Bullet - Adam Hector und Alex Lyrbo

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Wir haben bald eine kleine Tour in Schweden, da nehmen wir den alten „BULLET-Bus“. Viele coole Leute waren schon da drin um zu feiern. Wenn diese Wände sprechen könnten, würde ich genau zuhören!

Interview mit Adam Hector (Bassist) und Alex Lyrbo (Gitarrist) in Wien. Tour Support: STRIKER und STALLION

Veröffentlicht am 10.11.2014

Hallo Leute, wie läuft die Tour denn bis jetzt?

Adam: Sehr gut denke ich! Es gibt immer „Ups and Downs“. Auf manchen Touren spielt man die große Festivalbühne und am nächsten Tag endet der Tag in einer Pizzeria. (lacht)

Alex: Aber diese Tour war bis jetzt wirklich gut, ja. Dieser Ort hier ist für uns wirklich klein in gewisser Weise, weil wenn wir nach Deutschland zurück fahren, sind die "Venues" und auch die Bühnen viel größer. Es ist jede Nacht halt etwas anderes. Manchmal spielen wir vor wirklich vielen Leuten auf einer großen Bühne und es kann passieren, dass es dann sehr ruhig ist und die Leute bewegen sich nicht zu den Songs. Hier ist es zwar klein, aber dafür war das Publikum wirklich toll. Klasse Energie. Also über so eine Show freue ich mich dann mehr.

Sind euch auf Tour auch schon verrückte Dinge passiert, wenn ihr z.B. gefeiert habt?

Adam: Diese Dinge merkt man sich nicht. (lacht) Naja es ist einfach ein komplett anderes Leben als „working from 9 to 5“. Also man könnte sagen verrückte Dinge passieren die ganze Zeit. Zum Beispiel war ich heute im Bus eingesperrt, ich wollte kurz vor der Show ein bisschen schlafen, weil ich so viel gegessen hatte. Und als ich aufgewacht bin, konnte ich nicht aus dem Bus raus gehen. Ich hab dann geklopft damit mich jemand hören kann. Ich war bis 20 Minuten vor der Showtime eingesperrt. Das ist jedenfalls keine normale Situation.

Würdet ihr sagen dass Heavy Metal derzeit wieder vermehrt im Kommen ist und ist es in Schweden auch populärer als andere Metal Stile im Moment?

Adam: Den Typ von Musik den wir spielen, ist sozusagen „Basic Heavy Metal“, aber es ist natürlich immer noch „Underground“. Wir sind ja nicht IN FLAMES oder RAMMSTEIN oder was Leute heute noch alles als Metal bezeichnen. Aber wir sind keine Band auf einem niedrigen Level. Es ist schwer zu sagen ob die Heavy Metal Szene gerade größer, oder kleiner wird, oder ob sie einfach so bleibt wie sie 20 Jahre lang schon war. In Deutschland z.B. war Metal auf diese Art ja nie weg, es war halt immer auf einem „Underground Level“. Auch 70`s Rock wie GRAVEYARD, dieser Musikstil ist total groß in Europa und auch in Schweden. Wir sind jetzt eben auf einem bestimmten Level und es ist hart davon los zu kommen. Es ist von den Städten her auch anders. Wir haben z.B. vor kurzem in Bochum gespielt, und da waren um die 500 Leute und die sind voll abgegangen. Heute sind wir in einem kleineren Venue, aber es war auch eine super Show mit ca. 150 Leuten. Aber wir spielen halt keinen Commercial-Rock wie die FOO FIGHTERS oder ähnliche Band, nur um zu vergleichen.

Ich habe gelesen, dass bevor AIRBORNE bekannt wurde, sie BULLET als Vorbild hatten. Würdet ihr sagen, dass das wahr ist?

Adam: Ich habe Gerüchte davon gehört, ich hab was darüber gelesen, ja. Ich denke was passiert war, war das sie uns bemerkt haben, weil wir zu ihren Shows gegangen sind bevor sie groß wurden und wir haben uns unterhalten, eben auch über unsere Bands. Wir haben über die unterschiedlichen Situationen in unseren Ländern gesprochen, wir haben Erfahrungen ausgetauscht.

Alex: Als sie eine große Band wurden haben sie uns dann nicht vergessen. Aber das sind halt auch Gerüchte und ich kann das selbst nicht genau sagen, ob wir wirklich Vorbilder waren. Wir waren mal auf einer Show in Köln von ihnen, gerade als das erste Album von AIRBORNE heraus gekommen ist, wir waren da sozusagen auf Urlaub und haben uns einfach die Band reingezogen. (lacht)

Wie waren die Kritiken für euer letztes Album „Storm Of Blades“?

Adam: Die waren wirklich gut! Ich habe bis jetzt überhaupt kein schlechtes Review gelesen. Vielleicht gibt es schlechte auch (lacht), aber es scheint so als würde es wirklich gut ankommen. Wir haben bis jetzt unsere höchste Chart-Platzierung erreicht und haben nun auch zum ersten Mal Einzug in die Schweizer Charts gefunden. Generell ist es aber schwer zu sagen wie es ankommt, weil Reviews zeigen einem immer nur die Meinung von diesem einen Journalisten. Deshalb richte ich gar nicht so viel Aufmerksamkeit auf Kritiken. Man muss sich auch seine eigene Meinung über ein Album machen. Man kann nie sagen, so ist es und nicht anders.

Was sind eure Lieblings-Songs auf diesem Album?

Adam: Alle! (lachen) Wir haben ja einige Songs von diesem Album auf der Tour gespielt und man gewöhnt sich sehr an sie. Ich mir hab die Songs die wir gespielt haben, dann gar nicht mehr angehört, weil wir hören sie ja eh jede Nacht. Jedenfalls bevor dieser Tour war „Riding High“ top!

Wie versteht ihr euch untereinander in der Band?

Adam: Also ich z.B. hasse alle! (lacht)

Alex: Ich weine manchmal deswegen, aber dann geht es wieder. (lacht)

Adam: Ich meine manchmal hat man natürlich verschiedene Meinungen und man nervt sich gegenseitig so ein bisschen. Wenn man 25 Shows innerhalb von 25 Tagen spielt, muss man über so was hinweg sehen, das ist der einzige Weg wie es klappen kann. Sonst würden Streite noch in „Fist-Fights“ enden. Auf Tour wird man zum Experten wie man aus Streitsituationen am besten wieder herauskommt. Ich z.B. raste manchmal schon richtig aus und gehe dann mal weg um mich wieder zu beruhigen.

Ihr habt einen ganz besonderen „BULLET-Bus“! Fährt ihr mit dem nur in Schweden, oder kann man euch damit auch sonst wo sehen?

Adam: Ja, zumindest nicht in Deutschland. (lacht) Wir sind damit mal zum Wacken Festival gefahren und hatten Probleme bei der Anfahrt. Denen hat das nicht gepasst, dass wir da mit unserem alten Bus auf den schönen, feinen deutschen Straßen fahren. Wir können ihn dort also nicht mehr benutzen. Das würde uns um die 2000 Euro kosten. Wir haben jetzt bald eine kleine Tour in Schweden und da werden wir den alten „BULLET-Bus“ nehmen. Das ist ein ziemlich cooler Bus. Viele coole Leute waren schon da drin um zu feiern, er ist fast schon legendär. Da steckt viel Geschichte innerhalb dieser Wände drin. Wenn diese Wände sprechen könnten, würde ich genau zuhören! (lacht) An einem Tag wo wir eine Release-Party hatten, da waren um die 900 Leute, also eine ziemlich große Show, bin ich vor dem Gig noch mal raus und in den Bus gegangen, weil ich dort ein Sixpack Bier hatte. Und Winter war es zudem auch noch. Da waren so viele Leute drin, das ich nur durch „crowdsurfing“ zu meiner Bank gekommen bin. (lacht) Als ich angekommen bin hab ich gesagt „Yeah da ist mein Bier“! Zurückkommen war unmöglich! Also musste ich das Dachfenster aufmachen und da bin ich dann raus in den Schnee gesprungen. Aber dann hatte ich das Bier, und konnte zurück gehen. (lacht)

HAMPUS KLANG (Gitarrist) und HELL HOFER (Sänger) haben ja sogar in einem Film mitgespielt. Sie haben Hafen-Arbeiter gespielt. Ist jemand von euch im echten Leben Hafen-Arbeiter?

Adam: Nein! (lacht) Man kann eigentlich nur HAMPUS und seinen Vater sehen glaube ich. Die waren aber im Hintergrund in einer Szene, also Komparsen. In der Szene hat ein Alkoholiker-Arbeiter ein Boot mit seiner Tochter repariert und die beiden waren halt im Hintergrund und haben auch das Boot repariert, so ungefähr. Ich denke HAMPUS hat das ein bisschen größer dargestellt, als es eigentlich war.

Vielleicht ja

Adam: Vielleicht ja (lacht)

Was denkt ihr ist wichtig für eine gute Heavy-Metal Show?

Adam: Wenn ich zu einer Show gehe, will ich überrascht werden, ich möchte mehr als einfach nur eine Band spielen sehen, nicht nur Leute die da stehen und eine Show herunterspielen. Bei einer großen Show will man sowieso was geboten kriegen, also noch mehr sehen, wie bei einer Show von IRON MAIDEN zum Beispiel. Es muss einfach was cooles, unerwartetes passieren. Es gibt ja auch einige Playback Shows, und diese müssen ja langweilig sein, das ist ja nicht viel anders als sich eine CD anzuhören.

Alex: Live spielen ist das wichtigste überhaupt!

Adam: TWISTED SISTER hat mal in einem Interview gesagt: „Spiel besser schlecht, aber gib ihnen eine gute Show und steck all die Energie, die du hast da rein, alles was du hast, musst du dem Publikum geben.“ Es ist ja so, dass die meisten nicht auf jeden Ton hören und sie nicht darauf achten ob jetzt ein falscher dabei war. Also Energie, Performance und präsent sein sind die wichtigsten Dinge. Wir mögen ja Bands wie W.A.S.P. oder OZZY OSBOURNE sehr gerne und die haben ja viele Elemente vom Theater für ihre Stage-Performance genommen. AC/DC macht das heute ja auch, z.B. für „Hells Bells“. Das sind Dinge, die einen überraschen. Wir versuchen auch theatralische Elemente in unsere Shows einzubauen.

Alex: Auch wenn man drüber lacht! Es bringt einfach Freude.

Schreibt ihr die Songs alle gemeinsam oder habt ihr einen Songwriter, der das alleine macht?

Alex: Wir machen das alle gemeinsam.

Adam: Ja. Für dieses Album haben wir uns jeden Tag für etwa drei Monate mit unserem Produzenten getroffen und haben dann alles zusammengefügt. Jeder konnte seine Ideen einbringen und er hat dann am Ende immer gesagt was er gut findet und was nicht so. Also jeder war in den „Writing“-Prozess involviert. Das Ganze dann fertigzustellen war irgendwie ein einfacher Prozess.

Alex: In einer gewissen Weise war es leicht, aber es war auch harte, harte Arbeit.

Adam: Ja es war schon anstrengend, ich meine für drei Monate mussten wir da sein, wir mussten immer in diesem Raum sein und uns bemühen zu arbeiten weil wir hatten Deadlines. Wir haben also sehr hart gearbeitet und das Beste rausgeholt.

Was sind eure Zukunftspläne?

Adam: Wenn wir das wüssten! (lacht) Ich werde dieses Bier trinken. Nein also, wir werden noch weitere Gigs auf dieser Tour spielen. Dann haben wir noch Shows in Schweden mit dem BULLET-Bus. Und ich glaube wir müssen ihn putzen, er ist ein bisschen unaufgeräumt. Nach unserer letzten Show haben wir ihn einfach so stehen lassen wie er war. Es liegen halt überall Sachen herum. Wir hatten diese Frage vor Kurzem schon mal bekommen und beim letzten Mal ist unser Manager gerade gekommen und dann haben wir ihn gefragt was unserer Zukunftspläne sind. Und er hat gesagt „Wir können euch das jetzt noch nicht sagen, wir wissen es noch nicht, aber auf jeden Fall viele coole Dinge.“ (lacht) BULLET bedeutet für uns auch eine Menge Spaß und auch Schritte nach vorne zu gehen. Bei jedem Konzert, jeder Tour, jedem Album, es wird immer ein bisschen größer. Das ist ja auch die Herausforderung. Wir wollen auch neue Kontinente erreichen, wo uns noch keiner gesehen hat. Wir haben auf jeden Fall jede Menge zu tun!


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