem Hören noch Spaß macht, vor allem weil man immer wieder neue Sounds, witzige Details und natürlich Überraschungen in den Lyrics entdecken kann.

Gibt es schon Reaktionen von Fans oder Presse? Falls ja, wie sehen diese aus?

Matthias: Es gibt bereits einige sehr positive Reaktionen – vor allem von Fanzines und Online-Magazinen wie adl.at, die wir schon sehr früh mit Demos des Albums beschickt haben. Die „offizielle“ Promotion und auch der Start der beiden Videos wird sich natürlich rund um den Releasetermin am 20. Jänner 2006 konzentrieren. Aber vor allem live konnten wir unser Publikum mit dem neuen Programm schon absolut überzeugen – wir möchten uns deshalb an dieser Stelle auch bei den vielen langjährigen Fans und Freunden für ihren Support und die viele positive Kritik bedanken!

Ich habe es in meiner Rezension schon angesprochen: am besten gefällt mir GASMAC GILMORE, wenn ihr so etwas wie Balkanfolklore in Eure Songs einfliessen lasst. Woher kommen diese Einflüsse eigentlich?

Matthias: Diese Worldmusic-Einflüsse kommen größtenteils von Max – ihm macht es am meisten Spaß, neue, volkstümliche oder obskure Musik zu entdecken und zu analysieren. Er sorgt auch dafür, daß sich der Rest der Band nicht vor Neuem und Unbekanntem verschließt, sondern immer ein offenes Ohr für das Andere und nicht Offensichtliche hat.

Max: Das Album Sicknum war ja sehr von Latingitarren beeinflußt - das lag wahrscheinlich daran, daß damals einige meiner Freunde in mexikanischen Bars arbeiteten und ich dort immer günstige Cocktails abstauben konnte!
Bei little Lucy habe ich mich sehr von Filmmusik beeinflussen lassen. Ein gutes Beispiel dafür wäre z.B. die Balkan-Slapstickkomödie „Schwarze Katze, weißer Kater“ von Emir Kusturica, der ja auch selbst Musiker ist und deshalb in seinen Filmen der Musik eine sehr wichtige Rolle zuordnet. In den östlichen Musikelementen liegt ein sehr tanzbarer und emotionaler Grundrythmus, der sich unheimlich gut mit unseren harten Gitarren und treibenden Schlagzeug verbinden lässt. Auch „Good Bye Lenin“ von Wolfgang Becker hat zB. einen großartigen Soundtrack. Der Komponist Yann Tiersen (u.a. auch „Die fabelhafte Welt der Amelie“) hat dabei einen melancholischen, tragik-komischen Stil verwendet, der sich auch in unseren Songs widerspiegelt.

Welche Nummer auf „Little Lucy“ taugt Euch besonders?

Max: Ein Favorit von mir ist Hellfish – das liegt wahrscheinlich daran, daß sich Matthias beim Texten von meinen damaligen Beziehungsproblemen beinflussen ließ und ich mich immer wieder selbst darin finden kann. Live mag ich besonders Alpenglühn, weil das eine Nummer ist, bei der man so richtig abrocken kann.

Wie kürzlich bekannt wurde, habt Ihr einen Label- und Vertriebspartner gefunden, der Euer Album im Jänner 2006 veröffentlichen wird. Herzliche Gratulation dazu, wie ist dieser Deal zustande gekommen?

Max: Huge Music sind an uns herangetreten. Wir haben zwar schon immer Demos verschickt, um einen Labelpartner zu finden, der uns hilft, die Musik von Gasmac Gilmore einem weiteren Publikum und vor allem im Ausland bekannt zu machen. Diesmal konnten wir aber ein komplettes Package mit einem fertigen Album inklusive den zwei Videos anbieten. Wahrscheinlich war diese Professionalität – auch in unserem ganzen Auftreten – und unsere schon vorhandene Fanbase der ausschlaggebende Punkt.

Wie sehen die generellen Zukunftspläne von GASMAC GILMORE aus? Wo seht Ihr Euch in 5 Jahren?

Matthias: Momentan arbeiten wir an einer Tour durch Österreich und Deutschland, um das neue Album zu promoten. Gleichzeitig schreiben wir schon wieder an neuem Material für das nächste Album. Wir wollen also auf jeden Fall weiterkommen – mehr Menschen für unsere Musik begeistern und viel live zu spielen sind unsere Hauptanliegen.
Eine Prognose für die nächsten fünf Jahren zu stellen, ist in Anbetracht der Umwälzungen und Veränderungen in der ganzen Musikbranche sehr schwierig. Wir werden auf jeden Fall unserem Grundprinzip treu bleiben, niemals in unserer musikalischen Entwicklung stehen zu bleiben und den Spaß am Musikmachen – und an Liveauftritten - an oberster Stelle zu sehen. Wenn sich viele Fans mit unserer Haltung und unserer Musik identifizieren können und alle eine gute Zeit bei unseren Konzerten haben, macht uns das als Band am meisten Freude!

Bitte hinterlasst hier noch ein paar abschliesende Worte für unsere Leser…

Max: Wir möchten gerne alle einladen, sich little Lucy anzuhören und im besten Fall sehen wir uns bei den nächsten Konzerten! Auch unsere Website www.gasmacgilmore.com, wo man sich einen Eindruck von den Videos und Songs des neuen Albums machen kann, möchten wir euren Lesern ans Herz legen. Gerade in Wien/Österreich ist die Unterstützung von Seiten des Publikums das wichtigste für eine Band, um Feedback und Unterstützung für die eigene Arbeit zu bekommen. In diesem Sinne: Rock on!


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