Interview: RETERNITY - Carsten Sauter

Artikel-Bild

Scheiß auf das Genre … der Song muss gut sein. Ferddich

Die Unendlichkeit der Zeit trifft auf die endlosen Weiten des Weltalls und das textlich zusammengefasst zu "Cosmic Dreams"

Veröffentlicht am 26.07.2022

 

Es wird ja einiges über die Herkunft und Bedeutung eures Bandnamens gerätselt. Möchtest du das Rätsel dazu lösen?
Ha ha ha … ja … gerne. RETERNITY ist ein einfaches Wortspiel das unglaublich viele Interpretationen zulässt. Die Silbe „Re-“ im Sinne von „zurück“ oder „wiederkehrend“. Und das Wort „eternity“ bedeutend die Unendlichkeit. Jetzt darfst Dir was überlegen. Zurück zur Unendlichkeit? Eine neue Dimension zwischen dem „Jetzt“ und der Unendlichkeit? Wir fanden die Gedankenspiele so spannend und letztendlich einfach passend zur Musik. Da war sofort klar … wir heißen RETERNITY …  

Wie steht ihr zu den Schubladen, in die man euch stecken möchte? (Thrash / Doom / Nu)
Ich glaube, wer uns ernsthaft in eine Schublade stecken möchte, hat unsere Musik nicht gehört. Ein anderer Interviewer nannte unsere Musik einfach „RETERNITY-Metal“. Ich würde sagen … Sauter&Zörner spielen was ihnen in den Kram passt. Und da wir als Kinder der 70er einfach die Entstehung vieler wichtiger Musikgenres quasi miterlebt und mitgelebt haben ist unser persönlicher Musikgeschmack auch sehr vielseitig. Das spiegelt sich in unseren Songs wieder. Scheiß auf das Genre … der Song muss gut sein. Ferddich …[Anm. des Schreiberlings: Perfekt]

Seit eurem ersten Demo sind 4 Jahre vergangen, und nun schon das 3. Album. Woher kommt die Energie für dieses Tempo?
Wir lieben einfach Musik. Das ist ein großer Bestandteil unseres Lebens und ist IMMER da. Dazu haben sich mit Sauter und Zörner zwei gefunden die beim Songwriting unglaublich harmonieren. Mit den technischen Möglichkeiten ist es ja quasi möglich sich zu jeder Tageszeit Songideen zuzuschicken. Und da spielen wir uns gegenseitig die Bälle zu. Und wenn´s mal läuft und wir im flow sind können wir gerne mal in ein bis zwei Tagen so einen komplexen Song wie z.B. „A Grave Called Home“ raushauen. Und ruck-zuck ist das Material für ein komplettes Album fertig. Wir können also quasi gar nicht anders … das kommt einfach so aus uns raus gesprudelt … *grins*

Das neue Album „Cosmic Dreams“

Space und Metal. Interessante Kombi – Was sind eure Ideenbrunnen? Literatur?
Wir sind alle in der Band bisschen angespaced. Der eine mehr der andere weniger. Sind doch alle mit Star Wars und Enterprise aufgewachsen. Da wir für das dritte Album eine weitere Dimension wie Synthies und Soundeffekte nutzen wollten fanden wir das Spacethema einfach auch passend zur Musik. Sänger Stefan liest fast ausschließlich Sci-Fi-Romane, verpasst keinen Sci-Fi-Film und interessiert sich für alles was damit zusammenhängt. So war dann auch schnell klar, dass das das zentrale Thema unserer dritten CD wird. 

Wieviel persönliches fließt in eure Songs ein? (Beispiel: „Only Scars Remain“)
100%…Wenn ich Musik schreibe, ist das durchaus von persönlichen Erlebnissen oder Lebenssituationen geprägt. Mal wütend…mal traurig…mal sanft. Stefans Texte spiegeln ebenso zu 100% sein gelebtes Leben wider. Persönliche Situationen…persönliche Wünsche…persönliche Eindrücke…Blicke in die Zukunft. Alles was Stefan beschäftigt fließt in die Texte ein. So sind die Lyrics keine Fiktionen oder ausgedachte Geschichten…sondern zu 100% unser Leben. 

Wie entstehen eure Songs? Gemeinschaftsarbeit?
Die Songs entstehen lustigerweise oft in sehr ungewöhnlichen Situationen. So kann es passieren, dass ich während einer Fahrradtour mal rechts ran fahre und eine Songidee in mein Handy singe. Genauso während der Arbeit oder wenn ich mit dem Auto unterwegs bin. Habe ich die Idee dann im Kopf, versuche ich es später auf die Gitarre zu bringen. Und so entstehen erste Demos und Songfragmente. Die schicke ich Stefan. Der findet dann meist sehr schnell Ideen für Lyrics und Gesangslinien und sendet mir diese zurück. So ist schonmal oft ein Grundgerüst mit Strophe und Chorus da. Dann lassen wir das Ganze auf uns wirken und überlegen was in dem Song noch Tolles passieren soll. So wird dieser dann weiter ausgearbeitet und mit Solis, Moshparts und sonstigen Ideen versehen. Genau SO ist bisher jeder RETERNITY-Song entstanden. Quasi ohne dass wir uns jemals physisch zum Songwriting getroffen hätten. Eigentlich verrückt…iss aber so…ha ha ha… 

Kann man die Kälte des Weltalls mit der zunehmenden Kälte zwischen den Menschen vergleichen?
Verdammt gute Frage! Endlich mal 'ne Frage abseits von dem ganzen Schrott den wir sonst so beantworten müssen… *ha ha ha*. Ich glaube die Kälte des Weltalls ist DIE ultimative Kälte.
Nicht zu vergleichen mit der Kälte zwischen Menschen. Sollten wir doch nach Warmherzigkeit, Liebe, Güte, Hoffnung und die Gabe zu Verzeihen streben. Und das innere Glück…wir hoffen jedenfalls dass die Menschheit die Kurve hin kriegt…BUILDING BETTER WORLDS …

Fragen aus Neugier

Wie habt ihr euch kennengelernt?
Stefan und Ich kennen uns schon seit über 30 Jahren. Hatten vor RETERNITY jedoch noch nie zusammen in einer Band gespielt, obwohl wir mit unseren damaligen jeweiligen Bands schon zusammen einige Gigs hatten. Wir waren beide zuletzt mit unseren letzten Bands unglücklich. Lustigerweise zum gleichen Zeitpunkt. So fanden wir zusammen und haben 2018 RETERNITY gegründet.
Conner ist ein Freund und szenebekannter Drummer. War und ist seit vielen Jahre mit seiner Band AFRICAN CORPSE unterwegs. Hat uns für gut befunden und lies sich nicht abhalten bei uns zu trommeln.
Oskar und Duste sind dann tatsächlich durch Internetrecherche (BackstagePro/Instagram) zu uns gestoßen. Die erschienen uns verrückt genug um bei uns zu musizieren. Menschlich hat es auch super gepasst … so sind die beiden nicht mehr weg zu denken und alle zusammen ein starkes Team mit einem wahnsinnigen Hunger nach Liveauftritten. Und Bier mögen sie alle … ha ha ha …

Spielt ihr auch in anderen Projekten?
Conner trommelt noch bei den AFRICANCORPSE
Ansonsten konzentrieren wir uns voll und ganz auf RETERNITY.
Glaub wäre auch gar keine Zeit für weitere Projekte … [Anm. des Schreiberlings: Mist, das der Tag nur 24 Stunden hat, geht mir auch so]

Wo kann man euch mal live sehen?
17.09. Mixed Metal Meeting – Rottweil


WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Nordic Union
ANZEIGE