IMMINENCE - Harald Barrett

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Natürlich sind da kleinere Errungenschaften, die man im Laufe seiner Karriere anvisiert, aber unser übergreifendes Ziel ist es einfach, dass wir uns vorwärts bewegen.

Im Vorfeld zum Release von IMMINENCE' neuem Album "This Is Goodbye" haben wir uns mit dem Gitarristen der Band, Harald Barrett, hauptsächlich über die Vision dahinter, die musikalische Weiterentwicklung und natürlich die Tourpläne der Band unterhalten...

Veröffentlicht am 28.03.2017

Stormbringer.at: Hej, hur står det till (zu deutsch: Hallo, wie geht's)? Vergib mir bitte, aber das sind leider die einzigen schwedischen Worte, zu denen ich imstande bin. Ich vermute mal, dass ihr zuletzt einiges an Promoarbeit hattet, richtig?

Harald: Hej, mycket bra tack (zu Deutsch: Hey, sehr gut, danke)! Keine Sorge, eigentlich benutzen wir Schwedisch selbst sehr selten. Und ja, wir hatten zuletzt einige Interviews, Radio- und TV-Auftritte, Spotify-Werbespots etc.. Hinzu kommt, dass wir auch viel Zeit in diverse Videoshootings investiert haben, was den Start in's Jahr 2017 ziemlich hektisch gestaltete. Nichtdestotrotz fühlen wir uns ziemlich gut damit, was momentan passiert.
 
Stormbringer.at: Ich muss dir natürlich nicht erzählen, dass euer neues Album "This Is Goodbye" bald erscheint, aber: wie fühlt sich das für dich/euch an? Sind die bisherigen Reaktionen zu eurer vollsten Zufriedenheit ausgefallen?
 
Harald: Es fühlt sich großartig an, dass das Album in wenigen Wochen erscheint, weil wir extrem lange daran gearbeitet haben und der finale Release dadurch ein bisschen unrealistisch wirkt. Die meisten Rückmeldungen, die wir bislang erhalten haben, fielen überwältigend positiv aus und wir haben festgestellt, dass unsere Fanbase bereits kontinuierlich wächst. Natürlich gibt es auch Hörer, die sich etwas Anderes vorgestellt haben, etwas im Stile unserer bisherigen Veröffentlichungen. Wir als IMMINENCE haben unsere stilistische Richtung geändert und manche hätten es wohl eher vorgezogen, wenn wir den alten Sound beibehalten hätten, aber wir sind einfach bereit für den nächsten Schritt. 
 

Copyright: Jakob Koc

 
Stormbringer.at: Ich persönlich bin ein klein wenig in das Album verliebt, weil man in Anbetracht der aktuellen Post-Hardcore-/Metalcore-Szene eine frische Herangehensweise raushören kann. Ihr habt einen Haufen an eingängigen Songs anzubieten und es scheint so, als hätte sich IMMINENCE in jedem Bereich weiterentwickelt. Trotzdem kann ich mir auch vorstellen, dass ihr, aufgrund dessen,  dass ihr mit einer gewissen Risikobereitschaft die härteren Elemente (die Breakdowns,  die Shouts) zurückgefahren bzw. komplett entfernt habt und nun vollständig auf  Klargesang setzt, auch deutlich kritischere Töne in Form von  Reviews bzw. Feedback im Allgemeinen erhalten habt. Wie ist deine Sicht darauf und wieso habt ihr euch zu diesen Änderungen entschieden?

 
Harald: Ich bin froh zu hören, dass dir das Album gefällt. Nun, ich bin mir gar nicht so sicher, ob wir jemals eine Post-Hardcore-/Metalcore-Band gewesen sind, auch wenn unser früheres Material härter als "This Is Goodbye" war. Wir standen immer mit einem Bein in der Alternative-Szene und mit dem anderen irgendwo anders, aber ja, es gibt einen großen Wandel in unserem Sound. Das Wichtigste war für uns, dass wir Songs schreiben, die so gut wie nur möglich sind. Damit entfernen wir uns von unserer bisherigen Einstellung, in der wir uns desöfteren dabei ertappt haben, dass wir in unserem Songwriting immer wieder Elemente wie Breakdowns oder Screams einfach aus Prinzip eingebaut haben. Wir haben also angefangen, unsere eigenen Regeln zu brechen, für die Songs an sich zu schreiben und haben uns getraut, mit dynamischeren Strukturen zu spielen, um die Bedeutung und das einzigartige Gefühl hinter jedem Song einzufangen. Dasselbe galt auch für die Vocals: Eddie konnte seine Lyrics viel persönlicher ausdrücken, sodass wir auch eine größere Spannweite kreativer Möglichkeiten hatten.
 
Stormbringer.at: Meiner Meinung nach ist die Entscheidung goldrichtig, weil Eddie einfach ein großartiger Sänger ist. Es scheint so, als hätte er sich seit "The Sickness" nochmal ein gutes Stück verbessert und einen noch besseren Sinn für eingängige Hooks entwickelt. Wie kommt das, nimmt er Gesangsunterricht oder ist das "einfach so passiert"? 
 
Harald: In der Tat, Eddie ist ein fantastischer Sänger. Ich denke, dass sich jeder einzelne in der Band seit "The Sickness" als Musiker und Songwriter weiterentwickelt hat, was meiner Meinung nach ein "Learning-by-doing"-Prozess war. Wir haben eine unfassbare Fülle an Material geschrieben, bevor "This Is Goodbye" überhaupt fertig war und haben dabei während des Schreibens praktisch zwei bis drei Alben verworfen. Wir haben uns selbst erlaubt, unterschiedliche Dinge auszuprobieren und dabei, gerade was die Vocals anbelangt, viel experimentiert und ich denke, dass wir eine gute Balance zwischen allen Instrumenten gefunden haben. Die Vocals haben wir deutlich mehr in den Schreibprozess eingebunden, sodass wir manchmal zuerst die Gesangsmelodie und danach die Chords hatten und dann erst begannen, den Rest des Songs zu bauen.
 
Stormbringer.at: Auf eurer Facebook-Seite steht geschrieben, "This Is Goodbye" "ist ein Koloss, das Zutaten der wildesten Sorte beinhaltet – gemixt mit emotionalen und herzzerreißenden Themen. Es ist eine moderne Platte, die verschiedene Elemente des Alternative/Popular-Genres mit wilden Emotionen und akustischen Ausbrüchen kombiniert". Woraus zieht ihr eure Inspiration, wenn ich fragen darf?
 
Harald: Puh, so ziemlich eigentlich alles. Unsere Einflüsse sind nicht an ein spezifisches Genre gebunden, was man wohl auch an unserem Sound hört. Und so war das bisher eigentlich immer, weswegen es auch schwer ist, alle Einflüsse auf "This Is Goodbye" aufzuzählen. Um aber ein paar wenige Beispiele zu nennen, würde ich sagen, dass LINKIN PARK, 30 SECONDS TO MARS, BRING ME THE HORIZON, TWENTY ONE PILOTS, YELAWOLF usw. Pate standen - die Liste würde sich immer weiter fortsetzen! 

Copyright: Jakob Koc

Stormbringer.at: Im Vorfeld zu "This Is Goodbye" habt ihr euch von Alex Arnoldsson, eurem zweiten Gitarristen, getrennt. Handelt es sich dabei um kreative bzw. musikalische Differenzen oder ist das alles nur halb so wild?
 
Harald: Der Grund, warum wir uns von Alex getrennt haben, war weder böses Blut noch Unstimmigkeiten mit unserem neuen Sound. Wir hatten andere Probleme in Sachen Zusammenarbeit, weswegen wir diese Entscheidung gemeinsam treffen mussten.
 
Stormbringer.at: Wer hat "This Is Goodbye" produziert, gemixt und gemastert und welchen Einfluss hatte die Person auf den Songwritingprozess?
 
Harald: Das Album wurde von Dino Medanhodzic gemixt und im schwedischen Cutting Room gemastert. Eddie und ich haben das Album geschrieben, wobei Max und Peter ebenfalls ihren Anteil im Songwritingprozess hatten. Die Gitarren haben wir mit Christian Svedin im Studio Haga aufgenommen und Simon Peyron war Gesangsproduzent. Simon, selbst erfahrener Pop-Produzent, spielte beim Pushen von Eddies Gesangsleistung eine große Rolle, schließlich wollten wir in dem Bereich das professionellste Ergebnis und ich denke, dass das Endergebnis noch besser ausgefallen ist, als ich mir das jemals vorstellen konnte.

Stormbringer.at: Was sind eure Ziele für die nahe und ferne Zukunft von IMMINENCE? Ich meine, bei schwedischen Bands muss man, wenn man an ABBA oder neuerdings auch SABATON denkt, immer davon ausgehen, dass sie voll durchstarten. Nach oben sind also keine Grenzen gesetzt, oder (nur ein kleiner Scherz am Rande)?
 
Harald: Natürlich sind da kleinere Errungenschaften, die man im Laufe seiner Karriere anvisiert, aber unser übergreifendes Ziel ist es einfach, dass wir uns vorwärts bewegen. Wir wissen noch nicht, was wir mit dem Release des Albums erwarten sollen, schließlich könnte sich das in viele verschiedene Richtungen entwickeln. Wir haben uns also auf kein spezifisches Ziel eingeschossen, da nach oben, wie du schon sagtest, keine Grenzen gesetzt sind und der einzige Aspekt, der einen womöglich aufhalten könnte, die eigene Leidenschaft und der Wille sind.
 
Stormbringer.at: Ihr werdet euch bald, also im späten März und nahezu dem kompletten April, zusammen mit ANNISOKAY auf Tour begeben (Deutschland/Österreich). Werden wir euch auch auf einigen Sommerfestivals zu sehen kriegen?
 
Harald: Selbstverständlich! Momenten sind einige Termine noch nicht ganz spruchreif, aber ich kann dir bereits sagen, dass wir beim Hills Of Rock in Bulgarien sowie dem Rock For People in Tschechien auftreten werden. Haltet die Augen und Ohren offen, weitere Daten werden folgen!
 
Stormbringer.at: Ich bin mit all meinen Fragen durch, weswegen ich dir jetzt die Bühne für deine letzten Worte an unsere Leserschaft überlasse! :)

Harald: Ich bedanke mich für's Interview. Wir können's kaum erwarten, wieder auf Tour zu gehen und endlich nach Österreich zurückzukehren. Wir hoffen, euch im April in Wien anzutreffen!

Copyright: Jakob Koc

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Natürlich haben wir uns auch mit dem Album "This Is Goodbye" selbst auseinandergesetzt, die Review dazu findet ihr unter folgendem Link, viel Spaß dabei!


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