FREEDOM CALL - Chris Bay

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Die Wildecker Herzbuben sind sehr gute Musiker und Sänger und nicht zwei Dicke, die auf der Bühne stehen und den Hampelmann machen.

Parodie wäre vielleicht der falsche Ausdruck oder besser gesagt eine leichte Übertreibung des Themas, jedenfalls muss man das Ganze mit ein wenig Humor und Augenzwinkern sehen.

Text: manfred
Veröffentlicht am 10.10.2019

Die letzten Monate brachten einige Veränderungen für dich und FREEDOM CALL – hat sich inzwischen alles gut eingespielt?
Ja, total, wir haben jetzt die erste Show in Spanien hinter uns gebracht, da waren alle ein wenig aufgeregt, speziell unsere Neuzugänge Francesco Ferraro und Timmi Breideband. Die beiden  haben sich super eingelebt  und es hat sich auf der Bühne so angefühlt, wie es schon immer war. Die zwei machen das ja nicht zum ersten Mal und es hat richtig Spaß gemacht.

M.E.T.A.L. ist das zehnte FREEDOM CALL Album und seit Anbeginn regiert der Happy Metal. Habt ihr mal über einen kompletten Tapetenwechsel nachgedacht oder wird es bei kleineren Experimenten innerhalb der Songs bleiben?

Das haben wir uns mal selber auferlegt, weil uns von der Presse immer wieder vorgeworfen oder unterstellt wird, dass wir Schlager Metal machen und die MODERN TALKING des Heavy Metal seien. Irgendwann habe ich mir dann gedacht, steh doch einfach  dazu, lass die doch alle reden. Ein Tapetenwechsel würde für uns nie in Frage kommen, zumindest nicht unter dem Namen FREEDOM CALL. Es wäre einfach nicht clever, bei einer Band, die mit Happy Metal eine Trademark hat, irgendwo großartig an der Stilistik herum zu feilen. Meiner Meinung nach wäre das ein sehr großer Fehler und mir fällt gerade keine Band ein, wo das funktioniert hat.

                             

 
Songs mit dem Überthema Metal spielen bei euch eine große Rolle und ich glaube es gibt keinen Begriff, der im Zusammenhang mit Titeln in eurer Diskografie so häufig vorkommt. Nun heißt ja gleich das gesamte Album so. Wie kommt das zustande und was bedeutet der reine Begriff für euch?

Die Grundlage der Musik ist für mich sehr wichtig, die Thematik nehme ich nicht so bierernst. Mit dem Begriff jonglieren wir ein wenig und wir haben auf dem Album mit „111 – The Number Of The Angels“ einen Song, der viele Elemente des klassischen Metal enthält: Episch, hohe Töne und Sceams, Double Bass Drums und auch der Videoclip, den wir letzte Woche abgedreht haben, ist richtig geil geworden. Parodie wäre vielleicht der falsche Ausdruck oder besser gesagt eine leichte Übertreibung des Themas, jedenfalls muss man das Ganze mit ein wenig Humor und Augenzwinkern sehen.

Die Songs sind meiner Meinung nach, noch mehr auf ihre Livepräsenz zugeschnitten, sprich, sehr eingängig mit fetten Chören. Welchen Stellenwert genießt die Liveperformance beim Komponieren?

Einen ganz hohen, das steht bei mir absolut im Fokus. Wenn ich anfange Songs zu schreiben, dann stelle ich mir imaginär immer ein Publikum vor. Auf was können die Fans reagieren, mit welchen Parts können wir sie zum Mitsingen animieren. Wir sind keine Band, die Jahre im Studio verbringt, um dann ein ganz besonderes Album zu veröffentlichen. Wir wollen in den Tourbus steigen, los fahren und live spielen.

Der AOR – lastige Song „One Step Into Wonderland“ tanzt etwas aus der Reihe,  der ist sehr eingängig und eigentlich prädestiniert für Airplay. Wie kam es dazu?

Das ist sicher meiner BEATLES,  ABBA oder ROXETTE - Affinität geschuldet. Ich bin mit diesen tollen Bands  groß geworden, die haben mich geprägt, nicht unbedingt vom Musikstil her, aber die Melodieführung  war großartig. Natürlich wird es manchen sauer aufstoßen, weil der Song richtig poppig ist, aber es gibt nix langweiligeres als ein Album, das komplett gleich klingt. Natürlich hätten wir da Double Bass Drums verwenden können, aber das passt hier einfach nicht.

                        


Das neue Album enthält zum ersten Mal keine einzige Ballade. Kam einfach keine zustande oder hattet ihr keinen Bock, das Tempo zu drosseln?

Ich mag keine Balladen, außer die haben eine textinhaltliche Berechtigung. Da kann es um schöne oder traurige Themen gehen, Emotionen sollten bei einer Ballade im Vordergrund sein; die gab’s diesmal nicht so, denn von einer Ballade soll der Zuhörer berührt werden.

Gibt es Songs aus eurer Diskografie, die ihr noch nie live gespielt habt, die auf der kommenden Tour aber vielleicht ihre Premiere feiern?

Das haben wir schon öfter versucht und wir wollten die Zuhörer mit neuen Songs überraschen. Aber es gibt da immer Songs, die fühlen sich schon bei der Probe nicht gut an. Aber die Leute wollen dann doch wieder „Warriors“ oder „Land Of Light“ hören und ohne diese Songs lässt uns sowieso kein Fan von der Bühne.

Hat euch  der Fernsehauftritt mit den Wildecker Herznuben in eurer Popularität nach vorne gebracht und warum wurde der Song nie veröffentlicht?

  Wir sind jetzt nicht gerade Superstars geworden (lacht), aber es haben diese witzige Aktion doch einige normale Musikfans mitbekommen. Es war ja nur eine Spaß -  Action, die sehr cool war. Wir haben uns mit dem Song sehr Mühe gegeben, nicht nur wir. Die Wildecker Herzbuben sind sehr gute Musiker und Sänger und nicht zwei Dicke, die auf der Bühne stehen und den Hampelmann machen. Der Track „Herzilein“ wurde nie offiziell veröffentlicht, weil er Eigentum von RTL 2 ist. Die haben aber kein Interesse, ihn zu veröffentlichen. Aber jetzt hast du mich auf eine gute Idee für die  zwanzig -  jährige Jubiläumsshow in Nürnberg gebracht. Dankeschön .


Sagt dir das Datum 21.4.1999 etwas?

Boah, ich glaube da waren wir mit ANGRA in Grenoble auf unserer ersten Tour, aber genau kann ich es dir nicht sagen

 

Falsch, da gab es ein legendäres Konzert von dir in Salzburg!

Ja stimmt, da bin ich bei GAMMA RAY im Rahmen der Powerplant Tour im Rockhouse kurzfristig für den erkrankten Kai Hansen eingesprungen. Ich habe in der Nacht die ganzen Texte im Tour Bus auswendig gelernt und auf großen Zetteln aufgeschrieben. Außerdem war ich so tierisch aufgeregt und konnte kaum schlafen. Gleich beim ersten Song habe ich den Einsatz komplett verpasst. Tobi von EDGUY und Rick, der damals bei STEELPROPHET gesungen hat, waren auch mit dabei. Das Schlimme war, dass der Lichtmann die komplette Bühne so eingenebelt hat, dass ich die Texte nicht mehr ablesen konnte. Ja das war richtig heavy.


Das Konzert kann man sich auf YouTube in kompletter Länge anhören.


Oh Gott, ob ich das Hören will, bezweifle ich. Aber ich werde es mir mal reinziehen.  

Nun ganz was anders! Es existieren ein paar Clips auf YouTube, bei denen FREEDOM CALL die Backingband für das DSDS-Schlagersternchen Annemarie Eilfeld gibt. Die haben im Netz und der Metalgemeinde doch hohe Wellen geschlagen.


Nun, ich war da nicht dabei, sondern nur Ilker und Lars. Lars hat mit ihr mal zusammengearbeitet und sie hat für diesen einen Auftritt eine Band benötigt. Vielleicht schaffen sie es mal gemeinsam  in den ZDF Fernsehgarten.


 Oder ihr mit den Herzbuben.
 Haha, ja das wäre sicher witzig…
 



 

 

 

 

 

 

 

 


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