NEBELHORN - Wieland

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NEBELHORN ist eben ein totales Idealistenprojekt. Vielleicht mögen es einige als kindisch idealistisch ansehen, aber so ist es nunmal und lieber beherzt Gutes erschaffen und andere gerne mitnehmen, als ohne Herz irgendetwas Vorgegebenes hinnehmen, was einem nicht entspricht.

Zum im März erschienen Drittwerk "Urgewalt" bot sich die Gelegenheit, mit Wieland von NEBELHORN über einige interessante Themen zu plaudern...

Veröffentlicht am 01.06.2018

Stormbringer.at: Servus! Können wir sofort loslegen, oder bist du noch beschäftigt?

Wieland: Ok, kann losgehen.

Stormbringer.at: Prima, freut mich. Das Wichtigste zuerst: Ich möchte sowohl als Privatperson als auch als Redakteur zum neuen Album "Urgewalt" gratulieren und dir auch dafür danken, weil es, so denke ich, keine Selbstverständlichkeit ist, dass man für einen relativ kleinen (aber wohl auch verschworenen) Fankreis die Mühen auf sich nimmt, die du auf dich genommen hast. Wie fielen die Reaktionen deiner Fans und Unterstützer sowie die der Presse bislang aus? Und: Wie zufrieden bist du selbst mit "Urgewalt"?

Wieland: Vielen herzlichen Dank dir, das freut mich riesig! Ich gebe dir Recht und denke in der Tat, dass sich der Aufwand immer weniger "lohnt". Für mich gibt es ja zwei Seiten des "Lohns": Zum einen der Lohn der Freude des Hörers (was mir enorm Freude bereitet), zum anderen aber eben auch die finanzielle, die es auch ermöglicht, diesen Aufwand zu betreiben, es so hochwertig und detailverliebt entstehen zu lassen. Beides geht aber in erstaunlich verschiedene Richtungen: Zum einen mehr Reviews von engagierten Schreibern, die gut bis sehr gut sind (lieben Dank an dieser Stelle dafür!), zum anderen die Begeisterung des Hörers, die sich aber erstaunlicherweise überhaupt nicht mit der Abnahme der CDs deckt - ein interessantes Paradoxon. Mit der "Urgewalt" bin ich sehr zufrieden, auch wenn man im Nachhinein immer noch selbst Kleinigkeiten verändern wöllte. Kurz vor der Aufnahme war es eine Hassliebe, jetzt bin ich einfach nur überglücklich, dass sie doch endlich erscheinen konnte, das war eine "seelische Erlösung".

Stormbringer.at: Das glaube ich, zumal es ja zwei Crowdfunding-Anläufe benötigte, aber darauf würde ich ein wenig später nochmal explizit zu sprechen kommen. Hast du schonmal daran gedacht, deine Musik auch via Portale à la Bandcamp zu vertreiben? Verallgemeinern lässt es sich natürlich nicht, aber ich persönlich finde z.B. in diesem Fall, dass das ein wunderbarer Service ist, um neue Künstler zu entdecken und kaufe dort auch regelmäßig physische Tonträger direkt beim Künstler/bei der Band. Wäre das eine Option für dich?

Wieland: Es wurde mir bereits nahegetragen, doch habe ich im Moment (immer noch) eine Website im Aufbau, die alles das bietet, man kann dann direkt von mir und über die Website einzelne Songs digital bezahlen und downloaden, ebenso wie das ganze Album. Auch die CDs an sich in physischer Form wird es wieder dort geben und ich versende sie höchstpersönlich. Direkter geht es nicht.

Stormbringer.at: Denkst du, dass sich dann auch das Verhältnis zwischen den begeisterten Hörern und der Abnahme der Tonträger dem Ausgleich nähern wird?

Wieland: Irgendwie fällt es mir schwerer und schwerer daran zu glauben ehrlich gesagt. Vielmehr, dass die Kluft noch mehr auseinandergeht. Download, Youtube... all das mögen gute Werbeträger sein, aber dadurch, dass ja das "volle Produkt" in all seiner Nutzungsmöglichkeit vorhanden ist, sehen es wohl viele als nicht mehr notwendig an, es zu unterstützen im finanziellen Sinne.
Das wäre so, als ob ich zu einem Porschefahrer gehen und sagen würde: "So, ich werde ab jetzt deinen Porsche auf Lebenszeit probefahren". Meine Ansicht.


Stormbringer.at: Ich bin in dieser Angelegenheit eigentlich sehr anachronistisch veranlagt und sammle nunmehr seit 9 Jahren physische Tonträger - auch das lässt sich selbstredend nicht verallgemeinern. Ich wüsste jedenfalls nicht, was ich machen würde, wenn diese Tonträger aussterben würden. Von anderen Genres abseits des Metal habe ich den Eindruck, dass die Entwicklung mit Streaming und Co. schon deutlich weiter fortgeschritten ist als im Metal selbst, in dem ja nicht nur Vinyl seine Wiedergeburt erleben durfte, sondern mittlerweile sogar die Kassette. Es scheint also schon noch Abnehmer zu geben. Ein Problem dürfte aber sein, so zumindest mein Eindruck von "außen", dass Labels und Künstler mittlerweile schon viele verschiedene Wege beschreiten müssen, um ihre "Ware" möglichst schmackhaft zu machen. Vielleicht liegt es schlichtweg auch an der immensen Fülle an Veröffentlichungen, die ja durch die stete Entwicklung des Internets inkl. Social Media und all den Späßen nochmal erheblich zugenommen hat?

Wieland: Das ist eine aus meiner Sicht richtige Beurteilung der Umstände. Was ich persönlich leider noch beobachte, ist das abnehmende Teilen und "darüber reden" der Hörer. Werbungsfluten werden von größeren Labels für ihre "Flaggschiffe" gefahren und der Hörer nimmt sie begeistert an, was will er denn mehr um ehrlich zu sein? Mit der auch von dir angesprochenen Masse von Releases sind sie auch vollends beschäftigt. Kann ich also auch gut verstehen, allerdings müsste dann auch ebenso ein Wandel in der Vergütung und Achtung der Künstler im Allgemeinen stattfinden und da das nicht passiert, entstehen fast unausgleichbare Diskrepanzen.

Stormbringer.at: Wo wir schon beim Thema sind. Glaubst du, Nebelhorn wäre heute ein weitaus bekannteres Projekt, wenn du dich einem Label verschrieben hättest oder vielleicht sogar live aufgetreten wärst? Machst du dir über solche Eventualitäten überhaupt Gedanken? Um dazu mal meinen Eindruck als langjähriger Fan zu schildern: NEBELHORN existiert seit 2004, entstand also schon vor dem großen Pagan- und Viking Metal-Hype so um die Jahre 2006/2007/2008/2009, als - überspitzt formuliert - tagtäglich neue Bands aus dem Boden sprossen und auch ein Stückchen abhaben wollten. Damals bekam deine Musik schon vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit, obschon ich dir bzw. den Alben "Gen Helwegs Grund" und "Fjordland" eine Eigenständigkeit und Leidenschaft angehört habe, die man sonst nur bei den Interpreten vorfand, die auch heute noch existieren. Im Endeffekt existieren etliche der Trittbrettfahrer nicht mehr oder haben sich in andere musikalische Subkulturen verabschiedet, du hingegen bist noch aktiv. Gibt dir das vielleicht auch ein Stück weit Recht, oder sind das zwei verschiedene Themen, die ich hier durcheinander werfe?

Wieland: Ich bekomme immer wieder gesagt: "Mach doch live!" Aber ich bin definitiv nicht der Typ "Rampensau". Wenn ich mir heute ansehe, was Bands auf sich nehmen und geboten bekommen, um doch endlich mal auftreten zu können... Damals habe ich noch überlegt, heute, nach ewigem Hick-Hack und Leute (Musiker) suchen/ Leute absagen: klares Nein! Was die Labels anging, habe ich mir nunmal die Verträge durchgelesen. Die Einschränkungen und Forderungen hätten NEBELHORN in seiner musikalisch aufrichtigen Substanz beeinträchtigt und mich staunen lassen, was Bands für den "Erfolg" so auf sich nehmen. Wahrscheinlich auch einer der Hauptgründe, warum NEBELHORN zwar authentisch, immer noch präsent, aber eben lange nicht so "hip in aller Munde" ist wie andere Bands.

Stormbringer.at: Ich finde das, also deine Herangehensweise, im Übrigen mehr als positiv. Mir als Privatperson bzw. Hörer ist es ja komplett unwichtig, wie viel Aufmerksamkeit eine Band hat, aber ich habe mir manchmal schon Gedanken darüber gemacht bzw. hätte es schön gefunden, wenn deine Crowdfunding-Aktionen - vor allem die erste - mehr Anklang gefunden hätten, weil NEBELHORN schlichtweg eines der wenigen Projekte in diesem Sektor ist, das eben nicht nur irgendwelche auswendig gelernten Textpassagen aus der Edda auf größtenteils beliebige Instrumentalstrukturen setzt, sondern stattdessen von Authentizität (bspw. durch den sehr klangvollen Wortschatz, den du pflegst), Immersion und natürlich einem großen Verständnis für Songwriting lebt. Aber man kann die anderen Menschen natürlich nicht zu ihrem Glück zwingen. Um diesen Gedanken aber abzuschließen: Denkst du, dass Crowdfunding grundsätzlich ein großer Teil der Zukunft sein könnte?

Wieland: Ich danke dir vielmals für dein Lob und freue mich über das Erkennen der vielen Details, durch die NEBELHORN eigentlich auch lebt. Meiner Meinung nach sollte Kunst frei von "Optimierungssanktionen" sein, die den größtmöglichen "Gemeingefälligkeitsstamm" erreichen, um somit mehreren Menschen zu gefallen auf Basis der Bekanntheit und des Gewinns in Geldform. Ich finde der Individualismus sollte wieder mehr Förderung und Anerkennung von allen Menschen erhalten. "Auf Nummer sicher" verfälscht den radikalen, künstlerischen Anspruch und Ansatz und blockiert damit das Neue, Andere. Der momentane Zustand lässt aber auch die Leute, die schon länger bestimmte Genres hören, irgendwann aus Langeweile abspringen, weil es sich eben einschränkt, ergo "negativ optimiert" hat.

Stormbringer.at: Aber, um kurz beim Crowdfunding zu bleiben: Ich würde gerne WINTERSUN ansprechen, die ja eine unglaubliche Summe eingespielt haben. Man mag den Wunsch nach einem eigenen Studio grotesk finden bzw. zu der ganzen "marktschreierischen" Aufmachung der Kampagne (evtl. liegt das auch daran, dass man die Menschen einfach erstmal für die Idee des Crowdfundings begeistern muss, weil sie ja doch ziemlich gut ist) stehen, wie man möchte, aber ist das nicht irgendwie auch großartig, weil da jemand seine eigene Vision hat und nicht zum einen der fünf "Hausproduzenten" von Label X gehen möchte, weil er der Auffassung ist, dass er seine klangliche Vision dort einfach nicht 100% erfüllen kann?

Wieland: Das ist am Crowdfunding ein absolutes Plus! Man sagt den "Investoren", was man vorhat und diese merken daran auch, dass sie enorm viel mit ihrer Entscheidung, die sie treffen, lenken können.So wäre mir die Welt im Allgemeinen auch um einiges lieber: Anschauen, teilen und bei Selbstgefallen auch selbst tätig werden und unterstützen! Dazu wäre natürlich auch ein größeres Eigenvermögen von Nöten und man könnte da mal überlegen, warum Geld als Steuerungsmittel oft einen Mangel im eigenen Geldbeutel erfährt, aber ich möchte jetzt nicht zu politisch werden. Von WINTERSUN und deren Aktion kann man denke ich halten, was man will. Der Förderer, die Leute haben entschieden und da isses. Ich könnte so eine Marktschreier à la Fernsehverkaufsshow einfach nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, da ich eine bewusste, überdehnte Manipulation darin sehe. Für meinen Teil werbe ich nur um Vertrauen und zeige an Prototypsongs gerne, wohin die Reise geht. Ich denke, ehrlicher geht es nicht, allerdings ist das auch lange nicht so breitenwirksam, wie das "Marktschreierdings", wie es sich herausgestellt hat. Außerdem ist das Teilen und verbreiten, wie ich finde, sehr zurückgegangen. Warum auch immer.

Stormbringer.at: Das ist natürlich richtig. Würdest du im Nachhinein sagen, dass die erste Kampagne etwas zu ambitioniert war, oder hast du diese Erfahrung einfach gebraucht, um einordnen zu können, wo du zu diesem Zeitpunkt "standest"?

Wieland: Ich habe gar nichts daran bemessen, sondern einfach den Rahmen abgesteckt, was ich brauche, um alle Beteiligten ordentlich angemessen für ihre Mühen zu entlohnen, die damit zu tun haben werden und ihre wertvolle Lebenszeit und Herzblut reinstecken werden. Mir hat es nur veranschaulicht, wie groß der Qualitätsanspruch da draußen auch bei engagierten Machern variiert und die Vorstellung, wie doch etwas zu sein haben und warum man es unbedingt auf jemanden anderen projizieren muss. Das ging halt eben so weit, dass es einige als ihre Pflicht ansahen, ihren Standard zugrundelegend, loszutippen, um Investoren vor meiner "Abzocke" zu warnen. Das war eine sehr erschütternde wie auch neue Erfahrung für mich. 

Stormbringer.at: Dass es so weit gegangen ist, hätte ich nicht vermutet, aber das ist schon ein hartes Brot.

Wieland: Jupp, war schwer zu verdauen, aber eben ein wichtiger Lernprozess.

Stormbringer.at: Was mich indirekt zu meiner nächsten Frage führt: Du machst dein eigenes Ding und bleibst dabei auch stur, was deiner Musik sehr gut tut. Hast du dich eigentlich, egal ob damals oder heute, der Pagan-/Viking Metal-Szene zugehörig gefühlt, oder ging das weitestgehend spurlos an dir vorbei? Gibt es fernab vom Künstlerischen auch freundschaftliche Kontakte innerhalb dieser Szene? Wenn ich mich recht entsinne, warst du ja letztens auf dem Ragnarök Festival, oder?

Wieland: Vorletztens war ich auf dem Ragnarök...ja! Aus mehreren Gründen war ich beim letzten Festival nicht zugegen. So gruselig, wie das vielleicht klingen mag, bis auf einige herzliche Freundschaften, die ich sehr schätze, ist vieles tatsächlich an mir vorbeigerauscht, weil eine Vielzahl der Leute einfach nur berauscht waren und sind. Vielmehr wegen Alkohol, als wegen der Musik und wer mich kennt, weiß um meine Einstellung zu Besäufnissen. Daher blieb mir wohl einiges mehr fremd als familiär. Ich verbinde halt hauptsächlich andere Ideale wie aktiven Naturschutz, Tierhilfe sowie die Unterstützung guter Nahrung und hochwertiger und langlebiger Produkte mit dem Pagan/Vikingaspekt als das Feiern mit Saufen, einen riesen Müllberg zurücklassend, wenn das Festival rum ist. Aber da habe ich wohl zu sehr 'nen Stock im Arsch, wie man es so schön sagt.

Stormbringer.at Mir geht es da ehrlich gesagt genauso, weswegen ich deine Einstellung durchaus nachvollziehen kann. Beim Thema Freundschaften und Kontakte würde mich mal interessieren, wie es eigentlich dazu kam, dass Clemens "Ardek" Wijers die Orchestrierung von "Auf Bifrösts Rücken" und weiteren Passagen des Albums übernommen hat. Ist es so, dass du Carach Angren auch privat gerne hörst, oder liegt das eher daran, dass es einfach unglaublich ist, wie toll Orchester "aus der Dose" heutzutage klingen können und man daher nicht mehr "zwangsweise" ein kostenintensives echtes Orchester engagieren muss, wenn man solche Klänge auf seinem Album haben möchte? Der Francesco Ferrini von FLESHGOD APOCALYPSE ist ja auch so ein Tüftler, der zuletzt bspw. bei einer Größe wie DIMMU BORGIR das echte Orchester "verdrängt" hat.

Wieland: Auf den guten Clemens bin ich ehrlich gesagt erst durch Patrick (Damiani, u.A. auch bei FALKENBACH an der Gitarre tätig) aufmerksam gemacht worden. Lieben Dank an der Stelle nochmal an beide! Ich habe Patrick den Prototypen vorgespielt und noch grob vorgesungen, was ich mir als Einleitung für den Titel "Urgewalt" vorstellen würde. Kurzerhand hat er mir Clemens empfohlen und per Telefon alles arrangiert. Nach kaum zwei Versionen hat Clemens absolut meinen Nerv getroffen und genau das ist das, was ich an der Kunst so liebe: positive Synergie aus dem Nichts! Kaum etwas ist herrlicher, finde ich! Die Option eines echten Orchesters hatte ich eben auch eingeplant, deswegen unter anderem auch die "horrende Summe" bei der ersten Crowdfundingaktion. Ich persönlich finde es faszinierend, wozu Technik heute im Stande ist. Ein Orchester beinahe ersetzen zu können. Allerdings tut es mir auch um die hervorragenden Musiker leid, die eben dadurch ihrer Möglichkeiten beraubt werden, auch finanziell und musikalisch zu partizipieren. Man "erspart" sich da schon fast zu viel, wie ich finde, zudem: ein sensibles Ohr hört die Unterschiede trotzdem.

Stormbringer.at: Für Künstler mit geringeren finanziellen Mitteln wie eben CARACH ANGREN oder FLESHGOD APOCALYPSE ist das aber durchaus ein probates Mittel. Hoffen wir mal, dass sowohl die synthetischen als auch die "echten" Orchesterklänge in friedvoller Eintracht nebeneinander bestehen können, haha. Damit hätte ich dann eigentlich auch alle Fragen abgearbeitet, außer eben diese eine letzte: Wird es von Nebelhorn noch ein weiteres Album oder sogar weitere Alben geben?

Wieland: Wie gesagt, ich sehe da eben noch die Notwendigkeit der Veränderung des Status/Standes des Künstlers in der Mehrheit der Gesellschaft als vollwertiges Mitglied im Kreiskauf des Erschaffens. Nicht nur als "Hobbyspinner, der eh sonst nix kann" und man daher einen legitimen Grund sieht, ihn für "sein Hobby" billig abzuspeisen. Ich überlege im Moment ernsthaft, ob ich noch etwas rausbringen kann. Finanziell bin ich jetzt am Ende der Fahnenstange angelangt, genug Ideen sind für mindestens noch ein bis zwei weitere Alben da, ebenso wie der Plan, richtig hochwertige und langlebige T-Shirts aus dem Fairtrade heraus zu erstellen. NEBELHORN ist eben ein totales Idealistenprojekt. Vielleicht mögen es einige als kindisch idealistisch ansehen, aber so ist es nunmal und lieber beherzt Gutes erschaffen und andere gerne mitnehmen, als ohne Herz irgendetwas Vorgegebenes hinnehmen, was einem nicht entspricht. Deswegen möchte ich "Sharing is caring" noch mit " You get what you support" ergänzen.

Stormbringer.at Zum ersten Punkt möchte ich noch Folgendes sagen, was ich eigentlich auch schon in einer Review zum aktuellen ENSIFERUM Album geschrieben habe: Dass Musiker keine Dienstleister, sondern Künstler sind und man sie dementsprechend auch behandeln sollte. Ich will mich nicht gänzlich ausschließen, weil ich manchmal natürlich auch ungeduldig bin, aber so viel Zeit, wie ein Album braucht, braucht es nunmal. Genauso wie es die Summe Geld braucht, die der Künstler dafür vorsieht, um sein Vorhaben so umsetzen zu können, wie er sich das vorstellt. Man sieht bei einigen (nicht bei allen) Bands, die alle zwei Jahre etwas veröffentlichen, damit sie sich in der Timeline wieder nach oben pushen und mal wieder auf Tour gehen können, dass das der Kreativität schaden KANN. Ich hoffe, dass möglichst viele das auch einsehen werden, weil am Ende beide Parteien etwas davon haben: Der Künstler und der Hörer/Fan.

Wieland: Diese Ansicht und eben auch das Verlangen nach Verstehen wollen und können sind der springende Punkt. So gemein das jetzt klingen mag, sehe ich die meisten Leute hauptsächlich sich gegenseitig abfeiern, während sie sich ihre Vollsuffgeschichten vom letzten Mal erzählen, sowie ihre kürzlichen Liebeleien/Eroberungen und im "Hintergrund" müht sich die Musik, Live oder aus der Soundanlage als Beiwerk um Aufmerksamkeit. Und sich dann wundern/schimpfen, warum denn alles so ein Einheitsbrei ist und damals alles besser war. Dass sie selbst etwas damit zu tun haben könnten und die Möglichkeit haben, selbst aktiv Einfluss zu nehmen, kommt einigen Leuten bereits in den Sinn und das gibt mir wieder Hoffnung!

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An dieser Stelle endete ein äußerst interessantes Interview und mündete in eine Art Smalltalk über unterschiedlichste Missstände in der Musikbranche (natürlich auch mit meinem absoluten Lieblingsthema BEYOND THE BLACK als Negativbeispiel) und in eine freundliche Verabschiedung.

So möchte ich abschließend noch mal auf das neue NEBELHORN Album "Urgewalt" hinweisen, das man bald wieder käuflich erstehen können wird. Wer auf authentischen Pagan- und Viking Metal steht, sollte unbedingt ein Ohr riskieren, gerne auch bei den Vorgängerwerken "Gen Helwegs Grund" oder "Fjordland Sagas". 


Informationen zu und Tonträger von NEBELHORN findet ihr hier:
https://www.facebook.com/Nebelhorn.Vikingmetal/
http://www.nebelhorn-vikingmetal.de


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