Serpent Venom - Nick Davies

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Es besitzt die Punk-Ethik, dass du nicht der begabteste Musiker sein musst, um Doom zu spielen, aber du kannst rausgehen und den Leuten, mit dem was du zu sagen hast, ins Gesicht schlagen.

SERPENT VENOM sind nach drei Jahren mit ihrer neuen Platte "Of Things Seen & Unseen" zurück. Wir führten ein Interview mit Bassist Nick Davies.

Text: inhonorus
Veröffentlicht am 24.07.2014

Hi Nick, danke, dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Vorweg, kannst du uns kurz etwas über die Gründungsphase der Band erzählen? Wie kamt ihr zusammen und wie habt ihr SERPENT VENOM gegründet?

Hey! Danke, ist kein Problem. Also 2008 haben sich Pete (the original Brainchild of the band) und Paul regelmäßig getroffen, über die Gründung einer Doom-Band gesprochen und angefangen zu jammen. Sie holten Tas für den Bass, doch der trat ELECTRIC WIZARD bei, Garry stieß dazu um den Vocal-Part zu übernehmen und ich beteiligte mich mit dem Bass. Paul und Pete kannten sich von Gigs und der Szene, denke ich, und Paul war mit Gaz befreundet, so frag besser ihn. Ich kannte Paul und er stand in Kontakt mit einem gemeinsamen Freund von uns. Ich kannte Garry, weil ich ihn mit seiner alten Band gesehen habe. Als Pete ausstieg trat Roland bei, um uns beim Erfüllen der Tourpläne zu helfen und wir entschieden den Weg mit ihm gemeinsam zu gehen.

Woher kommt eigentlich der Bandname? Was war die Inspiration?

Wir sind alle Fans von PENTAGRAM und als kleine Notiz für diejenigen, die ihre Karriere und Veröffentlichungen verfolgt haben; Pete benannte die Band nach einen Song von BEDEMON.

Welche Einflüsse hat SERPENT VENOM? Und wie haben sie sich auf den Sound der Band abgefärbt?

Jeder von uns hat einen breiten Musikgeschmack, doch wir teilen Gemeinsamkeiten im Classic Rock, Heavy Metal und Doom etc. Unsere gemeinsamen Lieblingsbands sind HAWKWIND, BLUE CHEER, BLACK SABBATH, DEEP PURPLE, LED ZEPPELIN, WITCHFINDER GENERAL, SAINT VITUS, CANDLEMASS, PENTAGRAM. Die Liste ist sehr lang. Wir schreiben Musik, deren Sound wir mögen und behalten es bei, langsam und heavy zu sein. Einige dieser Einflüsse kommen in unseren Sound selbstverständlich zum Vorschein.

Was hältst du von dem Fakt, dass die Doom-Metal-Szene zur Zeit wieder sehr aktiv ist?

Persönlich finde ich das großartig. Die wachsende Popularität ermöglicht es den Bands, dass ihre Musik von einem sehr viel größeren Publikum gehört wird und bietet die Möglichkeit, in einen vielfältigeren Bereich Shows zu spielen. Ältere Bands gründen sich neu und bekommen endlich ihren Verdienst und es ermöglicht Bands wie uns, weiter zu reisen als wir jemals erwartet hätten. Wir sehen außerdem neue Bands entstehen die Beweisen, dass sie sehr beeindruckende und talentierte Musiker sind. Das, mit dem Fakt, das Festivals die speziell den Doom, Stoner und Sludge gewidmet sind entstehen, kann nur eine gute Sache für die Musik sein.

Was bedeutet der Doom und dessen Underground-Bewegung für dich?

Ich finde Doom ist eine raue, wuchtige, schwere Musik mit einem ehrlichen Herzen in seiner Hülle. Es besitzt die Punk-Ethik, dass du nicht der begabteste Musiker sein musst, um Doom zu spielen, aber du kannst rausgehen und den Leuten, mit dem was du zu sagen hast, ins Gesicht schlagen. Doom hatte schon immer seinen Fuß im Underground und gelegentlich erreicht er auch ein breiteres Publikum. Als Fan bin ich sehr stolz, dass er größer wird. Es bereitet mir endlose Freude eine Band unseres Schlags zu sehen, die auf einer Mainstream-Festival-Stage spielt. Es ist ein großer Schlag ins Gesicht für die durchschnittliche Menge, die einen lahmen Quatsch erwartet, weil sie so vom Musikfernsehen gefüttert wurde.

Lass uns etwas über euer kürzlich erschienenes Album „Of Things Seen & Unseen“ (hier gehts zum Review!) reden. Das ist ein interessanter Albumtitel. Kannst du etwas genauer auf die Bedeutung eingehen?

Der Titel kommt von Korinther: „So wir richten unseren Blick nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare, denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, aber was unsichtbar ist, das ist ewig“. Trotz dieser Anspielung ist es kein christliches Album, sondern ein Album über die Suche nach Wahrheit und den Blick ins Unglück. Anfangs hatte ich „Let Them Starve“ vorgeschlagen, aber es passte nicht wirklich zu der insgesamten Stimmung des Albums. Roland schlug „Of Things Seen & Unseen“ vor und das machte mehr Sinn. Zusammen mit den Ideen im Artwork und den Lyrics, macht der Titel die ganze Sache kompletter und durchdachter.

Wovon handeln die Lyrics auf dem Album und woher kam die Inspiration?

Die Lyrics handeln von Depressionen der menschlichen Seele, der Angst sie zu verlieren. Garry mischte seine Phantasie mit seinen persönlichen Erfahrungen. Der Hörer kann so etwas hören, dass er in verschiedene Richtungen Interpretieren kann.

Als ich das Album hörte wunderte ich mich über das Instrumental „ I Awake“. Warum hat diese Nummer seinen Platz auf dem Album gefunden?

Also die Herangehensweise wie wir Songs schreiben hat sich verändert. Pete hat die Riffs zu „Carnal Altar“ geschrieben. Roland und ich haben die Riffs zum neunen Album geschrieben. Es war fesselnd anders zu sein. „Carnal Altar“ hat wegen seinem Stil so gezündet. Es webte sich förmlich seinen Weg von Start bis zum Ende und der Trick lag in den Feinheiten. Dieses Mal wollten wir etwas mehr Dynamik hinzufügen. Man hört Stellen, die beruhigen und Stellen, die wieder heavy sind. In diesem Zusammenhang bringt „I Awake“ einen Hauch von frischer Luft und einen Moment der Ruhe ins Album, bevor dir wieder mit „Let Them Starve“ und seinem verdammt harten Riff, ins Gesicht geschlagen wirst. Die Songs sind mit Bedacht so angeordnet, um die feinen Unterschiede zwischen den Songs in einer interessanten Weise rauszuarbeiten.

Habt ihr schon irgendwelche Tourpläne um das neue Album zu supporten?

Ja absolut! Wir stellen gerade eine Tour für Anfang Oktober zusammen. Sie wird großteils in Europa stattfinden, also erwartet einen Besuch! Wir können leider nicht so viel touren, wie wir gern wollen, doch vielleicht gehen wir auch im Frühling/Sommer des nächsten Jahres noch mal auf Tour. Hoffentlich finden wir so die nötige Zeit, um am nächsten Album zu arbeiten, sodass wir alle nicht wieder drei Jahre auf neue Musik warten müssen.

Irgendwelche letzten Worte zum Ende des Interviews?

Das Übliche, aber nicht weniger ehrlich Gemeinte. Danke an alle, die uns unterstützen und uns helfen. Die ein Bier, Shirt oder Album gekauft haben. Die nette Sachen über uns schreiben, uns unterstützen, die unsere Musik mögen und Spaß mit uns haben. Den Bands die mit uns auftraten. Es war schön und eine Ehre. Danke auch an unsere Familien und Geliebten, für eure Geduld, die dies ermöglicht. Auch Dank an dir für das Interview und dein Interesse an unserer Humble Rag Tag Band Of Minstrels.


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