THE OCEAN - Robin Staps

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Man geht da aus dem Studio raus, hat direkt dahinter einen fetten Wasserfall...

Robin Staps ist mit THE OCEAN Secret Headliner auf seinem eigenen Label-Festival in Berlin - Wir haben ihn dort getroffen und auf Stresssymptome untersucht.

Text: Lennart Paul
Veröffentlicht am 23.05.2018

Robin Staps ist mit THE OCEAN Secret Headliner auf seinem eigenen Label-Festival in Berlin - dem Pelagic Fest 2018. Wir haben ihn dort getroffen und auf Stresssymptome untersucht:

Moin. Wie gehts?
Heute sehr gut. Heute ist alles sehr entspannt. Gestern war ein bisschen stressig. Freitag war auch eigentlich alles super - aber ich habe wenig gepennt die letzte Woche, was nicht nur an dem Festival und den Vorbereitungen liegt, sondern auch an der Tatsache, dass wir gerade in den finalen Zügen der Aufnahmen des neuen OCEAN-Albums sind, was ab morgen gemixt wird. Außerdem sind wir gerade zurück von der „Precambrian“ 10th Anniversary Tour und jetzt kommt halt alles auf einmal und deswegen brauche ich dringend 24-Stunden-Dauerschlaf und die habe ich nicht gehabt – also den Umständen entsprechend. (lacht)

Es ist schon eine Dreifachbelastung, so mit der Band hier und dem Festival und als Labelchef - eine größere Belastung, als es wahrscheinlich ohnehin auf einem Festival wäre?

Ja genau. Ich neige dazu, mir immer mehr auf die Schultern zu laden, als ich tragen kann und irgendwann (lacht) klappt man dann halt mal um. Uns gehts allen sehr gut, es macht viel Spaß, alle drei Tage waren eigentlich super bisher, der Vibe hier ist total entspannt und wir haben auch genügend Helfer mobilisiert, so dass alle auch mal Bands gucken können – das ist für mich fast neu eigentlich. Bei allen Festivals, die ich bisher organisiert habe, war am Ende gar keine Zeit dafür. Ich habe gestern die meisten Bands gesehen, das ist ein gutes Zeichen.

Ihr hattet ja euer Heimspiel als Secret Headliner auch schon gestern. Wie wars?

Ja. War ein schöner Abend, wir haben ja gerade die Tour auch gespielt, waren also ganz gut aufeinander eingespielt, hatten letzte Woche Pause und haben die Gelegenheit genutzt, mal wieder eine kleinere Berlin Show zu spielen. Wir waren die letzten Jahre ja immer im Lido oder im Bi Nuu oder im Heimathafen, mögen das Cassiopeia aber sehr gern, gehen hier auch selber auch ganz oft auf Konzerte, das war halt der richtige Rahmen, um hier mal eine schöne kleine verschwitzte Clubshow zu spielen und das hat Spaß gemacht.

Aber ganz ehrlich: So Secret war das aber nicht oder?

Ich glaube die meisten Leute konnten sich das schon denken, ja – wir haben es nicht offiziell bekannt gegeben … also ich habe auch bis gestern noch zum Teil wilde Spekulationen gehört, aber klar, die meisten Leute haben sich es irgendwann denken können, weil wir auch gerade diese Tour gemacht hatten.

Zum Thema Tour: Wie war die denn so insgesamt? Es war ja das 10. Jubiläum von „Precambrian“.

Ja es war ein kurzer Run, acht Shows nur – für mehr war auch einfach keine Zeit jetzt – wegen dem neuen Album, was im Moment einfach den Hauptteil unserer Zeit in Anspruch nimmt, aber es war trotzdem sehr schön, dass wir das gemacht haben. Es waren geile Shows, durch die Bank mit großem Finale dann auf dem DUNK!FESTIVAL letzten Samstag und ja wir hatten da so ein bisschen Sorgen, dass das so funktioniert, weil wir das Album damals, als wir es veröffentlicht haben, nie in voller Länge live gespielt haben. Und das hatte auch seinen Grund: Da sind halt einfach einige Tracks drauf, die (lacht) extrem bescheuert sind und es ist sehr aufwändig, das so zu erarbeiten und dann live auch umzusetzen, halt mit vielen Streichern, Klavier und allerlei Zusatzinstrumenten und insofern war das eine große Herausforderung.
Wir hatten gleichzeitig auch nur 10 Tage Zeit, das zu proben und zu erarbeiten, wieder wegen dem neuen Album, an dem wir arbeiten. Aber es hat am Ende alles geklappt und ich bin sehr froh, dass wir das gemacht haben.
Ich bin eigentlich nicht unbedingt Fan von diesen Anniversary-Sachen immer, weil irgendwann kommt man in ein Alter - als Band jetzt - wo man dann jedes Jahr ein Anniversary spielen kann.
Also das war jetzt „Precambrian“, jetzt haben wir 2018 und in zwei Jahren können wir dann auch „Heliocentric“, „Anthropocentric“ Anniversaries machen. Das werden wir nicht tun, das ist dann irgendwann auch so ein bisschen albern, aber „Precambrian“ ist wirklich auch das Album gewesen, was für die neue Generation THE OCEAN, sag ich mal, sehr wichtig und prägend gewesen ist und viele auch mit dem Sound dieser Band immer noch untrennbar verbinden, auch wenn es damals noch ein anderer Sänger war und ein völlig anderes Line-Up als das, was jetzt auf der Bühne steht.
Das ist für uns einfach ein sehr wichtiges Album gewesen und ich wollte mich dieser Herausforderung auch stellen, das dann mal so zu erarbeiten und in voller Länge mal live zu spielen und das war am Ende auch eine gute Idee.

Stichwort neues Album: Da habe ich ein kurzes Video auf Facebook gesehen. Hip-Hop lastig. Steht ein Genrewechsel an?

(lacht) Richtig, dieses Video. Ja, da darf man was ganz Anderes erwarten.

Also verratet ihr jetzt noch nichts davon?

Doch ich kann da schon was sagen. Also das Album heißt „Phanerozoic“, es ist natürlich wieder ein Doppelalbum, von dem der erste Teil am 2. November dieses Jahres erscheinen wird, der zweite Teil irgendwann im Laufe des nächsten Jahres. Das Phanerozoic oder Phanerozoikum ist das nachfolgende Zeitalter nach dem Präkambrium gewesen und dort setzt auch das neue Album an, also es setzt im Prinzip dort an, wo „Precambrian“ aufgehört hat, sowohl konzeptuell als auch was die Musik angeht.
Die zweite Hälfte, „Phanerozoic II“, wird deutlich experimenteller und gewagter, sag ich mal, da freu ich mich ganz besonders drauf, also die beiden Hälften sind recht unterschiedlich. Aber es gibt auch schon diese Entwicklung von der ersten zur zweiten Hälfte, die ja dann durchaus Sinn macht, wenn man beide Hälften kennt.
Also geht jetzt ein neuer Album-Cycle und Tour-Cycle los. Wir haben beide Alben zusammen aufgenommen, haben uns jetzt aber auf das erste Album konzentriert, um das jetzt fertig zu machen, das wird dann, wie gesagt, im November erscheinen und dann werden wir im Sommer wenn es fertig ist, uns in aller Ruhe aufs zweite Album konzentrieren, da gibts noch ganz viel zu tun und dann gehts los.

Das heißt das nimmt euch die nächste Zeit in voll in Anspruch?

Das Erste ist fast fertig. Montag beginnt tatsächlich der Mix, wir müssen noch ein paar Gesangssachen nachträglich aufnehmen, aber das ist im Prinzip fertig, das zweite Album, da ist noch mehr dran zu machen, da müssen wir noch viele Instrumente einspielen und das werden wir dann in aller Ruhe im Sommer machen.

Wie wollt ihr „Pelagial“ überhaupt toppen, wenn ihr das überhaupt wollt?

Ja das ist immer eine Frage, wie man das selbst empfindet. Also „Pelagial“ war ein anderes Album als alle anderen OCEAN-Alben. Einfach von der Warte aus, dass das Album wirklich mit dieser Idee, mit diesem Konzept im Hinterkopf geschrieben wurde, dass die Musik wirklich darauf komponiert wurde, das war eine große Herausforderung aber auch eine große Einschränkung natürlich und wir mussten das Album dann auch live immer komplett in voller Gänze halt so spielen. Nach 300 Shows war dann auch irgendwann der Punkt erreicht, wo wir einfach mal wieder dringend was anderes machen wollten.
Das Neue wird wieder etwas freier, hat natürlich auch wieder einen roten Faden, der sich durch das Album zieht, aber da wird es auch möglich sein, das mal mit anderen Stücken und in anderer Reihenfolge live umzusetzen, man ist da nicht immer sozusagen an dieses Konzept gefesselt.
Das ist halt einerseits wirklich etwas, was wir natürlich bewusst machen und auch sehr gerne machen, ich hab mich immer schon für Alben interessiert, die halt irgendwie diesen roten Faden haben, diese Zusammengehörigkeit zwischen Texten, Artwork und Musik und das wird bei OCEAN glaube ich auch immer so sein, aber ist dann auch darauf festgenagelt und wir waren mit „Pelagial“ wirklich an dem Punkt, dass wir so viele Konzerte gespielt haben, wo wir das Album komplett in voller Länge gespielt haben, dass es dann jetzt auch mal gereicht hat und es Zeit war, irgendwas Neues zu machen.

Ihr habt ja bei „Pelagial“ sowohl eine Version mit Gesang als auch eine Instrumentalversion, beabsichtigt ihr vielleicht mal, ein reines Instrumentalalbum zu veröffentlichen?

Sollte „Pelagial“ ja eigentlich werden, es war eigentlich ursprünglich als Instrumentalalbum geschrieben, was damals auch daran lag, dass Loïc in einer Krise war, sowohl gesundheitlich, als auch persönlich psychisch, dass er nicht wusste, ob er weiter mit uns spielen wird und deswegen haben wir das Album dann ursprünglich instrumental konzipiert, was auch Sinn gemacht hat, weil ich mir das am Anfang überhaupt nicht vorstellen konnte, wie ich das textlich angehen will.
Ein Album, was im Prinzip eine musikalische Reise von der Meeresoberfläche in die Tiefe ist. Das hat sich dann geändert, als das Album aufgenommen war, Loïc wieder gesund war und sich auch sicher geworden ist, dass er weitermachen will mit dieser Band.
Dann war der Gedanke eigentlich erst, dass wir nur für die letzten beiden Songs Gesang aufnehmen und dann hat sich das so ergeben, da haben wir halt hier und da rumprobiert und dann dabei sind richtig geile Sachen rausgekommen, dann haben wir entschieden: Okay, jetzt machen wir halt doch eine Gesangsversion von dem Album. Aber da war von vornherein klar, dass wir das auf jeden Fall in zwei Versionen veröffentlichen werden, weil es eigentlich ein Instrumentalalbum gewesen ist.
OCEAN als Instrumentalband hat es irgendwie auch schon immer gegeben, wir haben ja auch einige „Pelagial“ Instrumentalshows gespielt und wir werden auch das neue Album auf jeden Fall wieder als Instrumentalversion veröffentlichen, ich finde das einfach immer spannend und es eröffnet einem irgendwie auch einen anderen Zugang zu der Musik.
Selbst bei Bands, wo ich den Sänger wirklich sehr gerne mag, würde ich mich immer auch über eine Instrumentalplatte freuen, weil man auf andere Dinge achtet einfach, also wenn der Gesang da ist, dann steht der immer sofort enorm im Vordergrund und gerade Nicht-Musiker hören halt 90 Prozent Gesang und wenn man den wegnimmt, dann achten die Leute viel mehr auf die anderen Sachen, die da eigentlich so passieren und das finde ich immer sehr spannend.

Das heißt, dass da auch wieder zwei Versionen auf dem Album geben, wie eben bei „Pelagial“?

Ja auf jeden Fall, das werden wir jetzt glaube ich weiter konsequent so machen

Das ist ja auch eine interessante Herangehensweise, jeder hat dann die Auswahl und kann dann für sich selbst entscheiden, was ihm besser gefällt.

Ganz genau. Ja, oder auch worauf man gerade Bock hat. Also ich hör halt auch viel Instrumentalmusik zuhause beim Arbeiten – da finde ich das oft angenehmer als Musik mit Gesang und ja, wenn ich die Wahl habe, ist doch alles super.

Ja das stimmt. Die Aufnahmen für das neue Album habt ihr ja zum Teil in Island gemacht, in dem Studio wo auch Sigur Rós aufnimmt. Wie war es dort?

Das war eine großartige Zeit und eine großartige Erfahrung, ist sehr spontan zustande gekommen. Wir wollten eigentlich bei meinen Eltern in einem alten Fachwerkhaus aufnehmen, dann ist aber meine Mutter krank geworden und das hat dann alles nicht geklappt, dann hat sich das alles kurzfristig ergeben, war am Ende die beste Entscheidung, weil das Studio wahnsinnig gut war.
Ist ein alter Swimmingpool, den die damals umgebaut haben, mit einer Wahnsinnsakustik und der Möglichkeit, dort auch wirklich einen sehr großen mächtigen Raumsound abzubilden und das ist hervorragend gelungen und natürlich auch weil die Umgebung einfach einzigartig ist.
Man geht da aus dem Studio raus, hat direkt hinter dem Studio einen fetten Wasserfall und für Paul und mich war es das erste Mal, dass wir ein Album, sogar ein Doppelalbum, zusammen im Studio eingespielt haben. Vorher hat Paul ja nur bei „The Quiet Observer“ Drums gespielt und es war für uns glaube ich auch wichtig, da abschalten zu können und an so einem ganz anderen Ort zu sein, also ich hätte das nicht in Berlin machen wollen.
Es tut extrem gut, dann auch mal rauszukommen und einen totalen Tapetenwechsel zu haben, ist für die Kreativität gut und auch fürs miteinander auskommen und alles in Allem haben wir das super schnell dann hingekriegt. Also in fünf Tagen haben wir im Drums aufgenommen für 80 Minuten Musik und hatten dann sogar noch einen Tag off am Ende, weil wir uns eigentlich ein, zwei Tage mehr eingeplant hatten, wo wir noch ein bisschen rumfahren konnten.
Ich denke auch, dass die Umgebung da, im tiefen Winter halt, es war Anfang Februar, auch irgendwie zwar nicht direkt Einfluss auf das Songwriting genommen hat, die Songs standen ja schon alle, aber so doch den Vibe von dem Album irgendwie noch geprägt hat. Wir waren einfach extrem drin und bei der Sache und das hat einfach alles gepasst, das, was man gehört und gesehen und wahrgenommen hat, also es war gut.

Also Island bot sich letztendlich für das Album auch thematisch an?

Ja. Es ist halt auch ein kaltes, brutales Album so. Also das passt schon. Haben wir uns schon auch so ausgesucht. Also das hätte man jetzt nicht unbedingt in den Tropen aufnehmen wollen, das Album.

Woher kommt die Faszination für Erdzeitalter oder Themen wie der der Ozeanschichten?

Also der Ozean selbst ist für mich immer schon eine wichtige Inspirationsquelle gewesen, ich bin als Kind fast ertrunken, habe also auch Respekt vor dem Meer, habe aber auch sehr viele wunderbare Zeiten am Meer erlebt. Das war für mich immer schon eine große Quelle von Inspiration und Abschalten und daher auch der Bandname und die Faszination fürs Wasser, ich bin auch seit 20 Jahren Taucher und hab da eine Welt entdeckt, die mich einfach wahnsinnig fasziniert.
Ja, diese ganze „Precambrian“ Thematik, da geht es halt um das Thema Zeit, gerade jetzt auch beim neuen Album „Phanerozoic“. Also wenn man sich geologische Erdzeitalter anschaut, dann wird einem halt bewusst, wie kurz eigentlich die Spanne ist, in der hier alles, was wir als unsere Realität begreifen, überhaupt erst existiert und kriegt dadurch ein ganz anderes Gefühl von Zeit und Wahrnehmung. Während des Phanerozoic, der nächsten Zeit nach dem Precambrian haben sich die selben Dinge immer wieder wiederholt, das ist auch eine Sache, die einem dabei klar wird.
Es gab sechs große Massenaussterbensevents. Das, wo die Dinosaurier verschwunden sind, ist das bekannteste, aber es gab halt noch fünf weitere und man kommt halt schnell dann auf den Gedanken, dass die Geschichte sich irgendwie immer wiederholt und das ist auch so ein bisschen das Thema von dem neuen Album und auch bei „Precambrian“ hat es das schon gegeben. Beim ersten Track „Rhyacian: Untimely Meditations“, da ist viel Nietzsche mit drin, in dem Text von dem Song, wo er im Prinzip über genau das redet, das Verhältnis aus Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft und die ewige Wiederkehr des Gleichen und das ist auch auf dem neuen Album auf jeden Fall ein Thema, was sich durch das gesamte Album zieht und diese Erdzeitalter sind eigentlich nur der Rahmen dafür, sozusagen. Also wir singen da natürlich nicht über Lava und Gesteine, die durchs All fliegen.

Ihr habt ja auch auf dem Labelsampler „In The Twilight, These Rocks Have Teeth“ einen Song veröffentlicht, „Turritopsis Dohrnii“. Wird der auch auf dem neuen Album mit drauf sein?

Nee. Das ist tatsächlich noch ein Überbleibsel aus der „Pelagial“-Session. Da hatten wir noch zwei, drei Songs übrig im Studio, die wir damals mit aufgenommen haben, aber die dann nicht auf das Album gepasst haben und der war einer von diesen Tracks und den haben wir dann jetzt endlich mal fertig gemacht und auf dem Labelsampler veröffentlicht. Der hat mit der neuen Session nichts zu tun.

Was bedeutet der Titel?

Turritopsis Dohrnii ist eine Quallenart im Mittelmeer, die die einzige Spezies auf Erden ist, die theoretisch unsterblich ist. Also Quallen haben so einen ganz merkwürdigen Lebenszyklus, die pflanzen sich sowohl geschlechtlich, als auch ungeschlechtlich fort. Also Quallen geschlechtlich und daraus werden dann sozusagen Polypen, die auf dem Felsen festsitzen und die pflanzen sich dann wieder durch Zellteilung fort. Ganz faszinierend und diese eine Spezies schafft das quasi in einer Endlosschleife. Also gehts im Prinzip um das Thema Unsterblichkeit. Der Song hat keinen Text, insofern will ich da jetzt auch nicht zu viel rein interpretieren, aber bei diesem Song hat der Titel einfach wunderbar gepasst, weil der Song mit dem gleichen Part beginnt und endet, also der Zyklusgedanke wird auch musikalisch irgendwie da aufgegriffen. Ich habe halt über diese Quallenart einen Artikel gelesen und fand das wahnsinnig spannend und daher kam dann der Titel.

Wir sprachen über den Labelsampler. Ihr veröffentlicht meist eure Alben über METAL BLADE RECORDS, habt ihr schonmal darüber nachgedacht, ausschließlich über dein eigenes Label PELAGIC RECORDS zu veröffentlichen?

THE OCEAN meinst du?

Ja genau.

Naja wir machen, also PELAGIC RECORDS, das eigene Label macht alle Vinyl-Sachen und METAL BLADE macht CD und Digital. Das ist im Moment das Set-Up, dass wir bewusst so gewählt haben. Natürlich könnte ich das auch theoretisch jetzt alles selber machen mit PELAGIC. Wir sind die letzten Jahre massiv gewachsen, haben jetzt auch in den USA einen vernünftigen Vertrieb und so weiter, aber die Zusammenarbeit mit METAL BLADE, die gibts eben auch schon sehr lange und die haben für uns als Band auch viel getan, gerade in den USA und insofern ist eigentlich ein sehr gutes Set-Up, so wie es jetzt gerade ist.
Also ich bin da sehr happy mit. Das neue, die beiden neuen Alben werden auch in dieser Konstellation veröffentlicht werden und danach muss man mal sehen, ob wir das mit METAL BLADE weiter fortsetzen oder ob ich dann alles selber machen werde. Das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Aber es ist zumindest eine Option, die im Prinzip immer möglich ist.

Ja. Aber METAL BLADE können für uns andererseits auch in den USA sicherlich noch Dinge bewirken, die für uns insgesamt positiv sind. Das ist dann halt immer eine Frage des Verhältnisses aus - was ist man bereit abzugeben und was bekommt man dafür und da muss man drüber verhandeln. Wenn man sich einig wird, dann gut und wenn nicht, dann eben nicht.

Du sagtest ja bereits, dass ihr mit den Alben beschäftigt seid, geht in diesem Jahr auch nochmal auf Tour oder auf Festivals?

Nee. Wir machen jetzt erst mal gar nichts, den Sommer über. Wir haben da bewusst alle Anfragen abgelehnt, weil wir jetzt wirklich erst das Album fertig machen wollen. Die „Precambrian“-Tour war jetzt etwas, was dazwischen noch passieren sollte und die ist jetzt auch beendet. Es kann sein, dass wir noch ein, zwei „Precambrian“-Shows machen in Städten, wo wir jetzt nicht damit gewesen sind. Aber mehr als das ist jetzt erst mal nicht geplant.
Das Album erscheint am 2. November und dann werden wir auf Tour sein, um das Release Date herum, für eine relativ kurze Europa-Rutsche und dann im nächsten Jahr geht es dann richtig los sozusagen. Also ab Herbst wieder.

Dann kommt ja nächstes Jahr der zweite Teil des Albums raus.

Ja eher Ende nächsten Jahres. Da wird schon ein Jahr dazwischen liegen, glaube ich. Die Aufmerksamkeitsspanne der Leute ist heute relativ kurz. Überhaupt ein Album noch zu veröffentlichen, birgt das Risiko, dass ein Großteil davon ungehört im Walde verhallt. Deswegen wollte ich das auch auf keinen Fall jetzt alles auf einmal rauspolken und die Leute wieder so überfordern, wie das eigentlich damals bei „Precambrian“ so gewesen ist. Also da wird auf jeden Fall Zeit dazwischen liegen.
Nichtsdestotrotz sind die beiden Alben fertig geschrieben und wir arbeiten jetzt dran, machen sie jetzt auch in relativ enger zeitlicher Abfolge fertig. Das soll auf jeden Fall so passieren. Das wir dann auf Tour nicht mehr daran denken, noch irgendwelche Sachen aufnehmen zu müssen. Man kommt dann auch irgendwie in so einen Modus rein, wo alles halt super läuft, aber dann immer zwischendrin hier noch was machen, da noch was machen, ist halt nicht so geil.
Ich mach dann lieber so jetzt Album-Modus, dann schließt man sich ein und macht das fertig und nicht immer dann mit Zeit dazwischen und dann nochmal wieder anfangen und dann auf Tour womöglich noch irgendwelche Sachen machen müssen, da habe ich kein Bock drauf.

Hast du noch irgendwas letztes zu sagen?

Nö, ich glaub du hast alles ganz gut abgedeckt.

Gut, dann bedanke ich mich für das Interview.

Jawoll, ich danke dir. Alles klar.

 

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