Messenger - Francis Blake

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...wir wollten einfach nur zeigen, dass die Metal-Bräute einfach die schärfsten auf der Welt sind, denn die sehen nicht nur unverschämt geil aus, sondern haben auch noch was in der Birne.

Wo er Recht hat, hat er Recht.

Text: Luka
Veröffentlicht am 29.08.2013

Hallo, erstmal danke dass ihr euch Zeit für ein Gespräch nehmt. Seit unserem letzten Interview (anlässlich „See You In Hell“) sind mittlerweile fast 2 Jahre vergangen. Hat sich seitdem etwas bei MESSENGER getan (personelle Änderungen etc.?)
Nun ja, wie man unschwer erkennen kann, hat jetzt der Poet Francis Blake den Posten am Mikrophon, der Pyromane Pyro Jack und der kettenschwingende Archäologe Chainmaster spielen die Gitarren, der Wissenschaftler Dr. H.R. Strauss zupft den Bass und der geheimnisvolle Navigator Merlin spielt die Drums.

Gratulation zu „Starwolf“, das den eh schon starken Vorgänger noch klar toppen kann. Die Hitdichte ist im Vergleich zu „See You In Hell“ noch mal deutlich höher geworden. War das ein Ziel von euch, hat sich bei eurem Songwriting was geändert, oder ist es Zufall?
Das wissen wir nicht genau, wir denken beim Schreiben nicht an Hits – das überlassen wir den Zuhörern, sich welche herauszusuchen. Und wenn es noch mehrere Songs diesmal sein sollten, die derart ankommen, umso besser! Es ist aber tatsächlich so, dass das Songwriting diesmal sehr geradlinig ist und man sagen kann, dass sich ein ganz bestimmter Stil durch das ganze Album zieht. Das muss aber so sein, denn es handelt sich ja auch um ein inhaltliches Konzept.

Wie waren die Aufnahmen von „Starwolf“, auch im Vergleich zu „See You In Hell“ in Bezug auf die Studiosituation, den Produzenten u.ä.?
Dieses Mal haben wir sehr viel Augenmerk auf bombastischere Gesangsarrangements und mehr melodiöse Gitarren gelegt. Auch einige Soundeffekte haben den Weg in unsere Musik gefunden, weil wir einen galaktischen Sci-Fi-Sound gesucht haben. Der Gesang wurde diesmal in den Vocallessons-Studios in St. Ingbert aufgenommen, was uns sehr weit nach vorne gebracht hat in diesem Bereich und auch zu diesen silbrig schimmernden Chören geführt hat, die man über das ganze Album hinweg hören kann. Unser Stamm-Produzent Rolf Munkes hat den Rest vom Mix erledigt und wieder einen Super Job gemacht. Teilweise waren wir auch mit unseren eigenen Studios involviert.

Wer tummelt sich da alles auf dem „Starwolf“-Cover?
Neben den eingangs erwähnten Gestalten haben wir hinter ihnen die Freibeuterlegende Wolf Morgan und seine Gefährtin Ramira, beides Figuren aus dem Roman.

Die Texte bzw. Songtitel von „Starwolf“ sind wieder recht abwechslungsreich, von Science Fiction über True Metal-Texte u.v.m. Aber die Themen „Weltall“ und „Piraten“ tauchen immer wieder auf, was einerseits an GAMMA RAY und andererseits an RUNNING WILD erinnert. Weil der Vergleich auch musikalisch passt: sind MESSENGER eine gute Mischung aus den genannten Bands, oder könnt ihr mit dem Vergleich nichts anfangen?
Eigentlich haben wir dieses Mal überhaupt keine True Metal-Texte, zumindest aus unserer Sicht nicht, da sich das komplette Material nach dem Buch richtet, das ein reiner Sci-Fi-Roman ist. Natürlich können wir mit den genannten Bands etwas anfangen als Vergleich, aber ich muss immer wieder feststellen, dass wir inzwischen einen eigenständigen Sound haben, der uns von diesen Bands unterscheidet.

„Starwolf“ basiert ja auf einem eigens von Victor Pax geschriebenen Roman. Könnt ihr ein bisschen über das Buch bzw. die vorkommenden Band-Mitglieder-Charaktere erzählen?
Dieser Roman hat als philosophische Ausgangsbasis einen Gegenentwurf zu den üblichen Schreckensvisionen, mit denen man uns im Sci-Fi-Bereich immer wieder konfrontiert, sobald es sich um Gentechnik und Klonen handelt. Dort ist es so, dass die freiheitsliebenden Piraten zu den Rebellen gehören, die sich für das Wiedereinsetzen der alten Ordnung stark machen, nämlich für Gesellschaften, die ihren Wohlstand auf der Nutzung von genetisch manipulierten Sex- und Arbeitersklaven ziehen und ähnlich wie die obere Schicht der Antike leben. Die Freibeuter kämpfen gegen einen galaktischen Ethik-Orden, der diese Technologie verboten und durch einen mächtigen Computervirus vernichtet hat und treiben Handel mit den Restbeständen und versuchen, das alte Wissen wiederzuerlangen. Die Jungs von MessengeR verkörpern hierbei mit ihren Charakteren die Boten und Offiziere des am meisten gefürchteten Piraten: Wolf Morgan, genannt „Sternenwolf“ oder auch „Starwolf“.

Weil das Album den Untertitel „…Pt. 1“ hat: ist „Starwolf“ Teil eines größeren Konzepts? Was ist da in Zukunft noch geplant?
Das werden wir noch sehen, zunächst einmal konzentrieren wir uns auf die neue CD.

Wie ist es zu den Gastauftritten von Jutta Weinhold, Preacher und Ralf Scheepers gekommen?
Wir haben die Jutta, den Ralf und auch Preacher jeweils live auf verschiedenen Festivals kennen gelernt, auf denen wir auch gespielt haben. Wir haben ihnen die Songs vorgespielt und sie waren einverstanden, dabei mitzuwirken. Das macht uns natürlich sehr stolz, denn so wie es in dem Roman um einen legendären Piraten geht, so zieht sich durch unser neues Album ein Hauch von Metal-Legendentum.

„Blackbone Song“ sticht nicht nur durch den Gastauftritt von Jutta Weinhold hervor, sondern der Song selbst ist auch ein Ohrwurm. Ist da nicht auch die Melodie eines Seemannslieds verpackt?
Aber klar, „What shall we do with a drunken sailor“, das weiß doch jeder!
Da gibt es eine Menge toller Verse dazu, die man in der Schule nicht lernt.

Liegt euch bei „Starwolf“ ein Song mehr am Herzen als die anderen?
Kann man das Eltern über ihre Kinder fragen? Das ist eine schwierige Frage. Aber warum sollen wir sie beantworten? Die Songs sind doch für Euch, also sollt Ihr auch wählen!

Wie bei „See You In Hell“ sind auf „Starwolf“ mehr Songs als normal (hier 13 Stück). Leidet ihr an Kreativitätsüberschuß? Sind alle Songs seit dem Vorgängeralbum entstanden, oder sind auch ältere dabei?
Wir denken einfach, dass die Fans für ihr hart erarbeitetes Geld einen ordentlichen Gegenwert bekommen sollten, außerdem waren diese beiden Coverversionen thematisch einfach ein Muss.

Was ist aus „Miss MessengeR“ geworden?
Die „Miss MessengeR“ war eine tolle Aktion, mit der wir sehr viel Aufsehen erregt haben. Sogar ein bekanntes Fotomodel hat uns geschrieben und sich darüber beklagt, Teil dieser oberflächlichen Plastikwelt zu sein. Aber das wollten wir gar nicht erreichen, wir wollten einfach nur zeigen, dass die Metal-Bräute einfach die schärfsten auf der Welt sind, denn die sehen nicht nur unverschämt geil aus, sondern haben auch noch was in der Birne.
Aber dieses Konzept passt nicht mehr zu uns, da wir inzwischen mit den Frauen andere Pläne haben… Dazu später vielleicht mehr…Einen Vorgeschmack könnt Ihr im Roman von Victor Pax bekommen.

Wie war die Tour mit BLAZE BAYLEY?
Wir haben viele Fans aus ganz Europa neu dazugewinnen können, mit den Jungs von Blaze viel Spaß gehabt und natürlich sehr viel Erfahrung gesammelt. Das war ein fantastisches Erlebnis, wie eine interstellare Reise. Bei dieser Gelegenheit haben wir wieder erkennen dürfen, was die Essenz des Metals ist: nahe bei den Menschen zu sein und Musik von Fans für Fans zu spielen, ganz gleich aus welchem kulturellen Kontext sie kommen. Mit Metal könnte man die Galaxis einigen.

Wie sieht es bei euch in näherer und fernerer Zukunft aus – Live-Aktivitäten, Veröffentlichungen etc.?
Es stehen einige größere Festivals an und es sind auch noch weitere Aktivitäten geplant, über die wir aber noch nicht sprechen können. Wir haben bereits begonnen, uns mit dem Songwriting der nächsten CD zu beschäftigen.

Danke für eure Antworten und alles Gute für eure Zukunft. Habt ihr noch eine Botschaft an unsere Leser?
Vielen Dank für diese interessanten Fragen und wir wünschen Euch viel Vergnügen mit den Boten des Sternenwolfes! Wir sind MessengeR und unsere Botschaft ist der Heavy Metal, Musik der Freien Geister mit Freibeuterherz.


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