Jorn Lande & Trond Holter present Dracula - Jorn Lande

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Im gesamten Album steckt enorm viel Liebe zum Detail und begleitet den Hörer auf eine interessante Entdeckungsreise, die einen bis zum Finale enorm fesselt.

Ich versetze mich in die Person, die ich verkörpere und versuche diesen Charakter auszudrücken

Text: manfred
Veröffentlicht am 16.01.2015

JORN LANDE hat sich mit Songwriting Partner und Gitarrist TROND HOLTER (EX WIG WAM) zusammengetan und das Ergebnis in Form von „Swing of Death“ ist äußerst ansprechend ausgefallen Der Sänger sprühte förmlich vor Enthusiasmus und Zufriedenheit ob des neuen Werks und nahm in einem ausführlichen Interview dazu Stellung.


Wer hatte eigentlich die Idee ein Album über das Phänomen Dracula aufzunehmen. Habt ihr euch eher mit den geschichtlichen Aspekten von Vlad Dracula auseinandersetzt, oder geht ihr eher in Richtung dieser klassischen modernen Vampirgeschichten?

Seit über 20 Jahren fasziniert mich das Thema. Im Prinzip haben wir von allen ein wenig genommen. Ich weiß gar nicht mehr wie viele Filme ich zu diesem Thema gesehen habe. Sei es nun der deutsche Klassiker Nosferatu mit einen überragenden Klaus Kinski, Bram Stokers Dracula von 1992 oder auch ein uralter Streifen aus dem Jahre 1922. So haben sich die unterschiedlichsten Ideen und Ausdrucksformen entwickelt. Trond und ich wollten einfach eine Rock Oper, die den klassischen Konzeptalben der 70iger folgt, machen, wobei der Schwerpunkt eher auf Metal lag. Trotzdem orientiert sich die Scheibe mehr an traditionellen Wurzeln als an irgendwelchen modernen Soundkreationen. Hier harmonieren Texte und Musik perfekt miteinander. Je nachdem, wie der Song gestaltet ist, fiel auch der Text aus – Ich denke wir haben ein starkes Album gemacht, ein Album das auch als Ganzes verstanden werden soll. Nimm einfach Klassiker aus unserer Jugend wie »Bat out Of Hell« von Meat Loaf – Da hast du dir auch nicht einen Song rausgepickt, sondern die komplette Scheibe am Stück angehört

Ich denke, „Swing of Death“ ist eigentlich keine typische Rockoper oder Musical, denn Ihr habt gänzlich auf Geschichtenerzähler und lange Instrumentalparts verzichtet. Beabsichtigt?

Ja, da gebe ich dir Recht. Für mich ist es einfach ein kraftvolles Hardrock Album, welches auf einem Konzept aufgebaut wurde. Hier gibt es keinen unnötigen Bombast oder großartige Orchesterparts. Musikalisch bleiben wir unserer Linie treu, die Einflüsse meiner Vorbilder Whitesnake, Dio, Alice Cooper, aber auch Meat Loaf sind natürlich nicht von der Hand zu weisen. Im gesamten Album steckt enorm viel Liebe zum Detail und begleitet den Hörer auf eine interessante Entdeckungsreise, die einen bis zum Finale enorm fesselt. Wir haben großen Wert auf ein möglich breites Spektrum zwischen Rock, Hardrock und Metal gelegt.

Es sind auf der Cd sehr viele unterschiedliche Tracks drauf. Richtig heavy ist zum Beispiel „Walking on Water“, „Save me“ klingt dagegen sehr emotional und der Titeltrack swingt ordentlich. War es für dich schwierig, deinen Gesang der jeweiligen Stimmung und Gemütsverfassung von Dracula anzupassen?

„Walking on Water“ war der erste Song, den wir komponiert haben. Er handelt von Draculas Rückkehr aus dem Krieg, wo er erfahren musste, dass sich seine große Liebe Elisabeta das Leben genommen hat. Erfüllt von Zorn und Trauer, wendet er sich vom Christentum ab. Daraufhin wird er zu ewigen Leben verdammt und er sich nur mehr von Blut ernähren soll. So begann die Verwandlung zum Vampir und er wollte der ganzen Welt in seinem Größenwahnsinn erzählen, dass er der Sohn des Teufels ist und wie Jesus übers Wasser gehen kann. Das ist die Geschichte, die hinter dem Song steckt. Ich verstehe Musik und Text als Einheit, nicht eins steht über dem anderen, sondern beides dient dazu, Emotionen in die Songs hineinzustecken. Ich versetze mich in die Person, die ich verkörpere und versuche diesen Charakter auszudrücken. Ich hoffe, du verstehst was ich meine – Außerdem habe ich ja mit Lena Fløitmoen einen tollen weiblichen Gegenpart. Sie mimt mit Lucy und Mina die zwei Frauen, die Dracula am Nächsten gestanden sind. Lena ist eine tolle Sängerin, mit der die Zusammenarbeit viel Spaß gemacht hat.

Momentan ist es ja Mode, dass Rocksänger in Castings Shows auftreten. Bei „The Voice“ sind der Sänger von Saint Deamon oder auch Pagan‘s Mind gegeneinander aufgetreten? Wäre das was für dich?

Du meinst die Reality Shows, wo die Juroren verkehrt rum sitzen.
Genau.

Ich denke einfach, dass ein Hardrock oder Metal Sänger hier eigentlich keine Chance hat, diesen Wettbewerb zu gewinnen, weil die Juroren eigentlich ganz was anderes suchen. Das Business ist so hart, viele Künstler, die Alben verkaufen wollen, würden das ohnehin nicht machen, die meisten wollen damit nur ihren Berühmtheitsgrad ein wenig steigern. Für mich persönlich wäre das nichts, aber andere sollten einfach ihren Traum leben.

Du hast ja vor einigen Jahren einen total witzigen Werbespot gemacht. Wie zum Teufel kommt man auf sowas?

Du kennst das Video „Holy Shit“? Ja, da waren wir noch jünger und dünner und der Clip ist wirklich lustig, wir liefen rauchend und saufend herum, aber der Tänzer mit den rosa Leggins ist der Brüller und hat uns komplett die Show gestohlen. Der Werbespot war für eine große norwegische Handelskette, aber ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass du ihn kennst.


Noch eine wichtige Frage für alle Fans: gibt es Pläne, die großartige Musik auch auf der Bühne zu präsentieren?

Fix sind einstweilen diverse Promotion Auftritte, auch im Fernsehen, natürlich denken wir auch an eine Tour, aber momentan kann ich diesbezüglich noch nichts versprechen.


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