Imagika - Steven Rice

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Wir denken über solche Sachen aber gar nicht allzu viel nach, wir schreiben einfach Songs und was passiert, passiert halt.

IMAGIKA haben mit "Feast For The Hated" ein wirklich überaschend frisches Power/Thrash Album am Start. Grund genug bei Gitarrist Steven Rice nachzufragen.

Text: Reini
Veröffentlicht am 22.05.2008

Hi Steve, sag mal, wie frustrierend war es eigentlich, dass Euer „My Bloodied Wings“ Album nicht wirklich in Europa verfügbar war?

Also eigentlich war es ziemlich dumm. Manchmal hat unser Streben nach einem Label für dieses Album schon was Saublödes. Es liegt ja nicht daran, dass wir Müll produziert haben, oder nicht das richtige Package am Start hatten, die Produktion etc. stimmte ja. Es ist halt ein Geschäft, und solange ein Label nicht klar erkennen kann, dass es mit einem Album Geld machen kann, oder uns einfach abzocken kann, wollen sie mit uns halt nicht zusammenarbeiten. Ich glaube, genau das ist für dieses Release in Europa passiert. Mausoleum Rec. war eigentlich auserkoren es zu veröffentlichen, aber da die für die CD nichts bezahlen wollten, wurde es ihnen auch nicht überlassen. Wobei jetzt wurde es ja eh von Sleazy Rider in neuem Package und dem Bonus Track „Haunt Me“ veröffentlicht. Jetzt können all jene es auch kaufen, die dies auch wollen.

Jetzt habt ihr aber einen Deal bei Locomotive Records eingesackt, alles Gut könnte man sagen. Wie kam der Kontakt mit denen zu Stande?

Also ich kenne den Chris (Anm.: Boltendahl) ja schon sehr lange (von der GRAVE DIGGER Tour, dem Flying Dolphin Management etc.). Darum fragte ich ihn, ob er an unserer CD interessiert sei und er legte uns einen Deal vor. Eigentlich wollte er ja die letzten zwei CDs veröffentlichen, aber da er nicht bekommen konnte um das zu realisieren, passierte da auch nichts. Wir hatten bis jetzt ja nur Vertriebsdeals. Wir haben denen unsere CDs ja nur zur Lizenz übergeben und dies galt für alle Labels mit denen wir bis jetzt zusammengearbeitet haben. Wäre es nicht gescheiter gewesen nur mit einem Label zusammenzuarbeiten? Sicher, aber keines war willens genug das zu tun, also haben wir halt das Beste daraus gemacht um die Band am Leben zu halten.

Was mich an “Feast for the Hated”so fasziniert hat, war die wirklich gelungene Balance zwischen Thrash Metal, schönen Power Tunes und sogar epischen Momenten. Ein Trademark, welches ihr genau so auf dem Album haben wolltet?

Danke! Ich hatte gerade ein Interview und der Interviewer sagte mir, gerade das sei eine Schwäche von uns und warum wir Probleme hätten Metal Fans anzusprechen. Wir denken über solche Sachen aber gar nicht allzu viel nach, wir schreiben einfach Songs und was passiert, passiert halt. Ich schreibe ja die komplette Musik und wenn ich das tue, schreibe ich einfach dass, wo ich überzeugt bin, dass es gut ist und es mich glücklich macht. Erfreulicherweise macht es die Guys in der Band auch glücklich und die Fans scheinen auch kein Problem damit zu haben. Ich will als Band auch nicht zu eindimensional klingen, darum versuchen wir Dinge einzubringen, von denen wir glauben, dass sie im Metal einfach dazugehören, Melodie, Aggression, Speed usw. Diese neuen Retro Thrash Bands die ich mir angehört habe, sind alle irgendwie gewöhnlich und jeder Song ist irgendwie nach der gleichen Formel konzipiert. Power Metal geht in eine ähnliche Richtung, Endless Double Bass HA! Ich glaube Du weißt genau was ich meine, es ist wichtig vielfältig in den Grenzen des definierten Genres zu bleiben.

Eure Power Ballade „The Sick Sense“ erinnert mich ein wenig an ICED EARTH Stücke wie like „I Died For You“ oder „Watching Over Me“. Würdest Du dem zustimmen?

Natürlich. Ich weiß auch woher das kommt. Wir werden oft mit ICED EARTH verglichen, aber jeder weiß ja ……… nein ich werde jetzt nicht über Jon’s trash looking for old riff tapes debattieren. Ich höre aber auch SABBATH und – glaub es jetzt oder nicht – HEART in diesem Stück. Tatsächlich ist dieser Song einer meiner Faves.

„Succubus“ ist sicher der interessanteste Track auf dem Album. Zuerst würde ich gerne wissen wer die Female Vox darauf eingesungen hat. Und war euch bewusst als ihr diesen Song geschrieben habt, dass es wohl der herausragendste Track auf dem neuen Album werden wird?

Melissa Evett ist die Sängerin. Sie ist eine gute Freundin unseres Sängers Norm. Der Song hätte es sogar fast nicht auf die CD geschafft. Ich mochte die erste Version gar nicht, erst als Norm ein paar Verbesserungen bei den Vocals und den Melodien gemacht hatte funktionierte es. Es weiß in der Band jeder, dass ich Female Vocals an sich nicht mag. Vor allem diesen abscheulichen Opera/Goth/Pop Shit. Auch bin ich ein tough chick Death Metal crap! Als Norm dann einmal erwähnte, dass Melissa auf der CD singen sollte, kräuselte sich mein Arsch zusammen. HA! Als er mir dann die Story erklärte und das Vorhandensein eines Duetts verdeutlichte, stimmte ich einem Versuch zu. Melissa war zu dieser Zeit in einer anderen Band, die gingen mehr in die Hard Rock Richtung.

Ach ja, just for the record. Ja ich mag Female Singers. Rock, Oper, Pop, World Musik usw. Ich finde Frauenstimmen fantastisch. Sie sollten nur nicht wie ein Mann in einer Death Metal Band singen oder wie eine Diva in einer Märchen Metal Band. HA!

Da ihr ja an sich eine doch sehr große Vielfalt in Eurem Sound abdeckt, solltet ihr eigentlich in der Lage sein eine große Fanbase anzusprechen – wir waren die Reaktionen auf „Feast fort he Hated“ bis jetzt?

Also – Du hast uns schon mal ein sehr gutes Review gegeben, das ist Alles was jeder wissen muss HA!
Ernsthaft – die meisten Reviews waren positiv. Natürlich gibt es auch ein paar, denen unsere Vielfalt nicht gefallen hat. Aber jedem kann man es sowieso nicht Recht machen.

Wie sind Deiner Meinung nach die Unterschiede zwischen „Feast fort he Hated“ und Euren letzten CDs?

Auf der aktuellen CD hab ich alle Gitarrenparts übernommen, während auf den letzten unser alter Gitarrist Pat sicher die Hälfte aller Solos eingespielt hat. Mit dem Wissen, dass ich alle Solos einspielen musste, hab ich die Songs ein wenig kompakter gestaltet und auch auf mehrfache Solos verzichtet. Die letzte CD hatte eine Menge Killer Tunes, ist aber auch ein wenig mehr eindimensional als unser neues Werk. Ich mag aber beide Werke aus unterschiedlichsten Gründen. Früher waren wir sicher eine komplett unterschiedliche Band, da ich Dinge schreiben musste, die für unseren alten Sänger angemessen waren. Wir hatten sicher melodische Elemente, nur halt weniger als es jetzt der Fall ist.

Ihr habt ja mit Andy LaRoque (KING DIAMOND Gitarrist) zusammen gearbeitet. Eine Entscheidung der Band oder der Plattenfirma?

Das war unsere Entscheidung, da wir wieder einmal dafür verantwortlich waren die CD zu finanzieren. Andy ist ein lustiger Kerl, down to earth und er hat nur ein paar Ziegen getötet (???)…. Er ist ein Familienmensch, genauso wie ich, so war das schon eine coole Sache, und wir haben auch etliche Gemeinsamkeiten (Gitarrenhelden, Einflüsse etc.).

Ihr seid jetzt seit mittlerweile 15 Jahren in der Szene etabliert. Ich bin mir sicher, da gab es eine Menge an High’s und Low’s in Eurer Karriere. Erzähl mal ein bisschen darüber?

Damn! Versuchst Du mich umzubringen? HA! Ok, fangen wir mit den Lows an. Darunter kein richtiges Label im Rücken zu haben hat die Band seit jeher gelitten, auch weil ich glaube, wir könnten um einiges größer sein als wir es derzeit sind und die CDs würden auch profitieren davon. Damit einhergehend natürlich auch, dass wir nicht wirklich oft auf Tour gehen konnten. Die Highs, sicher, dass wir tun was wir wollen, wenn wir wollen, die Musik machen die wir wollen und nicht darauf angewiesen sind irgendjemanden Rechenschaft abzuliefern. Alles steht unter unserer Kontrolle, von den Songs über das Artwork, bis hinzu den Labels oder was weiß ich. Und natürlich der Umstand, dass es da draußen Fans gibt, die die Band am Leben erhalten, das ist die Motivation, die die Band am Leben erhält.

Das Thema MP3 Downloads, immer gerne gefragt, Deine Meinung Pro oder Contra?

Wenn sie Legal sind Super, illegale nicht so toll! Es ist ein Umstand bei einer Band unseres Levels, dass ein Verlust von gerade einmal ein paar Hundert Verkäufen wirklich massive Umstände mit sich zieht. Für größere Acts mag das leichter zu verkraften sein. Natürlich hilft es den Fans eine Band zu entdecken, aber die mittlerweile akzeptierte Meinung ist, dass Musik gratis ist und warum sollte ich dafür bezahlen. Die Industrie ändert sich zwar, aber keine Angst Labels werden auch nach wie vor gebraucht werden. Auch werden die einen Weg finden um die Bands abzuzocken. Es wird ein langsamer Prozess sein und das Aus für die herkömmliche CD bedeuten. All das wird bedeuten, dass Bands kick it up a notch with song writing weil man sowieso weiß, dass jeder Deine CD schon einen Monat vor dem Release Date besitzen wird und möglicherweise dann auch nicht kaufen wird, wenn sie zu viele Filler aufweist.

Die letzten Worte gehören natürlich Dir:

Danke für Deine Zeit und das Interview. Und wenn ihr Fans unserer letzten Alben seid, gebt der neuen eine Chance – Metal!


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