Ivory Night - Carsten Kettering & Patrick Fuchs

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Wir wollen unseren eigenen Weg einschlagen!

Mit Bassmann Carsten Kettering und Sänger/Gitarrist Patrick Fuchs standen mir zwei Mitglieder von IVORY NIGHT Rede und Antwort. Doch nun lest selbst, um zu verstehen was IVORY NIGHT so besonders macht....

Text: El Greco
Veröffentlicht am 26.10.2007

Hallo! Bitte stellt euch doch mal den Lesern von stormbringer.at vor!

Carsten: Hallo, wir sind IVORY NIGHT aus Deutschland, besser gesagt aus der Rheinland-Pfälzischen Stadt Kaiserslautern. Wir sind eine „klassische Viererbesetzung“ mit singendem Gitarristen und spielen Heavy Metal. Unsere Band besteht seit zehn Jahren.

Wie würdet ihr euren musikalischen Stil beschreiben?

Carsten: Ganz einfach Heavy Metal. Wir versuchen alle unsere Einflüsse in unserer Musik wieder zu geben. Wir machen das, woran wir Spaß haben. Da kann es schon mal sein, dass normaler Rock, aber auch Industrial, Progressive Metal oder Hard Rock in unserer Musik vorkommen.

Patrick: Wir versuchen uns immer wieder an neuen Sachen, neuen Richtungen. Im Endeffekt klingt sowie so alles nach IVORY NIGHT!

Welche Bands seht ihr als eure wichtigsten Einflüsse?

Carsten: Ehrlich gesagt sind wir momentan auf dem Stand, unser eigener Einfluss zu sein.
Es gibt ohnehin zu viele Bands, die wie ihre musikalischen Vorbilder klingen. Wir wollen unseren eigenen Weg einschlagen.
Was wir mögen ist z.B. DREAM THEATER, JAG PANZER, NEVERMORE, HELLOWEEN, STRAPPING YOUNG LAD, MARILYN MANSON aber auch DIE ÄRZTE oder BAP. Jedoch sind das nicht unsere Einflüsse.

Patrick: Du hast QUEEN vergessen ;-) Ich denke, wahrscheinlich beeinflusst das Hören verschiedener Bands schon die eigene Musik, aber es ist sicher nicht so, dass wir sagen IRON MAIDEN sind unsere Götter, deshalb müssen auch bei uns alle Songs im Galopp hoppeln ;-)

Beschreibt doch bitte mal den Entstehungsprozess von "Machine"!

Carsten: In den Proberaum gehen, Lieder schreiben, sich eine Aufmachung ausdenken und aufnehmen. Dazu waren wir z.B. in dem Studio der Music Support Group, im Studio von www.vocallessons.de und in unserem Bandeigenen Studio. Das Photoshooting hat Florian Lacina durchgeführt und wir mieteten uns die Hansakokerei in Dortmund für die Fotos. Wir schöpften aus jeder Möglichkeit, die sich uns geboten hat und das Ergebnis ist "Machine".

Patrick: Das ganze hat etwa 4 Monate unseres Lebens in Beschlag genommen und unsere Freunde und Familien in den Wahnsinn getrieben. Aber es war trotzdem eine fantastische Erfahrung!

Wie wichtig sind euch die Texte? Welche Themen behandelt ihr darin vorrangig?

Carsten: Texte sind uns besonders wichtig. Jedes Lied hat eine gewisse Zweideutigkeit, wobei wir aber dem Hörer überlassen, was er hinein interpretiert. Wir schreiben Texte über Politik, über Film und Fernsehen, persönliche Erfahrungen z.B. in unserem Berufsleben oder versuchen einfach geschichtliche Dinge und überlieferte Sagen zu erzählen.

Patrick: Ich denke, die einzige Vorgabe beim Texten ist für uns, dass wir eine Aussage in den Texten haben wollen. Eine lose Aneinanderreihung von Phrasen (Kill/Fight/Death) wird es bei uns nicht geben.


Eure Musik lässt sich definitiv nicht in ein Subgenre pressen. Fürchtet ihr, dass diese Eigenständigkeit einige Fans verwirren könnte? Ist dieses metallische Schubladendenken eurer Meinung nach gerechtfertigt?

Carsten: Meine Meinung darüber ist, dass es zu viele Subgenres gibt. Die Wurzel allen ist doch Heavy Metal. Das ist auch der Grund, wieso wir von jedem eine kleine Zutat in den Brei werfen. Wir kreieren somit zwar ein bekanntes Gericht, aber mit völlig anderem Geschmack, so dass man entweder sagt: Oha, lecker, oder das alte schmeckt mir doch besser. Bis jetzt kam unsere Musik live sehr gut an, wobei wir des Öfteren vor einem ganz anderen Publikum spielten. Viele waren auch skeptisch über ein vereintes Europa… ;-)

Patrick: *lach* DAS war jetzt eher ein geschäftsschädigender Vergleich! Aber im Ernst: Die Subgenres sind doch hauptsächlich entstanden, um sich vom bereits vorhandenen abzugrenzen. Wir grenzen uns von allem ab, daher gibt es noch nicht einmal eine Schublade für uns!

Zu "Machine" gab es ja sehr viel an positivem Feedback. Wie wichtig sind euch die Kritiken der Magazine?

Carsten: Kritiken sind uns sehr wichtig. Als Band, um zu sehen, wie weit die umgesetzten Ideen funktionieren, was man eventuell bei der nächsten CD anders machen kann, oder gerade deswegen nichts an der Musik ändert…je nach dem, wie gut oder schlecht die Kritik ist. Andererseits ist eine CD Kritik in einem Online- oder Printmagazin eine wichtige Plattform, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Daher ist es uns egal, ob die Kritik gut oder schlecht ist, Hauptsache man wird gelesen und gehört.
Rein kommerziell betrachtet ist ja auch eine CD Kritik immer eine lohnenswerte Werbung und auch für den Metal Fan ein Anreiz neue Bands kennen zu lernen und sich eine CD zu beschaffen.

Wie stark ist die Undergroundszene in Deutschland, bzw. speziell in Rheinland-Pfalz?

Carsten: Speziell aus Kaiserslautern kommen viele gute Metal Bands. Wir haben eine schöne Underground Szene. Bekanntestes Produkt aus Kaiserslautern ist wohl VANDEN PLAS, die den Sprung geschafft haben.

Bitte beschreibt doch mal die "up's & downs" eurer bisherigen Karriere!

Carsten: Richtige „downs“ kann man nicht aufführen. Was eine Band wohl immer ein Stück zurück werfen kann ist, wenn ein gestandenes Mitglied die Band verlässt. Ist uns auch schon passiert. Das „Up“ in dieser Beziehung ist, wenn man besseren Ersatz dafür findet, was uns bis jetzt immer gelungen ist. Uns ist auch mal der Proberaum abgebrannt, aber so was stachelt uns nur dazu an zu sagen „Jetzt erst recht“.
Als Höhepunkt ist wohl die Südamerika Tour zu bewerten.

Erzählt doch mal etwas über eure Touren in Südamerika, bzw. Eure (Carsten und Patrick's) Teilnahme an der Tour von "Ross the Boss"?

Carsten: Die südamerikanischen Metal Fans in Peru und Ecuador sind sehr hungrig auf Konzerte. Da ist ein Konzert noch ein wirkliches Ereignis, wo jeder hingeht. Wir haben unglaublich positive Erfahrungen damit gemacht und eine Menge an neuen Fans dazu gewonnen.
Die Auftritte mit Ross The Boss waren super. Wir spielten in Griechenland, Italien, das "KIT" Festival und das "Rock Hard" Festival. Sowie noch einige andere Festivals in Deutschland. Wir hatten eine Menge Spaß mit Ross auf und hinter der Bühne. Er ist in keiner Weise als „Chef“ zu sehen, der uns Vorschriften macht sondern wirklich ein Kamerad mit dem man Spaß haben muss. Es ist also eine freundschaftliche Beziehung, wie es eben sein soll wenn man Musik macht. Der Spaß steht im Vordergrund – wenn das stimmt, kommt Erfolg automatisch…wie man sieht.

Kann man euch mal live in Österreich bewundern? Gibt es diesbezügliche Pläne?

Carsten: Leider Nein, aber da wirst Du wohl einige Fäden ziehen können ;-)

Patrick: Ja, unsere alte Maxime ist ja: Buch uns und wir kommen! Wir wollen auf jeden Fall in vielen verschieden Ländern spielen. Darum geht es bei einer Band ja schließlich!

(Anm: Anscheinend ist es nicht unbedingt schwer IVORY NIGHT für einige Konzerte nach Österreich zu locken. Vielleicht sollten einige Veranstalter mal drüber nachdenken, dieser talentierten Band eine Chance zu geben, sich auch in Österreich zu beweisen?!)

Welche Ziele habt ihr (als Band) in den kommenden Jahren?

Carsten: Unsere Musik weiterhin mit dem gleichen lockeren Elan weiter produzieren. Weiterhin Live zu spielen und eventuell einen Plattenvertrag zu bekommen, wenn er sich denn für uns als Band und sich für unsere Fans lohnt. Wir brauchen keinen, der uns vorschreibt, wie wir was zu machen haben. So was ist uninteressant für uns als Band. Wenn sich dann kein Label findet, dann ist es uns auch egal. Wir fahren momentan gut, so wie es ist.

Mit welchen Bands würdet Ihr gerne mal auftreten?

Carsten: Da ich ein großer DEVIN TOWNSEND Fan bin, würd ich gerne mal mit ihm die Bühne teilen. ALICE COOPER wäre ein Traum für mich. Generell ist es mir aber egal insofern man auch als Supportact von der Headliner Band respektiert wird.

Patrick: Gerne auch HELLOWEEN oder eben VANDEN PLAS.

Welche 5 CDs habt ihr kürzlich bzw. als letztes gekauft?

Carsten: „Ziltoid“ von DEVIN TOWNSEND, „Killer“, „Billion Dollar Babies“ und „Schools Out“ von ALICE COOPER und natürlich die neue IVORY NIGHT CD "Machine" !!!

Patrick: „The Power Of Eternity“ von WISHBONE ASH, „Live At Wembley Stadium” und “Live At London 1980” von GENESIS, “Live At The Beep” von QUEEN und “Die Band, die sie Pferd nannten” von DIE ÄRZTE (aus Berlin (aus Berlin)).

Wie denkt ihr über file sharing? Seid ihr pro oder contra Mp3 downloads? Bitte begründe Deine Antwort!

Carsten: Da wir heut zu Tage von diesen Medien nicht mehr wegkommen und MP3 eine weitere Plattform ist, sind wir natürlich auch auf musicload.de und dergleichen vertreten. Wir werden auch in den Tagen einen eigenen MP3 Shop auf unserer Homepage eröffnen.
CDs lassen sich heute schlechter verkaufen. Es ist nicht mehr wie damals unbedingt eine Original haben zu wollen. Obwohl ich das den MP3s vorziehe. Bei dem Überangebot an Bands und deren tausend Liedern ist es ja für viele einfacher sich ein bestimmtes Lied, das gefällt, als MP3 zu ziehen. Sofern man dem Künstler sein Geld dafür gibt.
Viele Leute die sich auf illegalen Portalen Lieder ziehen, schaden dem Künstler unglaublich. Viele wissen nicht wie viel Arbeit und vor allem Kapital in einer CD Produktion steckt.
Man kann ja auch nicht in den Supermarkt gehen, sich den Einkaufswagen voll machen und vor den Augen des Kassierers den Laden verlassen. Fair ist es für ein angebotenes Produkt zu bezahlen.
Es hat ja auch den Vorteil, so wie es bei uns ist, dass wir die Unkosten wieder reinholen und somit neue CDs veröffentlichen können. Würden wir nur beklaut werden, dann müssten wir aufhören CDs zu produzieren, weil es gerade für eine Underground Band eine fast unmögliche Investition darstellt, die aus dem eigenen Geldbeutel bezahlt wird.

Hinterlass' unseren Lesern doch bitte noch ein paar abschließende Worte …

Carsten: Ja, ich möchte mich für die Zeit bedanken, die Ihr mit dem Lesen des Interviews investiert habt, und ich hoffe ich konnte Euch mit meinen Antworten meine Band IVORY NIGHT etwas schmackhafter machen. Besucht doch mal unsere Homepage www.ivorynight.de und schreibt etwas in unser Gästebuch. Mit Glück kann man dann eine CD "Machine" gewinnen.
Wir stellen auch Samples unserer Lieder zur Verfügung. Hört mal rein und vielleicht entschließt Ihr Euch ja für eine CD.
Wir adden auch jeden auf unserer myspace site www.myspace.com/ivorynight
Ansonsten macht Ihr alles richtig, denn Ihr hört die richtige Musik! ;-)
Mein Dank gilt auch dem tollen Team von Stormbringer. Geniales Magazin, welches ich auch oft anklicke. Hier wird man bestens informiert. Weiter so!

Patrick: Dem kann ich mich nur anschließen! Und wir sehen uns bald in Österreich ;-)


Danke für die Blumen! ;-) Bleibt zu hoffen, dass IVORY NIGHT neue Fans auch hierzulande finden werden. Support the Underground und gebt dieser starken Band aus Kaiserslauterneine Chance indem ihr etwas Zeit investiert um mal in "Machine" reinzuhören!


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