Do Not Dream - Christian

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Ich bin der Auffassung, dass man in seiner Muttersprache die ehrlicheren und auch besseren Texte schreibt. Das Sprachgefühl ist hier einfach am ausgeprägtesten...

DO NOT DREAM gehören zu der unterschätzten Gruppe deutscher Dark Rock-Formationen. Die Mischung aus traditionellem Gothic Rock, gepaart mit deutschen Texten auf hochklassigem Niveau, findet man heutzutage nicht mehr allzu oft. Grund genug, um den Jungs und Mädels von DO NOT DREAM einmal auf den Zahn zu fühlen und die Lage innerhalb der Band zu checken...

Text: mat
Veröffentlicht am 04.07.2009

Hi Leute, ich bin gerade am Hören eurer neuen Platte und muss euch wirklich großes Lob aussprechen. Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen, Musik zu machen?

Hallo Mathias! Es freut mich zu hören, dass dir die Scheibe gefällt. Ich spreche da einfach mal für mich. Die Gitarre hatte mich schon länger fasziniert, aber ausschlaggebend für mich, dieses Instrument auch selbst zu erlernen, war dann die Musik von PINK FLOYD, speziell natürlich das Gitarrenspiel von David Gilmour. Mit dem Nachspielen fremder Songs habe ich mich dann wenig aufgehalten und habe sofort angefangen eigenes Material zu schreiben, sodass eine Band dann nur noch eine Frage der Zeit war.

Was mich bei Bands wie euch immer interessiert, ist die Frage, wie ihr eigentlich zu diesem Genre gestoßen seid? Passierte das aus der reinen Freude zu dieser Art von Musik?

Als wir mit der Band anfingen, fanden wir uns alle in Musik dieser Art wieder. Dunkle, rockige Klänge war die Schnittmenge unserer vielfältigen Musikgeschmäcker. So entstanden automatisch Songs dieses Genres. Auch bei den Musikern, die später zur Band dazu kamen, war uns wichtig, dass sie sich mit diesem Genre und vor allem unserem Stil identifizieren können. So bewegen wir uns schwerpunktmäßig definitiv im Dark-Rock/Metal lassen uns aber auch gerne immer wieder von anderen Einflüssen inspirieren.

Seit 2004 habt ihr bereits zwei Alben veröffentlicht. Ende Juni ist die neue Scheibe „Schattenwelten“ erschienen. Warum dieser Titel?

Wir haben uns bei dem neuen Album dem Thema Mythen und Sagen gewidmet. Sowohl in Form von bekannten Geschichten als auch von fiktiven. Da alle diese Mythen eine dunkle, tragische Seite haben, nannten wir das Album „Schattenwelten“. Da wir auf dem Album dunkle Geschichten „fremder“ Welten erzählen, denn die Texte basiert nicht auf streng historischen Themen.

Gibt es spezielle Gründe, warum ihr dieses Mal die Texte alle in eurer Heimatsprache gehalten habt?

Früher hatten wir sowohl deutsche als auch englische Texte. Bei dem neuen Album wollten wir eine einheitliche Linie und Deutsch ist unsere Muttersprache. So lag es nahe dieses Mal alle Texte in dieser Sprache zu verfassen. Außerdem bin ich der Auffassung, dass man in seiner Muttersprache die ehrlicheren und auch besseren Texte schreibt. Das Sprachgefühl ist hier einfach am ausgeprägtesten und man versteckt sich nicht so schnell hinter typischen Phrasen englischsprachiger Musik.

Die Liste eurer Support-Auftritte liest sich hervorragend. Neben UNHEILIG und VISIONS OF ATLANTIS seid ihr auch schon mit den APOKALYPTISCHEN REITERN auf der Bühne gestanden. Wie kommt ihr zu solchen Gigs?

Meistens sind es Zufälle, die zu diesen Auftritten führen. Wichtig ist es, viel zu spielen und präsent zu sein. Wenn die eigene Show dann auch überzeugend ist, dann ergibt es sich von alleine, dass man entweder von den Bands selbst oder den entsprechenden Veranstaltern als Vorband gebucht wird.

Die eingängigen Melodien auf „Schattenwelten“ sind euch wirklich hervorragend gelungen. Wer ist bei euch für das Songwriting zuständig?

Bei den letzten Alben war ich größtenteils allein für das Songwriting zuständig und hatte auch die meisten Texte geschrieben. Für die „Schattenwelten“ haben Simon und ich das Songwriting dann gemeinsam übernommen und ich bin sehr begeistert von dieser Zusammenarbeit. Wir ergänzen uns sehr gut und können sehr harmonisch zusammenarbeiten. Die Texte wurden dann größtenteils von Lars und Tina verfasst, da sie diese später auch auf der Bühne transportieren müssen. Wir sammeln beim Songwriting zwar textliche Ideen und überlegen uns einen Plot für die Songs, sind aber überzeugt davon, dass es dann der bessere Weg ist, die endgültige Gestaltung der Texte danach an Lars und Tina abzugeben.

Wie seid ihr zum zweistimmigen Gesang gekommen? War das von Anfang an geplant?

Ursprünglich war das nicht geplant, sondern wir hatten nur mit weiblichem Gesang begonnen. Jörn, unser alter Bassist, hatte dann hier und da ein paar Growls als Ergänzung eingestreut. Als er die Band Ende 2003 verlassen musste, ersetzte ihn Lars als Sänger. Da Lars nicht auch noch mit einem Instrument auf der Bühne beschäftigt ist, fingen wir dann an, den männlichen Gesangspart auszubauen. Von Album zu Album haben wir die beiden Stimmen dann ausgewogener und besser miteinander kombiniert. Und ich denke auf der „Schattenwelten“ haben wir nun ein sehr stimmiges Konzept für die Stimmen gefunden. Inzwischen ist der zweistimmige Gesang ein Markenzeichen für uns geworden.

Liest du eigentlich viel?

Ich lese gerne und habe früher sehr viel gelesen. Hauptsächlich historische Romane und Fantasyliteratur. Am Ende meines Studiums und während meines Referendariats hatte ich leider nur wenig Zeit zum Lesen, außerhalb der Fachliteratur. Nachdem ich mit diesen Abschnitten nun fertig bin, kann ich endlich auch wieder ein gutes Buch genießen.

Ein achtköpfiges Line-Up ist nicht zu verachten! Ich bin ehrlich: Warum braucht ihr so viele Leute?

Diese Frage stellen wir uns selber auch das eine oder andere Mal, denn acht Leute bringen natürlich diverse logistische Probleme mit sich. Andererseits basiert unser Sound auf genau diesen acht Leuten und daher ist es auch gut so und wird so weitergehen.

Am meisten hat es mir der Song „Phoenix“ angetan. Der geniale Riff und vor allem der eingängige Refrain konnten bei mir punkten. Hast du auch einen Favoriten auf dem neuen Album?

Nein, einen wirklichen Favoriten habe ich auf dem Album nicht, da ich dieses Album derzeit nur als eine Einheit sehen kann, da jetzt soviel Zeit mit den ganzen Stück verbracht wurde. Es gibt immer mal wieder Tage, an denen ich das eine oder andere Stück lieber mag, aber das wechselt ständig, so dass ich kein Stück direkt herausheben könnte. Eine gewissen Bedeutung haben dann eventuell die Songs „Phoenix“ und „Feuerkind“ für mich, da ich diese beiden Stücke noch alleine schrieb, bevor die eigentlichen Arbeiten für das Album (und damit die Zusammenarbeit mit Simon) begannen. Somit sind sie wahrscheinlich erstmal die letzten Songs aus meiner alleinigen Feder, die es bei DO NOT DREAM zu hören gibt.

„Götterdämmerung“ ist ein elfminütiger Brocken geworden. Steht ihr auf solch konzeptionelle Ausrichtungen von Musik?

Wir mögen lange, abwechslungsreiche Stücke sehr gerne und sie sind immer ein stimmiger und schöner Abschluss für ein Album. So wird es in Zukunft bestimmt auch wieder solche Stücke von uns geben.

Was hörst du dir denn außerhalb von DO NOT DREAM so an?

Mein Musikgeschmack ist sehr breitgefächert. Ich höre viel klassischen Rock und Metal und natürlich Gothic-Rock/Metal. Auch ein paar elektronische Stücke gefallen mir. Wenig kann ich dafür mit dem aktuell sehr beliebten Metalcore und ähnlichem anfangen.

Wie seid ihr eigentlich auf euren Namen gekommen?

Ich könnte mir jetzt eine tolle und gut klingende Geschichte ausdenken, aber eigentlich war es recht unspektakulär. Unserem altem Keyboarder Ronald fiel der Name während eines Besuches in unserer Stammdiskothek ein und er gefiel uns auf Anhieb, so blieben wir dabei,

Wie geht es bei euch nun weiter? Werdet ihr in nächster Zeit auch live zu sehen sein?

Natürlich werden wir das neue Album jetzt auch live präsentieren. Darauf freuen wir uns gewaltig, denn die Songs live zu präsentieren ist natürlich eine ganz andere Sache als die Studioarbeiten. Los geht es am Samstag, 04.07.2009, auf dem Castle Rock Festival in Mülheim an der Ruhr. Alle Termine sind immer auf unseren Homepage zu finden. Oder man abonniert dort den Newsletter und bleibt auf diese Weise immer auf dem Laufenden.

Vollende bitte diesen Satz: „Schattenwelten“ sind für mich…

...der Rückblick auf eine anstrengende, aber schöne Zeit im Studio und bei den Vorproduktionen und hoffentlich der Garant für jede Menge Spaß auf der Bühne in der kommenden Zeit.

Das wäre es dann auch schon wieder. Möchtest du noch etwas loswerden?

Erstmal danke ich dir für dieses Interview und wir freuen uns auf die kommenden Shows und auf den Spaß, den wir zusammen mit dem Publikum und den „Schattenwelten“ haben werden!

Danke für deine Zeit und Mühe und alles Gute!


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