DER DUNKLE PARABELRITTER - Alexander Prinz

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Ich stehe gerade an einem Wendepunkt meiner Zukunft glaube ich. Ich arbeite hart an meinen Projekten und habe noch einige andere Pläne für die nächsten Monate, die ich gerne verwirklicht sehen würde. Ich habe gerade meinen Bauplan für einen Science Fiction Roman fertig, an dem ich bereits ein Jahr herumgedacht habe und hoffe, ihn in den nächsten Monaten schreiben zu können.

"Der Dunkle Parabelritter spricht in diesem Inter-..." "Dude, DER Dunkle Parabelritter?" "JA! DER DUNKLE PARABELRITTER!!" "Cooooooool....!"

Veröffentlicht am 04.09.2017

Der Dunkle Parabelritter strahlt euch seit Jahren mit Humor, Charme und guter Etikette den Heavy Metal durch die Schädeldecke! Nun durchleuchtet STORMBRINGER die Mähne des Ritters und fördert Erstaunliches zutage! So erfahrt ihr nur bei uns, dass er eine Reise aus dem Mittelalter in die ferne Zukunft starten möchte - als Literat!

 


 

Lass uns mit einer Frage beginnen, die du vermutlich nicht mehr hören kannst. Würdest du uns drei Lieblingsgenres und drei Lieblingsbands nennen?

Die Frage kann ich eigentlich gar nicht beantworten! Ich höre eigentlich alles von Deathcore bis Neofolk - von THY ART IS MURDER bis MUSK OX. Aber wenn du mich festnageln willst, würde ich mal spontan das hier rausholen: DSBM/Atmospheric Black Metal: WOODS OF DESOLATION, Post Metal: KAUAN, Progressive Metal: HAKEN

Du bist der erfolgreichste und bekannteste Metal-Youtuber im deutschsprachigen Raum. Dein Kanal "Der Dunkle Parabelritter" ist sogar konkurrenzlos, während Heavy Metal bei Jugendlichen an Beliebtheit zu gewinnen scheint. Wieso will niemand an deinem Thron sägen?

Oh, es sägen einige daran! (Lacht) Tatsächlich gibt es mittlerweile eine ganze Hand von Channels, die sich mit Metal auf Youtube beschäftigen. Besonders empfehlen möchte ich hierbei "KrachmuckerTV" - da steckt der Seuche von FÄULNIS dahinter und das gucke ich mir selber sehr gerne an.

Das Heavy Metal bei den Jungen an Bekanntheit gewinnt würde mich natürlich sehr freuen. Viele kritisieren mich dafür, dass einige meiner Videos die Szene „vermainstreamen“ würden. Die kennen dann aber vermutlich nicht die ganzen Videos, in denen ich Underground Bands unterstütze. Warum mein Channel mittlerweile so groß ist? Vielleicht weil man merkt, dass ich das alles hier aus Liebe zur Musik und dem Video-machen angefangen habe und nicht, weil man mittlerweile auch mit 100 Abos überall den Backstagepass in die Hand gedrückt bekommt. Ich habe 2014 mit 10.000 noch keinen bekommen. Durch meine Videos wurde das Phänomen „Youtube“ in der Szene erst denkbar möglich und langsam wollen es immer mehr Fans auch ausprobieren. Bin gespannt was da noch so kommt.

Du darfst an dieser Stelle mal nicht das Wort "Unterhaltung" verwenden. Was bietest du deinen Zuschauern mit deinen Videos?

Ich informiere meine Zuschauer über die Bands die mir auffallen, ich präsentiere ihnen Veranstaltungen und halte sie auch mal mit ein paar ausgewählten Klatschgeschichten auf dem Laufenden. Klar, die bekanntesten Videos sind sowas wie „Besuch beim Drachenlord“ oder „10 heiße Sängerinnen im Metal“ - aber es gibt eben auch Videos wie meine Demo-Reviews, meine Reportagen über Underground-Festivals etc. Und das ist eine moderne Form des Musikjournalismus.

Dich hat einmal in einem Videointerview eine Redakteurin gefragt, ob du deine Aktivitäten im Internet als Job sehen würdest, was du verneint hast, da es immer schwerer würde, Geld mit der Youtube-Monetarisierung zu verdienen. Das könnte in den Ohren einer Friseuse wie Hohn klingen, zumal man dich auch immer öfter in Zeitungen sieht. Stehst du noch zu deiner Aussage?

Ich verstehe gerade die Verbindung nicht. Mal davon abgesehen, dass eine Friseuse bei weitem mehr verdient als ich. Mittlerweile werden übrigens ALLE meine Videos demonetarisiert. Möchtest du einem Mitarbeiter vom Rock Hard oder dem Hammer jetzt absprechen, mit der Arbeit die er macht, Geld verdienen zu können? Mir ist bewusst, dass man meine „Zunft“ belächelt und das durfte ich in den letzten 5 Jahren auch immer wieder spüren. Ich arbeite 30-40 Stunden in der Woche alleine an der Produktion dieser Videos. Und dass ich jetzt mit 1,6 Millionen Aufrufen im Monat dastehe, ist ein Produkt jahrelanger harter Arbeit. Und so langsam erkennen die, die die ganze Zeit darüber gelästert haben, was das für ein Potential isz. Vor allem heute, wo immer weniger Zeitschriften lesen.

Du übernimmst meiner Meinung nach eine weitaus größere Rolle in der Musiklandschaft als es im ersten Moment den Anschein hat. Früher hat das Fernsehen Metalheads noch mit Musik versorgt. Aber "Heabangers Ball" kennt heute in Deutschland kaum ein Jugendlicher. Seit fast zwei Jahrzehnten sind VIVAs "Metalla" und "MTV Sushi" Geschichte. "MTV Rockzone" gibt es seit über zehn Jahren nicht mehr. Da das Internet genügend Möglichkeiten gibt, sich ganze Alben kostenlos anzuhören, fehlt es zur (Obacht!) Unterhaltung eigentlich nur einen sympathischen Showman und Moderator. Und da kommst du ins Spiel. Wie groß ist deiner Meinung nach die Bedeutung einer kommentierenden Identifikationsfigur für den Nachwuchs?

Dazu kann ich eigentlich gar nichts sagen. Ich gehöre ja zum „Nachwuchs“ und ich würde das was ich hier tue auch gerne noch ein paar Jährchen so weiter machen. Ich habe auch nicht Medien oder Musikbusiness studiert, sondern bin angehender Lehrer. Ich kann sprechen und belehren (Lacht)- alles andere wird die Zeit zeigen.

Nicht zu vergessen, dass du seit einiger Zeit "silence-magazin.de" betreibst und STORMBRINGER damit Konkurrenz machst. Warum war die Gründung eines Online Magazins neben "Der Dunkle Parabelritter" wichtig für dich?

Und da ist schon wieder dieses „Konkurrenz“-Ding - warum zur Hölle muss man sich denn in unserer Szene immer nur auf die Fresse geben? Das merke ich auch beim Metal-Youtuber Nachwuchs. Vordergründig schleimen damit man auch ja gepushed wird aber hintenrum den Dolch auspacken. Viel fruchtbarer wäre doch, wenn man miteinander statt gegeneinander arbeitet.
Silence ist einfach das Angebot an die, die weniger gerne die Videos sehen, aber trotzdem informiert bleiben wollen - dabei war mir wichtig, dass es persönlich ist und jeder Autor seine eigene Meinung unterbringen kann . Das Magazin ist völlig unabhängig von irgendwelchen Werbepartnern und deswegen gibt es auch keine Interessen, die durch Aussagen in Artikeln verletzt werden könnten. (https://silence-magazin.de/)

Als Youtuber ist man oft mehr Person des öffentlichen Lebens als so manch ein seriöser Künstler. Du wirst mit Sicherheit oft auf der Straße angesprochen. Wie schwer fällt es dir, in deiner Freizeit, bei solchen Begegnungen deine Privatsphäre zu schützen und eigene Bedürfnisse (nach etwas Ruhe beispielsweise) zu verdeutlichen?

Wenn ich mich auf ein Festival begebe, dann ist es mir bewusst, was es bedeuten kann und am Ende des Tage - ich drehe dort ja meistens, bin mit dem Silence Stand am organisieren der Autogrammstunden oder verkaufe Shirts meines Modelabels Von Tiling - bin ich dann ganz schön groggy (https://vontiling.de/). Im ganz gewöhnlichen Alltag hält es sich aber in Grenzen und ist manchmal wirklich richtig witzig oder süß - wenn die Mama auf dem Rastplatz hinterhergeschickt wird, weil sich die Tochter nicht getraut hat nach einem Autogramm zu fragen oder der Straßenmusiker extra sein Spiel unterbricht um ein Selfie zu machen. Das ist übrigens auch ziemlich surreal, weil ich ja in dem Sinne kein Kunstschaffender bin. Sondern „nur“ meine Meinungen und Gedanken im Netz kundtue. In dem Sinne „schützen“ kann man seine Privatsphäre da aber nicht. Man ist ja immer abrufbar und durch die Videos haben die Zuschauer eine sehr persönliche Beziehung zum Youtuber.

Das Internet ist bekanntermaßen zu einem Marktplatz der Verrohung geworden. Siehst du dich als Youtuber und zwingendermaßen auch als Idol in der Pflicht, Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit Medieninhalten und Kommunikation zu vermitteln?

Ich denke jede Person, die in der Öffentlichkeit steht, sollte sich bewusst sein, dass sie einen großen Einfluss auf Menschen haben kann. Das Internet macht es jedoch schwierig. Auf der einen Seite realisiert man gar nicht, WIE VIELE Menschen man eigentlich erreicht und auf der anderen Seite ist alles so ohne jegliche Konsequenz. Wenn man im Internet überall seinen Hass ablädt um seinen Frust loszuwerden, dann passiert ja nichts. Wenn man das aber in der Öffentlichkeit machen würde, dann kann es sein, dass man dafür kassiert.

 

 

Ein weiterer, vielleicht positiver Effekt digitaler Kommunikationsformen und Social Networks, ist, dass Jugendliche offen mit der eigenen Neugier umzugehen lernen. Heutzutage wundert man sich weniger darüber, wenn dich ein dir vollkommen Unbekannter fragt: "Hey Alex, was ist eigentlich mit deinem Auge?" Wie fühlt es sich an, neben der Musik anderer, selbst im Fokus des Interesses zu sein?

So habe ich das noch gar nicht betrachtet! Interessanter Aspekt, da hast du mir wieder ein Thema zum Nachdenken gegeben, vielen Dank!

Das hatte ich ja kurz bereits weiter oben angerissen: Es ist schon irgendwie etwas seltsam, dass man wirklich Fans zu haben scheint, obwohl man keine Kunst produziert. Es ist toll, wenn man von Zuschauern liest und hört, dass die Videos ihnen den Tag gerettet haben, dass sie sehr über meine Aussagen nachdenken mussten und sich sehr mit dem Thema beschäftigt haben. Es freut mich aber auch, wenn ich höre, dass meine Band-Vorschläge angekommen sind oder die Bands selbst sich bei mir bedanken, weil sie plötzlich mehr Zulauf haben. Dieser Effekt ist mittlerweile wirklich spürbar für einige und ich freue mich sehr, da helfen zu können.

Es ist unter deinen Fans weitestgehend bekannt, dass du dich in deinen ersten Videos weniger mit der schweren Musik beschäftigt hast und eher auf humoristische Ratgeber und Stories ausgerichtet warst. Kann man daraus schließen, dass du das Themenfeld lieber etwas breiter gefächert sehen würdest, der Erfolg aber nur mit Metal gesichert ist?

 Schwierig zu sagen. Ich habe jetzt schon so viele Videos über Metal gemacht - ich brauche mittlerweile auch manchmal einfach eine Abwechslung. Manchmal laufen die Nicht-Metal-Themen dann besser als alles davor und manchmal laufen sie gar nicht gut. Meine Zuschauerschaft sagt zumindest, sie freuen sich auch mal über Themen, die nicht direkt nur etwas für Musik-Enthusiasten sind. Ich limitiere mich ja am Ende selber mit meinen Underground-Themen - sogar im Metal könnte ich erfolgreicher sein, wenn ich mich nur auf Boulevard-Themen stürzen würde. Ich mache einfach Videos über Themen die mich interessieren und das wird auch in Zukunft nicht nur ausschließlich Metal sein.

 

 

Einige Jahre sind seit dem Beginn von "Der Dunkle Parabelritter" ins Land gezogen. Du wirst nach deinem Studium vor wichtigen Entscheidungen stehen. Wie lange wirst du dein Youtube-Leben noch weiterführen können und welche Bedingungen müssen dafür geschaffen sein?

Im Grunde stehe ich bereits jetzt vor wichtigen Entscheidungen, beziehungsweise habe ich einige davon sogar schon getroffen. Von Youtube alleine werde ich auch in Zukunft nicht leben können und alle, die auf dieses Pferd gesetzt haben, ohne sich nebenbei andere Alternativen offenzuhalten, sehen gerade ihre Zukunft davonschwimmen. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob ich jemals wirklich Lehrer werde. Die Vorstellung, 40 Jahre nur noch dasselbe zu machen, die macht mir irgendwie Angst (Lacht)

Ich stehe gerade an einem Wendepunkt meiner Zukunft glaube ich. Ich arbeite hart an meinen Projekten und habe noch einige andere Pläne für die nächsten Monate, die ich gerne verwirklicht sehen würde. Ich habe gerade meinen Bauplan für einen Science Fiction Roman fertig, an dem ich bereits ein Jahr herumgedacht habe und hoffe, ihn in den nächsten Monaten schreiben zu können. Ja und alles andere wird die Zeit euch und mir zeigen. Ich bin da eigentlich sehr optimistisch und habe unglaubliche Lust, die unterschiedlichsten Dinge zu probieren. Und mal ganz ehrlich: Ein Lehrer der im Leben nichts außer der Schulbank gesehen hat: Was soll der denn lehren?

Wo können dich Fans außerhalb deiner Freizeit mal live erleben?

Ich bin wahnsinnig viel auf Burgen und in historischen Städten unterwegs. Und ich tauche immer dort auf, wo man nicht mit mir rechnet. Ich wurde mal in Auschwitz erkannt. Das war dann allerdings eine sehr unangenehme Situation.

Vielen Dank für den kleinen Einblick in das Youtube-Business! Wir wünschen dir ungebrochenen Erfolg und vielen weiteren Bands, von dir supportet zu werden!

Danke für das Gespräch! Und auf gute Zusammenarbeit (und kein Konkurrenzdenken) für die Zukunft! (Lacht)


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