WE, THE PLAGUE - Tobi, René, Mini, Lino, Andy

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Nutzt die Zeit um euch Soli-Tickets und Getränke-Gutscheine zu kaufen. Dann ist auch nach dem Lockdown die Motivation da, seinen verrottenden Körper auf eine Show zu schleppen!

Die drei "D"s der darwinistischen Delegation? Da: Djent, Deathcore, Divers! Denkst`e? Danke.

Veröffentlicht am 20.05.2020

WE, THE PLAGUE könnten ziemlich schnell eine große Nummer werden - das Zeug dazu haben sie: Talent, Antrieb und das Verständnis für die moderne Jugend. Mit einer fetzigen Djent / Deathcore EP im Schlepptau würden sie euch gern Feuer unterm Hintern machen, aber da war ja was mit "Beschränkungen"... Lassen wir sie doch am besten selbst zu Wort kommen.


Eure 4-Track EP ist frisch erschienen. Jedes Mal, wenn ich ein so hochwertiges Debut höre, frage ich mich, was die Bandmember vorher getrieben haben. Wie sieht es bei WE, THE PLAGUE aus?

Tobi: Erstmal vielen Dank für das Lob. Tatsächlich ist der Großteil von „We, The Plague“ aus den Überresten der Schweinfurter Hardcore Band „Ed Is Dead“ hervorgegangen. In der Endphase dieser haben wir festgestellt, dass wir nur noch auf der Stelle treten und nicht mehr wirklich vorangekommen sind. Letztendlich haben wir uns dann aufgelöst und wollten etwas komplett Neues starten. Mit unserem neuen Sänger Mini, dem ehemaligen Frontmann von „Kaioken“ aus Würzburg, und unserer letzten Ergänzung, unserem Drummer Andy, der zuletzt bei „Goldeisen“ spielte, sind wir nun seit Dezember 2019 eine vollständige Band.

Was ist der Inhalt eurer Texte? Womit beschäftigt ihr euch?

René: "Hell is empty and all the devils are here”, so hat es mal ein Engländer geschrieben. Das könnte man so wörtlich als Kernphilosophie unserer Band übernehmen. Die Menschen geben sich einem moralischen Verfall hin und sind sich selbst die Nächsten. "We, the Plague" bezieht sich in unserem Bandnamen auf “Wir als Menschheit” und malt in unseren Köpfen ein Bild des “Menschen als kannibalistischen Parasiten”, um es mal dramatisch auszudrücken (Lacht). Unsere Texte beziehen sich also auf Krankheit, den Untergang der Menschheit, Korruption und soziale Ungleichheit. Außerdem beschäftigen wir uns mit psychischen Problemen und inneren Konflikten.

Das passt zur momentanen Lage ja wie die Faust auf ́s Auge, oder wie Bill „Kill“ Gates sagen würde: „Wie das Vakzin in den Muskel“. (Schlechte Scherze hab ich übrigens massig in petto!) Die Themen werden euch voraussichtlich nicht so schnell ausgehen.

Mini: Witzigerweise sind die meisten dieser Texte im Zeitraum Ende 2019 / Anfang 2020 entstanden. Und auch wenn wir in diesen Texten bereits den Egoismus und die Korruption unserer Gesellschaft behandeln, so war es doch immer wieder ein wenig
erschreckend zu sehen, dass die Menschen in großen Teilen tatsächlich so unglaublich selbstfokussiert und asozial handeln. Von daher sollte es auch in nächster Zeit genug Anlass zum “Schreien” geben.

Vermutlich ist euer Debutalbum bereits in der Schmiede, richtig?

Tobi: Die Schmiede läuft natürlich 24 Stunden am Tag, hier hat sich ein unglaublich produktives Team von genialen Musikern zusammengefunden und unsere Motivation ist so hoch wie nie zuvor. Man darf also mit neuen Songs in naher Zukunft rechnen!

Eure Tracks sind facettenreich und kurzweilig, und Djent / Deathcore erfreuen sich momentan großer Beliebtheit. Für euer Scheibchen dürften sich doch bereits Interessenten in Form von Plattenfirmen abzeichnen?

René: Unsere Songs entstehen eigentlich immer in Zusammenarbeit aller. Sie sind sozusagen Kinder von fünf Vätern und dementsprechend divers. Unser Ziel ist es nicht die 500ste Band zu sein, die musikalisch irgendwo zwischen ARCHITECTS und PARKWAY DRIVE liegt. Wir wollen gleichzeitig ein Zuhause für Crowdkiller, Headbanger, Circle-Pit-Marathonläuferinnen und Singalong Chorknaben (m/w/d) bieten. Ein enges Verhältnis zu Plattenfirmen gibt es derzeit noch nicht, also falls Interesse besteht: Hit us up!

Momentan dreht sich alles um die Präventiv- und Eindämmungsmaßnahmen. WE, THE PLAGUE ist letztes Jahr erst gegründet worden. Wie sehr schränkt euch als junge Band das Ganze ein? Gigs spielen dürfte nicht möglich sein, ebenso wie Musik Clips drehen.

Andy: Ja, wir müssen zugeben, dass die Covid-19 Situation uns mächtig in die Karre gefahren ist. 2020 sollte natürlich unser Jahr zum Durchstarten werden und jetzt Zuhause zu sitzen, anstatt auf den Bühnen der Republik abzugehen, ist, gelinde gesagt, frustrierend. Auch wenn unsere Bandmitglieder ein wenig verstreut in Deutschland leben, so haben wir uns mächtig auf Shows in unserer Heimatstadt Schweinfurt und Festival-Gigs gefreut. Noch ist nicht alles abgesagt. Von daher können wir nur hoffen, dass noch ein paar Auftritte dieses Jahr möglich sind. Ein Musikvideo zur aktuellen EP war ebenfalls geplant, was aber, wie du schon gesagt hattest, aktuell einfach nicht möglich ist. Es gibt aber auch Positives zu Berichten. Als Nebenprodukt der Quarantäne haben wir uns online mit anderen lokalen Bands aus Unterfranken zusammengeschlossen und arbeiten an einem “Quarantäne-Collaboration-Song”. Also solltet ihr in nächster Zeit die Augen und Ohren auf unseren sozialen Kanälen offenhalten!

Könnte die momentane Situation Einfluss auf die Zukunft der Band nehmen?

Mini: Aktuell natürlich noch schwierig zu sagen. Wir sind online sehr gut vernetzt und arbeiten auch in Zeiten räumlicher Trennung eng zusammen an neuen Projekten, Songs und Merchandise. Wir machen uns derzeit eigentlich eher um die ganzen Clubs, Bars, Booker und Festivals Sorgen, die uns und vielen anderen Bands eine Plattform bieten. Ein langer Lockdown wie dieser bedroht die Vielfalt unserer Kulturszene und wir als “Metal/Punk/Hardcore”- und “Musik”-Szene müssen uns solidarisch zeigen. Deshalb gilt das, was auch schon vor Corona die Parole war: Support your local scene!

Fühlt ihr eure Kreativität schwinden oder etwa befeuert?

Lino: Es ist ein hoch und runter. Die Gewissheit, in der nächsten Zeit nicht auf einer Bühne zu stehen, zieht natürlich runter, aber so geht es vermutlich gerade allen Musikern und Künstlern. Ich gewinne aber den Eindruck, dass uns diese Zeit als junge Band zusammenschweißt und so kommen immer wieder neue Ideen bei unseren wöchentlichen Videomeetings zusammen. Wir haben gehört, Autokino-Konzerte erfreuen sich gerade großer Beliebtheit, also freuen wir uns schon auf unseren ersten Crash-Derby Circle Pit!

Kommt es eigentlich noch vor, dass sich Fans mit ihren Sorgen an euch wenden und um Ratschläge bitten? Wie reagiert ihr auf solche Situation?

Lino: Als noch relativ neue Band hatten wir noch nicht wirklich die Gelegenheit eine engere Beziehung zu unseren Fans und Wegbegleitern aufzubauen. Aber wir sind empathische Menschen und verstehen, dass die Corona Zeiten schwierig sind und auch psychisch belasten können. Wir alle haben unsere eigenen Erfahrungen im Leben und wir wissen, dass es helfen kann mit jemandem darüber zu reden. Als Band wollen wir gemeinsam auch einen Fokus darauf legen so etwas miteinander durchzustehen, nicht alleine. Psychische Krankheiten fliegen in unserer Gesellschaft leider immer noch unter dem Radar und gerade Einsamkeit kann für Betroffene übel sein. Von daher freuen auch wir uns über jede Nachricht, die wir bekommen. Quatscht gerne mit uns über was auch immer euch auf dem Herzen liegt oder debattiert mit uns den “best song to scream under the shower”.

Was sind eure Ziele für die Zukunft?

Mini: Wir hoffen, dass wir und die gesamte Musikszene stärker aus der Krise hervorgehen können. Auch für uns ist die Situation ein Weckruf, dass lokale Konzerte keine Selbstverständlichkeit sind. Wir appellieren deswegen an jeden, der seinen Hintern bis jetzt lieber zu Hause auf der Couch geparkt hat, anstatt die Hirnzellen in lokalen Clubs durchzuschütteln: Nutzt die Zeit um euch Soli-Tickets und Getränke-Gutscheine zu kaufen. Dann ist auch nach dem Lockdown die Motivation da, seinen verrottenden Körper auf eine Show zu schleppen! Nur Ihr könnt Bands wie uns auf die großen Bühnen und Festivals der Welt bringen und da wollen wir selbstverständlich hin!

Wir von Stormbringer wünschen euch eine fabelhafte Karriere, dass ihr richtig durchstartet und wir uns recht bald wiedersehen!


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