PEROPERO - Valentin, Julian

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In dieser Band können wir das tun, was wir immer schon machen wollten, harte komplexe Riffs spielen, die an unsere Grenzen gehen. Und weil wir ziemliche Spinner sind, ist das alles natürlich mit Texten über eine Echseninvasion aus dem All gespickt. Unser Auftrag ist in diesem Sinne die Weltherrschaft an uns zu reißen, oder genau das zu verhindern, irgendwie so.

Kann es wahr sein? Das Geräusch, das Katzen beim Milch auflecken erzeugen, beschwört machthungrige Reptiloiden herauf? Let´s find out!

Veröffentlicht am 20.05.2017

PEROPERO bringen nicht nur Licht in die Geheimakte "Reptiloiden", sondern auch den Film "Pero-Pero - Breakdown in Tokyo" in die Kinos! Und dieser spielt nicht etwa in ihrer Heimatstadt Berlin - Schauplatz dieser spannenden Produktion ist, wie es der Titel schon verrät, Tokio. Wenn das kein Grund ist, Valentin und Julian zu befragen...! (Aber vermeidet bloß das Wort "Weirdo", falls ihr einem Echsenmensch begegnet!)


Grüßt euch!
Was ist ein PEROPERO?

Julian: PeroPero ist das Geräusch, das eine Katze beim Auflecken von z.B. Milch macht, auf Japanisch.

 

PEROPEROs Musik setzt sich aus Genres zusammen, die ich dem Underground zurechnen würde, inklusive kleingewürfeltem Elektro und Hardcore. Garniert mit kurzen Vocalpassagen und Beatbox, nennt ihr es "Progressive Metal". Unterstützt von schrägen Musikvideos, vermittelt ihr dennoch nicht das Gefühl, ein reines Spaßprojekt zu sein. In welchem Auftrag handelt ihr?

Julian: In dieser Band können wir das tun, was wir immer schon machen wollten, harte komplexe Riffs spielen, die an unsere Grenzen gehen. Und weil wir ziemliche Spinner sind, ist das alles natürlich mit Texten über eine Echseninvasion aus dem All gespickt. Unser Auftrag ist in diesem Sinne die Weltherrschaft an uns zu reißen, oder genau das zu verhindern, irgendwie so.

Valentin: Die Bezeichnung „Progressive Metal“ bezieht sich vor allem auf das kommende Album „Lizards“. Auf dem ersten Album war, das stimmt, durch den Gastauftritt von Ryo „Humanelectro“ Fujimoto noch mehr Elektronikeinfluss und eben auch Beatboxing zu hören. Das hat sich bei „Lizards“ jetzt klar geändert. Die Stilbezeichnung ist natürlich auch ein wenig ein Hilfsbegriff, „Progressive Heavy Stoner Future Rock Experimental Metal mit Texten über Verschwörungstheorien und vielen trashigen Synthies“ klingt halt auch etwas sperrig finde ich.

Das soll jetzt keinesfalls dem Leser die Strukturen eurer Werke näherbringen, aber Liebhaber populärer Unterhaltungsmusik werden eure Lieder wahrscheinlich sperrig empfinden. Warum entstehen solche Klänge oft in Berlin?

Julian: Hmm, gute Frage. Bei uns hat das glaube ich nichts mit Berlin zu tun. Wir beide haben wahrscheinlich den seltsamsten Musikgeschmack den es gibt.

Valentin: Ich finde auch nicht, dass das mit Berlin zusammenhängt. Ich denke, uns wird einfach schnell langweilig, wir haben eine kurze Aufmerksamkeitsspanne; Deshalb muss auch in den Stücken ständig was passieren. Ich mag Musik, die stressig ist, in der viel passiert, das beruhigt mich irgendwie.

 

Es ist ein dringendes Bedürfnis des Menschen, sich mitzuteilen und darüber zu sprechen, was ihn beschäftigt. Mit Kunst lässt sich das besonders unaufdringlich umsetzen. Nun ist PEROPERO eher im Weirdo-Bereich ansässig. Wie würde es aussehen, wenn ihr eine wirklich dringende Botschaft musikalisch umsetzen wolltet?

Julian: Unsere Botschaft ist dringend!

Valentin: Verstehe nicht ganz, was du mit „Weirdo-Bereich“ meinst. Aber abgesehen davon finde ich, dass es schon sehr aufdringlich sein kann, mit seiner Musik zwanghaft eine Botschaft verbreiten zu wollen. Die Texte des neuen Albums enthalten viele Botschaften, eh ganz klassische Themen wie zum Beispiel Massenmanipulation, Konsumwahnsinn oder Kritik an der modernen Arbeitsethik etc... Das alles ist halt so verpackt, dass es einem nicht sofort ins Auge/Ohr springt. Ich finde immer, wenn das zu offensichtlich ist, verliert es die Spannung. Außerdem sollte jeder selbst entscheiden können, wie er/sie die Lieder interpretiert.

 

Wie gestaltet sich für euch ein Tag im Zeichen von PEROPERO? Wie treibt ihr das Business voran?

Julian: Viele E-Mails schreiben, Troubleshooting, proben, mit unserer anderen Band touren und dann zwischen Tür und Angel wichtige Entscheidungen treffen.

Valentin: Es gibt immer was zu tun und es ist immer sehr vielfältig, je nachdem an welchem Punkt einer Produktion man gerade steht. Zurzeit bedeutet das viel Arbeit vor dem Computer. Da wir fast alles, angefangen vom Booking bis hin zu Design der Homepage und Videos selbst machen, wird uns jedenfalls nicht fad.

 

Am 07. April erschien die "Tongue" Single mit dazugehörigem Video bei der Plattenfirma "Panta R&E". Erst 2013 gegründet und musikalisch gegen den Strom schwimmend, kann man durchaus von schnellem Erfolg sprechen. Hat das eure Erwartungen übertroffen? Wurde ein Ziel in den letzten Jahren nicht erreicht und welches war das?

Julian: Wir sind super glücklich bei Panta R&E zu sein, es gibt wenige Leute die so enthusiastisch und professionell arbeiten wie Joni Gabler, der Labelchef.

Valentin: Mehr Auftritte in den letzten Jahren wären natürlich schön gewesen, aber alles in allem bin ich sehr zufrieden wie es sich gerade entwickelt. Die Tour mit „The Hirsch Effekt“ im Herbst ist natürlich super, das ist ein großer Glücksfall für uns und da freue ich mich auch schon sehr drauf.

 

Als musikalische Einflüsse gebt ihr auf Facebook ausschließlich Gitarrenlastiges an. Genreübergreifend seid ihr schon. Käme theoretisch eine Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Rappern in Frage? MARSIMOTO oder K.I.Z wäre nicht zu abwegig. Was sind eure Gedanken dazu?

Julian: Ich mag definitiv viel verschiedene Musik. Unser erstes Album ist in Kollaboration mit Ryo „Humanelectro“ Fujimoto entstanden, einem Beatboxer aus Japan. Also ja, vielleicht gibt es mal wieder eine Zusammenarbeit mit irgendjemandem aus einem komplett anderem Genre, wer weiß. Wir sind offen für alles. Aber Gitarren- und Schlagzeugmusik ist da wo unser Herzblut steckt.

Valentin: Das mit den Einflüssen ist ja auch immer so eine Sache. Ich tu mir immer sehr schwer, mich auf eine Handvoll Bands einzuschränken, da gibt es so viele die in das Schreiben der Songs einfließen. Ich finde es auch immer interessanter, wenn die Leute, die sich die Musik anhören, entscheiden nach was das klingt (oder es im Idealfall total originell finden). Ich schließe, was Kollaborationen betrifft, gar nix aus, aber im Moment bin ich ganz glücklich im Duo. Übrigens stehen auf der FB-Seite auch Namen wie Igorrr, Aphex Twin oder ZU, also auch Künstler ohne Gitarren in der Besetzung.

 

Mit THE HIRSCH EFFEKT startet im Oktober startet Tour (Darunter Frankfurt am Main, Aachen, Köln, St. Gallen, Wien u.v.m.). Wie waren die bisherigen Touren in Deutschland?

Julian: Wir haben eigenartigerweise bisher öfter in Japan als in Deutschland gespielt. Meistens gab es nur vereinzelte Termine in unserer Gegend. Also wir freuen uns schon gewaltig auf das Touren mit den Hirschen!

 

2013 und 2015 habt ihr eine Tour in Japan gemacht. Wie schafft man das ohne Unterstützung großer Labels? Wie habt ihr das Equipment transportiert? Wie waren die Erfahrungen mit japanischem Publikum?

Julian: Wir hatten zum Glück etwas Unterstützung von ein paar Förderungen. Equipment ist kein Problem in Japan, jeder Club in dem wir gespielt haben hat eine Backline, die mit nichts was ich in Europa gesehen habe gleichzusetzen ist. Es gab immer einen alten Marshall, Ampeg Svt oder Pearl Drumkits, die gut in Schuss waren. Und die Tontechniker/innen waren immer top!

Valentin: Verdienen tut man nicht wirklich was in Japan in der Undergroundszene, allerdings wiegt das die Begeisterung des Publikums dort mehr als auf.

 

Gab es schon länger Pläne, einen Film mit PEROPERO zu machen? Wie und wann kam euch diese Idee?

Julian: Die Idee den Film „PeroPero – Breakdown in Tokyo“ zu drehen kam zirka zwei Monate vor unserem Tourbeginn. Mein Vater, Zoltan Paul, ist ein absolut durchgeknallter Guerilla-Filmer, der bei seinen Filmen viel improvisiert und alles unter Hochdruck in letzter Sekunde organisiert. Insofern war das sehr spannend für uns, da wir schauspielern und gleichzeitig herumtouren mussten. Andererseits hatten wir so eine große Crew um uns herum, was die Logistik dann schon sehr leicht gemacht hat, da wir eine großartige Tourmanagerin hatten. Wir hatten von allen Beteiligten den wenigsten Stress. Hart war eher jeden Tag bis drei Uhr trinken zu gehen nach den Konzerten und danach früh aufstehen zu müssen. http://www.nextfilm.de/pero-pero/

 

Ist schon ein Distributor für den Film bekannt?

Julian: Einige Verleihe sind interessiert, es befindet sich alles aber noch in Verhandlung.
 


© Nextfilm 2017


Mit technischem Fortschritt sind professionelle Filmproduktionen leichter umzusetzen, doch die neue Massenproduktion erschwert gleichzeitig, einen Filmverleih zu finden. Wenn man es schafft, ist das eine ziemlich große Sache, soweit man heute nicht schon zu abgestumpft ist. Julian, ist es noch etwas Besonderes für dich, da du sozusagen aus einer Filmbranchenfamilie kommst und du dich auch anderweitig künstlerisch betätigst?

Julian: Ich merke immer mehr wie ähnlich sich das Film- und Musik-Business sind. Es geht immer um Releases, Promotion, wie bringt man das Produkt unter die Leute. Der große Unterschied ist aber, dass wir Live spielen können und somit immer im direkten Kontakt mit Fans sein können. Zum Glück!!

 

Was die Geschichte von Ryo Fujimoto? Er ist auf keinem Foto und nicht auch nicht auf dem Video in Osaka zu sehen, das auf Youtube kursiert. Wie kommt das?

Julian: Ryo wurde auf unserem ersten Album Milk gefeatured und hat dann Europa verlassen um nach Japan zurückzukehren, schade! Wir haben mit ihm eine Japan Tour gespielt und ein paar Konzerte in Berlin und Österreich. Die zweite Japan Tour fand dann bereits ohne ihn statt.

 

Werdet ihr eine Japan Tour wiederholen?

Julian:
Definitiv!! Das ganze braucht viel Planung und man muss den richtigen Moment finden, wo man das in unseren Zeitplan quetschen kann. Ich hoffe, Herbst 2018 ist es wieder soweit! 


Danke für diese wirklich interessanten Informationen! Wir sind dann mal gespannt, womit ihr uns in Zukunft noch überrascht! STORMBRINGER ist immer für ungewöhnliche Projekte offen! Bis bald!
 


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