Voodoo Six - Henry Rundell

Artikel-Bild

Der Altersunterschied macht eigentlich keine Probleme, aber in einer Band mit vier Typen zu sein ist schon hart,... mehr oder weniger zusammen zu leben ist vielleicht das Schwerste.

Jungspund und Sänger Henry Rundell der britischen Hard Rock Kapelle VOODOO SIX spricht über Anfänge, Probleme, Zukunftspläne ... und natürlich Rock.

Text: chris
Veröffentlicht am 10.10.2008

Als erstes würde ich gern über die Anfänge von VOODOO SIX sprechen. Es wäre interessant, etwas mehr zu hören, als sonst üblicherweise im Rahmen der Promotion zu erfahren ist.

Es begann alles mit Bassist Tony Newtons alter Band DIRTY DEEDS, als er aus L.A, zurückkam, wo er als Produzent arbeitete. Er begann das Album „First Hit For Free“ zu schreiben und stellte eine Band zusammen, die das Ganze auch umsetzten konnte. Ich kam 2005 dazu, um die Vocals aufzunehmen und Gitarrist Matt verstärkte uns nach einigen Shows. Wir dachten uns, dass ein zweiter Gitarrist speziell für den Livesound der Band von Vorteil wäre.

Soviel ich weiß bist du der Jüngste in der Band. Wie weit seit ihr den genau auseinander das Alter betreffend und kommt es deswegen hin und wieder zu Spannungen in der Band? Oder ist gerade dieser Altersunterschied ein Vorteil?

Allerdings bin ich der Jüngste, ich bin 23, Chris ist 29, Matt – das weiß ich gar nicht. Und unsere Rhythmustruppe geht schon auf die 40 zu. Der Altersunterschied macht eigentlich keine Probleme, aber in einer Band mit vier Typen zu sein ist schon hart, immer auf Tour zu sein, aufzunehmen und mehr oder weniger zusammen zu leben ist vielleicht das Schwerste. Wenn wir nicht gerade zusammen arbeiten, hängen wir nicht viel miteinander herum.

Kannst du uns etwas über die Bands erzählen, in denen ihr vor VOODOO SIX gespielt habt und vielleicht auch etwas genauer auf die DIRTY DEEDS eingehen – da gab es ja Streitigkeiten mit VELVET REVOLVER.

Meine erste ernstzunehmende Band YANKEE NINE NINER hatte ich am Musikcollege, das war irgendwie AEROSMITH trifft PRINCE. Wir unterzeichneten einen Vertrag bei The New Black Records von Pete Hadfield (Deconstruction, BMG…). Wir veröffentlichten auch eine Single, aber bevor das Album fertig war, hat uns das Label fallen gelassen. Danach kam ich zu VOODOO SIX. Über die DIRTY DEEDS kann ich leider nicht allzu viel sagen, da ich nie Teil der Band war. Aber die Probleme mit VELVET REVOLVER, wenn man sie überhaupt Probleme nennen kann, betrafen die Rechte eines alten Deeds-Songs, den Tony geschrieben hat. Aber da ich wie gesagt nicht Teil der Band war, weiß ich darüber nur, dass alle Mitglieder von VELVET REVOLVER den Fehler zugestanden haben und das Ganze so gelöst wurde.

Ich habe auch gelesen, dass ihr eine Verbindung zu IRON MAIDEN habt. Wie ist das passiert und glaubst du, dass eine derartige Verbindung zu solchen „Freunden“ im Musikbusiness nur Vorteile mit sich bringt?

Ja, wir haben da eine Verbindung zu MAIDEN und genauer gesagt zu Bassist Steve Harris. Tony hat ihn vor einigen Jahren beim Fußballspielen kennen gelernt, da hat er bei einem lokalen Sonntagsteam mit ihm zusammen gespielt. Die Zwei wurden Freunde und Steve wurde auch Fan der DIRTY DEEDS, die er dann später bei seinem Beast Label unter Vertrag nahm. Während der Aufnahmen zum VOODOO SIX Album kam er auch einige Male ins Studio, um nach uns zu sehen. Er sagte mir, dass ich die beste Stimme hätte die er gehört habe, seid er Bruce zu MAIDEN geholt hatte. Das war natürlich ein riesiges Kompliment für mich. Und ob so eine Freundschaft positiv ist? Nun, ja und nein. Einerseits ist es positiv, weil so jemand die entscheidenden Anrufe für dich machen und dir somit wirklich unter die Arme greifen kann, aber andererseits glauben dann viele, dass man den „leichten Weg“ gehen kann durch die Hilfe einer solchen Person. Aber ich kann dir versichern, dass das nicht im Geringsten zu trifft, wir mussten hart schuften und beinahe bluten um dahin zu kommen, wo wir jetzt stehen.

Kommen wir nun zum Album – für mich ist es ein typisches Classic Rock Album mit harten Riffs und gutem Groove, den man eigentlich nicht mehr so oft hört, heutzutage. Zumindest nicht bei einem Debütalbum. Wir kam der Sound zustande?

Wir alle haben ziemlich ähnliche Ansichten, dass, was immer passiert, der Sound auf alle Fälle modern sein sollte, aber ohne Death Metal Riffs oder geschrieene Vocals. Daher haben wir statt der klassischen E Stimmung auf D runter gestimmt und dann auf Drop C, um etwas mehr Heaviness zu erreichen. Ich glaube das gibt uns auch einen moderneren Sound. Obwohl es zeitgemäß klingen soll, brauchen wir aber einen old school 70s style groove, den wir alle lieben. Wir mögen auch alle dieses alte Metalzeug wie SABBATH oder ZEPPLIN. Aber wir versuchen genauso andere Formen von Rock mit einzubeziehen, zum Beispiel ALICE IN CHAINS, also Grunge, oder einige proggige Strukuren.

Warum habt ihr das Album re-released? Ich kann zumindest verstehen, warum ihr einen neuen Mix wollte (obwohl ich die alten Versionen der Songs nicht kenne), weil diese Nummern einfach ein gutes Umfeld brauchen. Aber warum die neue Tracklist und eine neue Single? „Faith“ ist zwar ein starker Song, aber doch nicht so unterschiedlich zu den anderen Nummern auf dem Album.

Wir haben das Album unter dem Namen „Feed My Soul“ 2006 veröffentlicht, aber leider hat unser damaliges Label uns nicht wirklich unterstützt, weder das Album noch die Tour. Wir wurden nicht im Radio gespielt, hatten keine Reviews und kein Interesse für uns seitens des Labels. Nachdem wir darum kämpften, aus dem Vertrag raus zu kommen und dann ein neues Labels suchten, haben wir uns dafür entschlossen, das Album neu zu mischen, auch weil wir einen zweiten Gitarristen nun dabei hatten. Deshalb schrieben wir auch die neue Single. Ich glaube ja, dass Singles eigentlich schon beinahe tot sind, das interessiert niemanden mehr, auf Alben kommt es an. Wir dachten uns, das „Faith“ ein guter Song wäre, das Album zu repräsentieren, die Leute aufmerksam zu machen, ein Statement, das sagt „hier sind wir, das ist die Musik, die wir spielen: sie ist laut, heavy und wir hoffen, ihr mögt sie“.

Wäre es nicht besser gewesen, neue Songs zu schreiben und ein zweites Album zu machen?

Nein…Wir alle glaubten, dass das erste Album keine richtige Chance erhalten hatte, die Songs sind ziemlich fantastisch darauf. Wenn ich nicht in der Band wäre, wären VOODOO SIX sicher meine Lieblingsband. Auch hatten wir viel Stress mit unserem alten Label für mehr als ein Jahr und ich kann dir sagen, dass niemand Songs schreiben wollte, es war eine sehr dunkle Zeit. Wir freuen uns aber jetzt schon wieder aufs Studio und darauf, neue Songs zu schreiben und jetzt, da wir doch etwas erfolgreicher sind und alle darüber glücklich sind, wird das neue Album auch etwas, worauf wir alle stolz sein können.

Glaubst du, da heute musikalisches Können wieder mehr wert ist, dass ihr deshalb erfolgreicher sein könnt als etwa in den 90er Jahren, wo doch speziell im Mainstream Rock ein gewisses Image oder ein anderes Stil sehr wichtig waren? Mir kommt es so vor, als ob klassische, alte Rockmusik immer mehr zurückkommt und mehr Gewicht in der Szene erhält. Man braucht nur an Bands wie BARONESS, MASTODON oder WOLFMOTHER zu denken (um nur ein paar zu nennen), die eigentlich den alten Sound nehmen und ihn nur neu zusammensetzen. Seht ihr euch auch zwischen solchen Bands?

Auf jeden Fall, wie ich auch schon zuvor gesagt habe, wir alle wollen diesen alten Sound, mit dem wir aufgewachsen sind. Aber um das zu verkaufen was wir lieben brauchen wir einen anderen, einen moderneren Ansatz. Ich glaube auch das virtuose Musikalität immer mehr zurückkommt, jedes Mitglied unserer Band ist ein fantastischer Musik und das sieht man auch bei unseren Liveauftritten. Als Band könnten wir eigentlich alles spielen.

Was sind eure Einflüsse wenn es um das Songwriting geht? Ich höre viel 70s Hard Rock aber genauso Grunge-Einflüsse auf eurem Album, allerdings ist es ziemlich schwer, es mit einem Wort zu beschreiben.

Es ist interessant, da jedes Mitglied der Band die selbe Art von Rockmusik liebt, aber trotzdem jeder seine eignen Vorlieben hat. Zum Beispiel lieben unser Drummer und der Gitarrist Thrash Metal, der Bassist mag die alten UFO oder BLACK SABBATH Sachen und unser anderer Gitarrist und ich mögen Blues, Funk und Soul Musik. Ich bin auch ein großer Grungefan, etwa BLIND MELLON oder ALICE IN CHAINS. Ich bin froh, dass du denkst, dass unser Sound schwer zu beschreiben ist, dass ist genau das, was wir erreichen wollten.

Was sind eure Zukunftspläne? Habt ihr spezielle Ziele, die ihr unbedingt erreichen wollt oder sagt ihr „sehen wir mal, was auf uns zukommt“?

Die Zukunft…Ich glaube, um diese Dynamik, die wir jetzt am Laufen haben, aufrecht zu halten, gehen wir mit EXTREME auf Europatour um auch das Album zu supporten. Und sobald wir eine USA-Tour aufstellen können, wird das Album auch dort veröffentlicht werden. Wir sprechen auch über einen Trip nach Japan, also werde ich einfach schauen, wo uns das Alles hinträgt.

Danke für das Interview!


WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Benediction - Scriptures
ANZEIGE