INCURA - Kyle Gruninger

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Wir wollen eigentlich nur non-stop auf Tour gehen und Platten rausbringen, die man sich auch in 30 Jahren noch anhören kann.

INCURA aus dem kanadischen Vancouver haben lange gebraucht, um in Europa von sich hören zu lassen. Dafür ist das Debüt "Incura" aber rundum gelungen, und der Charme der Band liegt nicht nur in der wahnwitzigen Mixtur aus SAVATAGE, QUEEN, den DRESDEN DOLLS und COHEED AND CAMBRIA, sondern auch am Gesang von Front-Gote Kyle Gruninger. Selbiger war dann auch so nett, uns einige Fragen per Mail zu beantworten.

Veröffentlicht am 27.02.2014

Kyle, "Incura" ist euer erstes Full Length-Album, in eurer Heimat Kanada wurde es aber bereits vor einem Jahr veröffentlicht. Macht es immer noch Spaß darüber mit Journalisten zu plaudern?

Natürlich tut es das! Für uns bedeutet es echt viel, dass die Menschen daran interessiert sind, mit uns immer noch über das Album zu plaudern.

Was für Bands beeinflussen euch, und wie seid ihr auf das Konzept "Theatrical Rock" gestossen?

Nun, jeder in der Band hat verschiedene musikalische Backgrounds und Einflüsse. So grundverschiedene Sachen wie QUEEN, SYSTEM OF A DOWN oder GENESIS zählen da dazu. Ich selber ziehe eine Menge Inspiration aus meiner Liebe zum klassischen Theater und der Live-Performance. Und wenn man das alles zusammenbringt, bekommt man INCURA, beziehungsweise Theatrical Hardrock raus.

Wie lange habt ihr am Material für "Incura" geschrieben?

Wir sind Anfang 2011 ins Studio gegangen, also hat es etwa volle zwei Jahre gedauert um die Platte vom Start ins Ziel zu bringen. Wir haben uns absichtlich eine Menge Zeit gelassen für das Songwriting und das Recording, denn wir wollten alles aus dieser Scheibe rausholen, was nur irgendwie möglich war.

Ich bin gerade erst auf die Band gestoßen und hab euch natürlich noch nie live erlebt. Wie beschreibst du einer Person, die euch nicht kennt, was bei euch auf der Bühne so abgeht?

INCURA Ist ein Live-Performance-Project. Wir sind ziemlich gerne im Studio und tüfteln an Songs, aber das, wo INCURA wirklich zu strahlen beginnen, ist die Bühne. Da ist sehr viel Energie im Spiel, das Publikum wird ständig mit einbezogen und darf fleißig interagieren. Wir sind mit schwarzer Farbe beschmiert, voller Schweiß, manchmal sogar mit Blut besudelt! Wir versuchen, jeden Abend 110% zu geben, und es kommt bei uns nichts aus der Konserve, jede Note ist live gespielt, vierstimmige Harmonien mit eingeschlossen. Und ja, auch ich singe alles live.

Ihr habt eure Tour "Theatre Of Anarchy" genannt. Muss Theater immer auch ein wenig anarchisch sein, damit es so richtig gut wird?

Nun, alle nur erdenklichen Emotionen sind vonnöten, um diese dynamische Achterbahn ins Rollen zu bringen. Und jede Gefühlsregung ist wichtig und ein Puzzlestein in der Gesamterfahrung, die INCURA darstellt.

Auf dem Album-Cover sieht man einen entwurzelten Baum. hat das irgendeine besondere Bedeutung?

Der Baum repräsentiert das, wo wir momentan stehen in unserer Reise als Band. Die Saat wurde schon vor einer Weile gepflanzt und nun wächst sie und wächst. Keiner weiß aber, was die Zukunft bringen wird für den Baum, und damit auch nicht für INCURA. Wird er erblühen? Wird er absterben? Oder wird er dazu verwendet, etwas komplett Neues zu erschaffen? Das wird einzig und alleine die Zeit zeigen...

2006 seid ihr aus dem eher ländlichen Alberta in die Großstadt Vancouver umgezogen. War das eine notwendige Entscheidung um den Erfolg als Band zu garantieren?

Nun, unsere Heimatstadt war ein wenig zu klein geworden, um als Band unsere Richtung konsequent zu verfolgen. Es war einfach der nächste logische Schritt, auch, um INCURA einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Warum habt ihr euren ursprünglichen Namen INVEIN abgelegt und euch für INCURA entschieden?

Erstens kam mit Jim McLaren (Keyb.) ein neues Bandmitglied zu uns, und wir hatten das Gefühl dass der alte Name für die neue Konstellation nicht mehr so ganz passt. Zweitens war das ein eher nebensächlicher Prozess, und wir haben uns entschieden den alten Namen mit der "Cura", einem Zauber aus dem "Final Fantasy"-Spiel, zu verschmelzen..

Eure erste EP "A Way Out" erschien bereits 2003. Warum hat es über zehn Jahre gedauert, damit die Welt außerhalb Kanadas auf euch aufmerksam wird?

Als wir mit den Arbeiten zu "Incura" begannen, war es mit der festen Absicht, diese Platte in die ganze Welt zu tragen. Die zehn Jahre davor haben kontinuierlich auf diesen Moment zugesteuert. Jetzt haben wir die Partner, den Vertrieb und die Kontakte, um "Incura" so gut es geht zu promoten und die Band nach vorne zu pushen.

Du hast ja bereits in der High School Theater gespielt und in Musicals mitgewirkt. Ich nehme an das hat sehr geholfen, deinen Gesangsstil zu etablieren...

Natürlich, mit Sicherheit! Musiktheater und Live-Performance ist ein wichtiger Bestandteil von INCURA und hat uns nicht zuletzt dorthin gebracht, wo wir jetzt sind.das Ganze würde ich als gute Musik bezeichnen, garniert mit musikalischer Komplexität und ein bisschen Gesang für das Theater in deinem Gehirn.

Und was sind deine persönlichen Einflüsse als Sänger?

Ich liebe charismatische Frontmänner, die auch Unterhaltungskünstler sind. Personen wie Freddie Mercury von QUEEN, Corey Taylor von SLIPKNOT oder Serj Tankian von SYSTEM OF A DOWN haben mich quasi zu dem Sänger und Performer gemodelt, der ich heute bin. Noch ein bisschen Theatralik dazu addiert, und du hörst all diese Einflüsse in meinem Gesang!

Sieht ganz so aus als hättet ihr die letzten Jahre hart gearbeitet und es macht sich schön langsam bezahlt. Was sind die nächsten Dinge, die ihr mit INCURA erreichen möchtet?

Wir wollen eigentlich bloß nonstop auf Tour gehen undqualitativ hochwertige Platten rausbringen, die du dir auch nach 30 Jahren noch anhören kannst.

Soweit ich weiß ist "Turning Blue" ein sehr persönlicher und emotionaler Song für dich ...

Also, eigentlich sind alle meine Songs sehr persönlich und emotional für mich. Ich schreibe über mich und das Leben, und über die Dinge die man so alltäglich durchstehen muss. In "Turning Blue" geht es genau um das, Dinge mit denen du jeden Tag konfrontiert bist. Das ist nicht das Leben, das ich mir aussuche, sondern es ist das Leben, das mich aussucht.

Denkt man an kanadische Bands, dann fallen einem RUSH oder TRIUMPH ein, DEVIN TOWNSEND oder INTO ETERNITY. Was sind deine Lieblingsbands aus deiner Heimat?

Du hast sie eigentlich schon alle aufgezählt! Ich stehe auf Devin Townsend seitdem ich 14 bin und er noch mit STRAPPING YOUNG LAD unterwegs war. Und RUSH's "2112" ist sowieso eines meiner Top-Fünf-Alben aller Zeiten! Außerdem habe ich eine große Vorliebe für die Band PROTEST THE HERO.

Plant ihr bald mal nach Europa rüberzukommen?

Ja! Wir sind gerade drauf und dran, da etwas auf die Beine zu stellen, also schaut ruhig öfters auf unserer Website www.incura.net vorbei!

Hast du abschließend noch eine Message für unsere STORMBRINGER-Leser?

Klar: Macht das was ihr liebt, und nicht das, was man euch aufzwingt!

Und HIER geht's zum Review von "Incura" ...


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