INDUCTION - Tim Hansen

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Er fragte mich also, ob ich Bass spielen kann. Ich als Jemand, der KEINE Ahnung vom Bass spielen hat, hab einfach gesagt „Klar, gar kein Ding!“. Hab mir einen Fünfsaiter Bass gekauft und mich zwei Wochen abgequält mit einem Song.

INDUCTION sind eine junge, aufstrebende Kombo, die dem melodischen Power Metal einen neuen Aufschwung verpassen will. Ihr selbstbetiteltes Debüt steht in den Startlöchern und dementsprechend war uns daran gelegen, ein interessantes Gespräch mit Tim Hansen zu führen!

Text: Sonata
Veröffentlicht am 17.10.2019

Guten Abend Tim!

Moin Chris!

Schön, dass das so spontan geklappt hat!

Gar kein Thema!

Wenn du nichts dagegen hast, können wir direkt durchstarten!

Klar, gerne!

INDUCTION als solches wurde ja bereits um 2014 von Martin Beck gegründet, der seinerzeit auch bereits damit begann, mit PETER CROWLEY zusammen zu arbeiten, der die ganzen symphonischen Elemente in euren Sound integriert. 2016 folgte mit „The Outwitted Consecration“ dann quasi die erste Single und kurz darauf wurdest du Teil der Band. Wie kam das insgesamt zustande?


Das war folgendermaßen: Ich war per Zufall mit meinem Vater in der Slowakei. Zu dem Zeitpunkt war der Mixing Prozess von „The Outwitted Consecration“. Martin ist gut befreundet mit der Frau von meinem Vater und hat gefragt, ob wir nicht vorbeikommen wollen. Wir sind zu Roland Grapow in die Studios gefahren und haben uns angehört, was da so passiert. Für mich war sofort klar, dass mir das wirklich gut gefällt und ne ziemlich gute Energie hat. Daraufhin habe ich Martin direkt nach tabs gefragt, damit ich die Soli lernen kann und diese tabs hat er mir im Endeffekt nie geschickt. Eine Weile später kam er nach Hamburg, wo wir uns bei mir zuhause getroffen haben. Ich habe ihm gezeigt, wie ich spiele und was für Songs ich so schreibe. Das hat sehr gut resoniert und kurze Zeit danach hat er mich gefragt, ob ich nicht INDUCTION beitreten will. Allerdings erst mit der Frage, ob ich Bassist werden möchte. Er fragte mich also, ob ich Bass spielen kann. Ich als Jemand, der KEINE Ahnung vom Bass spielen hat, hab einfach gesagt „Klar, gar kein Ding!“. Hab mir einen Fünfsaiter Bass gekauft und mich zwei Wochen abgequält mit einem Song. „By The Time“ war es, was er mir geschickt hat, der ja jetzt auch auf dem Album zu finden ist. Ich habs einfach nicht gerafft und dann kam er irgendwann wieder auf mich zu. Bevor ich ihm was vorspielen konnte, meinte er „Tim, du bist ja eigentlich Gitarrist, willst du nicht lieber als Gitarrist bei uns einsteigen?“ Und ich meinte nur „Klar, kein Problem!“. Insgeheim dachte ich mir natürlich nur „Glück gehabt! Danke Gott!“. So habe ich mich also ein bisschen eingeschummelt, aber irgendwie war es auch von Anfang an klar, weil Martin und ich total auf einer Wellenlänge sind. In unserem Spielen spiegelt sich das auch wieder, wenn wir proben.


Das ist ja letztlich auch ein Grundstein dafür, um so eine Karriere zu starten und sich ein Standbein zu schaffen. Es gibt auch viele Bands da draußen, die alles auf Professionalität setzen und wo das Zwischenmenschliche nicht so passt. Da gibt es also eine gute Grundvoraussetzung bei euch.

Absolut! Das steht an erster Stelle. Für uns ist vor allem wichtig, dass wir uns auf einem Top-Level präsentieren, was heuttzutage auch sehr wichtig ist, weil ein gewisser Standard erwartet wird. Wenn man das Zwischenmenschliche außer Acht lässt, ist das allerdings sehr gefährlich. Da hast du also dementsprechend völlig recht.

Du hast eben schon über deinen doch sehr prominenten Vater gesprochen. Kai Hansen hat ja im Prinzip eine ganze Ära geprägt damals mit HELLOWEEN und anschließend mit GAMMA RAY bzw. heutzutage erneut mit HELLOWEEN. Es gibt glaube ich kaum Jemanden, der nicht „Ride The Sky“ kennt, sofern er Berührungen mit Power Metal hatte. Inwieweit hatte er Einfluss auf dich oder war  vielleicht auch eine Inspiration? Oder war es eher so nach dem Motto „So, Sohnemann! Du wirst gefälligst Gitarrist in einer Power Metal Band!“?


Nee, tatsächlich kam ich früher oder später selber darauf, dass ich das machen will. Kai hat mir niemals den Zwang gegeben, mir ne Gitarre in die Hand gedrückt und gesagt „Du lernst das jetzt!“, sondern das habe ich für mich selber entschieden. Als kleiner Hosenscheißer habe ich natürlich auch sehr zu ihm aufgeblickt. Als ich um die acht Jahre alt war, habe ich so eine Mini Flying V von ihm bekommen und ich glaube zwei Jahre vorher, als ich um die sechs Jahre alt war, fing ich mit dem Akustikgitarre spielen an. Ich war im Gitarrenorchester unterwegs etc. So richtig angefangen zu spielen habe ich aber viel später vor knapp viereinhalb Jahren, wo ich es richtig ernst genommen habe. Natürlich ist es oft so, dass bestimmte Dinge in der Familie so weiter geführt werden, aber für mich habe ich das ab dem Punkt entschieden, dass ich eine andere Art brauche, mich zu beschäftigen, was mir die Musik gegeben hat. Anstatt Videospiele zu spielen und unerfüllt zu sein, habe ich meine Erfüllung darin gefunden, zu lernen und Songs zu schreiben, mich zu verbessern usw. Inzwischen könnte ich mir nichts mehr anderes vorstellen.

Wir haben ja schon kurz über die Chemie zwischen dir und Martin gesprochen. Du wurdest ja auch im Songwriting Prozess noch direkt integriert und hast mit „The Riddle“, „My Verdict“ und „Sorrows Lullaby“ gleich drei Songs beigesteuert.


Genau, das ist richtig. Für das Album habe ich die drei Songs geschrieben. Bei der Ballade „Hiraeth“ hatte ich auch noch einen Anteil. Den ersten Song, den ich angefangen habe zu schreiben, war „The Riddle“ und das war auch der Song, den ich Martin bei unseem zweiten Treffen gezeigt habe. Dort hat er auch entschieden, dass ich ein cooler Kandidat für die Band wäre. Es ist irgendwie modern und passt einfach zu INDUCTION. Ich hab mich einfach hingesetzt und habe motiviert Songs geschrieben.


„My Verdict“ gehört zu den härteren Songs der Platte, zumal hier auch Growls integriert werden. Hat das auch der Nick gemacht oder wer war dafür verantwortlich?


Ja, es ist schon einer der härteren Songs, aber obwohl er Growls inne hat, die Nick übernommen hat, ist es nicht die härteste Nummer. Das ist wohl eher „The Riddle“ mit den vielen Breakdowns und schnellen Passagen.


In den letzten Jahren hatte ich ein wenig das Problem, dass Power Metal sich sehr stark abgenutzt hat und stets nach Schema F lief. Ihr schafft es, einen erfrischenden Sound zu kreieren und spielt hier und da mit den Strukturen der Songs. Es ist zwar ein durchaus zugängliches Album, braucht aber schon auch seine paar Durchläufe, um alles zu überblicken. Wir haben über deinen ersten Song „The Riddle“ gesprochen, wo ich es z.B. auch sehr cool finde, wie ihr da im Chorus mit Nicks Vocals spielt und die Harmonien vom ersten bis zum letzten Chorus tiefer werden.


Das ist in dem Sinne eine einfache Modulation, aber ich habe mir einfach überlegt,dass wir es mal umgekehrt machen, dementsprechend runter statt hoch gehen. Was ich vor allem sehr cool finde, ist „Nightmares Dream“, wo wir eine bestimmte Passage haben, die wir in vier verschiedenen Modulationen wiederholen. Das ist eher ungewöhnlich, dass man so viele Modulationen hat. 


Für die Orchestrationen habt ihr ja mit PETER CROWLEY zusammengearbeitet und in dem Zusammenhang würde mich mal interessieren, wie genau der Ablauf da ausgesehen hat. Habt ihr Songs geschrieben, die ihr ihm quasi als Demo habt zukommen lassen, wo er dann rumprobieren konnte oder gab es mit dem Schreiben des Songs sofort eine Zusammenarbeit? Wie darf ich mir das vorstellen?


Mit „The Outwitted Consecration“ lief es so, dass Martin die komplette Demo fertig hatte und Peter kontaktiert hat, da was zu machen. Da gab es dann natürlich diverse Revisionen und Änderungen im Endprodukt. Meine Zusammenarbeit mit Peter war zum Teil partweise. Ich hatte meinen Song bis zu einem gewissen Punkt fertig und wie das dann gern mal so ist, braucht man dann neue Inspirationen, um weiter zu machen. Weil Peter bis dahin schon orchestriert hat, hatte ich bereits neue Ideen, wie es weiter gehen kann, weil die Eindrücke dann frischer waren mit der Arbeit, die Peter schon umgesetzt hat. Wenn man sich ne Demo 2000 mal anhört, kann man gern mal in ein Loch fallen und das bringt mich gern mal da raus. Andersrum war es bei „My Verdict“ so, dass ich rhythmisch eine sehr scharfe Passage haben wollte, wo nach dem zweiten Chorus ein Orchesterbreak kommt und da hatte ich mir überlegt, irgendwas in einem 7/8 oder 9/8 Takt zu machen. Da hat Peter dann den Übergang zum nächsten Riff gemacht. So läuft es im Prinzip ab. Es ist ein Wechsel zwischen Peter arranged was oder wir haben halt eine Demo, wo er dann das Orchester arrangiert. Manchmal hat man selber eine Idee, die er dann wiederum fortführt. 


Ich habe ja immer so ein bisschen die Befürchtung, dass Jemand von außen den Brei da versalzen kann. Das so eine Orchestrierung zum Beispiel befremdlich bzw. wie drauf gestülpt wirkt. Das ist hier überhaupt nicht der Fall und es wird eine vollkommen eigene Atmosphäre geschaffen. 


Mit Orchestern ist es gern mal so, dass ein Keyboarder einfach mal alles drauf ballert, was er kann und das gleiche gilt für Jemanden, der Orchester komponiert. Da mussten wir uns über die Zeit einfach einpendeln und gucken, was das Beste für den Song ist. Wo nehmen wir das Orchester hoch bzw. runter. Peter ist generell sehr vertraut damit, wie sowas funktioniert, weswegen die meisten Sachen, die er uns schickt, nicht mehr viel Änderung benötigen. Was uns in dem Sinne nochmal unterscheidet ist, dass es nicht nur ein paar Geigen sind, die von einem Keyboarder eingespielt werden, sondern fast schon ein Filmorchester. Es sind so viele Elemente enthalten, die das Ganze sehr fett und besonders machen. Ich persönlich kenne keine Band, die ein Orchester in der Form hat, wie wir es haben.

Eine Sache, die ich mich gefragt habe ist, wie ihr independent ohne Label durchkommt in euren Anfängen. Gibt es da finanziell mal schnell Schwierigkeiten oder wie genau läuft das bei euch so ab?


Heutzutage ist der Traum vom großen Plattenvertrag einfach vorbei. Wenn du jetzt gesignt wirst als junge Band in den Babyschuhen deiner Karriere, dann wird dir eine Plattenfirma nicht viel bringen. Alles, was dir eine Plattenfirma im jungen Stadium bringt, sind Kontakte und Einfachheit. Aber es ist nicht die beste Option, die man für sich selbst als Individuum oder als Band hat. Eine Plattenfirma ist im Prinzip einfach nur ein Stadium der verschiedenen Aspekte, die es benötigt, um am Ende eine CD rauszubringen, aber all das kann man eben auch selbst machen. Du kannst dich selber um die Distribution, Promotion deiner Platte kümmern usw. und gleiches gilt fürs Touren. Man kann selber mit Booking Agenturen in Kontakt treten und sich Auftritte verschaffen. Eine Plattenfirma fungiert hier als Bindeglied zwischen all diesen Ebenen, um dir das zu vereinfachen, aber prinzipiell kannst du alles selbst machen und hast dadurch auch 100%ige Freiheit und 100% der Einnahmen. Alle Rechte an den Songs besitzt nur du als Band. Natürlich bedeutet das einige Ausgaben, aber man muss für sich selbst festlegen, ob man an sich selbst glaubt und ob es das dementsprechend wert ist. Ob sich das eines Tages auszahlen wird oder ob man eben den einfachen Weg beschreitet und diese Chance auslässt. Ich würde aber generell jeder jungen Band empfehlen, so viel wie mölgich selbst zu machen. Je länger man als Band unterwegs ist und je mehr man leistet, desto mehr steigert sich auch der Wert der Bands für Plattenfirmen, sodass sich potenziell coole Verträge ergeben. 


Wie sieht denn generell eure Zukunftsplanung aus? Das ist jetzt zwar alles sehr früh gesprochen, aber was habt ihr so vor mit eurer Karriere? Ein Nick Holleman ist ja schon in seinen jungen Jahren viel unterwegs und ist unter anderem auch Sänger bei SINBREED. Gibt es da Ängste, die Besetzung so nicht zusammen halten zu können oder seid ihr da völlig bei euch und teilt dieselben Visionen?


Ich kann sagen, dass wir untereinander sehr gut resonieren und ein geiles Team sind. Wir hatten natürlich auch schwere Zeiten, aber alles, was wir bisher hatten, haben wir gemeistert. Im Moment sieht man, dass das Feedback der Leute sehr positiv ausfällt, was uns motiviert. Wir sind inzwischen so zusammen gewachsen, dass ich mir da gar keine Sorgen mache. Es hat als Projekt angefangen und endet jetzt eben als Band. Ich bin mir sicher, dass es was langwieriges wird.


Das merkt man der Geschichte ja auch an allen Ecken und Enden an. Angefangen beim Artwork, das von Stan W. Decker entworfen wurde. Ein Artist, den ich seit einigen Jahren verfolge und stets begeistert bin von dem, was er erschafft. Die Artworks sind irgendwie immer perfekt auf das Musikalische zugeschneidert. Als Maskottchen habt ihr ja sozusagen den Pharao ausgemacht, der hier ja auch zu sehen ist.


Ich habe das Konzept ja entworfen und der Gedanke dahinter war, dass wir eine Verbindung zum, Artwork der ersten Single haben wollten, was man wahrscheinlich auch sieht. Der Pharao ist inzwischen unser Maskottchen und was letztlich ich gern für das Artwork wollte war, dass es eine Reinkarnation des Pharaos sein soll. Stärker, größer und einfach mächtiger. So wie Stan meine Vision zum Leben erweckt hat, bin ich mehr als zufrieden. Es repräsentiert die Musik gut und sieht wirklich geil aus. Alle sind sehr zufrieden damit.


Das Artwork war für mich auch witzigerweise der erste Berührungspunkt, den ich mit der Band hatte. Ich glaube mich zu erinnern, das ich vor ein paar Wochen eine Liste mit im Oktober erscheinenden Power Metal Releases gesehen habe und da ist mir das Artwork sofort ins Auge gestochen. So bin ich relativ schnell auf eure Facebook Seite gestoßen. Ich bin aber grundsätzlich Jemand, der sich zu Beginn auch stark an einem Artwork orientieren kann. Mit „Pay The Price“ wurde dann zuletzt die erste neue Single samt Video veröffentlicht, das ebenfalls visuell cool umgesetzt wurde. Ich bin ja froh darüber, wenn sich eine Band in einem Video auch mal präsentiert und zu sehen ist, wie der Song performed wird. War denn von vornerein klar, dass „Pay The Price“ die Single sein würde oder gab es da auch andere Kandidaten?


Danke für dein Feedback bezüglich des Artworks. Es ist natürlich wichtig, dass visuell Dinge anspechend sind, weil du ja merkst, dass sowas durchaus funktioniert. Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht, was unsere Debütsingle werden soll mit Musikvideo. Wir sind zum dem Schluss gekommen, dass „Pay The Price“ ne super Option ist. Ein sehr energetischer Song, der sehr catchy ist und INDUCTION super repräsentiert. Die Länge des Songs spielt natürlich auch ne Rolle, zumal es dann ja auch die ersten Erfahrungen für ein professionelles Musikvideo sind. Wir hatten das Gefühl, dass „Pay The Price“ da alles zusammenbringt, was Sinn macht für ein erstes Video und es auch schwieriger ist, einen siebenminütigen Song als Video interessant zu gestalten.


Ich kann das letztlich nur bestätigen, dass es eine sinnvolle Wahl ist, da der Song ja sehr gut funktioniert. Ich weiß nicht, ob dir die Plattform last.fm was sagt?

Ich glaube, davon schon mal gehört zu haben.

Im Prinzip wird da dein Hörverhalten statistisch festgehalten und für jede Woche auch eine Wochenstatistik erzählt. Da war bei mir zuletzt „Pay The Price“ mit 50 Durchgängen der meistgespielte Song. Daran merkt man ja auch, dass die Nummer zu funktionieren scheint. Ich finde es aber auch gut, dass die Single noch nicht alles offenbart, was einen erwartet. Klar gibt sie eine Richtung vor, in welchen Gefilden ihr euch bewegt, aber das komplette Album bietet ja weitaus mehr zu entdecken. Manche Songs brauchen dann auch einfach ihre Zeit, um zu wachsen.


Wir wollten die Leute ja auch langsam an unser Album heranführen. „Pay The Price“ ist unfassbar eingängig, repräsentiert aber trotzdem komplett unseren Stil. Aber ich fand auch gut, was du gerade gesagt hast, dass eben manche Songs Zeit benötigen, um zu wachsen. MESHUGGAH ist eine Band, die ich sehr dafür verehre. Es gibt niemanden, der diese Band beim ersten Hören mag, aber je öfter man das hört, desto mehr versteht man, was genau da passiert. Das geht so lange, bis es Klick macht und dann sehr stark klickt. Man bleibt dann lange dabei und es ist wichtig, dass Songs einen bestimmten Wiederhörwert haben. Das man sich den Song 20 mal anhören kann und immer wieder neue Elemente entdeckt. Das ist schwierig, aber wir haben versucht, das für unser Album zu integrieren. 


Ein Faktor, der vollkommen im Einklang mit der Musik steht, ist die Produktion. „The Outwitted Consecration“ entstand noch mit Roland Grapow, während das Album jetzt unter Eike Freese gemixt und gemastered wurde. Was waren die Gründe? War Roland nicht verfügbar oder wolltet ihr schlichtweg neue bzw. andere Impulse haben?


Ich habe vorher schon mit Eike gearbeitet und war studiointern bei ihm unterwegs. Dort habe ich gemerkt, wie er arbeitet und das als angenehm empfunden. Dazu kommt, dass es in Hamburg ist und das ne super Location ist, um ein Album aufzunehmen. Wir konnten die ganzen Bandmember unterbringen, weil ich Eike eben schon kannte. Ich kenne ihn als Produzenten und daher war der Workflow schon vorhanden. Ich weiß, wie gut er ist und weiß, was er kann, was ne Menge ist. Ich bin der Meinung, dass Eike für dieses Album der richtige Typ war.


Das kann man auch nur schwer anzweifeln, wenn man das Endresultat hört. Die Produktion kommt dem Album sehr entgegen, sodass auch jedes Instrument gut zur Geltung kommt. Am Anfang war es auch ein bisschen meine Angst, dass das Orchester das Hauptmerkmal sein würde, was die Platte kennzeichnet, aber das ist eben nicht der Fall. Es wurde sinnvoll integriert, aber auch die anderen Instrumente haben stets ihren Platz, um zu glänzen. Es gibt ja auch viele Parts, wo die Gitarre dominant ist und gerade die Soli sind durch die Bank weg sehr fett, vor allem in „Mirror Make Believe“, wo dein Vater einen Gastauftritt hat.


Auch wenn ich dieses Sprichwort hasse, so verwende ich es doch ganz gerne, denn manchmal ist weniger einfach mehr. Eigentlich ist mehr immer mehr, aber manchmal ist eben weniger wirklich mehr. Weniger kann mehr bewirken und darum geht es im Prinzip.

Demnächst stehen ein paar Support Shows für ARMORED DAWN an. Wie ist da eure Erwartungshaltung? Habt ihr schon geprobt und gibt es Sachen, auf die ihr euch besonders freut?


Wir freuen uns definitiv vor allem darauf, das erste Mal als Band auf Tour zu sein. Mit der Familie die Zeit genießen und unsere Musik rausbringen. Für die Leute zu spielen, die uns sehen möchten und auch für die, die uns vielleicht noch gar nicht kannten vorher. Uns ist es wichtig, dass wir das, woran wir so lange gearbeitet haben, den Leuten näher bringen können. Das der ein oder andere sich mit der Musik identifizieren kann und das ist uns wichtig. Wir freuen uns ungemein auf die Tour und das ist ein sehr cooler Startpunkt, um das Ganze zu starten in die Liverichtung.


Ich werde da potenziell sogar vorbeischauen, denn ihr spielt in Essen und da wohne ich quasi!

Ach wie cool! Ja komm gern vorbei, wir freuen uns!


Zum Abschluss gibt es noch eine Kategorie, die ich neu rein werfe. Und zwar dürfen mir Interviewpartner Fragen stellen, die ihnen im Kopf rumschwirren. Natürlich in einem Kontext, der hier Sinn macht.

Puh, lass mich mal überlegen! Finde ich aber grundsätzlich sehr cool! Was würdest du dir in Zukunft von uns als Band noch wünschen?

Musikalisch oder worauf bezogen?

Eher so im allgemeinen, was wir machen können, worauf Leute Bock haben.

Ich finde Bandshirts natürlich immer geil und gerade bei so einem Artwork würde sich das sicherlich gut auf einem shirt machen. Außerdem finde ich es wichtig, wenn Bands viel live spielen, gerade in der Anfangsphase, wo man auch noch die Chance hat, als Fan die Songs vom Debüt live zu hören. Irgendwann in 10 Jahren jammert man, dass ja nie was vom Debüt gespielt wird.

Also ein shirt ist tatsächlich schon in der Mache! Vielen Dank für dein Feedback. Ansonsten würde mich interessieren, wie du uns als Band charakterisieren würdest, also was uns so ausmacht.

Das ist eine gute Frage! Ihr seid im Prinzip das, was mir 2019 im Power Metal gefehlt hat. Ihr verbindet das, was ich immer am Power Metal geliebt habe mit erfrischenden Elementen und präsentiert euch als Einheit. Das merkt man eben auch der Musik an, dass jedes Rädchen ineinander greift. 

Ja cool, freut mich zu hören! Vielen Dank auch für das Interview!

Gerne! Vielen Dank für die interessanten Antworten und viel Erfolg für die Platte! Wir sehen uns dann eventuell bei eurem Auftritt in Essen!

Bis dann!

 


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