JUDAS PRIEST - Ian Hill

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Niemand von uns dachte in unseren Anfangszeiten, dass es wirklich funktionieren würde.

Kollegin Claudia vom Stark!Strom-Magazin hat uns ein kleines, aber feines Interview zur Verfügung gestellt, in dem JUDAS PRIEST-Basser Ian Hill zu Wort kommt, der ansonsten ja eher ruhig irgendwo im Hintergrund sein Langholz fräst.

Text: Claudia Jusits
Veröffentlicht am 07.03.2018

Nachdem ich mir "Firepower", das aktuelle Studiowerk, einige Male angehört habe, muss ich schon sagen, es hat enorme Feuerkraft - was also macht die Stärke von JUDAS PRIEST aus?

Ich denke, unsere große Stärke ist, dass wir lieben, was wir tun, das ist etwas, das uns durch all die Jahre begleitet hat. Es ist die Liebe zur Musik und besonders zu dem, was wir selber zum Besten geben, das hat uns nie verlassen. Und natürlich die Fans, ohne sie wären wir nicht, was wir sind.

Das heißt, es gibt so etwas wie einen bandeigenen Gemeinschaftsgeist?

Ja, das ist absolut richtig! Wir haben immer davon geträumt, mit unserer Musik möglichst weit zu kommen, jeder von uns, ganz gleich, wie düster die Aussichten auch manchmal waren, es ging einfach darum, am Ball zu bleiben, durchzuhalten, dann bist du auch glaubwürdig gegenüber deinen Fans und stehst harte Zeiten durch. Niemand von uns dachte in unseren Anfangszeiten, dass es wirklich funktionieren würde, aber wie gesagt, du musst eben dranbleiben. Für mich persönlich ist diese Band ein Glücksfall, ich reise gerne und lerne genauso gerne neue Menschen kennen, abgesehen von der Musik natürlich. Wenn du mich fragst, ob ich das alles noch einmal machen würde - jederzeit!

Für meinen Geschmack ist "Firepower" doch etwas härter ausgefallen als der Vorgänger "Redeemer Of Souls". Siehst du das auch so?

Ja, teilweise ist es das sicher, aber ich blicke da eigentlich nicht zurück, die volle Aufmerksamkeit gilt immer dem neuen Album, da steckt schließlich all dein Herz und deine ganze Seele drin. Ich denke, "Firepower" ist ein sehr gelungenes Album geworden.

Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Produzent Andy Sneap gestaltet?

Andy ist ein großartiger Kerl und ein hervorragender Produzent und Techniker. Er kennt sich mit der aktuellen Metal-Szene bestens aus und hat ein perfektes Gespür dafür, wie er sich bestmöglich einbringen kann. Das "Firepower" ein phänomenales Album geworden ist, auf das wir sehr stolz sind, ist nicht zuletzt auch sein Verdienst.

(Photo by Jason Borucki)

Wir nehmen ja schon seit einer kleinen Ewigkeit mit Tom Allom auf, niemand kennt die Band und ihren Sound besser als er, man denke nur an unsere mittlerweile klassischen Alben aus den 80er Jahren, die wären ohne ihn so nicht möglich gewesen. Zusätzlich zu ihm mit Andy zu arbeiten hat uns den einen oder anderen neuen Blickwinkel eröffnet, abgesehen davon, dass Tom und er wirklich gut harmoniert haben, ich denke, das hört man auf dem Album auch.

Seid ihr als Band eigentlich in den Mixing- und Masteringprozess involviert?

Bis zu einem gewissen Grad natürlich, aber meist läuft das so ab, dass einige Mixes erstellt werden, dann treffen wir uns alle und hören uns das an. Das wiederholt sich solange, bis alle glücklich sind (lacht).

Habt ihr eine spezielle Vorgangsweise beim Recording oder wählt ihr den quasi üblichen Weg, zuerst Schlagzeug, dann Bass, Gitarren und zum Schluss die Vocals?

Tatsächlich haben wir diesmal einige Songs live aufgenommen, was wir schon lange nicht gemacht haben.Wir haben uns die Aufnahmen oft unmittelbar nach dem Einspielen angehört und waren mehr als begeistert, wie gut sie bereits in diesem unbearbeitetem Zustand klingen, besonders die Vocals gehören sicher zum Besten, was Rob (Halford) je gesungen hat.

Welches Equipment verwendest du persönlich im Studio?

Eigentlich sehr wenig, ich vertraue auf meine Spector-Bässe, es gibt da ein für mich speziell modifiziertes Signature-Modell, sonst gehe ich mit dem Kabel ins Pult, und das war´s dann auch. Es gibt mittlerweile hervorragende Tools zur Nachbearbeitung, es ist im Prinzip nicht mehr notwendig, im Studio einen abmikrophonierten Amp zu verwenden.

Für mich ist das, was du am Bass spielst, immer der Herzschlag oder das Rückgrat von JUDAS PRIEST gewesen, wie erlebst du dein Basspiel im Bandgefüge?

(lacht) Da gibt es diesen Musikerwitz: was ist die Aufgabe von Bass und Schlagzeug? - Die Gitarren gut klingen zu lassen. Aber im Ernst, ich sehe das ähnlich, der Rhythmus, den Schlagzeug und in meinem Fall der Bass erzeugen, das ist auf jeden Fall das Fundament, auf dem die Band aufbauen kann, das ist das, was ich erreichen will. Das ist für mich sehr wichtig, im Studio und live genauso.

Auf der Bühne stehst du ja meistens eher im Hintergrund und machst ein wenig deine eigene Show. Für mich sieht das trotzdem immer so aus, als hättest du nie etwas anderes machen wollen, als mit JUDAS PRIEST zu performen. Wolltest du jemals etwas anderes machen?

Niemals!

Ein würdiges Schlusswort!

 

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