Helloween - Dani Löble

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Musik hat ja auch eine soziale Komponente und verbindet, und das wäre schön, wenn diese soziale Komponente nicht ganz in Vergessenheit geraten würde.

Die Hamburger Kürbisköpfe von HELLOWEEN überraschen Anfang 2013 mit einem starken Album namens "Straight Out Of Hell", und Drummer Dani Löble stand uns Rede und Antwort, um uns ein bisschen was über den Trip raus aus der Hölle zu erzählen.

Veröffentlicht am 19.01.2013

Die Hamburger Kürbisköpfe von HELLOWEEN überraschen Anfang 2013 mit einem starken Album namens "Straight Out Of Hell", und Drummer Dani Löble stand uns Rede und Antwort, um uns ein bisschen was über den Trip raus aus der Hölle zu erzählen.

SB: Hallo Dani, vielen Dank dass du dir die Zeit nimmst für das Interview. Wie läufts bei dir?

DL: Es geht sehr sehr gut, danke... ich darf nur leider nicht Skifahren, weil jetzt dann die Tour ansteht, haha.

SB: Tja, als Trommler hat man's nicht leicht. Nun, ihr habt mit "Straight Out Of Hell" ein sehr gutes, fast überraschend starkes Album am Start. Wie kam das gerade jetzt, an diesem doch schon fortgeschrittenen Punkt der Karriere von HELLOWEEN?

DL: Hm, das ist schwer zu sagen... irgendwie ist es ja schon so ein typisches HELLOWEEN Ding. Wir haben da gar nicht groß drüber nachgedacht, sondern "einfach machen" war die Devise. Klar hat man immer mal wieder einen Plan, was man machen möchte, aber letztlich gehts dann doch wieder in eine ganz andere Richtung. "Keepers 3" haben wir uns etwa anders vorgestellt, als es dann geworden ist, aber dann gab's mit "Gambling With The Devil" doch einigermaßen eine Auferstehung, und mit "7 Sinners" haben wir dann zu unserer Stärke in diesem Lineup gefunden. Wir haben jetzt einfach einen super Workflow.

SB: Ja, du bist ja jetzt seit 2005 in der Band. Was war das eigentlich für eine Erfahrung für dich, bei einer Band wie HELLOWEEN anzufangen, und wie war diese Zeit für dich?

DL: Es war eine sehr bewegende Zeit. Es war vieles ganz anders, als ich mir das vorgestellt hatte. Es ist einfach prügelhart, als Drummer bei HELLOWEEN dabeizusein. Da bist du auf einmal ganzes Jahr auf Tour, jettest um die ganze Welt... das sind erstmal wahnsinnig viele Eindrücke, aber gleichzeitig musst du permanent kreativ sein, permanent "on" sein. Man muss sein ganzes Leben danach ausrichten. Ich mein, ich liebe das, es ist mein ein und alles, weil mein Beruf auch mein Hobby ist und das ist eine geile Sache... aber es ist auch hart.

Und man muss sich das auch mal bewusst machen, auf einmal spielst du für eine Metal-Legende... und spielst dann Songs wie "Dr. Stein", wo ich noch weiß, wo ich damals die Platte gekauft habe!

SB: Gutes Stichwort - was spielst du denn lieber live, alte Klassiker oder neues Material?

DL: Ach, die Mischung aus alten und neuen Sachen macht die gute Stimmung aus. Wenn du immer nur die Klassiker bringst wirds langweilig, aber nur permanent Neues kannst du auch nicht machen. Die Mischung macht's einfach, ich finde eigentlich alle Nummern geil, die alten wie die neuen.

SB: Nun, auf dem neuen Album habt ihr ein paar sehr starke Songs. Unter anderem auch "Hold Me In Your Arms", eine Ballade, die mich doch sehr stark an "If I Could Fly" von der "Dark Ride" erinnert. War das etwas, das ihr besonders angestrebt habt, solche Parallelen zu diesem doch düsteren Album, oder ist das einfach passiert?

DL: Also Sascha hat diese Ballade geschrieben - bei uns schreibt ja jeder Songs - und wir haben auch immer viele Sachen von der "Dark Ride" gespielt, da hast du dann natürlich diese Einflüsse drin. Ich bin sonst nicht so der Balladen-Fan, aber die ist richtig geil geworden, haha.

SB: Wie läuft bei HELLOWEEN eigentlich das Songwriting ab?

DL: Bei uns darf jeder machen was er will. Andi ist für mich irgendwie der deutsche Desmond Child, wenn du den kennst, haha. Er ist wahnsinnig kreativ, liefert immer wieder geile Songideen, und hat auch den Löwenanteil am Songwriting. Wir wählen dann aus was geil ist... Sascha hat auch immer viel geiles Zeug abgegen, und natürlich Weiki.

SB: Als erste Single habt ihr euch für "Nabatea" entschieden. Warum gerade dieser Song, der ja doch einigermaßen sperrig und lang für eine Single ist?

DL: Ja der Song ist für mich auch ein Highlight auf der PLatte. Der ist griffig, hat alle möglichen Parts drin, er bedient einfach das Vollprogramm haha.

Ich hab sonst aber keine wirklichen Favoriten auf dem Album, irgendwie ist jeder Song auf dem Album ein absoluter Knaller geworden. Es wird schwer, da ein Liveset zusammenzustellen!

SB: Ihr habt auch diesmal wieder mit Charlie Bauerfeind zusammengearbeitet. Wie war die Produktionsarbeit mit ihm?

DL: Naja, Charlie ist ja nun schon seit 13, 14 Jahren mit HELLOWEEN verbandelt, und gehört quasi schon zum Team. Er kennt jeden, weiß wo die Stärken und Schwächen liegen... Er kennt uns quasi "inside out". Und er hat auch eine tolle menschliche Art, kann uns gut führen... er ist wirklich das sechste Bandmitglied, haha.

Er geht auch immer soundtechnisch neue Wege, setzt Ideen supergeil um und kombiniert modernes und klassisches.

SB: Ihr werdet das neue Album ja gemeinsam auf Tour mit GAMMA RAY promoten...

DL: Ganz genauso isses! "Hellish Rock Part 2", gemeinsam mit GAMMA RAY! Zuerst starten wir mal in Europa von Februar bis Mai; dann gibt's mal zwei Wochen Pause, dann kommt Asien und die Festivals... schließlich noch Süd- und Nordamerika... aber die Details werden dann eh auf der Homepage veröffentlicht!

SB: Wie wird sich denn das Set zusammensetzen diesmal?

DL: Hm wir werden wohl ein bisschen weniger aus der prä-Deris-Ära spielen, aber die Klassiker werden natürlich wieder dabei sein, die musst du auch bringen. Wir werden sicher ein paar nette Showelemente einbauen, und der Kai (Hansen, GAMMA RAY) ist ja auch dabei, da passiert immer wieder was lustiges, und er wird sicher auch wieder bei ein, zwei Nummern mitspielen.

SB: Was hält einen nach so vielen Jahren eigentlich noch motiviert, den Job weiterzumachen?

DL: Es ist ja nicht ein klassischer "Beruf", da ist immer noch viel Passion dahinter. Da sagst du nicht einfach, dass du von einem Tag auf den anderen aufhörst. Klar, vielleicht kommt mal der Moment... aber solange wir das noch machen können und auch unseren Ansprüchen gerecht werden, solange werden wir sagen "Let's go!"

SB: Was waren so für dich die herauststechendsten Momente im Laufe deiner Karriere mit HELLOWEEN?

DL: Hm das waren wohl zwei Sachen... Also abgesehen natürlich vom Touren und den ganzen Eindrücken die man da mitbekommt, wenn du auf einmal in China bist und durch die verbotene Stadt spazierst, und dann plötzlich in Südamerika... Aber für mich wird immer die Tatsache wichtig sein, bei der "Keepers 3" und damit dem fünfundzwanzigjährigen Jubiläum der Band dabei gewesen zu sein. Da kam natürlich auch der Fan in mir durch, wenn dir dann klar wird: "Mensch, jetzt bist du auch ein Teil der Geschichte dieser Band".

Und was dann noch schön war, dass war meine erste Goldschallplatte, die ich damals gleichzeitig mit Sascha erhielt. Wir wussten da nichts davon, und auf einmal kommt jemand mitten während des Konzerts auf die Bühne und überreicht dir so ein Teil... das ist schon was besonderes.

SB: Was würdest du denn gerne den Lesern von Stormbringer.at mitgeben?

DL: Ihr seid ein Online-Magazin, richtig? Ja weißt du, ich finde ja diese Online-Magazine und alles sehr gut, aber ich finde, es ist auch wichtig, dass die Fans wissen, dass nicht nur alles "imaginär" oder "virtuell" abläuft, sondern dass es auch eine reale Welt gibt, und Menschen dahinterstehen. Die ganzen Online-Sachen sind tolle Geschichten, aber Musik hat ja auch eine soziale Komponente und verbindet, und das wäre schön, wenn diese soziale Komponente nicht ganz in Vergessenheit geraten würde.

SB: Ein schönes Schlusswort, vielen Dank!

DL: Danke dir!


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