BELIEVER - Kurt Bachman & Joey Daub

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Wir wollen unsere politischen Ansichten nicht in der Öffentlichkeit breittreten. Trotzdem glaube ich, dass die Politik große Schuld an unserer derzeitigen Lage trägt!

Nach sage und schreibe 16 Jahren veröffentlichten die US-Thrasher von BELIEVER ein Comeback-Album der ganz speziellen Sorte. Warum die Band ganz GUNS'N'ROSES-like so lange für eine Platte gebraucht hatte und über andere persönliche Dinge habe ich mit den Bandköpfen Kurt Bachman und Joey Daub besprochen...

Text: mat
Veröffentlicht am 24.04.2009

Hi Leute, wie geht es euch zurzeit?

Kurt: Wir fühlen uns großartig! Wir sind total aufgeregt, da wir nun wieder zurück in der Szene sind.

Warum habt ihr euch 1993 eigentlich entschieden, die Band aufzulösen und warum hat es so lange gedauert, bis ihr wieder ein neues Album am Start hattet?

Joey: Wir hatten damals alle verschiedene Ziele in unserem Leben und wir dachten, dass es einfach die richtige Zeit sei, um uns anderen Interessen zu widmen. Kurt hat unsere Gegend überhaupt verlassen, während ich immer noch in der Musik-Szene unterwegs war. Kurt konzentrierte sich auf sein Studium, von daher wurde die Zeit wirklich gut genutzt.

Aber du, Kurt, hast trotzdem auch noch Musik gemacht?

Joey: Jetzt bin ich zuerst… Ja, Kurt und ich machten beide Musik, obwohl ich viel mehr in der Entstehung der Band FOUNTAIN OF TEARS involviert war und ein wenig Studio-Arbeit erledigt habe. Ich war und bin noch immer Motortechniker! Kurt hat in der Zwischenzeit seinen Ph.D. in Molekularer Medizin gemacht und betreibt zurzeit ein Krebs-Forschungszentrum.

Kurt: Ja, wie gesagt – Musik und Wissenschaft gehen bei mir Hand in Hand. Beide Bereiche sind kreative Quellen und ich bin begeistert, dass ich die Möglichkeit habe, beides zu machen.

Ihr macht mich baff, das alles klingt absolut toll. Warum habt ihr euch dann doch noch einmal entschieden, BELIEVER erneut aufleben zu lassen?

Joey: Naja, Kurt kam zurück in unsere Gegend und wir haben uns entschieden, zusammen zu sitzen und ein paar Ideen auf einen Haufen zu werfen. Die Chemie aus der frühen Zeit war noch immer da und die Songs entstanden einfach, ohne Probleme. Zu diesem Zeitpunkt wurde uns schnell klar, dass wir „Gabriel“ veröffentlichen würden.

Kurt: Joey fragte mich, ob ich ihm bei der Produktion des FOUNTAIN OF TEARS-Albums helfen würde und wir begannen miteinander zu reden. Kein richtiges Gerede über ein BELIEVER-Comeback, aber es kam ein Ding zum anderen und siehe da – da sind wir wieder! Es hatte wohl so sein müssen!

„Gabriel“ ist ein sehr technisches Album geworden, das Elemente aus vielen verschiedenen Genres beinhaltet. Seid ihr zufrieden mit dem Endergebnis der Aufnahmen?

Joey: Absolut! Das ist das erste Album, das wir komplett alleine aufgenommen haben. In unserem eigenen Studio. Das Songwriting kam uns dieses Mal viel erwachsener vor und auch die Produktion ist, zumindest meiner Meinung nach, äußerst gelungen.

Kurt: Eigentlich kann man diese Platte, nach solch einer langen Zeit, wieder als „erste“ Platte bezeichnen. Für ein „Debüt-Album“ sind wir wirklich sehr zufrieden… Natürlich freuen wir uns schon auf das nächste!

Warum heißt das Album eigentlich „Gabriel“? Gibt es da einen tieferen Sinn dahinter?

Kurt: Das Album heißt aus mehreren, persönlichen Gründen so. Ich hoffe, dass die Leute darüber nachdenken werden, was der Albumtitel bedeutet und daraus ihre eigenen Erinnerungen und Bilder entwickeln.

Warum habt ihr euch für diesen Typ von Thrash/Extreme Metal entschieden, der wirklich schwer kategorisierbar ist?

Kurt: Wir haben uns nie wirklich Gedanken darüber gemacht oder versucht, uns in irgendwelche Genres einzugliedern. Wir hören viele verschiedene Musikstile, deswegen sind unsere Einflüsse sehr vielfältig. Wir nehmen einfach auf, was aus unseren Gehirnen fließt und packen das Ganze in eine musikalische Szenefigur, der wir uns dann wiederum anpassen.

Welche Künstler würdet ihr als musikalischen Einfluss bezeichnen?

Joey: Ich würde sagen, Thrash-Bands wie DESTRUCTION, KREATOR oder SACRIFICE, aber auch Musiker aus anderen Genres, wie Klassik, Jazz, Fusion, Rock, Industrial und das ganze andere, verrückte Zeug.

Wer war für das Songwriting am neuen Album verantwortlich? War es ein kollektiver Verdienst und hat sich einer alleine an die Arbeit gemacht?

Joey: Kurt und ich schrieben den Großteil der Songs, obwohl trotzdem ein großer Input vom Rest der Jungs kam.

Kurt: Joey und ich schrieben die Grundmelodien, dann kamen die anderen Jungs mit ihren verschiedenen Schichten, die die Songs zum Schluss dann in multi-dimensionale Monster verwandelten.

Also habt ihr das Album selbst produziert?

Kurt: Ja genau. Die Aufnahmen und die schlussendliche Mischung wurden in unserem Studio in Pennsylvania gemacht. Jeder wurde in die Produktion involviert, somit wurde das Ganze total spannend.

Wie wird sich BELIEVER in Zukunft entwickeln? Können wir weitere Alben von euch erwarten?

Joey: Ich denke, dass wir die nächste Zeit abwarten und schauen werden, was auf uns zukommt. Wir haben aber einen Plattenvertrag über drei Alben bei Cesspool/Metal Blade unterschrieben, also kannst du fix davon ausgehen, dass noch zwei weitere Alben kommen werden.

Welche Fans wollt ihr mit „Gabriel“ ansprechen? Die jüngeren oder eher die alten Die-Hard-Fans?

Joey: Wir hoffen natürlich beide…

Kurt: Wir schreiben die Musik, die wir gerne spielen und die wir uns auch anhören würden und hoffen natürlich, dass wir Fans aus vielen, verschiedenen Genres damit anziehen können. Ich denke, dass beide, also jüngere und auch ältere Fans, etwas auf dem Album finden werden, das ihnen gefällt.

Wie ist die Atmosphäre innerhalb der Band?

Joey: Mir kommt es so vor, als ob alles frisch und neu wäre. Wir sind ein Haufen von Freunden, die Spaß haben und genau so soll es ja auch sein, oder?

Da hast du natürlich Recht. Das heißt, ihr werdet in nächster Zeit auch auf Tour gehen?

Joey: Möglicherweise ein paar Mini-Touren und ein paar einmalige Auftritte. Wir sind zurzeit am Proben und bereiten uns auf die Live-Shows vor. Wir freuen uns schon total, endlich wieder einmal live zu spielen.

Was sind deine persönlichen Pläne in der nächsten Zeit?

Kurt: Eigentlich wollen wir nur glücklich sein mit dem, was wir schreiben und produzieren. Wir hoffen, dass die Leute neugierig bleiben und die Grenzen ihrer musikalischen Geschmäcker auszureizen.

Welche Musik hört ihr in eurer Freizeit?

Joey: Ich höre ganz viel Jazz, Fusion und Progressive. Aber auch Reggae gefällt mir.

Kurt: Meistens höre ich Progressive Rock, Industrial und Experimental Metal.

Wollt ihr etwas zur aktuellen wirtschaftlichen Lage loswerden?

Joey: Nö, danke… Wir wollen unsere politischen Ansichten nicht in der Öffentlichkeit breittreten. Trotzdem glaube ich, dass die Politik große Schuld an unserer derzeitigen Lage trägt. Alles, was ich sagen kann und will, ist, dass die individuellen Schuldigen nun endlich Verantwortung für ihre Handlungen übernehmen sollen.

Kurt: Da kann ich Joey nur zustimmen…

Gut, dann lassen wir dieses Thema. Habt ihr viele Termine und Verpflichtungen zurzeit?

Kurt: Derzeit nicht wirklich. Wie Joey schon erwähnte, sind wir gerade am Proben. Wir wollen natürlich sicher gehen, dass wir den Fans eine großartige Live-Performance bieten können. Das Material auf „Gabriel“ ist relativ schwierig zu lernen und wir wollen alles hundertprozentig über die Bühne bringen.

Last but not least – habt ihr einen persönlichen Favoriten auf „Gabriel“?

Joey: Ich kann nicht genau sagen, ob es wirklich mein Favorit ist, aber „Shut Out The Sun“ ist schon etwas Spezielles für mich, da es der erste Song war, den wir für das Album komponiert haben.

Kurt: Ja, das stimmt. Ich mag aber auch „Redshift“ besonders, da dieser Titel ganz anders entstanden ist als der Rest. Wir schrieben zuerst die Linien für den Bass und die Drums, erst dann machten wir mit dem Rest weiter. Sonst beginnen wir immer mit den Gitarren und den Drums…

Habt ihr auch ein so genanntes „All-Time-Lieblings-Album“?

Joey: Wahrscheinlich „Aja“ von STEELY DAN.

Kurt: Mann, das ist eine schwere Frage! Lässt du die „Chronicles“ von RUSH durchgehen oder gilt das nicht, weil es eine Zusammenstellung ihrer alten Aufnahmen ist? Ach, egal, ich bleibe dabei…

Nö, das passt schon so… Ich bin nun sowieso fertig mit meinen Fragen oder ist noch etwas Wichtiges unerwähnt geblieben? Die letzten Worte überlasse ich euch…

Kurt: Danke für das nette Interview! Wir schätzen eure Unterstützung und bedanken uns bei den Leuten, die „Gabriel“ eine Chance geben. Vielen Dank!

Dann bedanke ich mich ebenfalls bei euch. Schöne Grüße an den Rest der Band und alles Gute!

Kurt: Danke, ebenfalls…


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