Interview: SERPENTS IN PARADISE - Tobi

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„Hey wir haben ja noch gar keinen Namen für das Ganze“.

Torschlusspanik und die Suche nach einem passenden Bandnamen

Veröffentlicht am 15.07.2022

Intro:
 

Woher kommt der Bandname? Gibt es eine Geschichte dazu?

Hallo. Es ist schön, die Gelegenheit zu haben über die Band und die Platte sprechen zu können.
Eine wirkliche Geschichte zum Bandnamen gibt es nicht, außer dass alles quasi fertig war, und als es Zeit fürs Artwork und das Cover wurde, ist uns aufgefallen: „Hey wir haben ja noch gar keinen Namen für das Ganze“. Wir haben dann einige Zeit hin und her überlegt, bis Matt dann auf SERPENTS IN PARADISE kam. Mir gefällt dabei das Wort „Serpents“, beziehungsweise finde ich, dass Schlangen sehr interessante Tiere sind. Zusätzlich fanden wir den Namen passend, weil es uns gefiel, wie die Schlange im Paradies eben auch für ein bisschen Wirbel zu sorgt.

Liegt euch der Hardrock im Blut? 

Also mir definitiv. Das erste was ich damals gehört habe, war die "High Voltage" von AC/DC. Dann kamen GUNS N' ROSES und die "Live Killers" von QUEEN dazu. Damit war es damals um mich geschehen, und ich wusste, wohin die Reise geht. Zudem muss ich sagen, finde ich die Attitude und den Style einfach faszinierend. Das fehlt heutzutage ein bisschen...na ja. 

Matt kommt ursprünglich eher aus der Grunge Richtung, was echt oft zu interessanten Kombinationen führt, wenn er seine Bass Linie zu einem Riff macht. Jason ist auch voll im Hard Rock daheim (er hatte ja auch schon das Vergnügen für SKID ROW und Co. auf Tour dabei zu sein, im Vorprogramm), steht aber auch auf viele andere Sachen. Mir geht es da ähnlich, ich höre alles Mögliche, immer je nach Stimmung. 

Ein Album / EP ist ja immer auch ein Teil von einem selber. Seid ihr sehr aufgeregt über die noch kommenden Artikel / Interview-Anfragen etc.?

Klar, ein Album ist dein Baby. Du investierst da viel Zeit und Herzblut rein, und man ist ja auch stolz auf seine Arbeit. Da ist es immer schön, Gehör zu finden und die Meinungen anderer zu kriegen, beziehungsweise konstruktive Kritik. Leider kann man das ja nicht bei jedem Review erwarten, dass sich wirklich damit [dem Album, Anm. d. Lektorats] auseinandergesetzt wird. Es ist leicht zu sagen, ja gefällt mir nicht, weil eigentlich höre ich halt lieber Death, daher 3/10. Viel interessanter wird es da, wenn dann jemand, der genau etwas anderes bevorzugt, sich die Mühe macht, sich da reinzuversetzen. Ich versuche immer, alle Reviews zu lesen, und da macht es einem dann schon Freude, wenn man sieht, „Hey, da hat sich jemand Gedanken gemacht“. Allerdings habe ich mir das alles vor ein paar Jahren noch mehr zu Herzen genommen, muss ich gestehen. Interviews sind natürlich auch immer super, wenn man seinen Standpunkt dann auch noch ein bisschen vertiefen kann. Und wie gesagt, ich find's schon klasse, über die Platte sprechen zu dürfen. [Anm. der Verfasserin: Dafür sind wir ja schließlich da.]

Das neue Album „Temptation“

Euer Album hat bereits wahre Begeisterung bei einigen Kollegen ausgelöst (Julian von Rock Garage / Kaufi von Metal Inside CH, etc.). Wie fühlt ihr euch dabei?

Geehrt. Es tut gut, zu hören, dass man sich da Wochen und Monate Arbeit gemacht hat und es dann auch noch gut ankommt. Ich hoffe aber hauptsächlich, dass die Reaktionen live genauso sein werden! Weil da merkst du erst richtig, ob deine Musik und vor allem auch du als Band funktionier(s)t.

Sucht ihr noch nach einem Sänger, oder wird das bisherige Konstrukt mit durchweg hervorragenden Gastsängern eine Konstante?

Man muss das hier von zwei Seiten betrachten. Zum einen die Situation auf Platte, zum anderen live. Ich sage mal so, es ist nicht sonderlich realistisch, dieses Line-Up auch so live zu bringen. Alleine schon aufgrund der Distanz (Stu in Kanada) und natürlich auch aufgrund der natürlich vorrangigen Verpflichtungen der Sänger in Ihren Bands. Um das wie Tobias Sammet zu machen, fehlt es uns dann wohl noch etwas an Popularität, haha. Daher suchen wir für Gigs einen festen Sänger, der alle Songs gut rüberbringen kann. Was aber nicht heißt, dass das nächste Album nicht wieder mehrere Sänger beinhalten wird. Das kann ich so auch jetzt noch nicht sagen, wir schauen einfach, was passiert.  

Wie hat sich die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Künstlern ergeben? Kann man einfach anrufen, oder habt ihr euch im Laufe der Jahre ein Kontaktnetz aufgebaut?

Sowohl als auch. Ich muss sagen, mich hat das auch überrascht anfangs, weil ich hätte mir nicht träumen lassen, dass zum Beispiel Stu Block mal meine Songs singt. Und ich finde es immer noch krass... Am einen Abend spielt Herbie vor tausenden Leuten mit AVANTASIA, und gleichzeitig haben wir zwei Songs mit ihm. Aber ja, was hatten wir zu verlieren? Mehr als "Nein" sagen oder nicht antworten, konnte ja nicht passieren. Und da sie das Material cool fanden, waren wir uns da schnell einig. Bei Alex oder Gianni lief es dann doch darüber, dass man sich schon kannte. 

Wenn würdet ihr noch gerne am Mikrofon haben wollen (bei einem nächsten Album)?

Jeff Scott Soto und Erik Grönwall stehen da auf meiner Liste schon lange ganz weit oben.

Fragen aus Neugier:
 

Kann man als gestandener Musiker auch ein Vollblut-Fan sein? Und wenn ja, bei wem würdet ihr in der ersten Reihe eines Konzertes stehen?

Spannende Frage. Und bei genauerem Nachdenken will ich jetzt nicht "ja" oder "nein" sagen. Grundsätzlich würde ich mich schon als Fan bezeichnen und generell, klar warum nicht?! Nur weil ich Musiker bin und da vielleicht bei einigen Sachen mehr Einblicke habe, wie Sachen funktionieren? Man ist ja aus allererster Sicht Fan, weil man sich für die Band oder die Musiker*in begeistert. Allerdings muss ich auch sagen, wirkt dieser „Zauber“ bei Liveshows, dieses übermenschliche und anmutige, bei mir nicht ganz so sehr, seitdem ich auch die andere Seite kenne. Beziehungsweise setze ich mittlerweile etwas andere Maßstäbe an. Aber klar bin ich Fan.  

Geht ihr überhaupt noch auf Konzerte?

Natürlich!! Vor allem jetzt, wenn es wieder geht. Ich war am Wochenende erst freitags bei TANKARD und samstags bei IRON MAIDEN, und vor ein paar Wochen beim SICKING HIGH ROCK und bei DIE ÄRZTE. Bei letzterem gab es drei Stunden strömenden Regen, und ich war das ganze Set vorne im Pogo dabei, und die Stimmung war der Wahnsinn. 

Es geht nichts über Livemusik! Platte ist cool, aber das wahre Feeling kommt live. Ich gehe auch immer wieder gerne auf kleine Club-Konzerte. Da findest du die wahren Liebhaber und nicht nur Touristen. Das bräuchten wir viel mehr. Bei uns im Raum Stuttgart gibt es gefühlt ja gar keine wirkliche Szene mehr. Und in Hinblick darauf, dass es die immergleichen Stadionshows bald auch nicht mehr geben wird (außer man schaut sich Hologramme an), ist es höchste Zeit wieder an der Basis anzufangen. [Anm. der Verfasserin: Wie wahr!]

Vielen Dank das du dir Zeit für das Interview genommen hast und weiterhin gut Rock!


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