WE CAME AS ROMANS - Joshua Moore

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Wir machen das nicht für Geld und ich bin froh, dass wir so denken. Unsere Lyrics wären nie im Leben authentisch und echt, wenn wir es aus so einem Grund machen würden…

WCAR polarisieren nicht erst seit ihrem selftitled Werk, aber wenn sie eines sind, dann relevant! "Cold Like War" bringt uns 2017 neue Mucke von den Jungs und ich habe mich mit Gitarrist/ Songwriter Joshua ein bisschen auseinandergesetzt!

Text: Sonata
Veröffentlicht am 20.10.2017

Hey Leute! Erstmal möchte ich mich herzlich für eure Zeit bedanken! Lasst uns keine Zeit verschwenden!

Danke, dass du an uns gedacht hast! Du hast heute mit mir (Joshua) die Ehre! Ich bin Gitarrist und komponiere/ schreibe den Großteil der Songs.

WCAR bescheren uns mit „Cold Like War“ eine neue Platte, die namenstechnisch einige Interpretationen zulässt. Kannst du uns was zum Albumtitel in Kombination mit dem Artwork erzählen?

„Cold Like War“ war der perfekte Titel, um zu verdeutlichen, was für einen Kampf wir durchgestanden haben, in den vergangenen zwei Jahren. Jeder von uns hat persönliche Kämpfe ausgefochten, ob jetzt intern mit der Band oder auch durch eine zerbrochene Beziehung oder eben durch die Tatsache, lange von Zuhause weg zu sein. Akustisch betrachtet haben wir uns sehr viele Gedanken darüber gemacht, wer wir sind und wie wir uns musikalisch betrachten. Sind wir eine „heavy“ Band oder eher Mainstream „Hard Rock“? Diesen Kampf kannst du auf unserem letzten selftitled Werk verfolgen. Wir fühlten uns als würden wir in verschiedene Richtungen gezogen werden durch verschiedene Einflüsse in unserem Leben zu jener Zeit. Also haben wir dieses Album kreiert, was eben genau das war, was wir seinerzeit wollten. „Cold Like War“ führt diese Reise weiter und hebt das hervor, was wir eigentlich immer waren. Das wird im Artwork reflektiert und markiert unser Bild eines Ouroboros, der symbolisch solche Dinge verkörpert. Außerdem markiert die Form in etwa unser „Hope“ Logo, was die besten Parts von uns nach außen trägt. Allerdings in einer kontinuierlichen Bewegung nach vorn, sodass wir die beste Version von WCAR erschaffen haben.

Mit dem bereits angesprochenen selftitled Album habt ihr einige negative Kritiken geerntet, sowohl von Magazinen als auch von den Fans. Was denkst du über diese Kritiken und wie manifestieren sich deine Gefühle zu dem Album zwei Jahre danach?

Es wird immer Negativität geben mit neuer Musik, weil es keinen Weg gibt, alle glücklich zu machen und gleichzeitig eben dich selbst auch. Eine Balance, die zulässt du selbst zu sein und gleichzeitig die zu erfreuen, die dich unterstützen ist ein harter Gang, der schwierig ist zu erreichen. Ich glaube wir haben ein paar Leute eiskalt erwischt mit den eher rockigen Songs, die man so von uns nicht erwartet hat. Aber dieser Schock war schon Grund genug, dem Album eine ehrliche Chance einzuräumen. Es ist schon relativ lustig, denn die Platte polarisiert sehr stark zwischen unseren Fans. Entweder lieben sie es, oder es interessiert sie absolut gar nicht. Eine Mischung aus Beidem gab es nicht. Ganz gleich wie die Reaktionen ausfielen, ich bin nachwievor sehr stolz auf die Scheibe. Ohne diese Platte wäre die Inspiration zu „Cold Like War“ nie entstanden und ich genieße auch heute noch einige Songs unseres selftitled Albums. Dieses Kapitel ist unabdingbar in der WCAR Geschichte und ich bereue nicht, es geschrieben zu haben!

Um in dieser Thematik zu verbleiben: Haben euch die Reaktionen zum letzten Album beeinflusst, was die neue Scheibe angeht?

Ich würde nicht sagen, dass uns die Reaktionen beeinflusst haben, eher die persönlichen Dinge, die sich hinter den Kulissen abgespielt haben. Auch bezogen auf Leute, die mehr Erfahrung im Business haben und dir sagen, dass du ihnen als Band Vertrauen schenken musst. Wir gehören aber ohnehin zu den Leuten, die erstmal immer das Beste im Menschen sehen. Als wir uns zusammen gesetzt haben für das Brainstorming zum neuen Album, da war uns klar, dass wir schlichtweg die beste WCAR Platte machen wollten. Wir mussten keinen Wettbewerb mit anderen Bands eingehen, keine Vergleiche suchen. Unsere Fans wollen WCAR hören, so wie sie uns lieben und wir wollen das kreieren, was wir im Prinzip immer waren in unserem Herzen.  

Das neue Album gehört für mich zu den größten Überraschungen im Jahre 2017. Nicht, dass ich eure Fähigkeiten angezweifelt hätte, aber gerade in der Post-Hardcore Szene herrschte eine Art Stillstand. Alles hatte denselben Sound und „Cold Like War“ scheint eine frische Kombination aus dem zu sein, was ihr bisher geschaffen habt und einigen neuen Ideen. Es ist definitig atmosphärischer als die letzten zwei Werke und gleichzeitig auch härter. Überrascht haben mich Tracks wie „Encoder“ und „Promise Me“. Wo “Encoder” sehr variabel wirkt (erinnert teils an THE PRODIGY UND KORN) und ordentlich an Härte auffährt, wirkt “Promise Me” sehr ruhig und emotional, bevor die Platte dem Ende entgegen geht. War es für euch wichtig, auch ein paar frische Elemente einzubauen?
 

Ich denke es war unabdingbar für einen möglichen Erfolg dieser Platte, frische Elemente einzubauen. Unsere Fans lieben bereits den Sound, den wir erschaffen haben, dementsprechend können wir nicht einfach „To Plant A Seed Vol. 2“ aufnehmen ohne irgendwas zu ändern. Ich liebe die Tatsache, dass du „Promise Me“ erwähnt hast, weil er erst gegen Ende des Albums auftaucht. Solche Songs gehen dann gern mal unter. Kyle und ich haben viel Zeit mit Drew Fulk (Produzent) verbracht, diesen Song zu perfektionieren. Ich bin auf das finale Resultat sehr stolz, sowohl musikalisch als auch lyrisch. Kyle hat alle Keyboard Sounds kreiert, hat gleichzeitig auch alles an seinem Laptop produziert für diesen Song und er ist wahrlich ein Geniestreich. Mein Favorit ist „Foreign Fire“, da er die persönlichsten Lyrics beinhaltet, die ich je geschrieben habe. Die Bridge beschreibt den Moment, als wir in Singapur landeten, wo ich eine Mail von meiner Mutter gelesen hatte. die mir mitteilte, dass mein Großvater verstorben ist während ich im Flugzeug saß. Einen  Tag zuvor war ich bei ihm, um „Goodbye“ zu sagen, denn sein Zustand war sehr schlecht und mir war bewusst, dass es das letzte Mal sein würde, dass ich ihn sehe… Das komplette Album ist lyrisch sehr echt und das ist denke ich etwas, das unsere Fans vermisst haben über die letzten zwei Jahre hinweg. 

Ein Kompliment, dass ich euch gern mit auf den Weg geben würde ist die Tatsache, dass eure Sänger eine krasse Entwicklung genommen haben. Wo David einfach sehr variables Screaming an den Tag legt und sich in seinen Clean Vocals seit „Tracing Back Roots“ nochmal verbessert hat, hat Kyle einfach eine dieser Stimmen, die ich unter Millionen sofort erkennen würde. Ich liebe es, wie er ruhige Momene mit energischen zu kombinieren weiß. Wie beurteilst du die Entwicklung der beiden?

Ich liebe es, die Entwicklung der beiden als Performer und Musiker zu beobachten. Sie sind beide sehr talentiert und leidenschaftlich was die Performance auf der Bühne als auch im Studio anbelangt. Um deine Frage noch zu erweitern… Ich würde es toll finden, wenn ich als Schreiber auch gewachsen bin und mittlerweile die beste Musik schreibe, die ich bisher geschrieben habe. Ich würde mich unfassbar glücklich schätzen, wenn „Cold Like War“ die beste, interessanteste und vielseitigste Platte ist, an der ich bisher geschrieben habe. Unsere Fans werden es mich sicherlich wissen lassen sobald das Album draußen ist, haha.

Kommen wir nochmal auf euer neues Album zu sprechen. Erzähl uns doch bitte was zur lyrischen Inspiration von „Cold Like War“ und wie der Album Prozess abgelaufen ist als Ganzes?

Jeder Song auf dem Album handelt von einer Situation, die sich wirklich ereignet hat innerhalb unserer Gruppe oder einem Einzelnen von uns. Wir dachten, dass wir kaum authentischer wirken könnten als wirklich über unser Leben zu schreiben und wie wir uns durch diese Situationen entwickelt haben. Ich gebe dir einen kleinen Einblick in den Opener, den wir zuletzt mit einem kleinen Video samt Artwork angeteast haben. Der Song handelt von solchen Beziehungen, die ich eben erwähnt hatte, wo bestimmte Ideen und Vorstellungen auf uns als Band trafen, die uns als echt und authentisch erschienen. Wie hart wir gearbeitet haben, um unseren jetzigen Standard zu erreichen und wie davon diverse Leute gern profitieren wollten auf ihre Art und Weise. Ich liebe die Zeile “I’ve caught every vulture, I’ve clipped every wing. Starve, you won’t feed on these dreams again.” Sie ist brutal ehrlich und war eine große Inspiration, um das gesamte Album so zu erschaffen und diese ungesunden Fesseln zu lösen.
 

Heutzutage ist es sehr schwer, Geld mit Musik zu machen. Das spiegelt zumindest das wider, was ich als Außenstehender so aufsauge. Immer mehr illegale Uploads/ Downloads finden statt und es gibt mittlerweile extrem viele Streaming Dienste (auch wenn diese natürlich irgendwie Geld entrichten müssen). Die Frage ist: Wenn du an eure Vergangenheit denkst, ist es heutzutage schwieriger, mit Musik zu überleben?

Es ist definitiv nicht das goldene Zeitalter der Musik. Für mich, der mittlerweile 28 ist, kommen Erinnerungen an Rockbands der 90er hoch, die EINE Nummer 1 Single hatten als One Hit Wonder und davon steinreich wurden. Damals kosteten CDs um die 22$ und waren die einzige Möglichkeit, die Musik zu hören. Jede Band, die es ins Radio schaffte, erhielt irgendwann den Platin Status und jeder Musiker, der bekannt war, hatte quasi ausgesorgt fürs Leben. Oder so ist es zumindest wie ich es beim erwachsen werden betrachtet habe, haha! Jetzt sehen dich Fans auf Reisen in einem Bus und denken automatisch, dass du ausgestattet bist mit einem Haus, drei Karren, einem exotischen Haustier und einer Toilette gemacht aus Gold. Es ist um einiges schwerer zu überleben und noch weitaus schwieriger, eine Karriere daraus entstehen zu lassen, einen Job. Die Wahrheit ist, dass, wenn wir es nur aus Geldgeilheit machen würden, wir schon längst aufgehört hätten. Jedes unserer Bandmitglieder liebt es, auf der Bühne zu stehen und zu performen, sich mit unseren Fans zu verbinden durch die Musik. Wir lieben es, in verschiedene Länder zu reisen und neue Kulturen zu entdecken. Am Ende des Tages müssen wir auch unsere Rechnungen bezahlen und die Wahrheit ist, dass das immer schwieriger wird. Wenn du eine Band WIRKLICH supporten willst, dann besuch Konzerte und kauf dort Merchandising. Wir haben jetzt ein Jahr lang Tourpause gemacht, was im Prinzip den Hauptverdienst für Bands ausmacht. Aber wie gesagt, wir machen das nicht für Geld und ich bin froh, dass wir so denken. Unsere Lyrics wären nie im Leben authentisch und echt, wenn wir es aus so einem Grund machen würden…

Was können wir denn in Zukunft erwarten? Gibt’s ein Video oder eine Tour? Erzähl uns was über eure Pläne!

“Cold Like War” kommt am 20. Oktober weltweit raus! Wir haben außerdem gerade ein Video für den Titeltrack veröffentlicht, woraufhin noch mehr Material folgen wird, dass wir raushauen. Wir beginnen bald unsere US-Tour, die bis in den Dezember hinein laufen wird. Das umfasst 65 Shows für uns, worauf wir auch tierisch Bock haben! Nächstes Jahr wollen wir dann das Land verlassen, um auch über die USA hinaus unsere treuen Fans zu unterhalten!

Vielen Dank für das Interview!

 


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