Emil Bulls - Christoph, Stephan, Jamie

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„Und deshalb gibt’s auch immer noch keine Nutten und kein Koks.“

Vor 20 Jahren noch in ihrer Schulzeit gegründet sind die EMIL BULLS momentan so erfolgreich wie nie zuvor. Vor ihrem Konzert im L.A. Cham haben sie mit mir über die Entwicklungen in den letzten 20 Jahren, ihre eigene Musikgeschichte, ihr aktuelles Studioalbum „Sacrifice To Venus“ und das Jubiläumsjahr gesprochen.

Text: Lora
Veröffentlicht am 09.04.2015

Erstmal: Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum – 20 Jahre EMIL BULLS. Gibt’s eigentlich ein festes Datum an dem ihr diesen „Geburtstag“ feiert?

Christoph: Danke. Ja, und zwar tatsächlich nächste Woche. Und zwar am Dienstag oder Donnerstag. Da muss man den Moik fragen, der is‘ unser Brain.
Stephan: Ja, am 13. April.
Christoph: Da war tatsächlich vor 20 Jahren unsere erste Bandprobe. Und da waren wir drei auch schon mit dabei.

Das leitet dann auch gleich zur nächsten Frage über: 20 Jahre sind eine unglaublich lange Zeit, das ist länger als die meisten Ehen mittlerweile halten.

Christoph: Das ist ja schon schlimmer als ‘ne Ehe hier…
Abgesehen vom Drummer hattet ihr so gut wie keine großartigen oder ausschlaggebenden Wechsel in der Band.
Christoph: Der war auch nicht so ausschlaggebend….
Was ist denn euer Geheimnis, den Zusammenhalt in der Band über so lange Zeit aufrecht zu erhalten?
Christoph: Ja, ich glaub schon, dass es da ein Geheimnis gibt. Wenn man die Freundschaft mal außen vor lässt, denn die ist ja essenziell. Bei uns ist ein Geheimnis, dass wir eine Band sind, die sich selbst von Anfang an nie musikalische Grenzen gesetzt hat und alles einfach erlaubt war, jeder seine musikalischen Vorlieben ausleben kann und sich niemand nach anderen Sachen umschauen musste oder mal unzufrieden ist, weil man seine musikalischen Bedürfnisse wirklich immer ausleben konnte. Bei manchen anderen ist es so, dass sie irgendwann Nebenprojekte gründen und sich dann nur noch darum kümmern. Bei uns war das unser Hauptding von Anfang an. Wir haben die Band damals in der Schule gegründet und es war für uns alle die erste Band. Ich glaube, es ist echt selten, dass man so lange in einer Band spielt, die auch noch die erste Band war - da sind wir doch schon stolz drauf. Klar gibt’s da auch mal Krach, aber das gehört ja auch zu einer guten Ehe dazu. Wir sind auch keine Kinder von Traurigkeit, wenn etwas nervt wird auch die Meinung gesagt, da fliegen dann auch mal die Fetzen, aber danach ist das wieder vom Tisch und alles ist gut. Da wird nichts in sich hineingefressen, was auch auf Dauer zermürben würde, sondern es wird alles ausgesprochen. Das ist so unser Konzept und ich glaub, das können wir auch noch ein paar Jährchen so weiterführen…bis wir ‘n Therapeuten brauchen…


Auf „Sacrifice To Venus“ sind 13 bzw. 15 Songs, ihr hattet auf jedem Album relativ viele Songs, ihr teilt die Touren immer in mehrere Teile – woher kommt die Energie?

Christoph: Das Ding ist, das ist der schönste Job den man sich vorstellen kann, aber wohl auch der Anstrengendste. Man ist viel unterwegs, verbringt seine Wochenenden auf der Autobahn im Stau beim schönsten Wetter… Man zahlt schon auch einen Preis dafür und braucht körperliche und geistige Energie, aber man zieht die Energie letztendlich aus den Shows. Wenn du einmal auf einer Bühne gestanden bist, ist es einfach etwas, was du brauchst und es kickt dich wirklich krass. Wenn du einfach siehst, dass die Leute da unten abgehen und deine Songs mitsingen, da ist jede Strapaze und jede Anstrengung vergessen. Wir waren nie eine Band die sich körperlich total kaputt gemacht hat, durch irgendwelche Drogenexzesse oder so. Wir trinken alle gerne, aber das war‘s dann auch schon. Bei uns gab‘s nie die Gefahr, dass da einer auf der Strecke bleibt und nicht mehr kann.
Stephan: Für mich ist auch das Schönste einfach auf Tour zu gehen, auch wenn‘s anstrengend ist, wie Christoph sagt. Wenn man gerade ein neues Album gemacht hat, das dann veröffentlicht wurde und man dann noch ein bisschen Zeit hat, bis es losgeht bis zur Tournee – da brennt man dann schon darauf zu sehen wie die Leute auf dein neues Werk reagieren. Und dann ist es auch einfach super lustig mit 15 Mann in einem Bus rumzufahren. Auch wenn’s Arbeit ist, hat man doch eine Menge Spaß dabei.


Ihr seid in den letzten Jahren immer erfolgreicher geworden. Ich denke, man durchläuft so als Band auch die Phasen, in denen man Aufgaben abgeben muss, weil man nicht mehr alles selbst bewältigen kann. Wie schwer ist euch das gefallen?

Stephan: Wir haben uns eigentlich in der Vergangenheit eher mehr Aufgaben zugeteilt als abgegeben. Als wir angefangen haben, das professionell zu machen, waren wir alle sehr jung und haben viel aus der Hand gegeben weil wir unerfahren waren und es halt bequemer war. Aber über die Jahre hinweg merkt man dann, dass das nicht der richtige Weg ist. Deswegen haben wir jetzt Aufgaben innerhalb der Band verteilt und jetzt macht eigentlich jeder mehr für die Band als noch vor ein paar Jahren.


Spielt ihr lieber Club-Konzerte, bei denen man trotz Bühne fast schon mitten in den Fans steht, oder sind euch die großen Bühnen mit 2,5m breitem Bühnengraben lieber?

Christoph: Es gibt nichts was ich mehr hasse als ein 2,5m breiter Bühnengraben. Für mich ist es die absolute Hölle wenn ich einfach zu weit weg vom Publikum bin. Bei den Club-Shows ist es auch so, dass ich mir die Bühne immer so weit nach vorne bauen lasse, dass ich an die Leute rankomme. Das heißt aber nicht, dass ich Festivals nicht mag. Es ist ein wahnsinniges Erlebnis mal vor 10000, 20000, 30000 Leuten zu spielen. Es gibt nichts Schöneres als einen schönen Sommerabend auf einem geilen Festival mit geilen Bands, die man selbst feiert, zu spielen. Aber am Ende, wenn man dann nach der Festival-Saison wieder in den Club kommt, wo Schweiß statt Regen von der Decke kommt…das ist einfach intimer und ein krasserer Energieaustausch.
Stephan: Festival ist halt so wie ein Klassentreffen, auf dem man viele Freunde trifft. Und wie Christoph sagt, wenn das Wetter schön ist und die Atmosphäre gut ist, nimmt man auch mal den großen Bühnengraben in Kauf. Wir sind eindeutig eine Live-Band. Ob wir das im Club oder auf Festivals machen ist eigentlich egal, aber wir bringen‘s am Besten im Club rüber.


Eure Musik funktioniert meiner Meinung nach nach dem Motto „Zuckerbrot und Peitsche“ – ihr vereint harte Parts, die absolut auf die Zwölf gehen, mit soften, melodischeren. Funktioniert die Kombination der Teile immer so einfach?

Christoph: Sagen wir mal so, es ist einfach die Idee zu haben, das zu kombinieren. Aber dass das dann auch so funktioniert ist schon immer ein hartes Stück Arbeit. Was wir auch über die Jahre gelernt haben ist, dass genau dieses Spiel zwischen diesem poppig, ruhigen, kitschigen, dramatischen, melodiösen Part im Gegensatz zu dem, was wirklich auf die Fresse geht und aggressiv ist, nicht von jedem verstanden oder positiv aufgenommen wird. Wir waren immer eine Band – beziehungsweise sind eine Band – die da immer zwischen den Stühlen saß. Teilweise war’s den Metallern zu poppig und keiner hat sich getraut zuzugeben dass er’s eigentlich doch ganz geil findet, und den Alternative-Hörern war’s dann aber auch ein bisschen zu hart. Deshalb war das bei uns immer ein stetiger, jahrelanger Kampf, bis man mal genug Leute rekrutiert, die das verstehen und eben unseren Musikgeschmack und unsere Philosophie von Musik teilen. Glücklicherweise haben wir jetzt nach 20 Jahren genug gesammelt und können dann auch mal solche Clubs wie heute hier voll machen. Das ist für uns ein wahnsinniger Erfolg auf den wir wahnsinnig Stolz sind, weil wir dieses Konzept auch von Anfang an so gemacht haben. Wir haben schon Metal gemacht und dazu melodiös gesungen, da gab’s noch gar keinen Metalcore – und auf einmal haben alle die früher geschrien haben angefangen zu singen. Da muss ich selbst auch immer wieder schmunzeln, denn das ist genau das was wir schon ewig lang machen und auf einmal machen‘s die anderen auch und es geht auf einmal voll ab. Aber selbst wurde man immer ein bisschen belächelt. Ich beschwer mich darüber nicht, wir stehen gut da, haben eine gute Zeit und haben uns das auch erarbeitet.
Stephan: Und verdient.


Ihr sagt auch selbst immer wieder, dass ihr die Texte nicht deuten wollten, sondern gebt ordentlich Raum zum Interpretieren. Aber da sind dann doch immer wieder Texte dabei, die man mit einem Augenzwinkern betrachten kann. Ich denke da so an „Pants Down“ oder die Elves und Unicorns in „Rainbows And Butterflies“. Wie kombiniert man so verschiedene Texte auf Alben?

Christoph: Ja das ist immer etwas schwierig. Ich hab auch bei vielen Review zu der letzten Platte gemerkt, dass sich ganz viele immer sofort an ein paar Textzeilen von diesem Album aufhängen. Pants down, Fuck Unicorns. Klar, das wirkt auf den ersten Blick ein bisschen plump, was bei „Pants down“ aber auch völlig bewusst ist. Das ist für uns einfach ein Partytrack zum weggehen und biertrinken. Es steht einfach dafür völlig exzessiv zu feiern, bis du einfach mit runtergelassenen Hosen dastehst und dir einfach alles egal ist. Dass das kein lyrisches Meisterwerk ist, ist auch nicht gewollt. Wir wollten einfach einen Partytrack machen, bei dem die Leute schön feiern können. Aber ich deute zum Beispiel „Rainbows and Butterflies“ mit dem besagten Unicorn-Zeug sehr sozialkritisch. Er geht eigentlich gegen dieses blöde Heile-Welt-Vorgegaukel, alles ist bunt, alles ist toll, alles ist schön und wenn die Realität kommt, dann walzt die diese ganze schöne Regenbogen-Welt einfach platt, die einem in den Medien und so immer vorgegaukelt wird. Das ist so meine Deutung dieser Geschichte, jemand anderes deutet das vielleicht ganz anders. Aber genau das ist dieser Interpretationsspielraum. Ich will das einfach offen lassen und es soll jeder für sich entscheiden, in welche Lebenssituation er das ganze nimmt. Für mich ist das immer sehr interessant wenn ich zum Beispiel draußen am Merch-Stand bin und nach Shows mit Leuten rede die mir erzählen „Hey, danke für den Text von dem und dem Song, der hat mir echt über ‘ne schwere Zeit geholfen“. Ich frag dann auch oft nach, was denn da war und es ist dann echt interessant weil ich dann merke, dass ich das vielleicht aus einem ganz anderen Einfluss heraus geschrieben habe, aber er oder sie deuten das dann auf eine ganz spezielle Lebenslage, sei es Stress im Job, in der Beziehung, eine Krankheit… so soll das auch bleiben. Ich will den Leuten nicht irgendeine Meinung aufdrängen, ich bin niemand der jemandem politische Parolen oder meine politische Meinung aufdrängen will oder jemandem den Weg vorgeben will. Man kann Ansätze vorschlagen oder andeuten, aber was jeder daraus macht, bleibt ihm selbst überlassen.


Das Schubladendenken, dass jede Band in eine bestimmte Richtung gepackt werden muss, dürft euch bestens bekannt sein. Ich hab mal im Internet gesucht, welche Schubladen euch so zugeschrieben werden. Das Ergebnis ist Nu Metal, Crossover, Stoner Rock, Alternative Metal, Metalcore und Hardcore. Das ist ja dann eine ganz schon große Kommode, wie steht ihr selbst dazu?

Christoph: Ja, das ist eine große Kommode und ich schwör dir, die Schublade bringst du auch nicht zu. Das war auch immer so ein bisschen unser Glück. Wir haben schon alles gehört, die machen dies, die machen das…dann war der Nu Metal tot, aber wir waren immer noch da. Dann waren wir halt plötzlich Metalcore. Irgendwann ist der Metalcore weg, aber wir sind immer noch da. Mittlerweile ist uns das aber auch absolut egal. Früher haben wir versucht uns dagegen zu wehren und immer gesagt, dass das doch nicht stimmt. Aber mittlerweile ist es mir wirklich sowas von egal weil wir immer wieder gemerkt haben, dass da, wo andere in ihrer Schublade verschwinden, unsere einfach nicht zugeht, weil einfach zu viel drin ist.
Stephan: Und weil noch mehr rein muss.
Christoph: Oh ja. Das ist auch eines von den Geheimnissen, warum wir immer noch da sind und andere irgendwann mal verschwunden sind. Was aber nicht heißt, dass wir nicht auch mal schlechte Zeiten gehabt hätten! Aber wir hatten immer wieder die Chance uns aufzurappeln und weiterzumachen, wo andere aufgegeben haben oder auf der Strecke geblieben sind. Das würde ich durchaus auch als Erfolg werten.


Letzte Woche wurde euer Video zu „Age Of Revolution“ veröffentlicht. Ich finde, ihr zeigt darin, wie fan-nah ihr seid. Einige Bands sind für Fans immer irgendwie eine Ebene übergeordnet und wirken so unerreichbar. Wie ist das bei euch? Wie wichtig ist es euch, fan-nah zu sein, und wie funktioniert das bei euch am besten?

Stephan: Ich glaube, bei manchen Bands ist es irgendwie gewollt, so übergeordnet zu sein. Das muss sich jede Band selbst überlegen, wie sie dastehen will. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, weil wir auch nach den Shows mit den Leuten reden und auch mal mit denen einen trinken bis in die frühen Morgenstunden. Ich unterhalte mich mit jedem gerne. Ich freu mich, dass die Leute da sind und über die Jahre sind auch Freundschaften entstanden. Du freust dich dann einfach, wenn du nach Hamburg fährst, denn da kommt wieder XY, mit dem kann man wieder ein Bier trinken, das ist ein lustiger Vogel. So machen wir das, wir haben da auch gar keine Scheu. Warum auch? Es gibt nichts Schöneres als die Abende mit den Leuten zu verbringen.
Christoph: Du musst natürlich auch ein Typ dafür sein. Es gibt wohl auch Typen, die wollen das nicht. Aber das war bei uns von Anfang an so, das war schon immer selbstverständlich. Wir haben uns nie vorgenommen, fan-nah zu sein und deshalb nach den Shows am Merchandising-Stand sein zu müssen. Nein, das war einfach klar. Es gibt nichts langweiligeres, als Backstage rumzusitzen. Bei mir ist es auch so, dass ich vor der Show raus muss, einfach um mich mit der Lage zu akklimatisieren. Es gibt nichts Schöneres als wenn man, wie Moik schon gesagt hat, mit den Leuten nach der Show am Merch-Stand quatscht, sich austauscht und so vielleicht auch mal hört dass es scheiße war. So kann man daran arbeiten. Ich kenn das von vielen Bands, die sich nie draußen blicken lassen. Die hören dann aber nie von den Leuten, wie es heute war, und können so auch nicht daran arbeiten. So kannst du dich verbessern, lernst auch viele Leute kennen und findest auch Freunde. So wird das auch bleiben, so wird das auch heute sein, so wird es auf dem Rest der Tour sein. Es ist zum Beispiel immer wieder wirklich schön, wenn die Leute das auch würdigen und dir ein positives Feedback geben. Gestern war jemand da, der hat uns vor wann?
Stephan: Vor 14 Jahren.
Christoph: Der hat uns vor 14 Jahren zum ersten Mal gesehen, ist seitdem Fan und hat uns gestern gesagt, wie gut er es findet, dass wir immer noch so für die Fans da sind und nach der Show noch rauskommen. Das ist dann schon schön, wenn dich jemand seit so langer Zeit verfolgt und man mitbekommt, wie der das auch würdigt und sich darüber freut. Das sind am Ende Fans fürs Leben.
Stephan: Er hat auch gemeint, er bringt demnächst mal seine Kinds mit, der hat ja schon drei.
Christoph: Wir brauchen ja auch junge Fans.
Jamie: Hat ja auch einen geschäftlichen Hintergrund.


Gestern war der Tourauftakt in Aigen – wie war denn das Gefühl, wieder auf der Bühne zu stehen?

Christoph: Eine erste Show nach langer Abstinenz, also im dem Fall tatsächlich schon seit Dezember, ist immer ziemlich aufregend. Du spielst eine neue Setlist und weißt nicht genau, die die Leute darauf reagieren, du weißt nicht ob die Übergänge so klappen wie du dir das vorstellst… aber gestern war für eine erste Show doch sehr gut. Es war noch nicht perfekt, da waren noch ein paar Kinderkrankheiten dabei, aber dennoch war‘s gut.
Stephan: Ich hab für mich gestern gemerkt, was mir bisher gar nicht so aufgefallen ist über die Zeit, dass es mir doch ziemlich gefehlt hat, zu spielen. Ich hatte mega viel Spaß und man ist dann doch froh, dass die Tour wieder losgeht.


Ihr teilt die Touren ja immer auf mehrere Teile. Ist es einfacher, in den 2. Teil zu starten, weil es zum Beispiel durch den 1. Teil in einer gewissen Hinsicht fehlerfreier ist? Oder habt ihr beim 2. oder 3. Teil höhere Erwartungen?

Christoph: Sowohl als auch. Klar sind die Erwartungen auch etwas höher. Wenn du eine Tour machst und es ein paar Kritikpunkte von den Fans gibt, versuchst du natürlich das dann in der 2. Rutsche zu berücksichtigen. Aber ein wirklich größerer Druck ist da nicht. Man geht halt mit mehr Routine rein und die Songs sitzen besser.


„Sacrifice To Venus“ ist euer erfolgreichstes Album, es sind momentan auch eure erfolgreichsten Touren – was geht in euch vor, wenn ihr realisiert, dass aktuelle Album oder die aktuelle Tour erfolgreicher ist, als alles was davor war?

Christoph: Wir sind eine Bands, die alle Up’s und Down’s schon vorher hatte. Deshalb sind wir total auf dem Boden und wir wissen, dass das auch morgen schon wieder vorbei sein kann. Wir würdigen es unfassbar, wie es gerade ist und genießen das auch. Wir können uns auch einfach mal zurücklehnen und haben nicht immer diesen Stress, ob abends genügend Leute kommen. Man weiß schon im Voraus, dass es cool wird. Es gab auch Zeiten in denen du morgens aufwachst und den ganzen Tag über nervös bist, weil der Vorverkauf nicht so gut war. Mich beruhigt das wahnsinnig und ich genieße es. Es ist auch eine Befriedigung für das Weiterkämpfen. Es gab auch Zeiten, da hätten anderen aufgegeben, aber wir haben weitergemacht. Es ist also auch eine Genugtuung. Aber dennoch hängt da immer diese Wolke über einem, die sofort anfangen kann zu regnen. Das ist uns auch bewusst. Und deshalb gibt’s auch immer noch keine Nutten und kein Koks.


„Sacrifice To Venus“ ist euer 8. Studioalbum – ist es Zufall, dass es am 8.8.2014 erschienen ist?

Christoph: Ja, fast. Der Termin hat sich so angeboten und hat total in unseren Zeitplan gepasst. Wir haben aber nicht ein Jahr davor geplant, dass das unbedingt am 8.8. sein muss. Es war einfach ein netter Zufall.
Jamie: Dreimal 8 fanden wir natürlich schon ganz nett! Leider haben viele dann zweimal 8 daraus gemacht.
Christoph: Es war letztendlich ein riesen Zufall. Wir könnten eine riesen Story daraus machen, gibt’s aber leider nicht.


Was ist denn für 2015 noch so geplant, worauf dürfen wir uns freuen?

Christoph: Es ist ja unser Jubiläums-Jahr und wir haben noch einiges vor. Erstmal diese Tour und dann wird’s tatsächlich im Oktober eine ganz spezielle Veröffentlichung geben, ein ganz spezielles Album, was wir aber noch nicht direkt verraten können. Im November wird’s dann noch einen dritten Teil der Tour geben, der aber auch ein bisschen spezieller wird. Aber da gibt’s mehr Infos dann in den nächsten Monaten. Und wir sind dann auch auf jeden Fall auch in Wien.


Ihr seid jetzt seit 20 Jahren aktiv, wo seht ihr euch in 20 Jahren?

Stephan: Still rockin‘!
Christoph: Boah, also wenn mir vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, in 20 Jahren sitzt du jetzt hier und spielst immer noch in dieser Band, hätte ich dem den Vogel gezeigt. Deshalb sag ich da mal einfach nichts und schweige.


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