LIQUID STEEL - Fabio

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Wir nehmen unsere Texte schon ernst, wobei natürlich der ein oder andere Fun-Song dabei ist!

Zur anstehenden Veröffentlichung ihres zweiten Albums haben wir uns die Jungspunde von LIQUID STEEL aus Tirol zur mütterlichen Brust genommen, fragten sie über die baldig erscheinende Platte aus und erfuhren warum man gefährlich lebt, wenn man Fragen zu Haaren stellt...

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 27.08.2016

Euer Debüt ging ja über ein Label raus, das ihr nach langer Suche gefunden habt. Wenn ich richtig informiert bin, vertreibt ihr „Midnight Chaser“ nun gleich selbst – bewusst, oder gezwungenermaßen?

LS: Hallo Stormbringer-Leser! Ja, das ist richtig. Wir haben uns diesmal bewusst dazu entschieden das Album selbst rauszubringen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sind wir einfach nicht fündig geworden, was das richtige Label anbelangt, zum anderen wollten wir diesmal einfach selbst alles in die Hand nehmen und somit alles selbst bestimmen.

Eine Frage, die man natürlich allen jungen Bands irgendwo stellen muss – bekanntlich ist die Musik nicht unbedingt das billigste Hobby... Wie habt ihr die Albumaufnahmen finanziell gestemmt?

LS: Das stimmt allerdings. Wir sehen das so, wir sind Musiker und haben nun mal nicht unbedingt das billigste Hobby. Wir haben die Aufnahmen und die Produktion privat vorgestreckt. Im Idealfall arbeiten wir kostendeckend. Bedenkt man jedoch die Zeit, die fürs Proben investiert wird, das ganze Equipment, die Instrumente, die Proberaummiete und natürlich den nicht unerheblichen Gerstensaftkonsum, dann wird’s wohl knapp.

Viele Bands greifen ja auch aufs Crowdfunding zurück, um ihre Aufnahmen zu finanzieren. War das für euch auch eine Option?

LS: Daran haben wir ganz ehrlich nicht gedacht. Allerdings ist es jetzt auch nicht unbedingt so, dass die Kosten für die Albumproduktion sämtliche Rahmen sprengen würden.

Und wie schauts aus... dürfen wir uns dieses Mal tatsächlich auf einen LP-Release des neuen Albums freuen...?

LS: Wir haben es diesmal tatsächlich geschafft, das Album auch als LP zu releasen. Allerdings kommt die LP etwas später raus als die CD. Durch den derzeitigen Vinyl-Boom sind die Presswerke voll. Ich glaube realistisch gesehen kann man mit einem Release Ende des Jahres rechnen. Außerdem werden wir endlich unser erstes Album "Fire In The Sky" als LP raushauen.

Einer eurer Songs, „Kubla Khan“, ist von einem Gedicht von Samuel Taylor Coleridge inspiriert. Eine Parallele zu IRON MAIDEN, die auf „Powerslave“ „The Rime Of The Ancient Mariner“ musikalisch verarbeitet haben – oder doch eher dem Anglizistik-Studium von Fabio geschuldet...?

LS: Auf Coleridge bin ich während meines Studiums gestoßen, und das Gedicht hat mir auf Anhieb gefallen, da ihm eine sehr phantasievolle und melodische Sprache zugrunde liegt. In dem Song hab ich mich dieser Sprache bedient und daraus eine Metapher geschaffen. Der Palast des Kublai Khan (mongolischer Herrscher des 13. Jhd.) steht für alles Vergängliche, alles Schlechte und Dekadente im Leben. Der Palast steht in einer grandiosen sowie unwirklichen Landschaft, in der es alles im Überfluss gibt und nichts unmöglich scheint, doch hinter den goldenen Fassaden des Palastes wartet das Verderben und der Wahnsinn. Parallelen zu unserer modernen Gesellschaft gibt es da zur Genüge, man kann also der Phantasie freien Lauf lassen.

Womit wir auch schön überleiten können zu den musikalischen Einflüssen, wo nebst bereits erwähnten eisernen Jungfrauen auch vielerlei weitere Heavy Metal-Bands aus den 80ern dabei sind. Verwendet ihr deswegen auch immer so wunderbares Klischeevokabular und Klischeetexte?

LS: Naja, das würde ich so nicht unbedingt sagen. Wir nehmen unsere Texte schon ernst, wobei natürlich der ein oder andere Fun-Song dabei ist. "Midnight Chaser" beispielsweise handelt davon, was wir als Band machen ("Riding out into the night with fire in our hearts, we chase our dreams"). Ein Text wie Hiroshima ist andererseits sehr wohl ernst gemeint und hat mit Klischees gar nichts zu tun.
Wir möchten uns beim Textschreiben einfach nicht thematisch limitieren und schreiben immer was am besten zum jeweiligen Song passt, ob das für jemanden ein Klischee ist oder nicht, ist uns egal.

    
LIQUID STEEL in Action (2013)

Auf „Fire In The Sky“ habt ihr mit Patrick W. Engel zusammengearbeitet, dieses Mal habt ihr unter Jay Hundert im Studio Hundert aufgenommen. Seid ihr dadurch, im Vergleich zum letzten Album, auch anders an die Aufnahmen herangegangen?

LS: Die Herangehensweise war dieselbe. Wir waren gut vorbereitet und haben einige Tage in die Pre-Production investiert; d.h. wir haben alle Songs vorher aufgenommen und gemeinsam daran getüftelt, um die Songs noch besser zu machen. Es war toll für uns mit Jay zusammenzuarbeiten, da wir uns auf Anhieb gut verstanden haben und der Aufnahmeprozess so für alle angenehm verlief.

Ihr habt ja schon im Vorprogramm einiger richtig fetter Bands spielen dürfen. Wenn ihr die Chance hättet, als Support auf einer richtig fetten Tour dabei zu sein – würdet ihr dafür eure Jobs aussetzen, um einige Wochen oder sogar Monate durch die Weltgeschichte zu reisen?

LS: Das ist eine interessante Frage. Ich glaube, dass das jeder von uns unterschiedlich beantworten würde. Die Fragen lauten immer: Welche Tour, in welchem Ausmaß, wie sieht's dabei finanziell aus etc. Wir haben beispielsweise schon konkrete Tourangebote bekommen, die für uns finanziell einfach nicht tragbar sind. Einige von uns haben zudem auch Jobs, in denen nur bestimmte Tourmonate in Frage kämen. Wie du siehst ist es nicht so einfach mit dem Touren, aber sag niemals nie. Wir würden sehr gerne mal im kleinen Rahmen auf Tour gehen.

In den 80ern waren ja Spandexhosen hip – habt ihr schon mal überlegt euch auch in solche Teile zu quetschen oder bleibt ihr doch lieber bei eurer straßentauglichen Kleidung?

LS: Nein, die Spandextage sind vorbei. Wir leben auch nicht mehr in den 80ern. Wir finden es sollte einerseits authentisch wirken und andererseits wollen wir uns auch wohlfühlen auf der Bühne. Ich finde es ok wenn andere Bands das heutzutage machen, aber wir bleiben lieber bei unserer straßentauglichen Kleidung.

Schon mal überlegt euch ein richtiges „Bad Boy“-Image zuzulegen? Oder seid ihr auch der Meinung, dass das heute nicht mehr so funktioniert?

LS: Hahaha! Daran haben wir bisher noch nicht gedacht, aber ganz ehrlich gesagt wollen wir das auch gar nicht, denn bei uns zählt nur die Musik und nicht irgendein Image. Ich glaube auch, dass das heutzutage nicht mehr funktioniert und ich fand das ganze "Bad Boy-Image" schon immer albern.

Eine Frage, die bestimmt auch die zahlreichen weiblichen Anhänger interessieren dürfte: Womit pflegt ihr eure fluffig-flauschigen Mähnen? Denn ob sie echt sind, braucht man ja gar nicht erst zu fragen.

LS: Das könnten wir dir natürlich verraten, aber dann müssten wir dich leider erschießen...

Wo wir schon bei Mädels sind... Hand aufs Herz – würdet ihr bei Groupies auch mal schwach werden? Und was würdet ihr bevorzugen: Frischfleisch oder MILF? (Ich wurde von meinen Kollegen mit vorgehaltener Waffe gezwungen diese Frage zu stellen! Naja... ok... eigentlich wars nur ein Vorschlag, also... egal.)

LS: Also, da wir alle keine Vegetarier sind, und uns das Wort MILF in diesem Zusammenhang kein Begriff ist, würden wir sagen Frischfleisch. (Anm. d. Verf.: So süß und unschuldig...)

Und zum Abschluss noch eine weitere, nicht ganz ernst gemeinte Frage. Die meisten Metalheads lieben den Gerstensaft – wenn jeder von euch ein Bier wäre, welches Bier wärt ihr jeweils?

LS: Also Martin wär ein großes Bier, weil Schlagzeuger immer den größten Durst haben, Monte wär ein helles "Hinterhof Bräu" (wegen den Haaren), Fred Shred wäre höchstwahrscheinlich ein "Shredhead Winter Ale" (ja das gibt’s!), Julle wäre wohl ein "Osttiroler Gösser" und Fabio wäre ein "Hacker Pschorr" (süffig, mild und bodenständig).

Und jetzt dürft ihr natürlich auch noch eine Botschaft an alle unsere Leser loswerden, wenn ihr wollt!

LS: Hey Stormbringer Maniacs! Vielen Dank für euren Support  wir sehen uns am 3. September zur Releaseparty im Weekender in Innsbruck! IN STEEL WE TRUST!

Von der Releaseparty werden wir selbstverständlich auch wieder berichten! Wenn ihr neugierig auf die neue Scheibe von LIQUID STEEL geworden seid, dann findet ihr das entsprechende Review hier.


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