All That Remains - Phil Labonte

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Kinder sollen lernen, mit Waffen richtig umzugehen - ALL THAT REMAINS-Sänger Phil Labonte bemüht sich sichtlich, musikalischer Redneck des Jahres zu werden...

ALL THAT REMAINS-Sänger Phil Labonte ist in vielerlei Hinsicht anders. Das kann mal angenehm und dann auch wieder unangenehm sein. Zu den eher angenehmen Seiten gehört seine Vorliebe zum chartstürmenden Mainstream-Pop, zu den unangenehmen seine Haltung gegenüber Waffen. Im Stormbringer-Interview am Rande des Nova Rocks zog der Redneck aus Massachusetts erwartungsgemäß rücksichtslos vom Leder...

Veröffentlicht am 24.06.2015

Phil, nach sechs Jahren waren ALL THAT REMAINS 2015 wieder am Nova Rock zu sehen.

Nein, wir waren definitiv 2011 auch hier, denn da hat sich unser Drummer Jason Costa bei diesem Festival die Hand gebrochen. (ALL THAT REMAINS waren 2011 nicht in Österreich und Costa brach sich die Hand 2009 in Skandinaiven… - Anm. d. Verf.).

Jedenfalls habt ihr mit „The Order Of Things“ auch ein brandneues Studioalbum veröffentlicht, das erste seit drei Jahren. So lange hat es noch nie zuvor gedauert.

Wir haben die Aufnahmen bereits im Sommer 2014 beendet, aber das Label wollte das Album erst nach Weihnachten veröffentlichen. Davor ist immer viel los und alle bringen Alben raus. Wir haben das Album bereits nach dem Sommer beworben, aber jetzt geht es so richtig weiter. Rund um die Weihnachtszeit befindet sich die gesamte Musikszene auf Urlaub, so haben wir uns schlussendlich für Februar zur Veröffentlichung entschieden.

Ist es in Zeiten von Downloads und Streaming-Portalen überhaupt noch notwendig, sich Gedanken über einen Release-Tag zu machen? Oder besser gesagt – überhaupt Alben zu machen?

Meiner Meinung nach nicht, aber das Label hat eine andere Ansicht. (lacht) Wir haben Verträge, aber wir haben schon darüber diskutiert, ob wir nicht einzelne Songs rausbringen und damit touren sollen. Das wird die Zukunft des Musikbusiness sein. YouTube-Stars machen zwei bis drei Songs, laden sie hoch und gehen auf Tour. Das überlegen wir auch. Bei uns beschweren sich viele Leute, dass wir nichts mehr Hartes machen, was nicht stimmt. Die Leute hören ja nur die Singles, das Album als Gesamtes ist härter, aber wenn es niemand mehr hört, warum hat es dann noch Sinn? Zu welchem Zweck soll ich so viel Liebe, Zeit und Anstrengung reinwerfen, wenn die Leute ohnehin nicht hinhören? Heute hört jeder nur mehr Singles.

Hörst du dir selbst auch keine vollen Alben mehr an?

Nein. Frag doch mal die Leute, welche Alben sie auf ihren Smartphones haben – da wirst du keines finden. Es sind nur einzelne Songs oben oder eben Spotify, aber kaum jemand kauft sich mehr ein gesamtes Album. Ich selbst habe drei volle Alben am Smartphone und zwei davon sind von ALL THAT REMAINS. (lacht) Ich mag es aber schon, ganze Alben zu machen. Von zwölf meiner Songs mag ich dann auch zehn bis zum Ende, aber zahlt es sich noch aus? Sollte ich die Idee nicht sparen, um sie später rauszubringen? Selbst das Label konzentriert sich im Endeffekt nur auf drei oder vier Singles, will aber trotzdem ein Album von uns. Spielen wir halt mit, aber das wird keine Zukunft haben.

Du hast in Interviews schon öfter gesagt, dass du mit deinen alten Alben nicht zufrieden bist.

Es sind nun mal fünf Leute in der Band und manchmal muss ich mich halt beugen. Ich habe die Band zwar eröffnet, aber ich bin nicht der Boss, jede Meinung zählt. Ich kann mich schon beschweren über Ideen, aber solange ich keine bessere habe, habe ich eine schwache Argumentationsbasis. Das wäre auch unfair, ich kann nicht meinen Kopf gegen vier andere Menschen durchsetzen. Ich spreche da auch nicht von allen, nur mir persönlich gefallen viele Sachen nicht mehr. Es geht aber nicht um Alben, sondern um einzelne Songs.

Gibt es Songs, die du absolut nicht mehr live spielen möchtest?

Ein paar schon, ja. „Chiron“ von der „Overcome“ zum Beispiel mag ich absolut nicht mehr spielen. Darauf habe ich überhaupt keine Lust, ich mag den Song einfach nicht, er ist nicht so geworden, wie ich wollte. Ich selbst habe auch die Schnauze voll von „Six“ von „The Fall Of Ideals“, aber wenn ich die Nummer weglasse, drehen nicht nur meine Bandkollegen, sondern auch das Publikum durch.

„The Fall Of Ideals“ war 2006 euer absolutes Referenzalbum. Ist es schwer für dich damit umzugehen, dass sich viele Fans ein Album in diese Richtung wünschen?

Es ist ärgerlich, immerhin ist das fast zehn Jahre her. Wenn du das Album hören willst, dann mach es – ich will das aber nicht immer hören. Für mich sind das keine richtigen Fans. Wenn du sagst, dass „The Fall Of Ideals“ großartig war, sonst aber nichts, bist du wohl unbewusst gegen ALL THAT REMAINS. Für mich klingt das immer nach: „Fickt die Idioten, ihr neues Zeug ist scheiße“. Wir werden aber kein zweites „The Fall Of Ideals“ machen, auch wenn ich nicht weiß, welche Lebensumstände dich damals dazu bewogen, dieses Album so genial zu finden. Ich kann aber nicht dafür sorgen, dass du dich wieder gleich fühlst wie damals – das geht nicht. Wenn du das Album magst, dann sagen wir danke, wenn du aber meinst, alles andere von uns wäre übel und wir sollten nochmal dasselbe machen, dann kriegst du ein „fuck you“ zurück. Du kriegst, was du gibst.

Im Gegensatz zu vor zehn Jahren – was ist dir heute wichtig, wenn du ein Album machst?

Ich will einfach nur gute Songs schreiben, bin aber kein Perfektionist. Du kannst keine perfekte Musik machen, es ist unmöglich. Egal, wie das Album dann rauskommt, du willst im Nachhinein immer was verbessern. Ein Album ist schlichtweg ein Schnappschuss von deiner aktuellen Lage. Du musst einfach abschließen – wenn es raus ist, ist es raus und fertig.

Beim Song- und Texteschreiben warst du immer eine Ein-Mann-Armee, dieses Mal hast du aber mit deinem Produzenten Josh Wilbur geschrieben. Wie kam es dazu?

Einfach weil er großartige Ideen hatte. Das ist schon das ganze Geheimnis. Wir haben beim Brainstorming einfach hervorragend kommuniziert. Wir hatten keine offiziellen Meetings oder lange darüber geredet, es ist einfach passiert und hat irgendwie Schritt für Schritt gepasst. Es hat der ganzen Band gut getan.

Was ich an dir schätze, ist deine Offenheit anderen Musikstilen gegenüber, was vor allem im Metal immer noch eine Seltenheit darstellt und oft verpönt ist. Woher kommt diese musikalische Breite?

Ich liebe es Dinge zu machen, die man nicht von mir erwartet. Ich bin mittlerweile 40, kein Teenager mehr, es stört mich nicht, was die Leute denken, was ich höre. In der Highschool war ich natürlich sofort der Schwule, wenn ich einen Pop-Song mochte. Das schränkt die Menschen ein und das ist mir einfach zu blöd. Ich bin verheiratet, habe Hunde und ein Haus und ich gebe einen Scheiß darauf, was irgendwer von mir hält, wenn ich mir beim Rasenmähen einen Pop-Song reinziehe. Was ich mag, das mag ich. Wenn du ALL THAT REMAINS nicht magst, weil deren Sänger Phil Labonte TAYLOR SWIFT hört, bist du ein verdammter Trottel. Ganz einfach. Wenn es aus diesem Grund passiert.

Würde es dich interessieren, selbst einmal ein Pop-Album einzuspielen?

Darüber habe ich noch nie nachgedacht, denn bei ALL THAT REMAINS sind wir doch anders unterwegs. Bei einer Band wie SLAYER kannst du darauf setzen, dass das kommende Album wie das letzte von ihnen klingen wird. Es gibt neue Songs, aber es wird definitiv nach SLAYER klingen. Ich will aber in keiner Band sein, die dasselbe Album immer und immer wieder schreibt. Bei uns geht es nur darum, dass wir die Songs mögen. Trifft das zu, kommen diese Songs aufs Album. Ob die jetzt hart, schnell oder Metal genug sind, ist scheißegal. Es geht nur um die Qualität.

Mit „Tru-Kvlt-Metal“ habt ihr einen total sarkastischen Song auf dem Album – wen sprecht ihr damit an?

Die Kids, die zu Metal sind, um sonst was im Leben mitzukriegen. Habe ich die richtige Haarlänge? Trage ich wohl genug Schwarz? Ist das Album doch hoffentlich nachts in Norwegen aufgenommen worden? Haben sie wohl hoffentlich Dämonen beim Aufnehmen beschworen? Das ist alles totaler Bullshit. Meine Loyalität geht nicht an den Metal, sondern an die Musik – auch wenn ich damit wieder eine Menge Leute ans Bein pissen werde. Ich bin Musiker und muss nicht Metal spielen, um Musiker oder Songwriter zu sein. Wir mögen den Metal-Style und deshalb machen wir unsere Songs so, aber es ist nicht notwendig.

Die Schreibweise deines „Kvlt“ stammt ja auch vom norwegischen Black Metal. Hast du damit Berührungspunkte?

In den 90er-Jahren habe ich viel Death Metal und aus dem Black-Bereich vor allem EMPEROR gehört. Als Kid stehst du natürlich auf MAYHEM und BURZUM, ich habe auch alle Artikel über die Kirchenverbrennungen und das Zeug rund um Dead und Euronymous verschlungen. Heute, als Erwachsener, denke ich mir, was das für ein dummer Scheiß war. Natürlich hat es eine gewisse Faszination, aber es wurde einfach zu stark ausgeschlachtet. Willst du als Mensch immer so engstirnig durchs Leben laufen wie diese Kids damals? Es gibt Tage, da bin ich so happy, dass ich einfach nur eingängigen Upbeat-Stuff hören möchte, ich kann mir nicht immer die depressive Dosis Black Metal in die Ohren pfeifen. So funktioniert auch ALL THAT REMAINS. Wir sind eine Band, die ein volles Spektrum menschlicher Emotionen zeigt. Hoffentlich zumindest. (lacht)

Du bist im Privaten eine sehr politische Person, die sich in den sozialen Netzwerken zu fast jeder Debatte rund um die US-Politik äußert. Oft auch sehr kontrovers.

Darauf stehe ich. Ich liebe es, die Menschen herauszufordern, ihre Ansichten zu hinterfragen und sie aufzuregen. Wenn ich einen Song wie „Tru-Kvlt-Metal“ schreibe, versuche ich, die Perspektive der Menschen zu hinterfragen und etwas zu drehen. Jeder Metaller glaubt, er wäre so anders, aber wo ist dieses Anderssein, wenn du erst wieder nur so bist wie deine Freunde und Leute aus demselben Umfeld? Es stimmen dir doch wieder nur alle zu und wo ist da die Eigenständigkeit. So funktioniert auch mein politisches Verständnis. Bei uns in den USA sind die Republikaner und Demokraten gleichermaßen dumm. Beide sind Heuchler und lügen, bis die Balken biegen. Ich habe eine Menge republikanische Freunde, frage sie aber immer, ob es wirklich so wichtig ist, dass man Leute für den Besitz von Marihuana ins Gefängnis stecken muss. Wollt ihr deshalb das Leben von Menschen oder Familien ruinieren? Meine demokratischen Freunde frage ich, ob es wirklich so wichtig ist, die Leute mit bis zu 80 Prozent zu besteuern und ihnen so viel von all der harten, zeitraubenden Arbeit wegzunehmen? Wollt ihr wirklich, dass die Leute ihr Geld in die Taschen der oberen Zehntausend scheffeln? Wenn mich sowas kontrovers erscheinen lässt, dann ist das gut.

Es gab auch schon Vorwürfe, dass du homophob seist und Probleme mit der Liberalität einiger Menschen hättest. Wirst du bzw. fühlst du dich missverstanden oder hast du Angst, missverstanden zu werden?

Zuhause trage ich eine Waffe – ich mache mir um gar nichts Sorgen. Das ist die Wahrheit. (lacht) In New Hampshire habe ich auch ein Waffengeschäft. In meiner Heimatstadt leben nur etwa 2.000 Menschen, also kenne ich auch die ganzen Polizisten. Sie kommen zu uns, wir reparieren ihre Waffen oder sie kaufen sich neue. Es kann einfach nicht das Problem sein, seine Meinung zu sagen. Das Problem ist dann eher die Gesellschaft, die dir verbieten will, deine Meinung kundzutun. Gerade in den USA ist das derzeit ein signifikantes Thema, was man gesetzlich sagen darf und was nicht. Meine Antwort darauf ist: „Fickt euch alle, ich sage was ich will, wann immer ich es will und wo ich es will“.

In einem Interview mit TURBONEGRO hat mir Happy Tom unlängst gesagt, dass Problem der heutigen Gesellschaft wäre nicht die Political Correctness, sondern die Emotional Correctness. Siehst du das genauso?

Er hat absolut Recht. Das ist das Gift für die Gesellschaft. Die sagen nichts anderes, als dass du nichts sagen darfst, was ihre Gefühle verletzt. Weißt du was ich dir dazu sage? Du solltest dir besser ein Kondom für dein Herz besorgen, denn ich ficke deine Gefühle. Ich sage absichtlich Scheiße, nur um deine Gefühle zu verletzen, weil du eine Pussy bist. Es sind nur eure Gefühle, nicht mehr. Wenn du das nicht aushältst, dann verschwinde. Der Tag, an dem ich jemals sagen würde: „Du darfst das nicht sagen, weil es meine Gefühle verletzten könnte“, ist der, an dem ich mich von einem verdammten Gebäude in den Selbstmord stürzen sollte. Das heißt nichts anderes, als dass du deine Gefühle wichtiger nimmst als die Ideen, die andere Menschen haben. Als die anderen Meinungen, die sie vielleicht mit dir bereden möchten. Du sagst damit auch, dass deine Gefühle wichtiger sind als die Realität. Das ist einfach nur wahnsinnig. Die einzige Antwort darauf, dass sich jemand beleidigt fühlt ist, dass es scheißegal ist. Fick dich, mich interessiert das nicht.

Wie sollen sich die Menschen dann deiner Meinung nach verhalten?

Es sollte mehr Menschen geben, die sich aufrecht hinstellen und ihre Meinung kundtun. Oh, deine Gefühle sind verletzt und du fühlst dich beleidigt? Fick dich! Das sollte passieren. Menschen sollten viel öfter herausgefordert werden. Wo soll die Welt hinführen, wenn jeder nur mehr eine festgesetzte Meinung hat und nicht mehr nachdenkt, sich selbst nicht mehr hinterfragt und alles nur noch schluckt? Es gibt natürlich Grenzen und die sind physischer Natur. Du hast kein Recht dazu, jemandem etwas körperlich anzutun, ihn zu schlagen oder sonstwie mit körperlicher Gewalt dazu zu bringen, dass er deiner Meinung ist – das ist inakzeptabel. Aber solange nur geredet wird, sollte alles erlaubt sein. Aber sobald dich jemand körperlich angreift, hast du das Recht, dich selbst zu verteidigen. Da sollte es auch das Recht geben, eine Waffe zu besitzen und abdrücken zu können, um jemanden zu töten.

In Europa wirst du dir mit dieser Meinung nur in vereinzelten Ecken Freunde machen. Wie stehst du eigentlich zum Thema Waffen und Kinder, nachdem in den Medien alle paar Wochen mal zu lesen ist, dass ein Fünfjähriger seinen zweijährigen Bruder erschossen hat – vorwiegend oder fast ausschließlich in den USA?

Klar ist das okay. In den 50er- und 60er-Jahren waren Gewehre in Schulen alltäglich und das war damals überhaupt kein großes Thema. Es gab damals aber auch nicht mehr Schießereien oder Amokläufe als heute. Heute haben die Leute doch nur Angst vor Waffen, weil die Medien sie als teuflisch hinstellen. Das ist aber nur eine Wahrnehmung und nicht die Realität. Wenn du deinem Kind die Regeln erklärst und ihm zeigst, wie es schießen soll, ist das okay. Kinder sollen lernen, mit Waffen richtig umzugehen. Mein Vater, meine Großeltern, alle Leute in meiner Familie hatten immer Waffen, ihr ganzes Leben lang und es war nie ein Diskussionsthema. Es war einfach selbstverständlich. Heute ist das durch die Medien ein Thema geworden. Eigentlich wurden die Waffengesetzte in den letzten 20 Jahren aufgeweicht. In den USA gibt es seit dem sogar mehr Staaten, wo du dir einfach eine Waffe besorgen kannst, ohne lästigen Papierkram auszufüllen. Wenn du eine Waffe durch die Straßen spazieren tragen willst, dann mach es – es wird kein Problem sein. Natürlich ist die Kriminalität zu hoch und bedenklich, aber die Medien stellen das als eine Art Apokalypse hin, was faktisch einfach nicht stimmt. Meinungsmacher wollen dir einreden, dass die Waffen das Problem wären. Das stimmt aber nicht, es sind die Leute dahinter.

Wie schwierig ist es für dich, mit deinen Ansichten in der Musikerszene Fuß zu fassen? Der Bereich ist doch eher linksgerichtet, was man von dir nicht wirklich behaupten kann, auch wenn du in gewissen Themenbereichen liberale Ansätze hast.

Um ehrlich zu sein, hänge ich kaum mit Musikern ab, wenn wir auf Tour sind. Ich habe einen komplett anderen Background als die meisten Musiker und hänge daher nicht mit ihnen ab. Ich bin auch kein Partytier. Ich freue mich, wenn ich nach Hause kann zu meiner Frau und ein paar Runden mit den Hunden um den Block drehe. Für mich gibt es Millionen Gründe, nicht auf die Piste zu gehen. Darunter gehört auch, dass ich meine Stimme ruiniere, wenn ich in einer Bar saufe. Das interessiert mich alles nicht. Die meiste Zeit sitze ich backstage herum und schaue Fern. Manchmal trinke ich ein bisschen im Bus.

Kommen wir zum Abschluss noch mal schnell zur Musik zurück. „The Order Of Things“ ist das bislang eingängigste, poppigste Album deiner Band. Ist das die Zukunft von ALL THAT REMAINS?

Ich hoffe es. Das Album ist definitiv mein Lieblingsalbum, nicht nur, weil es das neueste ist. Ich möchte gerne wieder mit Josh arbeiten, schließlich haben wir noch viele Ideen, die wir auf diesem Album noch nicht ganz ausführen konnten. Jedes Album wird anders klingen, deshalb weiß ich noch nicht, wie es weitergehen wird.

Interessant ist, dass du anfangs bei SHADOWS FALL warst und ALL THAT REMAINS nur als Side-Project geplant war. Jetzt ist SHADOWS FALL quasi verschwunden, ihr aber seid immer noch hier. Ironisch oder nicht?

Das ist schon kurios, ja. Für mich persönlich war es gut, dass sie mich damals aus SHADOWS FALL kickten. Jeder braucht hier und da mal einen Tritt in die Eier und bei mir war das Ende des Jahrtausends definitiv nötig. Es war hart, diese Botschaft zu erhalten, aber meine Freunde sagten mir, ich wäre kurz davor gewesen, zu einem kompletten Arschloch zu mutieren. Das hat damals weh getan, aber ich bin heute keine 23 mehr und ich weiß, dass es gut ist, manchmal in die Scheiße zu greifen und zu scheitern. Das formt deinen Charakter und macht dich stärker. Ich habe jedenfalls überhaupt kein Problem damit, wie sich mein Leben schlussendlich entwickelt hat. (lacht)

Welche Ziele hast du noch mit ALL THAT REMAINS? Was liegt in deinem Fokus?

Ich dachte mir nicht einmal, dass ich jemals ein professioneller Musiker werden würde oder damit mein Geld verdienen könnte. Als ich merkte, ich kann damit die Rechnungen bezahlen und brauche nicht in eine Werkstatt gehen, war ich zufrieden. Es ist das Großartigste überhaupt und es gibt keinen Grund, warum ich mich beschweren sollte. Ich bin viel weiter als ich je mehr vorstellen konnte oder erwarten konnte.

Wenn du die Möglichkeit hättest, mit einem bestimmten Künstler oder einer bestimmten Band zusammenzuarbeiten – wer wäre das?

JUSTIN TIMBERLAKE.

Ernsthaft JUSTIN TIMBERLAKE?

Er ist ein großartiger Performer und ein phänomenaler Sänger. Ich würde gerne solche Songs schreiben können wie er, er ist einfach großartig. Wie geil wäre das, wenn JUSTIN TIMBERLAKE, TAYLOR SWIFT und METALLICA auf dem nächsten ALL THAT REMAINS-Album wären. Und SKRILLEX soll es produzieren. Der Typ ist ohnehin der Coolste.


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