NEMOREUS - Fabian, Kai, Stefan, Maike & Adrian

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Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet. Wir haben uns auf gut Glück angemeldet, weil wir damals nur zu dritt waren und uns der Bass, die zweite Gitarre und die Geige fehlten. Wir hofften darauf, bald unsere Besetzung zu vervollständigen und das gelang uns zum Glück auch.

Vier Monate nach der Vervollständigung ihres Line-Ups haben NEMOREUS den ersten Platz beim "Wacken Metal Battle Österreich" gewonnen. Grund genug für uns, die ganze Band zum Interview einzuladen.

Text: Radka Klein | Fotos: Radka Klein
Veröffentlicht am 26.07.2018

Für alle, die Euch noch nicht kennen: bitte stellt Eure Band kurz vor und schildert Euren bisherigen Werdegang!

Fabian: Wir sind NEMOREUS aus Österreich und spielen Folk Metal. Das Bandprojekt hat vor etwa sieben Jahren begonnen. Damals hießen wir noch anders. Wir haben uns erst vor etwa zwei Jahren geeinigt, unsere Band NEMOREUS zu nennen, da dieser Name am besten zu unserem Konzept passt. Seit vier Monaten existieren wir in der aktuellen Besetzung und vor einem Jahr haben wir begonnen, mit der Musik in die Öffentlichkeit zu treten und Live-Konzerte zu geben. NEMOREUS besteht aus sechs Leuten:

Fabian: Vocals, Bouzouki, Flöten
Kai: Gitarre
Stefan: Gitarre
Matt: Bass
Maike: Violine
Adrian: Drums

Wir spielen, wie gesagt, Folkmetal und die Folkeinflüsse kommen mit Flöte, Bouzouki und Geige.

 

 

Wo liegen Eure Einflüsse?

Fabian: Ich würde sagen, dass meine Einflüsse hauptsächlich im Bereich des Irish- und Scottish-Folk liegen, weil ich musikalisch aus dieser Richtung komme. In unserer Musik finden sich aber auch bretonische Einflüsse wieder. Natürlich stammen unsere Einflüsse auch aus verschiedenen Metalgenres. Wo unsere Einflüsse allerdings genau liegen, lässt sich nur schwer sagen, da gerade unsere Zugänge zum Metal sehr unterschiedlich sind. Die Einflüsse in den Nummern variieren teilweise sehr stark.

Adrian: Es ist schwer zu sagen, da jeder von uns unterschiedlichen Einflüssen unterliegt und diese alle in unsere Songs einfließen. Die Einflüsse von Fabian (Vocals, Bouzouki und Flöten) überwiegen jedoch.

 

 

Was waren die bisherigen Höhepunkte Eurer Karriere?

Adrian: Unser erstes Konzert war schon mal ein Höhepunkt, weil wir sehr lange darauf hingearbeitet haben und anfangs auch gar nicht damit rechneten, dass es bei NEMOREUS je zu einem Live-Auftritt kommen würde. Unser nächster Höhepunkt war dann unser selbst organisiertes Event mit NEMOREUS als Headliner und FUNERAL IN EDEN und TAURISCA als Support. Und der aktuellste Höhepunkt ist natürlich unser Gig in Wacken.

Wie hat es sich angefühlt das Metal Battle zu gewinnen?

Adrian: Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet. Wir haben uns auf gut Glück angemeldet, weil wir damals nur zu dritt waren und uns der Bass, die zweite Gitarre und die Geige fehlten. Wir hofften darauf, bald unsere Besetzung zu vervollständigen und das gelang uns zum Glück auch. Wir sind zwar schon mit der Hoffnung zu gewinnen hineingegangen, weil wir einfach unser Bestes geben wollten, haben aber nicht damit gerechnet. Wir wollten an dem Abend unseren Spaß haben und dem Publikum eine gute Show liefern. Niemand von uns hat aber gedacht, dass wir so weit kommen.

Maike: Die Jury zählte für beide Votings die letzten fünf Plätze hinunter und wir haben uns gewundert, wieso wir noch nicht erwähnt wurden - wir konnten doch nicht so gut oder so schlecht gewesen sein!

Was war eure größte Herausforderung der letzten Jahre?

Fabian: Es war nicht immer einfach, weil wir alle unterschiedlichen Ansichten haben. Das hat sich in gewisser Weise nicht geändert, aber wir haben einen Weg gefunden, unsere Meinungen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Adrian: Die Diskussionskultur ist zielführender geworden. Früher gingen die Gespräche mehr aneinander vorbei, aber jetzt kümmern wir uns mehr um das tatsächliche Problem.

 

 

Wie entstehen Eure Songs?

Fabian: Songwriting und Lyrics mache hauptsächlich ich, aber es gibt immer wieder Ideen von unterschiedlichen Bandmitgliedern, die dann auch einfließen. Alles wird am Computer niedergeschrieben und jeder ergänzt seinen Teil. Danach werden noch während der Probe finale Schliffe an den Songs unternommen.

Wie würdet Ihr Eure Musik jemandem beschreiben, der noch nie von Euch gehört hat?

Kai: Leiwand.

Fabian: Sehr catchy und mit sehr abwechslungsreichen Rhythmen und Taktarten. Wir sind nicht progressiv, aber wir spielen nicht immer nur einen geraden 4/4-Takt, worauf ich sehr stolz bin. Wir sind auf jeden Fall sehr melodisch, aber wir können durchaus auch härter sein. Diese Fusion aus den Folk-Instrumenten und aus den Metal-Instrumenten bringt eine klangliche Vielfalt, die man so sehr individuell einsetzen kann.

Wie vereinbart ihr das Musikmachen mit eurem Job? Wie geht ihr mit Stress um?

Fabian: Ich selbst bin Student und spiele auch mit einer anderen Band sehr viele Auftritte. Es hat bis jetzt alles gut funktioniert. Ich musste nie viel herumschieben, die Songs entstehen einfach. Manchmal setze ich mich hin und schreibe einen Song, wenn mich gerade die Inspiration packt. Sonntags proben wir immer, weil jeder Zeit hat. Vorbereitung vor der Probe ist dabei genauso wichtig wie das gemeinsame Musizieren in der Probe. Jeder muss den Tag für sich halt vernünftig einteilen.

 

 

Wie sehen eure Projekte in nächster Zeit aus?

Alle: Wacken!!!!

Adrian: Wir haben vor Wacken ein paar Lieder in Budapest aufgenommen und werden diese, wenn Mixing & Mastering fertig sind, als EP veröffentlichen. Dies passiert hoffentlich noch vor unserem Gig in Wacken. Wir wollen dem Publikum mehr geben können als Youtube-Videos mit schlechtem Sound oder eine schlecht abgemischte Demo, die wir selbst gemacht haben. Danach wird ein Album in Angriff genommen, wann genau ist jedoch noch nicht klar. Das hängt von den Ereignissen der nächsten Monate ab.

Fabian: Wir wollen auch so viele Auftritte wie möglich spielen, weil es uns einfach Spaß macht.

Bitte schildert die Entstehungsgeschichte Eurer Demo.

Fabian: Die Demo haben wir in Eigenregie aufgenommen. Damals hatten wir noch keine Geige und keinen Bassisten. Es ging uns darum, den Leuten, die uns noch nicht kennen, unsere Musik zu zeigen, ohne jetzt sofort in ein Recording Studio zu gehen. Zu der Zeit hatten wir erst zwei Auftritte hinter uns und wir waren nicht sicher, ob unsere Lieder so klappen oder ob wir noch etwas verändern müssen. Darum sind wir zum damaligen Zeitpunkt nicht in ein Recording Studio gegangen. Wir haben uns entschlossen, das ganze selber zu probieren. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Demo auch nicht mehr sonderlich repräsentativ für unseren neuen Sound.

 

 

Was würdet ihr anders machen beim nächsten Album?

Fabian: In Zukunft werden wir auf jeden Fall professioneller arbeiten. Beim Recording unserer ersten Demo haben wir sehr viel gelernt und wir konnten dieses Wissen bei unserem Recording für die EP sehr gut anwenden. Jetzt haben wir viel mehr Folk-Charakter, weil wir jetzt auch mehr Folk-Instrumente haben (Geige und Whistle). Das Ganze wird folkiger und heavier klingen, da ich mich auch stimmlich stark weiterentwickelt habe.

Adrian: Damals haben wir alles live eingespielt. Wir haben nicht die Instrumente separat auf Click aufgenommen, sondern sozusagen einen Proberaum-Mitschnitt gemacht und den dann abgemischt.

Welchen Song von eurer Demo mögt ihr am liebsten und warum?

Adrian: Von der Demo finde ich immer noch "Abyss" am besten. Ich weiß nicht, wie wir das geschafft haben, aber wir haben bei diesem Song einen recht guten Sound hinkriegt.

Stefan: Von der Demo: "Abyss". Von der Setlist würde ich einem Metalhead "Wolfpack" zeigen, weil es heavy und schnell ist, aber am Ende trotzdem melodiös.

Wie sehen Eure momentanen Live-Aktivitäten aus?

Fabian: Nach Wacken ist Urlaubszeit, aber es wird weiter geprobt und im Herbst geht es dann wieder voll los!

Maike: Kreative Schaffenspause heißt das.

 

Mit welchen Bands würdet Ihr gerne mal auftreten und touren?

Kai: JUDAS PRIEST.

Adrian: Es ist bei jedem sehr unterschiedlich. Ich würde gerne mit PRIMORDIAL auftreten.

Fabian: Es ist zwar noch unrealistisch, aber ich würde gerne mit ELUVEITIE oder STORM SEEKER auftreten. Wir würden, glaube ich, vom Feeling sehr gut zusammenpassen, da sich unsere musikalischen Aspekte sehr gut ergänzen und nicht miteinander konkurrieren.

Stefan: PARKWAY DRIVE, aber das passt nicht zu unserer Musik.

Maike: APOCALYPTICA.

Habt ihr vor, etwas zu covern?

Fabian: Nein, eher nicht. Falls doch, dann vielleicht nur als kurze Passage, eine Referenz, oder als musikalischer Gag. Einen ganzen Song wollen wir jedoch nicht covern. Wir schreiben selber auch genug Zeug, das wir den Leuten zeigen können und wollen, daher können wir auf Covers verzichten.

Hat das Make-Up, das ihr auf der Bühne tragt, eine spezielle Bedeutung oder tragt ihr es, weil es gut aussieht?

Fabian: Das haben wir bis jetzt nur einmal gemacht und es war der Versuch einer musikalischen bzw. On-Stage-Identitätsfindung. So etwas braucht viel Zeit vor einem Gig, vor allem weil wir das nicht selber machen können. Wir wissen nicht, ob wir das in Zukunft machen werden oder nicht. Das können wir jetzt noch nicht sagen.

 

Bitte hinterlasst noch ein paar abschließende Worte an unsere Leser…

Kommts vorbei auf unsere nächsten Shows, folgt uns auf Facebook, Instagram, Youtube und dem ganzen anderen Scheiß. We are NEMOREUS, expect us!


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