BLACK LUNG - Dave Cavalier

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Die Songs konzentrieren sich darauf, einen Feind zu finden. Ob es sich bei dem Feind jetzt um Kapitalismus, Religion, das Festkleben in der Heimatstadt oder um eine bittere Beziehung handelt, entscheidet sich in deinem Leben.

Unlängst brachten BLACK LUNG ihr zweites Album „See The Enemy“ auf den Markt. Wir fingen Dave Cavalier kurz vor seinen Flug nach London ab, um mit ihm über den neuen Output, die Bedeutung des schwarzen Rauchs, Unterschiede zwischen BLACK LUNG und den FLYING EYES und die Retro-Rock Szene zu plaudern.

Text: inhonorus
Veröffentlicht am 14.05.2016

Unlängst brachten BLACK LUNG mit „See The Enemy“ (hier geht's zum Review) ihr zweites Album auf den Markt. Und auch wenn es nicht ganz zum Meilenstein reicht, ist „See The Enemy“ allemal ein großartiges Album das in Sachen Retro-Rock Maßstäbe setzen wird! „See The Enemy“ ist schon jetzt eines der Vorzeigealben des Jahres! Wir fingen Dave Cavalier kurz vor seinen Flug nach London ab, um mit ihm über den neuen Output, die Bedeutung des schwarzen Rauchs, Unterschiede zwischen BLACK LUNG und den FLYING EYES und über die Retro-Rock Szene zu plaudern:

 

Hi Dave! Erst einmal Glückwunsch zu diesem umwerfenden neuen Album. Diese großartige Mischung aus Blues, Doom und Psychedelic-Rock fesselt den Hörer vom Anfang bis zum Ende! Aus meiner Sicht ist „See The Enemy“ schon jetzt eines der Vorzeigealben des Jahres! Erzähl uns ein bisschen über die Unterschiede zwischen BLACK LUNG und THE FLYING EYES!

Danke für die netten Worte! BLACK LUNG und THE FLYING EYES sind zwei sehr unterschiedliche Bands. Da wir (bei BLACK LUNG - Anm. d. Red.) keinen Bass haben, ist das Schreiben sehr speziell. Unsere Gitarren müssen basslastig und sehr minimal sein, weshalb der Sound immer wieder dem Doom-Bereich zugeordnet wird. Auch der Vocal-Style und die Herangehensweise sind sehr unterschiedlich. Es ist sehr wichtig zu erwähnen, dass wir diese Band nicht als Nebenprojekt betrachten. Es ist ein eigenständig lebendes, atmendes Ding.

Ist es sehr schwer für euch, beide Bands und die Normalo-Jobs noch unter einen Hut zu bringen? Immerhin spielen zwei der drei Musiker hinter BLACK LUNG auch noch für die Baltimore Psychedelic-Rocker von THE FLYING EYES. Das Schreiben von neuem Material, Touren und so weiter – das scheint eine ziemliche Mammut-Aufgabe zu sein?

Es kann teilweise schon sehr schwer sein, doch wir machen es zur Priorität. Du musst sehr gewissenhaft an die Sache ran gehen und Zeit für Bandproben, Promotion und so weiter einräumen. Adam hat zum Beispiel sein eigenes Kombucha-Unternehmen, das sich “Wild Kombucha” nennt, und spielt in beiden Bands. Es kann sehr stressig sein, doch nichts kann uns davon abhalten Musik zu machen.

Erzähl uns doch etwas über die Songs auf dem Album und woher eure Inspiration kam!

Die Songs konzentrieren sich darauf, einen Feind zu finden. Ob es sich bei dem Feind jetzt um Kapitalismus, Religion, das Festkleben in der Heimatstadt oder um eine bittere Beziehung handelt, entscheidet sich in deinem Leben. Es dreht sich ums versöhnen mit diesem Ding und darum, seine eigene Wahrheit zu finden, was auch immer diese sein mag.

Eine Handvoll Bands – beispielsweise THE BLACK KEYS oder die untsterblichen THE DOORS – spielen/spielten ohne Bass. Warum verzichtet ihr auch auf den Bass und wie kommt das eurem Sound zugute?

Wie ich zuvor schon gesagt habe, das macht unser Songwriting speziell. Unser Rhythmus muss stark sein und unser Klang dick. Auf der Bühne kommen die Klänge beider Gitarren aus Gitarren- und Bass-Amps. Insgesamt legt das den Fokus mehr auf die Musik. Keine Ablenkungen!

Sowohl auf dem Debütcover als auch auf dem jetzigen befindet sich schwarzer Rauch. Was für eine Botschaft verbirgt sich dahinter?

Wir versuchen stets die visuelle Kunst zu finden, die am besten zu uns passt. Es soll einfach eine gewissen Stimmung aufbauen. Das ist auch der Grund, warum all unsere Bilder und Videos in schwarz/weiß gehalten sind. Wir wollen unser Image konstant halten.

Während eures Auftritts auf dem Rockpalast Crossover Festival 2015 habt ihr eine Coverversion von BLACK SABBATHs „The Wizard“ gespielt. Nun habt ihr einen Song von Marvin Gaye gecovert. Warum ausgerechnet Marvin Gaye?

Das „Inner City Blues“-Cover war Teil eines Compilation-Albums über unsere Heimatstadt Baltimore. Wie du vielleicht noch weißt ist es vor ungefähr einem Jahr zu Ausschreitungen in Baltimore gekommen. Es wurde schnell wieder ruhiger, doch die Probleme hinter diesen Ausschreitungen existieren noch immer. Die Lyrics von Marvin Gaye fassen die Bemühungen hinter der Sache perfekt zusammen.

Anno 2014 habe ich Elias und Adam im Essener Panic Room bei einem ihrer FLYING EYES-Auftritte bewundern können. Was geht euch beim Spielen auf der Bühne eigentlich so durch den Kopf?

Alles und nichts.

Was denkst du über die seit Jahren wieder erstarkte Retro-Rock Szene?

Es freut uns zu sehen, wie stark diese Szene ist. Leute sind stets positiv überrascht von der Band – egal wo wir spielen. Es bestätigt nur, dass Rock'n'Roll nirgendwo hingeht. Keine Ahnung wie viel Bullshit an Musik noch veröffentlicht wird, doch es wird immer qualitativ hochwertige Bands geben, die von ihren Fans supportet werden.

Danke für das Interview. Die berühmten letzten Worte gehören dir, Dave!

Wir sind sehr begeistert darüber, wieder auf Tour zu gehen. Wir steigen morgen ins Flugzeug und fliegen nach London – und dann beginnt es! Neun Länder in dreißig Tagen! Das wird unsere größte bisherige Tour und wir können es gar nicht mehr abwarten, unser neues Album und unsere Musik mit der Welt zu teilen. Cheers!


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