TURN THE COURSE - Joshua, Baha

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Das Ganze hat mich noch Monate verfolgt… Ich wusste gar nicht wohin mit meiner Wut!

Dieses Interview ist dermaßen kontrovers geworden, dass hinterher sieben Stormbringer-Redakteure auf der Intensivstation landeten! (Schwere Alkoholvergiftung...)

Veröffentlicht am 28.05.2018

Wenn TURN THE COURSE mit einem Stormbringer-Redakteur in den Ring steigen, lässt die Alt-68er Tante Susi ihre vegane Hanfsuppe stehen, um ihren braunen Neffen Ronni aus dem Hobbykeller von den Sprengsätzen wegzuzerren. Gemeinsam starren sie ungläubig auf den Bildschirm und sind endlich wieder im Geiste vereint, wenn sie laut ausrufen: Schöne Scheiße!


Hallo Männer und Männerinnen! (Bei uns wird Gender-korrekt gesprochen, aber ihr erfüllt die Frauenquote nicht! Kleiner Scherz, aber gleich wird es noch schlimmer...)

Joshua: Hi! Noch schlimmer? Sollte ich Angst bekommen?

Fangen wir direkt mit den Fehlern des Interviewers an! Bei unserem letzten Interview gab ich Joshua als euren Frontmann an... Ausführliche Stellungnahme hierzu bitte. Wart ihr sehr wütend?

Joshua: Das Ganze hat mich noch Monate verfolgt… Ich wusste gar nicht wohin mit meiner Wut! Haha, ach Quatsch! Das kann passieren und es gibt wohl weitaus Schlimmeres, als dass man als Frontmann einer Metalcore-Band bezeichnet wird.


Dann hat das Interview auch noch mit politischem Inhalt die Gefühle des ein oder anderen Leser verletzt. Damit sich das nicht wiederholt, sprechen wir jetzt mal nicht von euch, sondern von was Unverfänglichem: Wie ist eure Meinung zu Kollegah, Farid Bang und Campino?

Baha: Alle drei nicht besonders musikalisch, wobei Kollegah und Farid Bang zumindest besser flowen. Aber Möchtegern-Gangster-Rap mag ich trotzdem genauso wenig, wie als Punk verkleideten Pop. Wir brauchen wieder mehr echten Hip Hop und mehr Punk. Aber, um bei der Sache zu bleiben: Die Line, um die es bei den beiden Rappern ging, ist natürlich geschmacklos und ekelhaft. Klar gibt es Kunstfreiheit, aber als Künstler muss ich diese nicht missbrauchen. Aber: viele Menschen haben da leider ein bisschen was vermischt. Der Echo war nämlich ein Zuschauerpreis, es ging also um die Verkaufszahlen. Und da haben die beiden halt die Nase vorne gehabt. Da hätten die Organisatoren des Echos nicht einfach sagen können: „Jungs, es ist zwar der Volkswille, dass ihr honoriert werdet, aber wir umgehen den jetzt mal schön.“ Da muss sich vielleicht der Konsument an die eigene Nase fassen, schließlich hat er mit seinem Kaufverhalten dafür gesorgt, dass die beiden gewonnen haben. Stattdessen hätte er auch gute Musik kaufen können.

Und wie soll jetzt jemand den Echo einsacken? Ist Political Correctness immer an Logik und Rationalität gekoppelt?

Baha: Den Echo gibt es nach dem Vorfall ja nicht mehr. Vielleicht sollten wir Farid Bang und Kollegah als nächstes ins Weiße Haus oder in die AfD-Parteizentrale schicken…

TURN THE COURSE haben eine neue EP am Start! Wie heißt sie? Wo bekommt man sie?

Joshua: Unsere neue EP heißt „No One Can Save Us“ und ist auf allen Major Streaming- und Downloadplattformen, wie iTunes, Spotify, Deezer und Google zu bekommen. Diejenigen, die – wie ich – noch auf CDs stehen, können sich das Ganze bei uns im Onlineshop unter www.turnthecourse.bigcartel.com ordern oder natürlich bei einer Show am Merch vorbeischauen.

"No One Can Save Us" klingt knackiger, präziser und abwechslungsreicher als der Vorgänger! Neben diesen Fortschritten: Welche kreativen Ziele habt ihr euch diesmal gesetzt?

Baha: Danke. Puh, gute Frage. Josh, hatten wir Ziele?

Joshua: Dankeschön! Alles fing mit dem Umstieg auf 7-saitge Gitarren und die damit verbundene tiefere Stimmung an. Wir wollten natürlich, dass das Ganze dann auch möglichst gut bei den neuen Songs zur Geltung kommt. Diese Tatsache hat den Songwriting-Prozess sehr geprägt. Spielerisch bot uns das einige neue Möglichkeiten, die wir dann versucht haben mit der EP umzusetzen. Wir wollten etwas kreieren, das neu und modern klingt, aber gleichzeitig auch TURN THE COURSE bleibt, etwas das nach vorne geht, aber auch mal kurz innehält, etwas mit dem wir uns alle identifizieren können.

Bleibt ihr bei der Bezeichnung Post Metalcore?

Joshua: Auf jeden Fall! Die Bezeichnung passt jetzt besser denn je.

In der Entstehungsphase hattet ihr mit Problemen zu kämpfen. Wie sahen diese aus?

Joshua: Eines der Probleme war beispielsweise die Verletzung unseres (richtigen, haha!) Frontmanns Felix. Er fiel dann für geschlagene sechs Wochen aus, was unseren Zeitplan ziemlich über den Haufen geworfen hat. So mussten wir etwas umplanen und umstrukturieren, aber nun ist die EP hier und wir sind mehr als Stolz darauf!

Zwei EPs und ordentlich Live-Erfahrung liegen hinter euch! Kloppt ihr nächstes Mal ein Album raus?

Joshua: Wir haben gerade unsere Tour beendet und werden uns jetzt wieder etwas Zeit für das Songwriting nehmen. Wie viele Songs entstehen und ob das für ein Album reicht, kann ich noch nicht sagen, aber cool wäre es auf jeden Fall.

Baha: Hey, wenn uns Stormbringer finanzieren will, sehr gerne haha. So eine Produktion ist echt nicht günstig, wenn man es richtig machen will. Zu den Studio- und Presskosten kommen dann noch Musikvideos, Spritkosten und noch mehr dazu. Ein Teil von uns studiert noch oder ist in Ausbildung. Aber hey, cool wäre ein Album auf jeden Fall.

Und von Spirituose-Kosten ganz zu schweigen... Letzte Frage: Wie sollen wir sofort, jetzt und auf der Stelle, die Welt ein Stückchen besser machen?

Baha: Auto verkaufen, bei der Produktion von Müll aufpassen und bei Ungerechtigkeit nicht wegsehen. Oder fürs erste zumindest damit aufhören, AfD oder FPÖ zu wählen.

Joshua: Oder mal in die neue EP von TURN THE COURSE reinhören… Vielleicht hilft das ja auch.

Machen wir! Vielen Dank für die klärenden Worte! Weiterhin viel Erfolg, beehrt uns bald wieder! Und: Aus.


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