Interview: Obscura - Steffen Kummerer

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Im Metalbereich ist der Bass generell im Hintergrund und soll nur Schub im Mix erzeugen was wir ganz einfach nicht genauso handhaben.

Prog Death Kings mit prominenter Hintermannschaft. Steffen Kummerer über das Phänomen OBSCURA!

Text: Reini
Veröffentlicht am 16.04.2009

OBSCURA Reloaded! Waren zwei ex-NECROPHAGIST Leute und ex-PESTILENCE Bassikone Jeroen Paul Thesseling notwendig um ein Hammeralbum wie "Cosmogenesis" überhaupt realisieren zu können?

'Cosmogenesis' ist eine Kollektivarbeit aller in der Band, daher würde ich sagen; ja. Wir schreiben die Songs zusammen und Arbeiten auch an den Arrangements und kleinen Details als Band was den gewissen Flow in den Stücken bringt da jeder dem Material seinen eigenen Stempel aussetzen kann. 'Cosmogenesis' würde mit anderen Mitgliedern auch anders klingen, ob es besser oder schlechter wäre kann ich nicht sagen. Allerdings sind wir alle sehr zufrieden mit dem Resultat der Platte.

Wie ist denn überhaupt der Kontakt mit den Dreien zu Stande gekommen – nach Eurem Debütalbum Retribution", standest Du Steffen ja irgendwann dann ganz alleine da – oder?

Nach der letzten Europatour war einfach ein Bruch im Engagement einiger zu bemerken, da zwei der Mitglieder sich lieber auf ihre Studien konzentrieren wollten und unser alter Gitarrist nach Bochum umziehen musste um zu arbeiten. Zu dem Zeitpunkt war es besser als Freunde die Arbeit zu beenden als zu einem späteren Zeitpunkt im Streit auseinander zu gehen. Mit Jeroen bin ich seit 2004 in Kontakt, da wir überlegt haben bereits zum Debuetalbum zusammen zu arbeiten. Leider lies sich das damals aus Zeitgründen nicht realisieren Alle drei habe ich Ende 2007 kontaktiert und wir haben darüber diskutiert was wir wie machen wollen und wie wir das umsetzen möchten. Recht bald darauf haben schon die Arbeiten an 'Cosmogenesis' begonnen.

Das coole: OSCURA sind das Erste (!!!) deutsche Signing von Relpase Records – macht Euch das auch in einer gewissen Weise stolz? Und wie ist der Kontakt mit Relapse zu Stande gekommen?

Necrophagist würde ich nicht unter den Tisch kehren, wir sind das zweite Deutsche Signing auf Relapse was uns aber nicht minder stolz macht. (Muss mal die Promo-Company schlagen! - Reini) Wir haben ganz klassisch ein Promo mit drei Songs in meinem Wohnzimmer aufgenommen und an ausgewählte Labels geschickt mit denen wir uns eine Kooperation vorstellen konnten. Wir hatten vier Angebote vorliegen und haben uns letztendlich für Relapse entschieden was wir bis heute nicht bereuen.

Thema Bassman: Bei Euch ist ja ex-PESTILENCE Bassikone Jeroen Paul Thesseling für die tiefen Töne zuständig – Da drängen sich für mich gleich ein paar interessante Aspekte auf:

Soweit ich informiert bin, wohnt der Jeroen ja in Holland (Amsterdam um genau zu sein) – also gemeinsam Songwriting und so ist da nix – oder? Wobei gerade durch die neuen Medien wird das heutzutage sicher sehr vereinfacht!

Wir wohnen alle weit voneinander entfert; Jeroen wohnt in Amsterdam, Hanes in Nürnberg, Christian in der Nähe von Frankfurt und ich in München. Wir schreiben unsere Songs nicht im Proberaum sondern notieren alles an Material händisach aus und schicken die verschiedenen Fragmente via Email an die anderen. So kann sich jeder einbringen und wir können trotzdem recht effektiv an neuen Stücken arbeiten.

Jeroen benutzt seien Sechssaiter ja quasi schon als Soloinstrument, war das eine der Vorgaben (von ihm) oder Gründe (von dir) ihn in die Band zu integrieren, also außer Steve DiGiorgio fällt mir da kaum noch ein Basser auf der Welt ein, der derart akzentuiert und eigenständig agiert!

Jeroen spielt seine Sechssaiter hervorragend und bindet ihn in die Songs des Album ein. Der Bass ist ganz einfach gleichberechtigt den Gitarren und den Drums/Vocals gleichberechtigt gegenüber gemischt. Im Metalbereich ist der Bass generell im Hintergrund und soll nur Schub im Mix erzeugen was wir ganz einfach nicht genauso handhaben. Jeroen ist das Bindeglied zwischen Gitarren und den Drums was wundervoll funktioniert. Alle Instrumente sind auf der Platte gleichberechtigt, das der Bass im Metal etwas zu sagen hat ist nur etwas ungewohnt für einige Hörer.

Kommen wir zu Cosmogenesis! Ich war ja ziemlich begeistert, liest man sich so durchs Netz oder den Blätterwald, gibt es kaum eine „nur“ Gute Kritik, fast ausnahmslos Lobpreisungen – überrascht, oder hast Du gewusst wie bärenstark das Teil geworden ist?

Wir haben uns über Kritiken im Vorfeld keine großen Gedanken gemacht, da man nie weis wie man bei den Mags wegkommt. Die Reviews waren sehr gut bislang, und wir sind schon sehr überrascht, dass das Album nicht nur bei DieHard Deathmetal Fans gut ankommt, sondern auch andere Schichten anspricht. Wir selbst sind sehr zufrieden mit dem gesamten Album, es gab auch keinen Zeitdruck oder etwas dergleichen. Wir haben einfach die Songs geschrieben die wir gerne hören möchten. Ich denke, jede Band arbeitet so.

Was mich an „Cosmogenesis” so aufregend gefunden habe, war die Tatsache, dass ihr trotz der deutlich progressiven Herangehensweise immer noch richtige Songs geschrieben habt und jegliches Ego Gewichse der Instrumentalfraktion(en) dem eigentlichen Song gewichen sind, war das eines der großen Ziele: Lass uns proggen bis zum geht nicht mehr, aber es muss verdammt noch mal ein Song dabei herauskommen?

Unser Anspruch war in erster Linie gute Songs zu schreiben, das musikalische Können ist nur der Zweck dazu das umzusetzen was wir schreiben. Wir sind alles Fans von Death, die die Grandwanderung zwischen anspruchsvollem Songwriting und eingängigen Strukturen erreicht haben.

Steckt hinter „Cosmogenesis” eine Art Konzeptalbum bzw. gibt es einen thematischen Bezugspunkt zwischen den insgesamt zehn Tracks?

Es gibt ein übergeordnetes Thema, aber 'Cosmogenesis' ist definitiv kein Konzeptalbum.

Seit 2. April 09 seid ihr mit CANNIBAL CORPSE in den Staaten unterwegs, dann als Headliner (!!) gleich weiter mit der Relapse Contamination Tour, allein die Europa Dates vermisse wohl nicht nur ich (ok vom Neurotic Deathfest mal abgesehen!), arbeitet ihr dran ??

Im Sommer spielen wir eine kleine Festivaltour mit Atheist auf ein paar ausgewählten Festivals wie z.B. dem Summer Breeze oder dem Brutal Assault Festival. Im Oktober steht dann eine ausgedehnte Europatournee an bei der auch Österreich eingeplant ist bevor es Ende des Jahres noch nach Japan und Australien geht.

Steffen danke, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast!

Vielen Dank für euer Interesse an Obsura. Testet 'Cosmogenesis' an und habt ein Auge auf unsere MySpace Page für die nächsten Konzerte.


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