FAUST AGAIN - Marcin

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Das neue Album soll ein totales Experiment darstellen, eine Reise ohne Einschränkungen, die aber immer Platz lässt um durchzuatmen, damit die Reise wieder frisch fortgesetzt werden kann.

Die polnischen Metalcore-Recken FAUST AGAIN haben soeben ihre dritte Full-Length auf die Menschheit losgelassen. Wie man zum berühmten "Make it or break it" Album steht und was es sonst an interessanten Anekdoten mitzuteilen gibt, wird uns Shouter Marcin hier genauer erläutern

Veröffentlicht am 26.05.2009

Hallo nach Polen und besten Dank erstmal für das Interview!

Hi, danke auch dir für das Interview!

Zuerst muss ich dir gleich mal sagen, dass ich mit eurem neuen Output nicht wirklich glücklich bin. Es ist zwar ziemlich gut geworden, aber die Songs reißen mich nicht mit. Die zweite Albumhälfte von "The Trial" erweist sich als härter und besser. “Hope Against Hope” war mehr “straight in your face” und hatte hauptsächlich traditionelle Metalcore Einflüsse. Meiner Meinung nach vermengt ihr bei "The Trial" wesentlich mehr Death/Progressive Einflüsse. Die neuen Songs wirken damit zugegeben erwachsener. Was denkst du darüber und wie siehst du euer drittes Album?

Gut, ich stimme dir grundsätzlich zu.Wir wollen keinesfalls als reine Metalcore oder Progressive Metal Band gesehen werden und können unsere Fans mit dem neuen Album sicher überraschen. Ich will auch betonen, dass wir nie als eine Metalcore Band abgestempelt werden wollten – wir haben unsere Musik immer mit eigenen Geschmäckern und Stilen vermischt. Es hat einige Jahre gedauert um zu dem jetzigen Punkt zu kommen, wo wir gut genug sind unseren eigenen Sound zu kreieren. Ich denke, dass "The Trial" weitaus härter, massiver und besser ist, als unsere bisherigen Veröffentlichungen.

Erzähle uns doch bitte etwas über eure Bandgeschichte. Was hat euch dazu motiviert mit Faust Again zu starten und welche Einflüsse waren entscheidend für euch?

Die Hauptfaktoren, um mit Faust Again zu beginnen, waren unsere Freundschaft und die kollektive Liebe zur Musik. Vier von uns sind in der selben Stadt aufgewachsen und wir haben uns natürlich auch immer bei den selben Shows gesehen. Olek und Wojtek haben schon vor Faust Again gespielt und als Adrian mich fragte, ob ich bei seiner Band mitmachen möchte, stieg ich ein. Es gibt unzählige Bands, die in uns schon in Kindertagen inspirierten, aber die wichtigsten waren und sind wohl Death, Sepultura, Slayer und Metallica.

Was war euer Beweggrund von Circulation Records zu Bastardized Records zu wechseln? Habt ihr den Vertrag mit Circulation in Frieden beendet, oder gab es dort am Ende Böses Blut? Wie ist die Arbeit mit Bastardized?

Circulation Records hat sich nach unserem zweiten Album aufgelöst, somit waren wir gezwungen ein neues Label zu finden. Es hat keineswegs Probleme oder Böses Blut mit Circulation gegeben – sie hatten einfach nicht genug Zeit um das Label so professionell weiterzuführen und wir respektieren diese Entscheidung. Bastardized Recordings sind coole Jungs und sie mochten uns schon, seit sie Demosongs von uns gehört haben und ihr enthusiatisches Feedback hat uns die Entscheidung leicht gemacht. So far, so good!

Könntest du mir bitte einige Details zu "The Trial" beantworten? Was ist die genaue Botschaft des Albums? Das Album besteht aus acht vollen Songs, die immer wieder von Samples und ruhigen Passagen unterbrochen werden. Da mir keine Lyrics vorliegen, somit möchte ich gerne das Gesamtkonzept von "The Trial" begreifen.

Grundsätzlich sind alle Texte mit unserem Leben und Dingen, die in unserem Leben passieren verwoben. Ich war schon immer fasziniert von Dingen, die wir nicht erklären können, von unseren vielen Schwächen und den oft so unwichtigen und kleinen Entscheidungen, die unser Leben beeinflussen. Es plagt mich zu sehen, wie Menschen die Welt verbessern wollen, dann aber oftmals das genaue Gegenteil hervorrufen. Die Lyrics erzählen von der Suche nach der Befriedigung in dieser technokratischen Welt, die uns immer wieder einschränkt oder schockiert. Das neue Album soll ein totales Experiment darstellen, eine Reise ohne Einschränkungen, die aber immer Platz lässt um durchzuatmen, damit die Reise wieder frisch fortgesetzt werden kann. Wir haben einen guten Freund der großartigen polnischen Band Blindead gefragt, ob er die Passagen einbauen kann und er hat einen hervorragenden Job gemacht.

Im Juni spielt ihr einige Shows in Polen und Deutschland. Habt ihr eine größere Tour im Zuge des Album-Releases geplant? Habt ihr vor, auch Österreich in den nächsten Monaten zu besuchen? Es gibt sehr viele Fans von euch und ein Auftritt wäre eine großartige Sache.

Das Album erblickt am 22. Mai das Licht der Welt, daher werden wir unsere Promotion-Tour im Juni starten. In den Sommermonaten wird man uns ausschließlich auf verschiedenen Festivals sehen. Fixiert ist das Suck N' Summer Festival in Deutschland, dass ein wirklich beeindruckendes Line-Up hat. Wir arbeiten nun mit Go Down Believing zusammen um eine September-Tour zusammenzustellen. Ich hoffe, dass wir auch bei euch in Österreich spielen werden. Immerhin ist es 4 Jahre her, dass wir zuletzt in eurem Land waren.

Kannst du uns von interessanten Tourerlebnissen erzählen? Erzähl uns doch lustige, kranke oder einfach verrückte Dinge aus eurem Tourleben. Was war die bislang größte Band, mit der ihr touren durftet und wer wäre eure absolute Lieblingstruppe für die Zukunft?

Nachdem wir unsere Heimatstadt verlassen haben, sind einige verrückte und lustige Sachen passiert, aber ich denke die Reise nach Russland und Weißrussland war das Verrückteste, dass uns je passiert ist. Mitten in der Nacht wurden wir in einen Zug gestopft, der mit Leuten überfüllt war und einige waren wohl schon sehr lange darin. Die einzigen Möglichkeiten waren schlafen zu gehen oder verdammt schnell betrunken zu werden. Und es gab nur puren Wodka! Die ganze Chose endete in einem beispiellosen Besäufnis mit trinkfreudigen russischen Arbeitern, obwohl wir kein Wort ihrer Sprache kennen. Der gesamte Trip in den Osten war einfach nur verrückt. Ich hätte mir nie gedacht, soviel trinken zu können und dabei noch am Leben zu bleiben, haha. Wir haben bislang noch mit keinen wirklichen großen Legenden gespielt, aber großartige Bands wie Biohazard, Hatebreed, Zao oder Darkest Hour haben wir bereits unterstützt. Wirklich toll war die Tour mit Deadlock, ich würde mit dieser Truppe sofort wieder die Clubs verunsichern! Unsere absolute Traumband wäre momentan Gojira!

Kannst du ein bisschen mehr über die polnische Metal- oder Hardcoreszene erzählen? Welche Underground-Perlen tummeln sich in Polen? Gib uns einige Tipps aus deiner heimischen Szene.

Unsere Szene scheint sich momentan in einen Underground Hardcore Part und eine Mainstream-orientierte Metalcore Front zu teilen. When wir über Metalbands sprechen, würde ich definitiv auf Blindead verweisen, die vor allem Fans von Neurosis oder Cult Of Luna zusagen werden. Erwähnenswerte Bands der Hardcore-Szene sind Stone Heart und Daymares - beide sind großartig und live eine Macht.

Wie sieht eigentlich deine aktuelle Playlist aus? Was sind deine 5 momentanen Favoriten? Welche Musik präferierst du außerhalb von Faust Again? Gib uns noch ein paar letzte Worte.

Meine derzeitigen Faves sind Mastodon "Crack The Sky", Down "Over The Under", Blindead "Impulse", Kylesa "Static Tensions" und Devin Townsend mit "Ki".
Ich hoffe wir sehen uns im September in Österreich! Vielen Dank für das Interview und alles Gute für euer Magazin! Und vergesst nicht: Checkt unser neues Album, wenn ihr von den unzähligen Metalcore-Klon-Produkten überfüttert seit!


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